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Tutorialbeschreibung

Blenderspezial - Lego Teil 1 - Legosteine aussehen lassen wie Legosteine

Blenderspezial - Lego Teil 1 - Legosteine aussehen lassen wie Legosteine

Da ich des öfteren nun bei dem Projekt Fragen zu Blender bekommen habe, mache ich hier ein kleines Blender-Spezial zu unserem Projekt: Legocity.
In diesem Tutorial wird alles behandelt, was Legosteine aussehen lässt wie Legosteine.


Einführung:

Als erstes sollte man erstmal Blender auf das Lego vorbereiten.

Das heißt das Gitternetz wird geändert. Dazu öffnet man Blender, speichert sich als erstes das aktuelle Projekt ab. Denkt während ihr arbeitet daran, des öfteren immer mal wieder zwischendurch zu speichern.

Nun klickt ihr auf |View| (Befindet sich links unter in der Leiste).
Dort wählt ihr |View Properties| aus und seht im aktivierten Fenster den Bereich Grid! Dort könnt ihr entweder [8] oder [.][8] eingeben, je nachdem ob ihr eure Objekte skaliert oder nicht und bestätigt mit [Enter].
Danach könnt ihr das Fenster wieder schließen. Die störende Box, die immer am Beginn auftaucht könnt ihr schnell entfernen, indem ihr sie auswählt und [x] drückt.

Gerendert wird mit dem normalen internen Blender Renderer.
Für den YafRay Renderer, der um einiges besserer Lichtatmosphäre schaffen kann müsst ihr wissen, das sämtliche Materialeinstellung, sei es Oberfläche, Texturhelligkeit, Spiegelung oder Transparenz, individuell neu einstellen müsst. Dafür gibt es leider keine Anleitung, da muss dann jeder selbst solange testen, bis er das selbe Ergebnis hat, wie beim normalen Renderer.

Importieren

Wenn ihr euch entscheidet in Blender zu arbeiten, müsst ihr erst euer Objekt in Blender importieren. Dazu geht ihr wie folgt vor:

Objekt in LeoCAD aussuchen, Farbe wählen und ins weiße Feld ziehen.
Nun gibt es mehrere Arbeitsweisen. Entweder man baut dort bereits sein komplettes Modell zusammen, oder man macht es so wie ich, man exportiert jeden Legostein einzeln.

Ungeachtet dessen wie man vorgeht, der Rest der Schritte ist gleich.
Man klickt auf |File| -> |Export| -> |Wavefront|.
Sucht euch einen guten Speicherort aus, meiner ist im Blenderordner unter Objekte als Lego gespeichert.
Nun noch dem Modell einen Namen geben, speichern.

In Blender öffnet ihr eure Projektdatei und geht wie folgt vor:
|File| -> |Import| -> |Wavefront (.obj)...|
So, Speicherordner suchen und Objekt auswählen und zweimal mit [Enter] bestätigen.

Ich weiß nicht, wie es dann bei euch aussieht, aber ich muss fast alle Objekte erstmal um 90° rotieren.
Mit [3] Frontansicht (x-Achse) aktivieren, Objekt anklicken und [r] drücken. So kann das Objekt um 90° rotiert werden.

Nächstes Problem. Ich habs gerne überschaubar.
Das heißt die importierten Objekte sind mir zu groß. Das ist jedem seine Sache, man kann die Steine auch in der Größe bearbeiten.
Aber ich skaliere sie dann immer noch zusätzlich um den Faktor 10 kleiner. Dazu wird das Objekt ausgewählt, [s] gedrückt und [0][.][1] eingegeben.
Fertig.

Ordnung schaffen

Hat man oben den Schritt befolgt und das Gitternetz neu eingestellt, ergeben sich mitunter ein paar Vorteile. So kann man sich zum Beispiel das komplizierte Umhergeschiebe über berechnete Achsenvektoren sparen.
Denn nun kann man ziemlich leicht jeden Baustein mit etwas Augenmaß so auf den Achsen verschieben, das es ungefähr passt. Ist dies geschehen, wählt man alle neu positionierten Legosteine an ([Shift]+[Rechte Maustaste]) und drückt [Shift]+[s].

Bilder

Bilder

 

In dem Menü hat man sechs Auswahlmöglichkeiten.
Für uns ist in diesem Beispiel nur der erste Punkt wichtig, die Auswahl am Gitternetz ausrichten (entweder anklicken, oder [1] tippen). Fertig. Das spart eine Menge Zeit und Tastatureingaben.

Die anderen Punkte sind für andere Anwendung mehr oder weniger wichtig. Zum Beispiel kann ein Objekt um seinen Ursprung gedreht werden (normal) oder man kann mit der Maus einen Punkt festlegen.
Dazu klickt man in die Nähe dieses gewünschten Punktes und drückt wieder [Shift]+[s], nur diesmal den Menüpunkt [5] um den Cursor am Gitternetz auszurichten,
oder [4] um den Cursor im Ursprung des aktuell ausgewählten Objekts festzumachen ([6] hat im Prinzip die selbe Auswirkung, nur hier ist das Objekt aktiv schon zuvor angewählt worden.

Hat man nun mit [5] den Cursor fixiert, muss man nun noch den Rotationsbezug einstellen.
Dieser befindet sich in der unteren Leiste neben der Ansichtsauswahl und hat als Grafik einen Punkt mit zwei um laufenden Pfeilen [Anwahlbefehl [Shift]+[,]).
Diesen muss man kurz für die Rotation umstellen und zwar auf den Cursor, dazu gibt man [.] ein. Nun rotiert das Objekt um den Cursor (Beachtet dazu die feste Achsenwahl).

Danach sollte der Rotationsbezug wieder geändert werden, sonst vergisst man es ganz schnell und das nächste Objekt rotiert nicht wie gewünscht.

Runde Flächen

Beim Lego gibt es viele Steine, die gerundete Flächen haben, wie dieser Legostein hier.

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Jetzt sieht er kantig aus, das wollen wir aber nicht. Um dies zu ändern wird der Stein ausgewählt und man geht in den [Tab] in den Editmode. Dazu werden dann auf Flächenauswahl umgestellt und alle Flächen, die keine Rundung ergeben ausgewählt.

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Ist dies getan, wechselt man wieder mit [Tab] in den Objectmode. Nun wird der Legostein gesmootht, mit dem Feld: |Set Smooth|. Er sieht jetzt nicht sehr schön aus, aber abwarten.
Zum Schluss wird ein Modifier ausgewählt, nämlich der |EdgeSplit|.

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Und das Ergebnis ist ein schönerer Legostein:

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Flächennormalenkorrektur

Manchmal passiert es, das euer Ergebnis nicht ganz so aussieht, wie ihr euch das wünscht. Das Problem ist schnell erklärt, einige der Flächen eures Objektes haben Flächennormale, die nicht nach außen zeigen, sondern nach innen.

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Und das passiert gar nicht so selten, vor allem bei formschönen Kurvenobjekten passiert dies sehr gerne.
Dieses Problem lässt sich aber auch beseitigen. Dazu muss man erstmal die Flächenvektoren sehen können.  Als ersten schaut man, das die Flächenauswahl aktiv ist um dann bei |Mesh Tools More| (geht nur im Editmode, mit [Tab] aktivieren) das Tool |Draw Normals| zu aktivieren.

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Der Zahlenbereich darüber ist uninteressant, mit ihm kann man einstellen, wie groß die Flächennormalen sein sollen.
Bei vielen Flächen, wie im nachfolgenden Bild erkennbar lohnt es sich die Zahl kleiner einzustellen, da man sonst nicht erkennen kann, welche nach außen und welche nach innen zeigen.

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Wie man auf dem Bild erkennt sind einige der Flächennormalen nach innen gerichtet, dies erzeugt die Problemstellen.

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Nun aktiviert man alle Flächen mit [a] und geht auf |Mesh| -> |Normals| -> |Recalculate Outside|.
Nun kann man wieder in den Objectmode gehen und sich anderen Dingen zu wenden. Das alle Flächen noch aktiviert sind macht nichts, wer es möchte, mit [a] ist wieder alles deselektiert. Fertig.

Kanten

Damit am Ende eine Mauer nicht aussieht, wie ein einziger Stein, müssen die Kanten gebevelt werden. So erreicht man die typischen Abstände des realen Legos.

 

Man geht wie folgt vor:
Der Legostein wird ausgewählt, und im Menü unten wird im Bereich |Mesh Tools More| das Feld |Draw Bevel Weights| angeklickt.

Bilder

Damit hat man die Möglichkeit Einzelflächen, die man gebevelt hat, zu sehen. Jetzt sucht man sich den zu bearbeitenen Legosteinen und klickt ihn an.

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Dann man geht in den Editmode und wählt wieder Flächenauswahl aus. Damit kann man die Außenflächen des Steins auswählen.

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Ist dies getan wird wieder ein Modifier verwendet. Dieser heißt |Bevel|. Nachdem ihr ihn ausgewählt hab sieht das Ganze so aus:

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Nun sieht es nicht wirklich schön aus. Das Problem ist aber schnell gelöst. Bewegt die Maus über den Legostein im Arbeitsbereich und drückt: [Strg]+[Shift]+[e].
Nun könnt ihr entscheiden wie stark die Kanten verändert werden sollen. Ich stelle immer [.][0][5] (0.05) ein, aber man kann ab und zu auch weniger einstellen, das gibt mehr Realismus (dann z.B.: 0.01 oder 0.02). Zum Schluss noch in den Objectmode wechseln und fertig ist der Stein.

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Transparenz und Spiegelung

Lego besteht ja nicht nur aus undurchsichtigen Bausteinen, sondern auch aus transparenten und teiltransparenten Legosteinen. Dazu folgt jetzt eine kleine Kurzeinweisung in die Materialeinstellung:

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Mit den Tasten [F5] (Shading – Lichteinstellungen) und [F9] (Editing – Objektbearbeitung) kann man zwischen den zwei Hauptarbeitsbereichen wechseln.

Wenn dort nichts vorhanden ist, weil dem Material kein Datenblock zugewiesen wurde, klickt man einfach auf |Add New|. Jetzt hat man schon viel mehr Auswahl.
Im ersten Block neben der Preview findet ihr den Bereich |Mirror Transparency|. Hier könnt ihr den Legosteinen den optimalen Stil verpassen!
Wir benötigen nun [F5]

Erläuterung:

RayMir: Spiegelungsgrad
Fresnel: Stärke des verwendeten Effekts (Spiegel oder Transparenz)
IOR: Lichtbrechung (1,57 ist normales Fensterglas)
Gloss: Rauhheit der Oberfläche
Depth: Tiefeneinstellung (höher als 2 ist besser für dickeres oder mehrwandiges Glas)

Ein paar Beispiele:

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Einstellung: Spiegelung aktiv und Spiegelgrad bei 0.25

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Einstellung: Spiegelung aktiv und Spiegelgrad bei 0.25 und Stärke bei 2.000

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Einstellung: Transparenz aktiv und Lichtbrechung bei 1.57 und Stärke bei 2.000

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Ergebnis: Ein nur etwas transparentes Fensterglas.

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Einstellung: Transparenz aktiv und Lichtbrechung bei 1.57 und Stärke bei 4.00

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Ergebnis: Ein fast nicht zusehendes Fensterglas

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Einstellung: Spiegelung und Transparenz aktiv und Stärken je bei 2.000 und 4.000

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Ergebnis: Das Fensterglas ist viel besser sichtbar

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Einstellung: Spiegelung und Transparenz aktiv und Stärken bei 2.000 und 3.000 und Gloss bei 0.75

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Ergebnis: Das Fensterglas sieht nun milchig und trüb aus

Und zum Schluss, die gesamte Szene etwas ausgeschmückter und mit Spiegelung an allen Legosteinen:

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Legoschriftzug

Als kleines Extra gibt es jetzt noch eine Erklärung wie man den Legoschriftzug auf die Legosteine bekommt.

Man benötigt dazu erstmal zwei Programme:

LDraw

http://www.ldraw.org/

LDraw2LWS

http://www.joern-thiemann.de/tools/LDraw2LWS/index.html

Wenn man LDraw installiert benötigt man eigentlich nur MLCad. In diesem Programm hat man ebenfalls eine große Auswahl an Legosteinen. So sucht man sich den benötigten Legostein und zieht ihn in auf die Arbeitsoberfläche.
Dann speichert man den Legostein wie folgt: |File| -> |Save as...|
Der Speichername sollte mit .dat enden!

 

Bei LDraw2LWS handelt es sich um ein Programm, das man nach dem Entpacken erst konfigurieren muss. Dazu öffnet ihr die ldraw2lws.ini und ändert die Pfade für die Legoteile-Ordner von LDraw.
Keine Angst es gibt ein Beispiel, das man da nichts falsch machen kann.

 

Nun öffnet ihr die ldraw2lws.exe und klickt auf |Parse File|, sucht euern Legostein (die .dat – Datei) und klickt auf öffnen, wenn ihr alles richtig gemacht habt, dann gibt euch das Programm die Meldung:

Parsing successfull! aus und ihr habt erfolgreich einen Legostein mit Legobeschriftung geschaffen.


Weiter geht’s in Blender!

Hier geht ihr so vor: |File| -> |Import| -> |Lightwave (.lwo)
So könnt ihr die Lightwave-Datei importieren, die nach dem Parsing in einem Unterordner des Legosteins (die .dat-Datei) geschaffen wurde.

Nun habt ihr einen Legostein mit Legoschriftzug in Blender!

Nachteil: Der Legostein hat extrem viel mehr Polygone!!

So hat mein Legostein (plate 2 * 4 Noppen) mit Schriftzug 5766 Polygone, während er aus LeoCAD kommend nur 414 hat.


Mein Rat an euch, nutzt Legosteine mit Schriftzug nur an sichtbaren Flächen. Die Legosteine alleine sind schon sehr polygonlastig und mit Schriftzug sprengt es einfach den Rahmen.


So, das war mein Blenderspeziel zum Thema Lego.

Ich hoffe es hilft euch, eure Legowerke zu meistern und sehr schöne Bilder von euren Werken zu zaubern.

Ganz speziell gilt dieses Tutorial dem Legocity-Projekt und all seinen Mitstreitern, die schon sehr viele Werke dazu beigetragen haben.

Über Kommentare, Fragen und Kritiken würde ich mich sehr freuen!


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Kommentare
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Portrait von andrak
  • 05.05.2014 - 10:24

Da ich mich gerade ein wenig in Blender einarbeite, wollte ich ein paar Tuts durcharbeiten. Jedoch lassen sich die ZIP-Dateien weder bei Teil 1 noch bei Teil 2 öffnen. Gibt es eine Möglichkeit, an diese nochmal ranzukommen?

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 02.08.2012 - 20:55

haha das gute alte lego :D gutes tutorial

Portrait von ACWebmaster
  • 12.06.2012 - 19:11

Das Tutorial ist echt nützlich. Lego Steine kann man immer wieder mal gebrauchen (z.B. animierte Lego-Kurzfilme). Tolle Idee.

Portrait von Supersuzi
  • 21.10.2011 - 00:25

Super Tutorial. Einfach und klar erklärt

Portrait von DirtyWorld
  • 16.08.2011 - 19:09

Hi,
scheinbar sind die Arbeitsmaterialien beschädigt, also die zip.
Wäre es möglich diese erneut anzuhängen?

Viele Grüße

Portrait von JannisL
  • 05.12.2010 - 11:48

gute idee, ich probiere es gleich aus

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 07.02.2010 - 17:11

Echt geile Idee! In Blender hat ja bestimmt fast jeder mit der Box schon was gebaut... aber mit Lego?! Einfach geil!

Portrait von Ringow
  • 25.12.2009 - 20:46

feine sache danke.

Portrait von Logifech
  • 01.11.2009 - 13:34

Super Gut gemacht Danke

Portrait von sebastian_dhom
  • 31.07.2009 - 07:34

Sieht ja ziemlich kompliziert aus, danke.

Portrait von hessel
  • 14.06.2009 - 13:23

Lego zu designen ist ja mal der hammer! finde ich persönlich ne gute idee

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 02.06.2009 - 15:44

Auch wenn ich etwas spät dran bin... Super Tutorial! Lego macht Lust auf mehr :-)

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 14.04.2009 - 13:22

cooles tut!!! schön gemacht :)

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 13.02.2009 - 09:30

Ja hätte mir auch mehr Bilder gewünscht aber sonst "sehr" praktisch ;)

Portrait von Tauglanz
  • 08.02.2009 - 19:54

Gutes Tut, aber mir fehlt es ein bisschen an Bildern...

Portrait von LeonS
  • 17.12.2008 - 23:36

Sehr nettes tutorial aber für die Einsteiger unter uns hätte ich mir mehr Bilder gewünscht.

Portrait von gargamelix
  • 31.10.2008 - 21:49

Besten Dank für die Tipps und Hilfe im Tut,klasse gemacht, und im
dazugehörigen Thread.

danke

Portrait von Kilomoana
  • 10.10.2008 - 13:01

Klasse Tutorial, hat mir langweilige Minuten auf der Arbeit vertrieben, wers nachher in der Praxis anwenden ^^

Portrait von schnake
  • 28.09.2008 - 18:23

super tut, habe aber am ende nur probleme beim "rendern", doch das fliest nicht in die bewertung für dein tut ein

Portrait von Finsternis5
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