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Tutorialbeschreibung

Akt- und Erotikfotografie in Farbe und Schwarzweiß - 07 - Accessoires

Akt- und Erotikfotografie in Farbe und Schwarzweiß - 07 - Accessoires

Skizzenlegende:

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Accessoires (in der Theaterwelt auch als Requisiten bezeichnet) können, was den Idealfall darstellt, eine Bildidee sozusagen „abrunden“. Falsch ausgewählt bzw. eingesetzt können sie aber auch Fremdkörper bilden und der gewünschten Bildaussage entgegenstehen. So ist z. B. die Verwendung dunkler Sonnenbrillen in der Erotikfotografie zwar inflationär häufig zu beobachten - ich kann mich aber an kaum eines dieser Fotos erinnern, bei welchem die dadurch erzielte Wirkung nicht einfach nur überflüssig oder meist sogar peinlich war.
 

Stoffe und Tücher

Die Wirkung der eingesetzten Accessoires kann vollkommen unterschiedlich ausfallen, weshalb die Auswahl mit Bedacht erfolgen sollte. Ob erotisch, verspielt, romantisch oder surrealistisch - sie sollten nicht nur zur beabsichtigten Bildidee passen, sondern auch mit dem Modelltyp harmonieren, weshalb Accessoires, die aus dem Besitz des Models stammen, in den allermeisten Fällen vorzuziehen sind.

Solche Probleme treten bei der Verwendung von Accessoires, welche relativ neutral und daher vielseitig verwendbar sind, wie z. B. ungemusterte Tücher, nicht auf. Als Stoffart ideal ist Chiffon und Ähnliches, denn Chiffon-Tücher schmiegen sich schön der Haut an, sind sehr dünn und häufig transparent, kurz: der ideale Stoff, um trotz Verhüllung eine erotische Wirkung zu erzielen.

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Tücher stellen Accessoires par excellence dar. Sie sind (fast) überall in allen möglichen Farben, Größen und Stoffarten erhältlich, können problemlos gereinigt werden und sind darüber hinaus recht langlebig. Kurz gesagt: Sie sind eine Investition, die sich lohnt. Tücher können verdecken - und doch (bzw. dadurch) die Nacktheit des Models betonen, wie auf diesem Foto auch. Da Tücher auch im normalen Hausgebrauch zu finden sind, können sie hervorragend dafür eingesetzt werden, um die Natürlichkeit einer Szene herauszustellen.
 

Kleidungsstücke

Accessoires können, neben Neuanschaffungen, auch viele bereits vorhandene Gegenstände oder Wäschestücke aus dem Kleiderschrank des Models sein: Beispielsweise Dessous, Strümpfe und Strapse, Schuhe und Stiefel, enge T-Shirts, Hemden, (Pelz-) Mäntel, und (zerrissene) Jeans, wobei die Wirkung dieser Kleidungsstücke in Verbindung mit nackter Haut in den meisten Fällen sehr erotisch ist.
 
 
Schwarze Nylonstrümpfe aus dem Besitz des Models dienten mir für diese erotisch angehauchte Aktaufnahme als Accessoires. Dunkle Nylons werden im Allgemeinen dafür verwendet, um die Beine des Models optisch etwas schlanker zu machen; in diesem Fall hatten sie aber die Aufgabe, den Blick des Betrachters auf das wichtigste Bildelement, den wohlgeformten Po des Models, zu lenken.

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Auf diesem Foto diente eine durchsichtige Bluse, die ich extra für diese Aufnahme kaufte, als erotischer Blickfang. Solche Blusen sind in der Regel recht preisgünstig in jeder Stadt in den Filialen der Modeketten für junge Leute (z. B. H&M) zu bekommen. (Diese Bluse kostete damals gerade mal 19,95 DM, also 10 Euro).

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Achten Sie aber darauf, wenn Sie Kleidung extra für Aktfotos anschaffen, dass das Kleidungsstück zum jeweiligen Modeltyp passt, damit der Bildinhalt mit der gewünschten Aussage harmoniert und die Glaubwürdigkeit der Bildgeschichte (des Fotos) nicht leidet. So wäre beispielsweise die gleiche (nostalgisch anmutende) Bluse in Verbindung mit einem Punker- oder sportlichem Typ sicherlich fehl am Platz.
 
 
Auch Unterwäsche wird in der Akt- und Erotikfotografie gerne und häufig verwendet. Der Grund mag darin zu sehen sein, dass das Model nicht völlig nackt vor der Kamera agieren muss und dennoch eindeutig erotische Bildinhalte vermittelt werden können. So strahlen viele Wäschefotos eine Intimität aus, die den klassischen Aktfotos eher fremd ist.

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Dass ein wenig bekleidetes Model oftmals erotischer auf den Bildbetrachter wirkt als ein völlig unbekleidetes, ist unter den Akt- und Erotikfotografen Common Knowledge. Übrigens eine Tatsache, die sich auch die bekannten Hochglanz-Herrenmagazine regelmäßig zunutze machen.
 

Schmuckaccessoires

Schmuck als Accessoire in der Erotikfotografie ist eigentlich sehr naheliegend, hat dieser doch seine allgemeine Funktion in der Verschönerung des (nicht nur weiblichen) Körpers. Daher wird er vor allen Dingen in der Glamourfotografie (vergleiche die Zeitschriften GQ, Maxim, Playboy, Penthouse und andere) regelmäßig eingesetzt. Ideal ist, dass seine Verbreitung so groß ist, dass nahezu jedes Model eine große Auswahl zur Verfügung hat, aus der das richtige Teil für die bildgerechte Wirkung ausgesucht werden kann.

Zusätzlich kann im Laufe der Zeit eine mehr oder weniger große Auswahl an preisgünstigem Modeschmuck angeschafft und dem Requisitenfundus hinzugefügt werden, auf welchen dann bei Bedarf zurückgegriffen werden kann.

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Ausgefallene Schmuck-Accessoires, die hervorragend für die Erotikfotografie verwendet werden können, liefert die Firma Ingwer-Fashion: unverwüstliche Hals-Colliers, Schmuck-Kleider, Bustiers und Westen aus geknüpften und verflochtenen Messingketten, welche wahlweise mit einer Legierung aus Chrom, Silber oder Gold versehen sind und im Rahmen der Erotikfotografie natürlich allein getragen werden. Frisur, Plüschsessel, das edle Schmuck-Kleid und ein weiches Seitenlicht verhelfen dieser Fotografie aus dem Jahre 1997 zu ihrem nostalgischen Charakter.
 

Pflanzen, Blätter und Blumen

Häufig werden Blumen, und hier vor allem Rosen, in der Aktfotografie als symbolträchtiges Requisit vor allem für romantische Fotos verwendet. Während die einen dies vielleicht als kitschig abstempeln, empfinden die anderen ein Gefühl von Zartheit, Romantik oder gar Mystik bei deren Anblick. Aber auch Palmblätter und Orchideen (exotisch), Lilien (edel), Feldblumen (bäuerlich-rustikal) und - für hartgesottene unter den Aktfotografen - auch Kakteen (als Phallus-Symbol für SM-Anhänger) können in der Erotikfotografie Verwendung finden.

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Bei diesem Foto vom schönen Po einer Venezolanerin dienten mir zwei Palmenwedel als einfache, aber wirkungsvolle Requisiten. Eigentlich wollte meine Schwiegermutter die Pflanze komplett auf den Müll schmeißen, doch ich sicherte mir vorher noch die schönsten drei oder vier Wedel.
 

Weitere Accessoires

Auch Alltagsgegenstände, die am jeweiligen Aufnahmeort verfügbar sind oder in schier unglaublicher Vielfalt auf Flohmärkten oder in Einrichtungshäusern oder Geschenkeläden beschafft werden können, sind oftmals zur Steigerung der Bildaussage geeignet. Hier kommt es auf die Fantasie des Fotografen an, gebräuchliche und scheinbar banale Gegenstände in eine sinnvolle Beziehung zum Hauptmotiv zu setzen.

Ob die gewünschte Bildaussage realisiert werden kann, hängt nicht nur vom Requisit, sondern vor allem auch vom Model und seiner oder ihrer Körperhaltung ab.
 
 
In vielen Fällen helfen die Requisiten, das Model (bzw. meistens die Hände des Models) zu beschäftigen - ein Umstand von Bedeutung, wie jeder weiß, der schon einmal Modell stehen oder eine Rede halten musste.

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Haben die Requisiten die vornehmliche Aufgabe, die Hände des Models zu beschäftigen, so sollte darauf geachtet werden, dass nicht der Einsatz beider Hände hierfür zwingend notwendig ist. Dies könnte nämlich Probleme bei der Bildkomposition schaffen und die Anzahl der Möglichkeiten an vorteilhaften Posen unter Umständen stark einschränken. Anders allerdings war es bei diesem Foto, wo das Requisit wesentlicher Teil der Bildidee war.

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In der Regel ist es völlig ausreichend, wenn der Fotograf stets auf scheinbar unwichtige Dinge am Aufnahmeort achtet: So kann z. B. ein Putzlappen oder Besen dazu verwendet werden, ein erotisches „Hausputz-Motiv“ in die Tat umzusetzen.

Vorsicht ist mit solchen Alltagsgegenständen geboten, die schon Dutzende oder gar Hunderte anderer Fotografen vor Ihnen eingesetzt haben und die beim Betrachter mit aller Wahrscheinlichkeit ein unterdrücktes Gähnen hervorrufen dürften: Ein Telefon/Handy zum Beispiel als erotisches Requisit zu verwenden, ist mittlerweile längst absolut „out“!

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Während die Eignung vieler Accessoires auf Anhieb erkennbar ist, gibt es auch Gegenstände, die nicht auf den ersten Blick zur Erotikfotografie passen wollen. Solche Gegenstände sollten aber mit aller Vorsicht in Verbindung zum nackten menschlichen Körper eingesetzt werden, um nicht einer Effekthascherei zu verfallen, bei der das Model nur noch eine Statistenrolle einnimmt.
 
 
Auch hier gilt: „Weniger ist manchmal mehr!“ Bei diesem Foto handelte es sich allerdings um eine Auftragsarbeit für einen Kunden, der u. a. Bremsscheiben verkauft und diese effektvoll - und erotisch - beworben haben wollte.

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Als Arbeitsmaterial ist ein Vertragsmuster für ein Model Release vorhanden.
 


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Kommentare
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Portrait von Didi140571
  • 14.01.2017 - 07:04

Sehr informatives Tutorial !

Portrait von Mr.Perseus
  • 13.01.2017 - 12:55

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von Sandy Gortol
Portrait von gnatzkorken
  • 10.02.2016 - 12:34

Danke für dieses Tut.

Portrait von chris843
  • 30.04.2015 - 08:55

Vielen Dank. Sehr interessante Ansätze und Vorschläge

Portrait von Fgiorgi
  • 17.03.2015 - 15:22

Besten Dank für die Tips.

Portrait von joergs1
  • 29.12.2014 - 11:39

Sehr informatives Tutorial

Portrait von Tommy1.1
  • 03.07.2014 - 19:50

Wieder sehr gelungen! Danke!

Portrait von Desmont88
  • 10.06.2014 - 13:42

Danke fürs Tut. Gut erklärt.

Portrait von Spacerider
  • 27.01.2014 - 19:30

Besten Dank für die Anregungen

Portrait von Norbert233315
  • 10.01.2014 - 21:46

Ganze Serie sehr hilfreich.
Danke

Portrait von Matzchi
  • 24.11.2013 - 21:47

sehr gutes workshop!

Portrait von powerpakli
  • 07.10.2013 - 16:29

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von collies
  • 21.05.2013 - 12:31

Wundervolles Tutorial, ich hatte mein erstes Aktshooting schon hinter mir und war ehrlich gesagt leicht überfordert und die Bilder waren auch nicht so zufriedenstellend.
Durch dieses Tut fühl ich mich besser vorbereitet.
Vielen lieben Dank!

Portrait von vatis
  • 04.05.2013 - 18:31

Großartig!
Sehr hilfreich und informativ.

Portrait von Pasc_31
  • 29.03.2013 - 12:48

Hat mir auf jeden fall weitergeholfen. Gut verständlich erklärt. Danke dafür!

Portrait von gulag
  • 29.01.2013 - 19:38

Kleine Dinge komme Groß raus.

Portrait von Elevenfourteen
Portrait von Der_w__
  • 06.12.2012 - 21:38

Sehr gutes Tutorial, empfehlenswert!

Portrait von PixelKarl
  • 06.11.2012 - 07:54

Gute Ratschläge, etwas ausführlicher wäre gut gewesen.

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