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Tutorialbeschreibung

Ebenenarbeiten mit Inskcape

Ebenenarbeiten mit Inskcape

In diesem Workshop erfahren Sie wesentliche Grundlagen über Ebenen und lernen, wie Sie diese sinnvoll in Inkscape verwenden. Hierzu zeichnen Sie nach einer Vorlage eine Blume.


TEIL I: Zu Beginn etwas Theorie

Ebenen können Sie sich wie transparente Schichten vorstellen, die übereinander liegen. Grafisch dargestellt könnten drei übereinander liegende Ebenen von der Seite etwa so aussehen:

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Auf jeder Ebene können nun unterschiedliche Grafiken liegen. Die Details, die sch auf der obersten Ebene befinden, sind vollständig sichtbar. Die, auf den darunter liegenden Ebenen befindlichen Grafiken scheinen dort durch, wo sie von den darüber liegenden Formen nicht verdeckt werden.
Bespiel: Auf der untersten Ebene liegt ein Stern, auf der zweiten ein roter Kreis, die oberste, dritte Ebene zeigt das blaue Rechteck.

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Diese Anordnung würde auf unserem 3D-Schema etwa so aussehen:

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Ebenen in Inkscape
Beim ersten Start von Inkscape gibt es nur eine Ebene, die Ebene 1. Deren Existenz sehen Sie in der Statusleiste, ganz unten. Links neben der Ebenen-Anzeige befinden sich die Schaltflächen zum Sperren und Entsperren der Ebene (Schloss) sowie die, zum sichtbar oder unsichtbar machen der Ebene.

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Es gibt auch ein extra Menü für Ebenen; einige wichtige Funktionen daraus lernen Sie in der folgenden Übung kennen. Vorerst wichtigster Menüpunkt liegt zuunterst: Ebenen ...

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Per Ebene > Ebenen ... öffnet sich der Ebenen-Dialog am rechten Rand der Arbeitsfläche. Auch hier ist zunächst nur die Standard-Ebene Ebene 1 angezeigt.

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Mit einem Klick auf die Schaltfläche mit dem blauen + fügen Sie dem Dokument eine neue Ebene hinzu, Es öffnet sich der Dialog Ebene hinzufügen. Hier geben Sie der Ebene einen Namen und bestimmen, welche Schicht in der Ebenen-Hierarchie die neue Ebene bilden soll.

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Bleiben wir beim oberen Beispiel; die drei Formen auf den unterschiedlichen Ebenen sehen in Inkscape so aus:
(Übrigens: aktiv ist die oberste Ebene; die mit dem Rechteck! Würde man jetzt eine neue Form aufziehen, läge diese automatisch auf der Ebene „Rechteck“.)

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TEIL II: Ebenenensatz
Ebenen eignen sich unter anderem hervorragend zum Verwalten von Pixelbild-Vorlagen. In folgender Übung zeichnen Sie eine Blume nach einer Bildvorlage.
Wählen Sie Datei > Importieren und platzieren Sie das Bild „Blume.jpg“. Inkscape platziert die Datei mittig auf der Arbeitsfläche.

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Öffnen Sie nun den Ebenen-Dialog (Ebene > Ebenen ...). Nennen Sie die Ebene „Vorlage“ und sperren Sie diese mit einem Klick auf das Schloss; es schnappt zu. Damit die kräftigen Farben des Fotos bei der Arbeit nicht ablenken, setzen Sie zudem die Deckkraft auf etwa 60% herab.

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Fügen Sie eine neue Ebene hinzu; positionieren Sie diese über der Vorlagenebene und nennen Sie sie „Hintergrund“.

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Ziehen Sie ein Rechteck in der Größe des Fotos auf; öffnen Sie den Dialog Füllung und Kontur Wählen Sie hier bei Füllung das Muster und als Füllmuster Camouflage. Bei Farbe der Konturlinie wählen Sie Nicht zeichnen.

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Bei aktivem Rechteckwerkzeug sehen Sie in der Ecke oben links Greifer zum Justieren des Musters. Mit dem Kreis drehen Sie das Muster, das Quadrat dient zum skalieren. Skalieren Sie das Muster größer ...

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... und geben Sie bei Unschärfe einen Wert von etwa 3,5 ein.

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Optional: sollten Sie die weichen Kanten stören, legen Sie ein weiteres Viereck unter den Muster-Hintergrund: Klicken Sie zuerst mit der Pipette in einen grünen Bereich des Musters. Ziehen Sie dann das neue Viereck über dem Musterviereck auf; es zeigt die Farbe, die Sie mit der Pipette aufgenommen haben. Senken Sie dann das Viereck nach unten ab.

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Um die Blüte zu zeichnen, schalten Sie die Ebene „Hintergrund“ zunächst unsichtbar. Sperren Sie zudem die Ebene um nicht aus Versehen beim Arbeiten an der Blume die Hintergrund-Flächen zu verschieben.
Fügen Sie eine neue Ebene hinzu; positionieren Sie diese über der Ebene „Hintergrund“ und nennen Sie diese „Blütenblätter“.

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Zeichnen Sie mit dem Zeichenwerkzeug das erste Blütenblatt nach; beginnen Sie mit dem oben rechts. Vergrößern Sie dazu die Ansicht. Setzen Sie beim Zeichnen nur so viele Knoten wie nötig. Sollten Knoten am falschen Platz liegen und/oder einen unpassenden Kurvenverlauf zeigen, können Sie diese nachträglich mit dem Knotenwerkzeug korrigieren!

Zur Erinnerung: ein Mausklick bildet einen Eckpunkt; halten Sie die Maus gedrückt und ziehen, erscheinen die Steuerlinien zum Anlegen eines Kurvenpunktes!

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Klicken Sie mit der Pipette in das noch aktivierte Blütenblatt; es übernimmt die Farbe des originalen Blütenblattes aus dem Foto – und die eingestellte Transparenz der Ebene.

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Schieben Sie im Dialog Füllung und Kontur bei Füllung den Regler bei A ganz nach rechts; die Farbe des Blattes ist nun deckend.

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Färben Sie das Blatt mit einem radialen Verlauf. Stellen Sie die beiden Verlaufsfarben wie gezeigt ein. Achten Sie hierbei auf die Einstellung bei Transparenz (A); sie muss auf 255 gesetzt werden!

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Justieren Sie mit dem Farbverlaufswerkzeug den Verlauf. Sie können auch eine Zwischenfarbe über den Farbverlaufs-Editor einfügen.

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Färben Sie die Konturlinie weiß und setzen Sie dessen Deckkraft in etwa um die Hälfte herab.

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Zeichnen und färben Sie in gleicher Weise das untere, zuoberst liegende Blütenblatt.

TIPP: Um die weißen Ränder unterschiedlich stark in Erscheinung treten zu lassen, wählen Sie bei Farbe der Konturlinie einen Linearen Verlauf. Fügen Sie eine Zwischenfarbe hinzu. Der Verlauf soll dann bei jedem Stop weiß sein und von deckend über transparent (die neue Zwischenfarbe) bis wiederum deckend gehen.

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Sperren Sie die Ebene „Blütenblätter“ und schalten Sie sie unsichtbar. Legen Sie eine neue Ebene „Hintere Blütenblätter an. Wählen Sie hier im Dialog Position den Eintrag Unter aktueller.

INFO: Damit die Position zu bestimmen ist, muss eine Ebene aktiv sein!

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Achten Sie darauf,dass jetzt nur diese Ebene entsperrt ist, auf der Sie arbeiten möchten! Die Ebenenpalette sieht nun so aus:

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Zeichnen Sie auf der neuen Ebene die drei fehlenden Blätter. Beginnen Sie mit dem hintersten und geben Sie ihm zunächst keine Füllung; so sehen Sie die Ränder des, darüber liegenden Blattes.

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Zeichnen Sie dann das darüber liegende Blatt und färben Sie beide Blätter in der, bereits beschriebenen Art. Sie können auch den bestehenden Verlauf kopieren und etwas verändern! Stellen Sie beim hintersten Blatt zudem eine leichte Unschärfe von 1,2 ein, sowie eine Deckkraft von etwa 80%. Geben Sie ebenfalls dem darüber liegenden Blatt eine Unschärfe von 0,6, sowie eine Deckkraft von etwa 90%. Bei ausgeblendeter „Vorlage“ sehen die beiden Blütenblätter etwa so aus:

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Zeichnen Sie das letzte Blatt am rechten Rand auf die Ebene „Hintere Blütenblätter“ und färben Sie es. Blenden Sie die Ebene „Blütenblätter“ ein: das zuletzt gezeichnete Blatt liegt auf der falschen Ebene; im Original überdeckt es das zuoberst liegende Blatt:

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Wählen Sie es mit dem Auswahlwerkzeug, dann Ebene > Auswahl zur darüberliegenden Ebene verschieben.

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Platzieren Sie nun noch das unterste Blatt richtig:

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Sperren Sie alle Ebenen, blenden Sie sie aus und fügen Sie eine Ebene „Mitte“ hinzu. Zeichnen Sie hier die grobe Form der lila-gelb gefärbten Mitte der Blüte. Färben Sie diese mit einem neuen radialen Verlauf von Gelb über Weiß zu Dunkellila.

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Wählen Sie das neue Verformenwerkzeug mit folgenden Einstellungen:
Breite: 3
Kraft: 100
Modus: Teile von Pfaden wachsen lassen (ausbeulen);
Originaltreue: 15
Ziehen Sie einzelne „Fäden nach unten:

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Justieren Sie das Aussehen ebenfalle mit dem Verformenwerkzeug durch die Einstellung Schrumpfen. Rauen Sie zum Schluss die Ränder noch auf; wählen Sie hierzu eine Breite von 25. Stellen Sie zudem noch bei dem neuen Element eine Unschärfe von 4,0 ein. Die Blüte mit ausgeblendeter Vorlage sieht nun so aus:

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Zum Schluss können Sie das mittlere Element duplizieren und dessen etwas abgeänderte Duplikate auf die beiden Blütenblätter rechts und links daneben setzen. Achten Sie hierbei darauf die Elemente auf den passenden Ebenen zu platzieren oder zu verschieben!

Die Ebene „Vorlage“ benötigen Sie nun nicht mehr; Sie können Sie mit einem Klick auf das – löschen. Im gezeigten Beispiel gibt es zwei verkleinerte, gedrehte Duplikate der Blüte, die etwas unscharf gezeichnet optisch in den Hintergrund rücken:

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Kommentare
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Portrait von RFChris
  • 19.07.2013 - 03:48

Na dann kann der Neueinstieg ja los gehen. Danke.

Portrait von Feetante
  • 04.05.2013 - 10:07

Solche genauen Erklärungen sind für mich sehr Hilfreich!
Danke!
Und ich hoffe auf mehr solche Tut!

Portrait von Neelhtak1
  • 29.01.2013 - 03:53

Vielen Dank für die Anleitung. Hat mir sehr gut weiter geholfen.

Portrait von inkale
  • 09.11.2010 - 14:36

Danke für das Tutorial.

Portrait von willblau
  • 26.06.2010 - 22:15

auch mit wenig vorkenntnissen ist die anleitung gut umzusetzen!!!

Portrait von Birgit2
  • 28.05.2010 - 20:41

Sehr gute Erklärung.

Portrait von ahnungslos
  • 16.08.2008 - 08:30

Hey, wow! Da staunt man und freut sich über die Möglichkeiten, die in Inkscape liegen. Danke, dass du dein Wissen mit uns teilst! :-)

Portrait von didi1977
  • 03.06.2008 - 09:53

wirklich toller workshop

Portrait von alfgla
  • 25.05.2008 - 08:32

Man lern nie aus, so auch bei diesem Workshop. Es ist einfach schön!

Portrait von derx
  • 24.05.2008 - 06:55

Super, würde mir noch viele Inkscape Workshops wünschen, Das Inkscape will ich gerne weiterlernen!

Portrait von Sampiero
  • 23.05.2008 - 11:32

Ist das eine Doktorarbeit ?
Weniger ist oft besser verdaulich!
Nicht jeder ist ein Inkscapeprofi.

Portrait von Matthias
  • 23.05.2008 - 13:16

Ist doch gerade gut so. So ist es richtig verständlich und nachvollziehbar. Gerne weiter so.

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