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Tutorialbeschreibung

Blick ins Gebäude

Blick ins Gebäude

Bei diesem Tutorial geht es darum, das Bild eines Gebäudes (hier der Kirche San Vitale in Ravenna) mit einem Bild aus dem Inneren dieses Gebäudes so zu überlagern, dass man den Eindruck hat, in das Bauwerk hineinsehen zu können.


Blick ins Gebäude

Vorbereitung

Zuerst schauen wir uns die Dateien mit den Bildern an, die überlagert werden sollen. In meinem Beispiel wurden sie mit unterschiedlichen Kameras (der meiner Frau und meiner) aufgenommen und haben unterschiedliche Größen. Die kleinere Datei öffnen wir als erste. Jetzt haben wir zwei Möglichkeiten: Wir ziehen die größere aus dem Explorer über die in GIMP geöffnete Datei oder wir öffnen sie über Datei>Als Ebenen öffnen direkt in GIMP.

Bilder



Das Ergebnis ist das Gleiche: zwei Ebenen übereinander, beide gleich groß (also keine ist in der Fläche größer als die andere), die zuletzt geladene ist oben. Die unten liegende Ebene der Außenansicht benennen wir um in "Außen" und entsprechend die Ebene mit der Innenansicht in "Innen". Dazu klicken wir doppelt auf die Textfelder rechts neben dem Ebenenicon, tippen den neuen Text ein und schließen mit Return ab.


 

Ausrichten und Anpassen der Bilder

Beide Bilder sind ausreichend gerade ausgerichtet, sonst müsste man das nachholen. Die Orientierung der Bilder zueinander ist aber ein Thema: Die vertikalen Strukturen an der Außenfassade und die Stützpfeiler innen sollten übereinander liegen. Kein Problem, sollte man denken, wir reduzieren einfach die Deckkraft der Ebene "Innen".

Für mich war das nicht wirklich hilfreich, denn ich konnte schwer die einen von den anderen Linien unterscheiden. Und letztlich müssen wir ja auch die Größe der Innen-Ebene anpassen. Da brauchen wir einen anderen Weg, um einen Bezugspunkt zu bekommen. Ich schlage vor, Hilfslinien einzublenden. Dazu blenden wir (durch Klicken auf das Auge an der Innen-Ebene, sodass es verschwindet) die Innen-Ebene aus.

Falls die Lineale an der linken Seite und oben nicht sichtbar sind, blenden wir sie mit Ansicht>Lineale anzeigen ein. Dann klicken wir mit der linken Maustaste irgendwo in das vertikale Lineal, halten die Maustaste gedrückt und ziehen sie nach rechts in das Bild bis über die rechte Stützmauer.

Bilder



 
Das Gleiche machen wir mit der linken Stützmauer. Wenn wir uns Bild und Hilfslinien anschauen, stellen wir fest, dass wir es hier mit den berühmten "stürzenden Linien" zu tun haben. Sollten wir sie gerade stellen? In diesem Fall bin ich aus zwei Gründen dagegen: Erstens weist auch das andere Bild diese stürzenden Linien auf, zweitens ist der Aufwand meines Erachtens zu hoch, da sie (mich) nicht gravierend stören.

So, jetzt haben wir die benötigten Referenzlinien. Sie haben den Vorteil, dass sie unabhängig von der Ebene, in der sie erstellt wurden, immer angezeigt werden. Wenn wir jetzt also die Innen-Ebene wieder sichtbar machen (Klick auf das linke leere Kästchen in der Ebenensymbolleiste; es erscheint, wenn man mit der Maus drüberfährt), dann bleiben die Hilfslinien sichtbar.

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Jetzt erkennen wir, dass die Hilfslinien deutlich außerhalb der Stützpfeiler liegen, welche das innere Pendant zu den Stützmauern sind. Zudem sind die Pfeiler auch noch unterschiedlich weit von den Hilfslinien entfernt.

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Aber damit mussten wir rechnen, immerhin wurden beide Bilder aus völlig unterschiedlichen Distanzen und mit verschiedenen Auflösungen aufgenommen. Dieses Problem bekommen wir dadurch in den Griff, dass wir die Innen-Ebene in der Größe an die Außenebene anpassen. Das Zauberwort heißt "Skalieren". Dazu sorgen wir dafür, dass die Innen-Ebene ausgewählt ist (Ebenenzeile ist dunkel hinterlegt, Ebenenicon weiß umrandet) und wählen das Skalieren-Werkzeug aus der Werkzeugleiste aus. Durch Doppelklick auf das Werkzeugsymbol öffnet sich ein Fenster mit Werkzeugeinstellungen. Das ziehen wir so weit auf, dass wir ganz unten das Feld Verhältnis beibehalten anhaken.

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Jetzt klicken wir mit der linken Maustaste auf eine Ecke des Bildes, halten die Taste gedrückt und ziehen die Maus nach innen über das Bild, bis der linke Stützpfeiler und die linke Hilfslinie etwa in Deckung sind. Das Gleiche machen wir von rechts. Dann verschieben wir die obere Ebene mit dem Verschieben-Werkzeug ("Pfeilkreuz"), bis alles besser passt. Dieses Wechselspiel spielen wir so lange, bis die Abstände der Säulen und der Hilfslinien etwa übereinstimmen.

Wir sollten einen Kompromiss finden zwischen Korrespondenz der Hilfslinien und dass die Innenkuppel etwa mittig zur Außenhülle der Kuppel liegt. Für mich war das bei 2454 px Breite erreicht.

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Unerwünschte Bildelemente ausblenden

Jetzt geht es darum, die Bildteile der Innenansicht, die den Gesamteindruck stören, zu eliminieren. Idealerweise sollten sie an den Rändern mit dem Gebäude quasi ineinanderfließen. Dazu fügen wir der Innen-Ebene eine Maske hinzu: Rechtsklick auf die Ebenenzeile und dann Ebenenmaske hinzufügen wählen. Im Dialogfeld wählen wir Weiß (volle Deckkraft).

Es hat sich anscheinend nichts verändert, außer, dass rechts neben dem Ebenenicon auf der Ebenenzeile ein neues Icon auftaucht, welches weiß mit einem schwarzen Streifen oben ist. Indem wir auf dieses Icon klicken, sorgen wir dafür, dass die Maske aktiv ist.

Das erkennen wir auch wieder am weißen Rand um das Icon. Eine Maske in der Bildbearbeitung wirkt wie eine normale Maske auch: Sie lässt bestimmte Bereiche sichtbar, andere deckt sie ab. In der Bildbearbeitung hat sich eine Konvention herausgebildet, welche zumindest bei GIMP und Photoshop gilt: Weiße Farbe auf der Maske deckt ab, schwarze Bereiche sind durchsichtig. Wir müssen also auf der Maske herummalen, um Bereiche ein- oder auszublenden. Dazu wählen wir das Pinselwerkzeug. Mit Doppelklick auf das Werkzeugicon bekommen wir wieder die Einstellungen.

Wir wählen einen runden, weichen Pinsel (Hardness 50) aus, stellen die Größe sehr groß, z.B. um die 400, und lassen die Deckkraft bei 100. Damit malen wir von außen her erst mal über die Teile der Innen-Ebene, welche klar über das Gebäude hinausragen. Da es sich hierbei um große Flächen handelt, haben wir auch eine große Pinselspitze ausgewählt. Du wirst feststellen, dass durch die weiche Pinselspitze die Deckkraft zum Rand des Pinsels hin abnimmt, sodass auf diese Weise schon der gewünschte Überblendeffekt wenn nicht erreicht, so doch angenähert wird. Nach der ersten Grobmaskierung sieht das Bild bei mir so aus:

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Weil jetzt die Hilfslinien nicht nur nicht mehr nötig sind, sondern auch noch stören, schalten wir sie aus mit Ansicht>Hilfslinien anzeigen. Und bei der Gelegenheit blenden wir auch den Ebenenrahmen aus mit Ansicht>Ebenenrahmen anzeigen.

Die weitere Bearbeitung sollte vorsichtiger erfolgen. Dazu verändern wir die Werkzeugeinstellungen und reduzieren Größe und Deckkraft. Aber achte darauf, dass immer noch die Maske aktiv ist und du nicht versehentlich auf dem Bild selbst herummalst!

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Zuerst entfernen wir die Reste der Innenansicht, welche noch über die Gebäudekanten hinausragen. Dann wenden wir uns der Kuppel zu. Logischerweise ist das Innenbild rechteckig und dadurch ist auch an der Kuppel die Innenansicht schnurgerade. Das passt nicht zur Kuppel, also runden wir sie vorsichtig ab. Die anderen Bereiche der Innenansicht blenden wir so weit aus, wie wir es für richtig halten. Und auch die Besucher, welche auf der Innenansicht recht groß sind, blenden wir aus. Bei mir sieht das jetzt so aus:

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So richtig zufrieden bin ich nicht: Die Ränder sind noch zu abrupt und an einigen Stellen habe ich meiner Ansicht nach zu viel abgetragen. Wir reduzieren jetzt die Deckkraft des Pinselwerkzeuges auf etwa 50% und ändern die Vordergrundfarbe in Weiß. Du erinnerst dich: In der Ebene blendet schwarze Übermalung aus und weiße ein. Wir blenden jetzt also einige ausgeblendete Bereiche wieder ein. Dieses Wechselspiel zwischen Einblenden mit weißem und Ausblenden mit schwarzem Übermalen spielen wir, bis wir mit dem Ergebnis zufrieden sind. Bei mir sieht das Bild dann so aus:

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Für mich ist der Innenraum noch etwas zu düster. Ich möchte ihn etwas aufhellen. Wir könnten das mit dem Abwedeln-Werkzeug machen, aber das möchte ich aus zwei Gründen nicht: Es ist nicht so leicht abzustufen bzw. rückgängig zu machen und der Effekt reicht mir nicht. Wir machen das, indem wir die Innen-Ebene einfach verdoppeln: Rechtsklick auf die Ebenenzeile, Ebene duplizieren auswählen.

Jetzt ist nicht nur die Ebene dupliziert, sondern auch die Maske. Wir klicken in das Ebenenicon, um sicher zu sein, dass nicht die Maske ausgewählt ist und prüfen, ob die weiße Umrahmung um das Ebenenicon erscheint. Wenn das so ist, dann nehmen wir im Ebenendialog folgende Einstellungen vor: Modus>Abwedeln>Deckkraft ca. 27%.

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Du kannst probieren, ob dir der Modus Bildschirm besser gefällt. Das Bild wirkt dann nicht so scharf. Und natürlich kannst du auch mit der Deckkraft spielen.

Viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren!

Kommentare
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Portrait von Gimper1
  • 13.12.2013 - 15:27

Eine gute Idee und sicher ein interessanter Effekt, wenn man Urlaubsbilder präsentierte (präsentieren muss)

Portrait von geolino
  • 13.12.2013 - 09:46

Eine tolle Idee! Und gut ausgeführt. Ich könnte mir das gut vorstellen als Mouse-over-Effekt. Wenn ich mit der Maus drüber fahre, tut sich das Innere auf. Danke für die Anregung.

Portrait von UClausnitzer
  • 08.12.2013 - 16:04

Danke für dieses Tutorial, mir hat es sehr gut gefallen. Es ist klasse auch die Art des Vorgehens und für ein "Nachnutzen" sehr gut beschrieben. Da ich noch "Neuling" auf dem Gebiet bin, bin ich froh über jeden praktischen Tip und in wie weit es für andere zu unstimmig oder zu unreal ist, liegt immer im Auge des Betrachters. Es ist eine gute Idee und werde es versuchen nachzumachen.

Portrait von WinHai
  • 08.12.2013 - 15:53

Wieder einmal mal eine ganz neue Idee, ich bin sicher, so etwas ist als Gag bei einer Show sehr willkommen.

Herzlichen Dank

Portrait von Dirhardy
  • 08.12.2013 - 15:36

Danke. werde ich auch mal machen.

Portrait von Wuggy
  • 08.12.2013 - 15:01

Moin, das Ergebnis sieht für mich auch nicht richtig stimmig aus. Aber ich finde die Idee eines solchen Bildes sehr interessant, das ist wirklich mal was anderes. Mit etwas experimentieren kann man da bestimmt noch mehr raus holen. Vielen Dank auf jeden Fall für das Tutorial und den Gedanken-Anstoß zu solchen Bildern :-)

Portrait von BOPsWelt
  • 08.12.2013 - 13:35

Interessante Idee, mal was anderes. :)

Portrait von schaubi
  • 08.12.2013 - 13:29

Viele Dank für die tolle Idee und Umsetzung

Portrait von woffi
  • 08.12.2013 - 13:29

Vielen Dank für die Anregung - das probier ich auch mal aus.

Portrait von Steve007
  • 08.12.2013 - 13:16

Vielen Dank für das Tutorial. Finde ich auch eine nette Idee, nur das Ergebnis überzeugt mich nicht. Da ist viel Abstimmungsarbeit notwendig bis es natürlich aussieht.

Portrait von d4y
d4y
  • 08.12.2013 - 13:14

Endlich mal nen Gimp tut, Daumen hoch

Portrait von chriskess
  • 08.12.2013 - 13:04

Das ist ja mal eine ganz tolle Idee. Vielen Dank für das großartige Tutorial.

Portrait von MAPESoft
  • 08.12.2013 - 12:44

Sieht unnatürlich aus. Trotzdem danke für die Idee.

Portrait von Kundentest
  • 08.12.2013 - 12:12

Herzlichen Dank für das sehr interessante Tutorial.

Portrait von MicroSmurf
  • 08.12.2013 - 12:05

Das Ergebnis ist nicht wirklich überzeugend, aber es ist eine nette Idee, was man mal mit mehr Gewissenhaftigkeit probieren kann.

Portrait von favicon
  • 08.12.2013 - 12:01

Gut Idee, auch prima mit GIMP umgesetzt, nur ... die beiden Innenbereiche links und rechts des Mittelsschiffs könnten durchaus heller werden, es überlagert das AussenOriginal zu sehr; aber wie gesagt "Makulatur";)

Portrait von Kimjas
  • 08.12.2013 - 11:17

dankeschön für das tutorial,werd ich mal nacharbeiten

Portrait von Tus_nelda
  • 08.12.2013 - 10:50

Scheint sehr interessant zu sein und mal eine etwas andere Darstellung eines Fotos.Versuche es auch mit Photoshop umzusetzen. Vielen Dank für deine Idee und das wir es mit Hilfe deines Tuts.versuchen können

Portrait von Pinochio
  • 08.12.2013 - 10:28

Danke liest sich gut,ich freu mich,einen schönen Sonntag

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