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Tutorialbeschreibung

Teil 07 von 23: Mit geringer Schärfentiefe arbeiten

Teil 07 von 23: Mit geringer Schärfentiefe arbeiten

Vor einem scharfen Hintergrund hebt sich ein Hauptmotiv nicht richtig ab (links). Wesentlich besser kommt es zur Geltung, wenn der Hintergrund in Unschärfe getaucht ist (rechts).

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BITTE NICHT

Mit einer zu großen Schärfentiefe arbeiten

Zunächst soll der Begriff „Schärfentiefe“ geklärt werden, der synonym mit „Tiefenschärfe“ verwendet werden darf.

Genau betrachtet bildet jedes Fotoobjektiv nur eine Ebene wirklich scharf ab, die zudem parallel zum Bildsensor orientiert ist. In welcher Entfernung sich diese Ebene zum Bildsensor befindet, wird durch die Entfernungseinstellung am Objektiv festgelegt, meistens durch den Autofokus, in manchen Fällen auch durch manuelle Fokussierung. Man mag es kaum glauben, aber alles, was sich vor und hinter dieser Ebene befindet, wird mehr oder weniger unscharf abgebildet!

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Die Schärfenebene (rot) verläuft parallel zur Ebene des Bildsensors (blau). Die Entfernung beider Ebenen (a) wird durch den Fokus am Objektiv eingestellt. Objekte, die sich innerhalb der Schärfenebene aufhalten (A, A'), werden scharf abgebildet, Objekte vor (B) und hinter (C) dieser Ebene mehr oder minder unscharf.

Dadurch unterscheidet sich die Physik der fotografischen Abbildungsgesetze grundlegend von unserem visuellen Eindruck, mit dem wir die Welt wahrnehmen. Der nämlich vermittelt das Gefühl einer unbegrenzten Schärfentiefe, obwohl auch das menschliche Auge den Abbildungsgesetzen unterworfen ist. Doch der „Autofokus“ unserer Augen, „Akkommodation“ genannt, funktioniert perfekt und blitzschnell. Das bedeutet, dass je nach Blickrichtung stets auf die Stelle fokussiert wird, die man anschaut. Dadurch entsteht der Eindruck einer unbegrenzten Schärfentiefe, die in Wirklichkeit nicht vorhanden ist.

Bekanntermaßen existieren Fotos, auf denen sowohl der Vorder- als auch der Hintergrund scharf erscheinen. Bedeutet das, dass die eingangs aufgestellte Behauptung, dass nur eine Ebene scharf sein kann, falsch ist? Nein, denn unter bestimmten Umständen tritt der Fall ein, dass Objekte vor und hinter der Schärfenebene weniger unscharf abgebildet werden. Wird die Unschärfe auf ein bestimmtes Maß reduziert, empfinden wir die Abbildung wiederum als scharf. Mit anderen Worten: Scharf werden tatsächlich nur Motivbereiche, die genau in der eingestellten Schärfenebene liegen, davor und dahinter liegende Bereiche können durch Ausdehnung der Schärfentiefe auf einem Foto scharf erscheinen, obwohl sie in Wirklichkeit nur „weniger unscharf“ aufgezeichnet wurden.

Schärfentiefe ist aus diesem Grund kein exakt zu umschreibender Begriff. Er hängt davon ab, welchen Grad von Unschärfe man noch als scharf akzeptieren mag und welchen nicht. Auch die Größe eines Ausdrucks, einer Projektion oder einer Bildschirmdarstellung ist entscheidend, denn je stärker ein Bild vergrößert wird, desto leichter werden Unschärfen sichtbar. Du kennst diesen Zusammenhang sicher von der Bildrückschau deiner Digitalkamera: Während das ganze Bild auf dem Display noch scharf aussieht, erkennt man erst in der vergrößerten Darstellung, dass es vielleicht doch nicht ganz scharf ist.
 
 
Nun ist es ein Irrtum zu glauben, dass Fotos besser gelingen, wenn sie eine möglichst große Schärfentiefe aufweisen, also vom Vorder- bis zum Hintergrund scharf sind. Meistens trifft sogar das Gegenteil zu: Werden alle Motivbereiche scharf abgebildet, fällt es dem Betrachter schwer zu erkennen, welches Detail dem Fotografen am wichtigsten war, weil auch die scharf abgebildeten Nebensächlichkeiten Aufmerksamkeit erregen.

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Beobachte deine Blickführung beim Betrachten dieser Aufnahme. Dein Blick wendet sich oft vom Hauptmotiv ab und schweift zum Hintergrund, dessen Strukturen scharf genug sind, um immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und damit vom Hauptmotiv abzulenken. Stimmt’s?

 
 

BESSER MACHEN

Maximale Blendenöffnung und lichtstarke Objektive verwenden

Fotos werden in dem Moment besser, in dem der Fotograf den Grad der Schärfentiefe bewusst steuert und bildwirksam einsetzt. In vielen Fällen bedeutet das, mit geringer Schärfentiefe zu arbeiten. Der Fotograf sollte es nicht dem Betrachter überlassen zu entscheiden, was auf dem Foto das Hauptmotiv sein könnte. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es mehrere Mittel, etwa eine große, formatfüllende Abbildung des Hauptmotivs (siehe Nummer 5 dieser Tutorialserie). Ein probates Mittel ist vor allem aber die scharfe Abbildung des Hauptmotivs, während andere Motivbereiche unscharf abgebildet werden, wenn sie außerhalb der Schärfentiefe liegen.

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Durch den total unscharfen Hintergrund bleibt der Blick förmlich auf dem Hauptmotiv kleben.
 
 
Der überlegte und bewusst dosierte Einsatz der Schärfentiefe gehört zu den mächtigsten Gestaltungsmitteln, die ein Fotograf einsetzen kann. Einerseits gelingt es mithilfe einer eingeschränkten Schärfentiefe, die Blicke der Betrachter auf das Hauptmotiv zu lenken und es als solches von den übrigen Bildbereichen zu trennen, wie bereits erwähnt. Gleichzeitig verschwinden unwichtige Bildbereiche in Unschärfe.

Ablenkende Details lösen sich regelrecht in Unschärfe auf, wenn sie nur weit genug außerhalb des Schärfentiefen-Bereichs liegen. Ein unruhiger Hintergrund, vor dem ein Hauptmotiv kaum zur Geltung kommt, kann durch Unschärfe „beruhigt“ werden. Mehr noch: Das Hauptmotiv lässt sich durch den selektiven Einsatz von Schärfe regelrecht isolieren, also „freistellen“. Andererseits entspricht ein Foto mit geringer Schärfentiefe nicht unserem Seheindruck, bietet also ein enormes Potenzial, durch eine ungewöhnliche Darstellungsweise Interesse hervorzurufen.

Einschränkend möchte ich aber betonen, dass die geringe Schärfentiefe nicht dem reinen Selbstzweck dienen sollte. Fotos, deren Wirkung sich einzig und allein auf diesen Effekt beschränkt, verfehlen meistens das Ziel. Wichtig ist daher, darauf zu achten, dass eine knapp dosierte Schärfentiefe die Wirkung eines ohnehin guten Fotos steigert.

Es sind diese vier Faktoren, von denen die Schärfentiefe abhängt:

1. Blende
2. Brennweite
3. Abbildungsmaßstab
4. Sensorgröße

Alle vier Faktoren sollen im Folgenden einzeln besprochen werden.

 
 

Blende

Je weiter die Blende geöffnet ist, desto geringer ist die Schärfentiefe. Hier ein Ausschnitt aus der international genormten Blendenskala, die volle und halbe Blendenstufen zeigt (volle Stufen sind - außer in der PDF - fett gedruckt):
 
1,2 1,4 1,8 2,0 2,5 2,8 3,5 4,0 4,5 5,6 6,7 8,0 9,5 11 13 16 19 22
Geringe Schärfentiefe Große Schärfentiefe

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Die Blende ist im Objektiv lokalisiert und besteht aus Lamellen, die eine mehr oder weniger runde Öffnung in der Mitte bilden. Niemals schließt sie sich vollständig. Die Blende regelt, wie viel des Lichtes durch das Objektiv gelassen wird und hat darüber hinaus einen Einfluss auf die Schärfentiefe.

 
 
Bei voll geöffneter Blende (Symbol links oben) ist die Schärfentiefe minimal: Nur Objekte, die sich in der eingestellten Entfernung (a) aufhalten, werden scharf abgebildet (A). Doch B, B', C und C' liegen außerhalb der Schärfentiefe und werden unscharf dargestellt.

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Nach Abblendung des Objektivs (Symbol links oben) wächst der Bereich der Schärfentiefe an. Bei im Vergleich zur letzten Abbildung gleichen Einstellungen werden die Objekte B und C nun von der Schärfentiefe erfasst, erscheinen also auf dem Foto scharf. B' und C' befinden sich nach wie vor im unscharfen Bereich.

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Eine weitere Abblendung des Objektivs schließlich sorgt für eine so große Schärfentiefe, dass alle Objekte (A, B, B', C, C') auf dem Foto scharf erscheinen. Die Grafik zeigt, dass die Schärfentiefe nur zu etwa einem Viertel in Richtung der Kamera anwächst und zu drei Viertel in der entgegengesetzten Richtung.

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Wird ein Motiv mit Blende 2,0 aufgenommen, weist es eine geringere Schärfentiefe auf als bei Blende 11, wenn alle anderen Bedingungen unverändert sind. Leider lässt sich die Blende 2,0 nicht bei allen Objektiven einstellen. Die maximal einstellbare Blendenöffnung eines Objektivs, also der kleinste einstellbare Blendenwert, wird als „Lichtstärke“ bezeichnet. Während bei Zoomobjektiven eine Lichtstärke von 3,5 nicht unüblich ist, sind Objektive mit fester Brennweite meistens deutlich lichtstärker und können mit Blende 2,0, 1,8 oder gar 1,4 aufwarten.

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Testaufnahme mit voll geöffneter Blende 2,0. Fokussiert wurde auf die Hibiskus-Blüte rechts der Bildmitte. Die Schärfentiefe ist gering, Vorder- und Hintergrund werden unscharf dargestellt. Die drei markierten Bildausschnitte sind weiter unten in starker Vergrößerung zu sehen.

 
 
Testaufnahme bei unveränderter Fokuslage, aber Blende 4,0. Die Schärfentiefe wächst an.

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Die wiederum gleiche Testsituation bei Blende 8. Vorder- und Hintergrund erscheinen schon fast scharf.

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Bei Blende 16 dehnt sich die Schärfentiefe letztlich bis in die Bereiche des Vorder- und Hintergrundes aus.

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Vier Ausschnitte aus den oben gezeigten Testfotos. Zu sehen ist die Hibiskus-Blüte, auf die fokussiert wurde. Sie erscheint auf allen Fotos in fast in gleicher Schärfe. Von links nach rechts: Blende 2,0, 4,0, 8 und 16. Dass die Blüte bei Blende 2,0 nicht ganz so scharf ist, liegt unter Umständen daran, dass das Objektiv bei voller Öffnung noch nicht seine volle Abbildungsleistung erbringt. Dass sie bei Blende 16 unschärfer erscheint, könnte durch Windbewegungen zustande gekommen sein, denn die Belichtungszeit verlängert sich bei kleiner Blendenöffnung.

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Ein weiterer Ausschnitt aus den vier Testfotos. Zu sehen ist die Hibiskus-Blüte im Vordergrund, die bei Blende 2,0 (ganz links) noch völlig unscharf, bei Blende 16 (ganz rechts) fast gestochen scharf abgebildet wird.

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Ausschnitt im Bereich des Hintergrundes der Testfotos. Von links nach rechts: Blende 2,0, 4,0, 8 und 16. Gut zu sehen ist, wie sich die Schärfentiefe bei immer kleiner werdender Blendenöffnung mehr und mehr ausdehnt.

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Soll ein Motiv von vorne bis hinten scharf zu sehen sein, ist es wichtig, auf einen Motivbereich in mittlerer Entfernung zu fokussieren:

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Steht nur eine begrenzte Schärfentiefe zur Verfügung, wie in diesem Beispiel bei Blende 8, kommt es darauf an, auf welche Entfernung fokussiert wird. Soll die Schärfentiefe vom Vorder- bis zum Hintergrund reichen, darf nicht auf den weit entfernten Baum fokussiert werden (Pfeil), sonst wird der Vordergrund unscharf.

 
 
Ebenfalls bei Blende 8 entstand diese Aufnahme mit dem Fokus auf dem Vordergrund (Pfeil). Nun liegt der weit entfernte Baum außerhalb der Schärfentiefe und ist unscharf.

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Bei geschickter Wahl des Fokuspunktes (Pfeil) reicht die Schärfentiefe bei Blende 8 vom Vorder- bis zum Hintergrund. Berücksichtigt wurde, dass die Schärfentiefe sich, ausgehend von der Fokusebene, nach hinten stark, nach vorne weniger stark ausdehnt.

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Brennweite

Weitwinkelobjektive haben eine große, Teleobjektive eine geringe Schärfentiefe. Je kürzer die Brennweite ist, desto größer fällt demnach die Schärfentiefe aus.

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Bei Blende 8 erscheint diese Weitwinkelaufnahme vom Vorder- bis zum Hintergrund scharf. Die Schärfentiefe ist groß.

 
 
Bei gleicher Blende und vom gleichen Standpunkt aus zeigt dieses Foto mit einem Teleobjektiv eine geringere Schärfentiefe: Vorder- und Hintergrund liegen bereits außerhalb der Schärfentiefe.

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Typisch Weitwinkel: Vom nahen Vordergrund bis zum Horizont erstreckt sich die Schärfentiefe.

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Typisch Tele: Die geringe Schärfentiefe erfasst nur das vordere Auge und die Schnauze. Sogar das hintere Auge liegt schon im Bereich der Unschärfe, vom Hintergrund ganz zu schweigen.

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Abbildungsmaßstab

Die Schärfentiefe wird geringer, wenn der Abbildungsmaßstab steigt. Will sagen, je weiter man in den Makro-Bereich vordringt, desto geringer wird die Schärfentiefe.

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Eine Landschaftsaufnahme mit Blende 5,6 zeigt in diesem Fall bereits eine stattliche Schärfentiefe.

 
 
Das gleiche Objektiv bei gleicher Blende im Makroeinsatz liefert hingegen eine weitaus geringere Schärfentiefe. Übrigens: Je größer der Abbildungsmaßstab wird, desto weniger Einfluss übt die Brennweite auf die Schärfentiefe aus.

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Sensorgröße

Je kleiner der Bildsensor (oder das Filmformat) der Kamera ist, desto größer ist die Schärfentiefe der Fotos. Exakt das ist der Grund dafür, dass Fotos, die mit digitalen Kompaktkameras oder Fotohandys aufgenommen wurden, praktisch immer eine fast unbegrenzte Schärfentiefe aufweisen: Alles von vorne bis hinten wirkt gleich scharf.

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Vergleich von vier verschiedenen Sensorgrößen. Dunkelblau das sogenannte „Vollformat“. Orange das DX-Format von Nikon, rot das Format des „FourThird-Standards“ und gelb das Sensorformat der Kamera im Apple iPhone 4.

 
 
Eine Kamera mit Vollformatsensor (Canon EOS 5D Mark II, links) und eine mit einem Sensor im APS-C-Format (Canon EOS 450D, rechts).

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Foto bei Blende 5,6 mit einer digitalen Kompaktkamera Leica D-Lux 3, deren Sensor 8,6 x 4,8mm groß ist, von dem für diese Aufnahme aber nur ein 7,2 x 4,8mm großer Bereich genutzt wurde, um das Seitenverhältnis von 3:2 zu erreichen. Fokussiert wurde, wie bei den beiden nächsten Bildern auch, auf die vorderste der drei roten Seerosenblüten in der Bildmitte. Die Kompaktkamera bildet den Vorder- und Hintergrund scharf ab.

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Auch bei Blende 5,6 entstand diese Aufnahme vom gleichen Standort aus, allerdings mit einer Kamera, deren Sensor 22,3 x 14,9mm groß ist. Vorder- und Hintergrund sind bereits unscharf.

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Die Vollformatkamera mit 24 x 36mm großem Sensor bildet, auch bei Blende 5,6 und vom gleichen Standpunkt aus, den Vorder- und Hintergrund deutlich unscharf ab. Die Schärfentiefe ist bei der Kamera mit dem größten Sensor am kleinsten.

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Blüte im Vordergrund aus den drei oben gezeigten Testaufnahmen: Links die Kompaktkamera, in der Mitte die Spiegelreflex im APS-C-Format und rechts die Vollformatkamera. In allen drei Fällen war die gleiche Blende eingestellt.

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Das gleiche Ergebnis zeigt sich auch bei näherer Betrachtung des Hintergrundes der drei Testfotos: Die Kompaktkamera (links) bildet ihn scharf ab. Kameras mit größerem Sensor (Mitte, rechts) weisen eine geringere Schärfentiefe auf.

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Um die reale Schärfentiefe unter Berücksichtigung aller Parameter zu ermitteln, gibt es Schärfentiefenrechner, zum Beispiel im Web unter:

http://www.dofmaster.com/dofjs.html (in englischer Sprache)

Während die Sensorgröße durch die verwendete Kamera vorgegeben ist, können die drei verbleibenden Parameter hinsichtlich einer geringen Schärfentiefe optimiert werden. Dazu empfehle ich die folgende Vorgehensweise:

1. Verwende dein Standard-Zoomobjektiv und drehe den Zoomring an den Anschlag mit der längsten Brennweite (maximale Telestellung). Verstelle danach den Zoomring nicht mehr. Alternativ kannst du ein Objektiv mit fester Brennweite und besserer Lichtstärke benutzen, falls ein solches zur Verfügung steht.

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Ein Zoomobjektiv mit 18 – 55mm Brennweite wurde auf die maximal mögliche Brennweite, 55mm, eingestellt (Pfeil).

 
 
2. Stelle an der Kamera das Belichtungsprogramm „Av“ oder „A“ ein, die sogenannte „Zeitautomatik“, die auch als „Blendenpriorität“ bezeichnet wird. Dieses halb automatische Belichtungsprogramm ist sehr flexibel; ich verwende es für ca. 95% meiner Aufnahmen! Die Blende kann dabei nämlich vorgewählt werden, während der Belichtungsmesser und die Belichtungsautomatik der Kamera die dazu passende Belichtungszeit ermitteln und steuern.

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Einstellung der „Zeitautomatik“ (Av) am Modus-Wahlrad einer Canon EOS-Kamera.

 
 
3. Stelle die Blende auf die maximal mögliche Öffnung, also den kleinsten Wert (je nach Objektiv kann das 5,6, 4,0, 3,5, 2,8 oder eine noch kleinere Zahl sein).

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Einstellen der maximal möglichen Blendenöffnung bei einer Canon EOS 450D, in diesem Fall 5,6 (Pfeil).

 
 
4. Visiere ein Motiv an, das einerseits nicht zu weit entfernt ist, sich andererseits aber vor einem weit entfernten Hintergrund befindet. Falls du z. B. ein Porträt machen möchtest, stelle das Modell nicht direkt vor eine Wand, eine Hecke oder einen Zaun, sondern achte darauf, dass der Hintergrund möglichst weit entfernt ist.


5. Stelle auf das Hauptmotiv scharf (Autofokus) und löse aus.

Das Resultat ist ein Foto mit der minimal möglichen Schärfentiefe unter den vorgegebenen Bedingungen mit dem verwendeten Objektiv. Ist der Hintergrund für deinen Geschmack noch immer zu scharf, müsste ein lichtstärkeres Objektiv oder eines mit längerer Brennweite zum Einsatz kommen. Falls möglich, könntest du versuchen, noch näher ans Motiv heranzugehen oder einen noch weiter entfernten Hintergrund zu wählen.

 

Sensorgröße

Sind alle angesprochenen Varianten ausgeschöpft und das Wunschergebnis noch immer nicht im Kasten, muss das Thema Sensorgröße noch einmal aufgegriffen werden. Weißt du, wie groß der Sensor in deiner Kamera ist? Bei digitalen Spiegelreflexkameras ist der entsprechende Wert in den technischen Daten der Anleitung zu finden. Die Angaben müssen in Millimetern erfolgen, also zum Beispiel 22,3 x 14,9mm oder 23,6 x 15,8mm. Eine Angabe in Zoll (") ist zunächst wertlos und muss erst in die echten Abmessungen „übersetzt“ werden. Die folgende Webseite ist dabei eine große Hilfe:

www.horstmueller-galabau.de/diverses/digitalkameras.htm

Ebenfalls zu empfehlen ist die Webseite

http://sprec000.lima-city.de/Digicam9.html

Dort werden die Sensorgrößen vieler handelsüblicher Digitalkameras aufgelistet. Um die unterschiedlichen Abmessungen der Bildsensoren zu verdeutlichen, hier ein Auszug der dort zu findenden Informationen:
Kamera-Modell(e) Sensorgröße [mm]
Apple iPhone 4 4,5 x 3,4
Casio EX-Z1200, Panasonic Lumix FX-100 7,5 x 5,5
Olympus E 300, E330 17,3 x 13,0
Canon EOS 550D, 60D 22,3 x 14,9
Nikon D300, D90 23,6 x 15,8
Sony Alpha 200, Alpha 300 23,5 x 15,6
Sony Alpha 900, Canon EOS 5D, Nikon D3 35,8 x 23,9

Die Sensorgröße wirkt sich maßgeblich auf die Abmessungen einer Kamera, deren Gewicht und letztlich auch den Preis aus. Kameras mit relativ großen Bildsensoren sind vergleichsweise groß, schwer und kostspielig, erfordern den Einsatz entsprechend voluminöser Objektive.

Ist die lange Kante des Sensors kleiner als etwa 10mm, ist es in der Praxis kaum noch möglich, mit dem Gestaltungsmittel einer geringen Schärfentiefe zu arbeiten, denn selbst die minimal zu erreichende Schärfentiefe ist bereits zu groß dafür. Je größer der Bildsensor ist, desto besser gelingt das Spiel mit Schärfe und (Tiefen-) Unschärfe.

Daher ist für mich die Sensorgröße ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl meiner Kamera. Ich würde einer Einsteiger-Spiegelreflexkamera mit relativ großem Sensor jederzeit den Vorzug geben vor einer Edel-Kompakten in der gleichen Preislage mit wesentlich kleinerem Sensor.

 

Lichtstärke

Je lichtstärker Objektive sind, desto geringer ist die Schärfentiefe, wenn man mit der maximalen Blendenöffnung fotografiert. Alle Zoomobjektive haben eine nur mäßige Lichtstärke, Objektive mit fester Brennweite eine vergleichsweise hohe Lichtstärke. Welche Lichtstärke ein Objektiv hat, ist auf dem Objektiv vermerkt. Bei Zoomobjektiven findet man nicht selten einen Lichtstärkenbereich, etwa die Angabe „3.5 – 5.6“. Das bedeutet nicht, dass man nur Blenden zwischen 3,5 und 5,6 einstellen kann! Vielmehr weist ein solches Zoomobjektiv eine variable Lichtstärke auf, die sich mit der Brennweite ändert. In Weitwinkelstellung beträgt die Lichtstärke dann immerhin 3,5, in Telestellung nur 5,6. Kleine Blendenöffnungen wie z. B. 8, 11 oder 16 sind unabhängig von der eingestellten Brennweite immer wählbar.

Verwendet man ein solches Zoomobjektiv in Weitwinkelstellung an einer Kamera, an der das Belichtungsprogramm „Av“ bzw. „A“ eingestellt ist, kann durch Blendenvorwahl bis maximal zur Blende 3,5 aufgeblendet werden. Größere Blendenöffnungen (kleinere Blendenzahlen) wie z. B. 2,8 oder 2,0 sind nicht einstellbar. Zoomt man nun in den Telebereich, verschlechtert sich die Lichtstärke auf 5,6, sodass der vom Fotografen eigentlich voreingestellte Wert 3,5 von der Kamera automatisch entsprechend angepasst wird.

Manche Zoomobjektive haben eine fixe Lichtstärke, die im gesamten Brennweitenbereich gleich bleibt. Dann steht nur eine Zahl auf dem Objektiv, z. B. „4.0“. Bei Objektiven mit fester Brennweite besteht die Angabe der Lichtstärke immer nur aus einer Zahl, z. B. „1.8“.

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Die hauchdünne Schärfenebene bei diesem Porträt ist einem sehr lichtstarken Objektiv zu verdanken. Gelingt es, die Schärfenebene auf den Augen zu positionieren, können eindrückliche Porträts entstehen.

Während selbst die lichtstärksten Zoomobjektive mit einer maximalen Blendenöffnung von 2,8 ausgestattet sind, bringen es festbrennweitige Objektive auf Lichtstärken von 1,8, 1,4, 1,2 oder im Extremfall sogar 1,0 bzw. 0,95! Mit der Lichtstärke wächst jedoch auch das Volumen, das Gewicht und der Preis – und zwar überproportional.

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Gewicht und Preis einer Optik nehmen mit der Lichtstärke rasant zu, hier am Beispiel von 50mm-Objektiven. Die blaue Säulenreihe zeigt die Preisentwicklung, die rote das Gewicht. Bewusst wurde in der Grafik auf Einheiten verzichtet, weil es nur um relative Tendenzen geht. Trotzdem basieren die Werte auf real verfügbaren Produkten.

 
 
Welchen Unterschied es macht, ob ein Foto mit 50mm Brennweite nun mit dem Standard-Zoomobjektiv oder einer lichtstarken Festbrennweite entsteht, zeigen die beiden folgenden Abbildungen:

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Diese Aufnahme wurde mit einer Canon EOS 450D und dem 18-55mm-Zoomobjektiv erstellt. Das Objektiv ist nicht sonderlich lichtstark: Bei der Brennweite 50mm ist die maximale Blendenöffnung „lediglich“ 5,6 und mit dieser Blende wurde das Foto aufgenommen. Eine geringere Schärfentiefe ist mit diesem Objektiv nicht zu erreichen.

 
 
Nachdem das 18-55mm-Zoomobjektiv gegen ein 50-mm-Objektiv mit fester Brennweite ausgetauscht wurde, konnte die Blende auf 1,8 geöffnet werden. Das Ergebnis ist eine deutlich verringerte Schärfentiefe.

Würde man das festbrennweitige Objektiv auf 5,6 abblenden, entspräche das Resultat natürlich exakt dem des Zoomobjektivs bei Offenblende.

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Apropos Preis: Wer den Begriff „Lichtstärke“ hört, verbindet ihn zuweilen mit hohen Kosten. Das gilt nur für höchste Lichtstärken. Ein Objektiv mit 50 Millimeter Brennweite und einer Lichtstärke von 1,8 hingegen ist preiswerter als die allermeisten Zoomobjektive. Folgende Tabelle vermittelt einen groben Überblick:
Hersteller Brennweite / Lichtstärke Zirka-Preis (Stand: 8/2011)
Canon 50mm / 1:1,8 EUR 100
Nikon AF-S 50mm / 1:1,8 EUR 200
Nikon AF 50mm / 1:1,8 EUR 130
Sony 50mm / 1:1,8 EUR 180
Olympus 50mm / 1:2,0 Macro EUR 770
Pentax 50mm / 1:1,4 EUR 375

Preislich nach oben weicht lediglich das Olympus-Objektiv ab, weil es zusätzlich eine Makrofunktion hat und das Pentax-Objektiv, dessen Lichtstärke aber höher als die der anderen erwähnten ist. Allerdings wird das Pentax-Objektiv nicht mehr hergestellt, ist aber derzeit noch als Neuware auf dem Markt verfügbar (Stand: 8/2011).

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Das besagte 18-55mm-Zoomobjektiv (links) hat – je nach eingestellter Brennweite – eine Lichtstärke von 3,5 bis 5,6. Deutlich lichtstärker, aber noch erschwinglich ist das 50-mm-Objektiv mit der Lichtstärke 1,8 (Mitte). Erst, wenn die Lichtstärke exorbitant hoch wird (rechts), etwa 1,2, steigt auch der Preis entsprechend.

 
 
Ein Objektiv mit der Lichtstärke 1,8 ist laut der oben erwähnten Blendenreihe volle zwei Stufen lichtstärker als eines mit der Lichtstärke 3,5 und einem mit der Lichtstärke 5,6 sogar um dreieinhalb Stufen überlegen! Von der Lichtstärke profitiert der Fotograf nicht nur in Form einer möglichen geringeren Schärfentiefe, sondern auch aufgrund eines hellen Sucherbildes und kürzeren Belichtungszeiten bei schlechten Lichtverhältnissen, sodass oft ohne Stativ und Blitz gearbeitet werden kann.

Daher empfehle ich, eine Ausrüstung, die lediglich aus Zoomobjektiven besteht, um ein Objektiv mit fester Brennweite und hoher Lichtstärke zu ergänzen. Auch dann, wenn die entsprechende Brennweite der lichtstarken Optik bereits durch ein Zoomobjektiv „abgedeckt“ ist.

Die Zunahme der Schärfentiefe bei kleinerer Blendenöffnung ist im Sucher einer Spiegelreflexkamera nur sichtbar, wenn der „Abblendknopf“, auch „Schärfentiefenprüftaste“ genannt, gedrückt wird. Solange das nicht geschieht, schaut man stets bei voll geöffneter Blende durch das Objektiv, dessen Blende sich erst ganz kurz vor der Aufnahme auf den gewählten Wert schließt und danach wieder öffnet. Der Grund ist, dass das Sucherbild stets maximal hell sein soll.

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Schärfentiefenprüftaste an einer Canon EOS 5D Mark II Kamera. Der Knopf rastet nicht ein und muss dauerhaft gedrückt werden, um die Blende auf den vorgewählten Wert zu schließen. Währenddessen muss man durch den Sucher schauen.

 
 
Doch dabei gibt es eine Falle: Die heutigen Einstellscheiben („Mattscheiben“) der Spiegelreflexkameras sind derart auf eine hohe Sucherhelligkeit hin optimiert, dass die Zunahme der Schärfentiefe durch Abblendung erst ab Blende 4 oder 4,5 im Sucher beurteilt werden kann. D.h., dass selbst nach Drücken der Schärfentiefenprüftaste die Schärfentiefe im Sucher scheinbar nicht oder nur kaum zunimmt, wenn man ein Objektiv von 1,8 auf 2,8 abblendet. Vielmehr wird lediglich das Sucherbild ein wenig dunkler. Das stiftet sehr oft Verwirrung bei den Benutzern dieser Kameras. Doch dank der Digitaltechnik gibt es eine schnelle Lösung: Einfach zwei Testaufnahmen mit verschiedener Blende machen und die Ergebnisse mittels der Bildrückschau vergleichen.

Die Art und Weise, wie ein Objektiv außerhalb des Schärfentiefenbereichs liegende Objekte abbildet, wird neudeutsch als „Bokeh“ bezeichnet. Es hängt von der Konstruktion des Objektivs und bei Abblendung auch von der Form der Blende ab. Tendenziell neigen Objektive mit fester Brennweite zu einem schöneren Bokeh, verglichen mit Zoomobjektiven. Eine möglichst kreisrund schließende Blende wirkt sich auf das Bokeh günstiger aus als eine mit eckiger Öffnung.

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Das verwendete Objektiv, mit dem dieses Foto gemacht wurde, zeigt ein ausgesprochen angenehmes Bokeh, eine „cremige“ und „duftige“ Darstellung unscharfer Bereiche.

 
 
Das gleiche Motiv, aber aufgenommen mit einem anderen Objektiv. Das Bokeh ist deutlich unruhiger und „nervös“, manche Konturen erscheinen verdoppelt oder vervielfacht. Gut zu erkennen sind die Unterschiede vor allem im Bereich der Saiten und am Hals der Gitarre.

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Um zu demonstrieren, welche Auswirkung die Form der Blende hat, wurde die folgende Testreihe erstellt:

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Motiv für die folgenden Testaufnahmen: Eine Blüte vor einem Hintergrund mit hellen Pünktchen.

 
 
Wird ein lichtstarkes Objektiv bei Offenblende verwendet und auf die Blüte scharf gestellt, werden die Pünktchen im Hintergrund in Form wunderschöner, kreisrunder Scheiben abgebildet.

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Die Blende eines preiswerten Objektivs, die nur aus nur fünf Lamellen besteht, bildet bei Abblendung eine fünfeckige Öffnung. Das folgende Bild entstand mit diesem Objektiv.

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Bei Abblendung nehmen die hellen Pünktchen im Hintergrund die Form der Blendenöffnung an. In diesem Fall sind es fünfeckige Gebilde, was in vielen Fällen wohl eher störend ist.

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Nicht weniger als zwölf Lamellen formen die Blende dieses Objektivs. Bei allen Blendenwerten bilden diese eine fast kreisrunde Öffnung. Damit entstand die folgende Aufnahme.

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Trotz Abblendung bleiben die hellen Punkte im Hintergrund rund, weil die Blende eine stets kreisrunde Öffnung bildet. Das kommt dem Bokeh zugute.

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Beispiele

Um zu demonstrieren, welche Wirkung Fotos mit geringer Schärfentiefe entfalten, habe ich die folgende Bilderserie in der Stuttgarter Wilhelma fotografiert. Entstanden sind sämtliche Beispielaufnahmen innerhalb von zwei Stunden mit einer Canon EOS 450D und einem Objektiv mit 50mm fester Brennweite.

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Mit dieser kleinen, leichten und preiswerten Ausrüstung entstanden alle folgenden Beispielaufnahmen, ohne dass weiteres Zubehör zum Einsatz kam.

 
 
Gearbeitet habe ich ausschließlich(!) mit der voll geöffneten Blende 1,8. Zusätzliche Geräte waren nicht im Einsatz. Praktisch alle der gezeigten Fotos sind kaum bearbeitet und zeigen meist das vollständige und unbeschnittene Bild:

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Das scharfe Farnblatt hebt sich vom unscharfen Hintergrund ab, obwohl beide die gleiche Farbe haben.

 
 
Die selektive Schärfe lenkt den Blick immer wieder auf einen Punkt.

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Ausschnitt eines Hirschgeweihfarns. Die Linien im Bild führen zur scharfen Stelle.

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Die geringe Schärfentiefe schafft ein interessantes Bild, welches mit dem bloßen Auge in dieser Art nicht wahrgenommen wird.

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Fast magisch zieht der einzige gestochen scharfe Bildbereich die Blicke immer wieder auf sich. Die Unschärfe deutet die Objekte im Hintergrund nur an.

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Die Zartheit dieser Orchideenblüte wird durch die geringe Schärfentiefe unterstrichen.

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Die hauchdünne Schärfenebene verläuft mitten durch die Blüte dieser Seerose, während andere Bildbereiche zwar in Unschärfe getaucht sind, aber immer noch erkennen lassen, dass es sich um Seerosenblätter handelt.

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Die verwendete Kamera-Objektiv-Kombination erlaubt es, ohne jegliches Zubehör den Makrobereich zu erschließen. Für eine Aufnahmeserie, bei der es um die Wirkung einer geringen Schärfentiefe geht, ist das eine gute Voraussetzung.

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Nicht nur durch Linien, sondern auch durch die Verteilung von Schärfe und Unschärfe wird die Blickführung gesteuert.

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Diagonal verlaufende Linien und die geringe Schärfentiefe verhelfen dieser Aufnahme zu ihrer Wirkung.

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Diese extreme Makroaufnahme gelang nur durch eine kräftige Ausschnittsvergrößerung.

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Dieses duftige Blumenporträt wurde dadurch erreicht, dass sich direkt vor der Frontlinse des Objektivs Blüten der Fuchsie befanden. Durch die geringe Schärfentiefe sind sie nicht erkennbar, legen sich wie ein Farb- und Weichzeichnungsfilter über das gesamte Bild.

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Pragmatischer Einsatz einer geringen Schärfentiefe sind Käfigstangen. Bei halb geschlossener Blende werden sie sichtbar, während …

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… bei voll geöffneter Blende davon nichts mehr zu sehen ist.

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Übung

1. Durchforste dein Bildarchiv und beurteile ausgewählte Aufnahmen einmal nach der vorhandenen Schärfentiefe. Frage dich kritisch, welche davon profitieren würden, wenn das Hauptmotiv unverändert scharf, Vorder- und Hintergrund aber unschärfer erscheinen würden.

2. Mach eine Testaufnahme, bei der sich das Hauptmotiv scharf vor einem unscharfen Hintergrund abhebt. Wähle dazu ein Hauptmotiv in der Nähe (Entfernung 50 Zentimeter bis 1 Meter) aus und einen möglichst weit entfernten Hintergrund, der aber nicht aus einer gleichförmigen Fläche (z. B. Himmel) bestehen sollte. Verwende eine lange Brennweite und stelle im Belichtungsmodus „Av“ bzw. „A“ den kleinstmöglichen Blendenwert ein, also die größtmögliche Blendenöffnung.

3. Finde ein Motiv, bei dem sich eine geringe Schärfentiefe positiv auswirkt, beispielsweise ein Porträt. Danach halte Ausschau nach einem zweiten Motiv, das von einer großen Schärfentiefe profitiert. Fotografiere es mit kürzerer Brennweite und großer Blendenzahl (kleine Blendenöffnung).

4. (optional) Falls du nur über Objektive verfügst, deren minimaler Blendenwert 3,5 oder größer beträgt, lass dir in einem Fotogeschäft einmal ein 50-Millimeter-Objektiv mit fester Brennweite für deine Kamera zeigen, dessen Lichtstärke 1,8 oder gar 1,4 beträgt. Frage den Verkäufer, ob du im Laden eine Testaufnahme damit machen darfst, die nach der Anleitung in Übung Nr. 2 entstehen sollte. Mach – wenn möglich – vom gleichen Motiv, aus der gleichen Perspektive und mit der gleichen Brennweite ein Vergleichsbild mit (d)einem Zoomobjektiv bei dessen voller Blendenöffnung und vergleiche die Ergebnisse. Vergleiche auch die Helligkeit des Sucherbildes deiner Spiegelreflexkamera bei den zwei verschiedenen Objektiven.


Weiter geht es mit Teil 8: „Auf Linien im Bild achten“.

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Kommentare
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Portrait von Mr.Perseus
  • 13.01.2017 - 13:01

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von mondmännchen
  • 09.02.2015 - 09:09

Danke für dieses gute Tutorial. Einiges dazu gelernt.

Portrait von Tilli88
  • 11.12.2014 - 10:34

Das einzige, was für mich neu war, war daß die Anzahl/Ausrührung der Lamellen die Qualität des Bokehs deutlich beeinflusst. Trotzdem, wie immer Klasse Tutorial von Seip!

Portrait von Hocki
  • 27.11.2014 - 13:07

sehr gut erklärt - Danke Dafür!

Portrait von philippsp
  • 24.08.2014 - 20:52

endlich hab ich es kapiert :-)

Portrait von martin223
  • 23.08.2014 - 22:13

Supertolles Tutorial. Da werde ich wohl noch einiges ausprobieren müssen.

Portrait von steve-joe
  • 16.07.2014 - 19:43

Gut gemacht und hilfreiche Tipps und Beispiele. Das macht Spass und Lust auf mehr.

Portrait von Desmont88
  • 06.05.2014 - 09:34

Genial. Vielen Dank dafür.. jetzt hab ich das mit der Blende auch einigermaßen verstanden. Danke!

Portrait von Figib
  • 29.01.2014 - 22:45

Vielen Dank für das Tutorial!

Portrait von firsthippi
  • 25.09.2013 - 13:35

Ausführlich und gut erklärt.
Danke

Portrait von Brook_Falls
  • 21.07.2013 - 08:18

Super Tutorial! Sehr gut erklärt.

Portrait von 4me2
  • 05.07.2013 - 14:08

Gut dargestellt, war jetzt kein Neuland für mich aber informativ - Besten Dank

Portrait von AJDAN_xD
  • 03.07.2013 - 15:26

Top beschrieben und auch sehr schöne Beispielbilder.

Portrait von Sir Jeffrey
  • 20.06.2013 - 14:28

Obwohl ich hier schon einiges kannte, war doch noch viel neues dabei,
herzlichen Dank.

Portrait von diechrischi
  • 24.05.2013 - 09:10

Danke für die guten Tipps!

Portrait von taschasupernova
  • 14.05.2013 - 22:04

Das hat mir sehr gut gefallen!
Ich wusste vorallem nicht, dass die Sensorgrösse auch einen Einfluss hat! Danke sehr!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 10.05.2013 - 16:35

ein tolles Tutorial! Danke!

Portrait von Leoschmidt
  • 30.04.2013 - 16:14

Geniales Turtoria Sehr gut erklärt und für mich auch von Vorteil für künftige Aufnahmen

Portrait von bassprinzessin
  • 18.03.2013 - 15:01

Wirklich sehr gut erklärt. Jetzt kenne ich mich besser mit der Schärfentiefe aus. Danke!

Portrait von bodobecks0707
  • 17.03.2013 - 15:59

Endlich eine komplette und anschauliche Erklärung zum Thema Tiefenschärfe :) Hat mir sehr weiter geholfen!

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