Anzeige
Tutorialbeschreibung

Teil 02: Variationen vom Panorama zum Quadrat

Teil 02: Variationen vom Panorama zum Quadrat

Bilder

Hoch- oder Querformat? Panorama oder Quadrat? Der Fotograf hat die Wahl und darf sich von dem vorgegebenen Seitenverhältnis seiner Kamera nicht festnageln lassen.

BITTE NICHT


Immer das gleiche Seitenverhältnis verwenden
Das Seitenverhältnis ist durch das Format des Aufnahmesensors einer Digitalkamera vorgegeben. Bei den meisten Spiegelreflexkameras beträgt es 3:2. Damit wurde das Seitenverhältnis des beliebten Kleinbildfilms übernommen. Das bedeutet, dass die lange Formatkante die anderthalbfache Länge der kurzen Formatkante hat. Die folgende Tabelle zeigt, dass praktisch alle derzeit gängigen Kameramodelle ein Seitenverhältnis von 3:2 aufweisen. Als Zusatzspalte wurde der „Crop-Faktor“ aufgenommen. Er drückt als Relation aus, wie groß der Aufnahmesensor im Vergleich zum Kleinbildfilm ist. Crop-Faktor 1x bedeutet also exaktes Kleinbildformat (= “Vollformat“), der Wert 1,5x drückt aus, dass der Sensor um den Quotienten 1,5 kleiner ist als das Kleinbild. Ein Crop-Faktor unter Eins beschreibt einen Sensor, der größer als ein Kleinbild-Negativ oder –Dia ist.

Kameratyp Lange Formatkante Kurze Formatkante Verhältnis „Crop-Faktor“
Kleinbildfilm
36mm
24mm
3 : 2
1x
Canon EOS
1000D – 7D
22,3mm
14,9mm
3 : 2
1,6x
Canon EOS 1D
27,9mm
18,6mm
3 : 2
1,3x
Canon EOS
1Ds, 5D
36mm
24mm
3 : 2
1x
Nikon
D60 – D300S
23,6mm
15,8mm
3 : 2
1,5
Nikon
D700 – D3X
35,9mm
24mm
3 : 2
1x
Sony
A230 – A550
23,6mm
15,8mm
3 : 2
1,5x
Sony
A850 – A900
35,9mm
24mm
3 : 2
1x
Pentax
K200D – K7
23,5mm
15,7mm
3 : 2
1,5x
Leica S2
45mm
30mm
3 : 2
0,8x

 


Tabelle: Sensorgröße einiger aktuell angebotener Spiegelreflexkameras (Stand: Januar 2010). Alle weisen das Seitenverhältnis 3:2 auf. Rundungen und Abweichungen bei den Nachkommastellen sind möglich.
Abweichungen des „Standard-Seitenverhältnisses 3:2“ findet man nur gelegentlich. Die nachfolgende Tabelle zeigt einige Beispiele:

Kameratyp Lange Formatkante Kurze Formatkante Verhältnis „Crop-Faktor“
Four Third
17,3mm
13mm
4 : 3
2x
Hasselblad H3 DII-31 – H4D-60
44,2mm -
53,7mm
33,1mm -
40,2mm
4 : 3
0,8x -
0,6x
Phase One
P40+ - P65+
43,9mm -
53,9mm
32,9mm -
40,4mm
4 : 3
0,8x -
0,6x

 Tabelle: Beispiele für Kamerasysteme mit einem Seitenverhältnis 4:3 (Stand: Januar 2010). Für das „Four Third“-System, dem sich unter anderen Olympus verschrieben hat, ist es namensgebend, im digitalen Mittelformat weitverbreitet.


Bilder

Diese digitale Kompaktkamera verfügt über einen Schalter zur Verstellung des Seitenverhältnisses (engl. „Aspect Ratio“). Doch der Sensor hat freilich eine feste Größe, sodass die Kamera das aufgenommene Foto nur mehr oder weniger stark beschneidet. Die ganze Sensorfläche wird bei der Einstellung „16:9“ benutzt. Ich würde die Kamera ausschließlich in diesem Modus verwenden, denn Teile des Bildes kann ich auch im Nachhinein abschneiden.


Bilder

Zwei Rahmen mit dem Seitenverhältnis 3:2 (links) und 4:3 (rechts).


In der Tat eignen sich rechteckige Bildformate mit einem Seitenverhältnis von 3:2 oder 4:3 hervorragend, um einer Vielzahl von Motiven gerecht zu werden. Zudem besteht die Möglichkeit, Quer- und Hochformate aufzunehmen, damit sowohl der Orientierung eines Motivs Rechnung zu tragen und gleichzeitig ein wenig Abwechslung in eine Bilderserie einzubringen.

Trotzdem wird zu selten davon Gebrauch gemacht, die Bildwirkung durch Verwendung anderer Seitenverhältnisse zu steigern. Eine Serie von Papierbildern wirkt schnell ein wenig langweilig, wenn stets ein- und dasselbe Seitenverhältnis und die gleiche Bildgröße beibehalten wird.

Bilder

Ein Sonnenuntergang im klassischen 3:2-Format. Hier wäre sicher eine Steigerung der Bildwirkung durch Veränderung des Seitenverhältnisses möglich gewesen. Fällt Ihnen eine bessere Variante ein?


Bilder

Im Grunde sagt mir dieses Motiv auch im 3:2-Format zu. Lässt es sich durch ein anderes Format nochmals aufwerten?



BESSER MACHEN


Variationen vom Panorama zum Quadrat
Wenn es keine Notwendigkeit gibt, das Seitenverhältnis konstant zu halten, kann für jedes einzelne Motiv entschieden werden, welches Format es am besten zur Geltung bringt. Die Palette reicht vom lang gestreckten Panoramaformat bis zum Quadrat.
Diese Freiheit der Formatgestaltung kann eingeschränkt sein durch Vorgaben. Als Beispiele möchte ich die Projektion nennen, bei der sich selbst der Wechsel zum Hochformat verbietet. Aber auch eine vorgesehene Präsentation in identischen Rahmen/Passepartouts oder die ganzseitige Wiedergabe in Druckmedien erfordert ein festes und unveränderbares Seitenverhältnis.

Bilder

Ein Wechsel des Seitenverhältnisses bedeutet Abwechslung, Spannung, Professionalität. Hier am Beispiel eines Fotobuchs.


Jenseits dieser Zwänge sind Sie frei und können alleine durch Variationen des Bildformats jedes Motiv optimal darstellen und Fotoserien durch ein hohes Maß an Abwechslung auflockern.

Bilder

Wirkt der eingangs gezeigte Sonnenuntergang in diesem Panoramaformat nicht besser als mit dem klassischen 3:2-Seitenverhältnis?


Bilder

Selbst ein gewagtes Hochformat würde ich dem gewohnten 3:2-Bildformat vorziehen.


Bilder

Manchmal ist weniger eben mehr: Durch den Beschnitt des bereits vorgestellten Originals (s.o.) zum Quadrat wirkt der Bildaufbau in sich ruhend und verstärkt die Konzentration auf die gefalteten Hände.


Schon im Sucher der Kamera kann die Entscheidung fallen, von dem Seitenverhältnis der Kamera abzuweichen. Unter Umständen gewinnt ein Motiv durch einen „gedachten“ Beschnitt derart an Wirkung, dass man ohne diese Überlegung sogar auf das Auslösen und das Motiv verzichtet hätte! Am besten machen Sie sich also bereits beim Fotografieren Gedanken über das endgültige Bildformat. Sollten Sie erst im Nachhinein feststellen, dass ein Foto durch Verändern des Seitenverhältnisses profitiert, ist das natürlich kein Beinbruch und ebenso zulässig.

Bilder

Bereits beim Blick durch den Sucher kann deutlich sein, dass das gewünschte Endprodukt ein quadratisches Bild ist. Die späteren Beschnittkanten wurden in dieser Darstellung angedeutet, existieren in der Praxis aber nur vor dem geistigen Auge des Fotografen.


Bilder

Als ich dieses Motiv im Sucher meiner Spiegelreflexkamera sah, wusste ich schon, dass ich weite Teile des oberen und unteren Bildrandes wegschneiden würde, um ein Foto im Panoramaformat zu erhalten. Der gedachte Bildausschnitt ist in dieser Darstellung hell dargestellt.


Manche Spiegelreflexkameras erlauben den Wechsel der Einstellscheibe („Mattscheibe“) gegen eine mit einer eingravierten Gitterstruktur. Das kann eine große Hilfe beim Fotografieren sein, weil man sich spätere Beschnittkanten besser vorstellen kann.

Bilder

Blick durch den Sucher einer Spiegelreflexkamera mit Gitternetz-Einstellscheibe.


Ordnen Sie das Motiv so im Sucher an, dass der spätere Beschnitt an zwei gegenüberliegenden Bildkanten gleichzeitig und in etwa gleichem Maß vorgenommen wird. Dadurch rücken Sie den später angestrebten, effektiven Bildausschnitt in die Mitte des Suchers. Dann profitieren Sie von der besseren Abbildungsleistung der Objektive nahe ihrer optischen Achse, blenden zunehmende Abbildungsfehler in den Randbereichen aus und vermeiden asymmetrisch verteilte Abbildungsmängel. Was gemeint ist, verdeutlichen die beiden folgenden Abbildungen:

Bilder

Dieser Sonnenuntergang wurde mit einem langbrennweitigen Fotoobjektiv aufgenommen, das unter merklicher Vignettierung leidet, erkennbar an den dunklen Bildecken. Doch die Aufnahme war ohnehin als Quadrat geplant, sodass die dunklen Bildecken bei dem späteren Foto (hell abgesetzt) nicht mehr in Erscheinung treten.


Bilder

Gleiches Motiv, gleicher Plan: Würde man das „gedachte“ Quadrat (hell abgesetzt) nicht in die Bildmitte, sondern an den rechten Bildrand platzieren, hätte das quadratische Endergebnis rechts oben sowie rechts unten je eine dunklere Ecke.


Digitaler Beschnitt
Da die Spiegelreflexkamera stets das volle Bildformat belichtet, muss das Foto nachträglich auf die gewünschten Abmessungen gebracht werden. Dazu eignet sich jede Bildverarbeitungs-Software. Am Beispiel von Adobe Photoshop CS3 möchte ich schildern, wie Sie vorgehen können.
Nach dem Öffnen des Bildes aktivieren Sie das „Auswahlrechteck-Werkzeug“ (Tastenschlüssel „M“). Danach können Sie mit der Maus im Bild einen Rahmen aufziehen, der die späteren Bildkanten darstellt. Nach der Fertigstellung des Rahmens wählen Sie den Befehl „Bild/Freistellen“. So einfach ist das.

Bilder

Dieses Katzenportrait soll von einer Überführung in ein leichtes Panoramaformat profitieren. Mit einem roten Pfeil markiert ist das „Auswahlrechteck-Werkzeug“ in der Werkzeugleiste von Photoshop sowie ein mit der Maus aufgezogener Rahmen, der die Grenzen des endgültigen Bildes darstellt.


Bilder

Das Ergebnis des Photoshop-Befehls „Bild/Freistellen“. Unerwünschtes Umfeld verschwindet und das gewählte Seitenformat ist ein „Hingucker“.


Doch die Praxis sieht zuweilen anders aus. Was ist zu tun, wenn der erstellte Rahmen („Auswahl“) nun doch nicht exakt dem gewünschten Bildausschnitt entspricht? Vielleicht möchten Sie ihn nur verschieben - das können Sie mit der Maus oder den Cursortasten nachträglich noch tun. Wenn Sie mit der Maus arbeiten wollen, müssen Sie innerhalb der Auswahl klicken und ziehen. Mit der Tastatur gelingt die Verschiebung pixelweise, wenn das Bild in der Zoomstufe 100% (Befehl „Ansicht/Tatsächliche Pixel“ oder Tastenschlüssel „Alt+Strg+0“) dargestellt wird. In etwas größeren Schritten bewegt sich die Auswahl, wenn Sie die „Umschalt-Taste“ gedrückt halten und die Cursortasten benutzen.
Hat die Auswahl nicht die gewünschten Abmessungen? Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder löschen Sie die bestehende Auswahl (Befehl „Auswahl/Auswahl aufheben“ oder Tastenschlüssel „Strg+D“) und erstellen eine neue Auswahl. Oder Sie wählen den Befehl „Auswahl/Auswahl transformieren“. Dann können Sie jede Kante des Auswahl-Rahmens mit der Maus versetzen. Nach erfolgreicher Aktion müssen Sie „Enter“ drücken, um die Transformation abzuschließen.
TIPP 1: Statt einen Auswahlrahmen mit der Maus zu zeichnen, können Sie auch den Befehl „Auswahl/Alles auswählen“ anklicken (Tastenschl%tisch auch auf 1530 Pixel.

Eine geringe Nachschärfung im Anschluss an die Verkleinerung eines Fotos ist ratsam:

Bilder

Nach einer Bild-Verkleinerung in Photoshop wird der ursprüngliche Schärfeeindruck erst nach einer moderaten Nachschärfung mit dem Befehl „Filter/Scharfzeichnungsfilter/Unscharf maskieren…“ wiederhergestellt. Als Parameter haben sich bewährt: Stärke 25%, Radius 0,7 Pixel und Schwellenwert 0 Stufen.


Nun soll das Foto auf das rechteckige Format gebracht werden, das dem angebotenen Bildformat des Foto-Dienstleisters entspricht. Die lange Formatkante muss auf 18cm gebracht werden. 18 Zentimeter sind 7,1 Inch (18 : 2,54), und bei 300dpi brauchen wir 7,1 x 300 Pixel, also 2130. Wählen Sie in Photoshop den Befehl „Bild/Arbeitsfläche…“, stellen Sie die Einheit von Zentimeter auf Pixel um und tragen bei Breite „2130“ ein. Welche Farbe die erweiterte Arbeitsfläche haben soll, lässt sich im gleichen Dialogfeld unten einstellen:

Bilder

Erweiterung der Arbeitsfläche, um das vorgegebene Druckformat zu erreichen. Aus dem quadratischen Bild muss also wieder ein Rechteck werden. Im Feld „Breite“ tragen Sie den ermittelten Wert „2130 Pixel“ ein (oberer Pfeil). Die Farbe für den hinzukommenden Arbeitsbereich ist ebenso wählbar (unterer Pfeil).


Danach liegt Ihr Bild als Datei vor, deren Pixelzahl genau reicht, um im Format 13x18cm mit 300dpi gedruckt zu werden.

Bilder

Während das Druckformat nun genau den vom Foto-Service vorgegebenen Maßen entspricht, müssen Sie später nur noch die weißen Flächen rechts und links des gedruckten Bildes wegschneiden (Schere, Rollenschneider).


Speichern Sie dieses Bild im JPG-Format ab mit dem Photoshop-Befehl „Datei/Für Web und Geräte speichern…“. Eine „Qualität“ von „80“ reicht für normale Zwecke völlig aus und liefert dennoch kompakte Bilddateien, die sich für den Druck problemlos über das Internet zum Foto-Service übertragen lassen.

Bilder

Speicherung eines optimierten JPG-Formats in Photoshop: Entscheidend ist die Qualität (oberer Pfeil). Bessere Qualität bedeutet größere, geringere Qualität kleinere Dateien. Die Dateigröße ist im Dialogfeld ablesbar (unterer Pfeil).


Wählen Sie nach dem Hochladen des Bildes zum Foto-Dienstleister, falls möglich/n26uuml;ssel „Strg+A“), um anschließend den Auswahlrahmen zu verschieben, etwa mit den Cursortasten. Ein Bildbeschnitt an zwei gegenüberliegenden Bildkanten erfordert dann allerdings die Wiederholung der Folge „Alles auswählen -> Verschieben -> Freistellen“.
TIPP 2: Wenn Sie einen Auswahlrahmen mit der Maus aufziehen und ein exaktes Quadrat wünschen, müssen Sie währenddessen die „Umschalt-Taste“ gedrückt halten.

Druckvorbereitung
Angenommen, Ihr Foto ist mit dem endgültigen Seitenverhältnis als Photoshop-Datei vorhanden. Jetzt möchten Sie es zu Papier bringen (lassen). Viele Fotodrucker oder Online-Bilderdienste bieten aber nur festgelegte Seitenverhältnisse an, sodass es sinnvoll ist, die Datei eigenhändig für den Ausdruck im gewünschten Format vorzubereiten. Andernfalls können, je nach verwendetem Drucker oder Dienstleister, unangenehme Überraschungen die Folge sein.
Weiterhin wollen wir annehmen, das Bild sei ein Quadrat mit einer Kantenlänge von 2800 Pixeln (in Photoshop feststellbar mit dem Befehl „Bild/Bildgröße…“ oder Tastenschlüssel „Alt+Strg+I“). Gewünscht ist ein Papierbild im Format 13x13cm. Der Foto-Dienstleister Ihrer Wahl bietet aber, wiederum als Annahme, nur rechteckige Bildformate, darunter das Format 13x18cm. Gehen wir zum Schluss davon aus, dass der Bilderdienst mit 300dpi „drucken“ kann, dann ergibt sich folgender Workflow:

Bilder

Der Photoshop-
Befehl „Bild/Bildgröße…“ verschafft Klarheit über die Größe des Bildes in Pixel. In diesem Beispiel ist das Bild quadratisch und hat 2800 Pixel Kantenlänge.

Auf dem Format 13x18cm lässt sich ein Quadrat mit 13x13cm unterbringen. 2,54 Zentimeter entsprechen einem Zoll bzw. einem Inch. „300dpi“ steht für 300 Bildpunkte pro Inch („Dots per Inch“). Zunächst sind also die 13 Zentimeter in Inch umzurechnen: 13 : 2,54 = 5,1 Inch. Bei 300dpi errechnet sich die nötige Pixelzahl pro Kante: 5,1 x 300 = 1530 Pixel. Das Bild sollte also auf 1530 Pixel pro Kante skaliert werden. Speichern Sie es zuvor in voller Auflösung und ohne Kompression, dann wählen Sie den Befehl „Bild/Bildgröße…“ oder Tastenschlüssel „Alt+Strg+I“) und tragen bei Breite und Höhe 1530 Pixel ein.

Bilder

Der Photoshop-
Befehl „Bild/Bildgröße…“ dient auch dazu, ein Bild zu „skalieren“. Tragen Sie bei „Breite“ die errechneten 1530 Pixel ein (oberer Pfeil). Ist die Option „Proportionen beibehalten“ angewählt (unterer Pfeil), ändert sich der Wert im Feld „Höhe“ automaötig, die „automatische Formatanpassung“ nicht an bzw. ab.
Im obigen Beispiel nicht berücksichtigt ist im Übrigen, dass manche Drucker die Bildränder etwas anschneiden und nicht formatfüllend arbeiten. Ist das der Fall, muss vor der Verkleinerung der Bilddatei mit dem Befehl „Bild/Arbeitsfläche…“ ein Rahmen als Puffer für diesen Beschnitt erstellt werden.

TIPP: Wenn Sie sich mit dem Seitenverhältnis Ihrer Aufnahme dem Wert 1 : 1, also dem Quadrat nähern, sollten Sie das exakte Quadrat einem „fast-quadratischen Rechteck“ vorziehen.

Panoramaformat
Selbstverständlich lassen sich Panoramaformate durch den radikalen Beschnitt einer Aufnahme herstellen. Allerdings bleiben nach einer solchen Aktion unter Umständen nur noch wenige Megapixel der ursprünglichen Aufnahme übrig. Wer qualitativ hochwertige Panoramaaufnahmen in hoher Pixelauflösung erstellen möchte, ist besser beraten, dieses Panorama aus mehreren Einzelaufnahmen zusammenzusetzen.
Die Panoramaphotographie ist ein großes Feld, mit dem sich eine spezielle Tutorialserie beschäftigt (Link), deren Lektüre bei entsprechender Interessenlage wärmstens empfohlen werden kann.
An dieser Stelle soll lediglich eine Kurzanleitung für einen schnellen und problemlosen Einstieg in das Thema vermittelt werden.
Wichtig sind bei der Erstellung der Einzelaufnahmen folgende Punkte:
  • Fertigen Sie die Einzelaufnahmen in möglichst kurzer Zeit an
  • Kalkulieren Sie einen großzügigen Überlappungsbereich ein
  • Arbeiten Sie mit manuell eingestelltem Fokus, Weißabgleich, ISO-Wert, Blende und Belichtungszeit
  • Vermeiden Sie kurze Brennweiten und Objekte in geringer Distanz
  • Blenden Sie um 2-3 Stufen ab, um dunkle Bildecken zu vermeiden
Mit etwas Übung können Sie sogar auf ein Stativ verzichten, wenn Sie versuchen, die Kamera während der Aufnahmeserie um einen Punkt innerhalb der Kamera zu drehen. Eine geringfügige Verkippung von Aufnahme zu Aufnahme kann von einer guten Panorama-Software kompensiert werden.
Die nachfolgenden Schritte können Sie auf Ihrem eigenen Rechner nachvollziehen, wenn Sie sich die Arbeitsdatei „Panorama.zip“ herunterladen und die Software „Canon PhotoStitch“ installiert haben. Sie ist vielen digitalen Kameramodellen von Canon beigelegt.
In der Archivdatei „Panorama.zip“ sind vier Einzelbilder enthalten: Panorama_1.jpg bis Panorama_4.jpg. Sie wurden ohne Stativ freihändig aufgenommen, das erklärt die unterschiedliche Ausrichtung:

Bilder

Von dieser eindrucksvollen Landschaft wurden freihändig vier Aufnahmen angefertigt. Die Bildausschnitte dieser Aufnahmen sind hier eingezeichnet. Deutlich ist die Verkippung der Kamera von Aufnahme zu Aufnahme zu erkennen. Wichtiger ist ein üppiger Überlappungsbereich.


Dennoch wurde auf einen großzügigen Überlappungsbereich geachtet, sodass PhotoStitch eine gute Chance hat, aus den Einzelaufnahmen ein gelungenes Panorama machen zu können.

Bilder

Nach dem Programmstart von PhotoStitch (Version 3.1.22.46) klicken Sie einfach auf den Knopf „Öffnen“ (Pfeil) und selektieren alle zum Panorama gehörigen Dateien.


Bilder

Die Reihenfolge der Einzelbilder ergibt sich aus dem in den EXIF-Daten enthaltenen Aufnahmezeitpunkt. Das Programm geht davon aus, dass Sie die Einzelbilder von links nach rechts aufgenommen haben. Muss die Reihenfolge verändert werden, gelingt das mit dem Knopf „Anordnen“. Im gezeigten Beispiel ist eine Änderung der Reihenfolge jedoch nicht notwendig. Wenn alles passt, klicken Sie auf die Registerkarte „Verknüpfen“ (Pfeil).


Bilder

Mit dem Knopf „Start“ (Pfeil) geht es los: Je nach der Größe der Bilder ist das Programm nun eine Weile beschäftigt. Gleichzeitig sehen Sie in einer Vorschau den Stand der Berechnungen.


Bilder

PhotoStitch hat ganze Arbeit geleistet, das Panorama ist fertig! Mit der Registerkarte „Speichern“ (Pfeil) sichern Sie das Ergebnis.


Bilder

Durch einen Klick auf einen weiteren „Speichern-Knopf“ (Pfeil) können Sie das Resultat zum Beispiel im verlustfreien TIFF-Format sichern. Bitte beachten Sie den giftgrünen Rahmen, den das Programm automatisch generiert, um die durch das Zusammenfügen der Einzeldateien entstehenden weißen Randbezirke zu eliminieren.


Bilder

Das Ergebnis ist beeindruckend: Trotz schlechter Ausrichtung der vier Einzelaufnahmen sind auf dem fertigen Panorama keine Nahtstellen sichtbar.


Mehr Beispiele

Bilder

Müssen Landschaften immer im Querformat aufgenommen werden, weil in der englischen Sprache das Querformat als „Landscape“ bezeichnet wird? Mitnichten!


Bilder

Müssen Portraits immer im Hochformat aufgenommen werden, weil das Hochformat im Englischen als „Portrait“ bezeichnet wird? Mitnichten!


Bilder

Wer wagt, gewinnt. Erinnern Sie sich an dieses Sprichwort und bringen Sie den Mut für außergewöhnliche Bildformate auf!


Bilder

Noch immer findet man in Foto-Lehrbüchern die Auffassung, das quadratische Bildformat sei „langweilig“. Bitte entschuldigen Sie, aber das ist „Bullshit“! Korrekt ist, dass es nicht einfach ist, ein quadratisches Bild überzeugend zu gestalten. Wenn es gelingt, geht vom Quadrat eine fast magische Wirkung aus.


Übung

  • Panorama: Fotografieren Sie zwei Aufnahmen im Panoramaformat (Seitenverhältnis mindestens 3:1) und verwenden Sie für beide Aufnahmen das Motiv „Straße“. Der Clou: Eine der Aufnahmen soll im Quer-, die andere im Hochformat entstehen!
    Erzeugen Sie die Panoramen ruhig durch den Beschnitt von Einzelaufnahmen. Die Verwendung einer Panoramasoftware ist also nicht notwendig. Es sei denn, Sie möchten damit experimentieren.
  • Quadrat: Fertigen Sie eine Detailaufnahme eines Automobils an, dessen Lackflächen interessante Schattierungen und Spiegelungen aufweisen sowie unter Umständen durch Sicken, Streifen, Rundungen, Chromapplikationen oder Nahtstellen zu einem interessanten Motiv werden. Vermeiden Sie scharf erkennbare Spiegelungen von unruhigen Objekten (Ästen, Häuserfassaden, …) und konzentrieren Sie sich auf Flächen, Farben, Linien und Formen. Versuchen Sie, durch Perspektivenänderung und Kameradrehung ein quadratisches Bild zu „komponieren“. Dabei dürfen Sie gerne so stark abstrahieren, dass auf dem entstehenden Bild das Fahrzeug nicht mehr als solches zu erkennen ist.

Weiter geht es mit Teil 3: „Den Dynamikumfang der Kamera nicht überschreiten“.

Kommentare
Achtung: Du kannst den Inhalt erst nach dem Login kommentieren.
Portrait von Gromotka
  • 08.04.2017 - 22:46

Gutes Tutorial, das ein oder andere vergisst man ja mal schnell. Wieder daran erinnert zu werden ist nicht verkehrt. Danke. Klare Empfehlung meinerseits.

Portrait von ThirdBen
  • 21.11.2016 - 09:50

Tolle Tutorialreihe!! Ich bleibe am Ball, bis zur nächsten Folge! :-)

Portrait von Trudi 01
  • 10.03.2015 - 20:23

Angeregt durch dieses Tutorial habe ich gerade mal ein paar Fotos von mir "umgestaltet". Bin total erstaunt, was man aus langweiligen Fotos noch herausholen kann. Vielen Dank für die Tipps.

Portrait von Tilli88
  • 11.12.2014 - 10:07

Grob kannte ich das Thema Bildformat auch schon, aber ich bei den anderen Seip Tutorials finde ich auch dies Klasse! 1a!

Portrait von SetSails
  • 01.06.2014 - 19:16

Prima Tutorial, das anhand gut aufbereiteter Beispiele das Ganze nicht nur theoretisch durchkaut sondern greifbar und erfahrbar vermittelt. Vielen Dank!

Portrait von ubemb
  • 31.01.2014 - 12:43

Guter Rat ist mal was anderes.

Portrait von Figib
  • 29.01.2014 - 22:49

Vielen Dank für das Tutorial!

Portrait von artistico_photo
  • 01.11.2013 - 11:38

war gut erklärt aber auch wieder wenig hilfreich.. und unnötig in die länge gezogen mit etwas nachdenken kommt man selber darauf :(

Portrait von stefan_seip
  • 01.11.2013 - 11:41

@artistico_photo: Solche, die bereits alles wissen und wenig Zeit zum Lesen haben, sind nicht die Zielgruppe dieser Tutorials.

Portrait von Sir Jeffrey
  • 18.06.2013 - 09:09

Auch hier wieder ein tolles Thema bei dem es wieder einiges zum Lernen gab.
Altes eingefahrenes Denken aus der Zeit vom Fotografieren auf Film mit den festen Formaten muss aufgebrochen werden.
Herzlichen Dank.

Portrait von jacekherbst
  • 26.05.2013 - 18:45

Danke darür, sehr schöne Tutreihe :)

Portrait von Fotochristian
  • 22.02.2013 - 18:45

Ich bin immer wieder überrascht welche Perspektiven möglich sind.
Danke für die Lektion.

Portrait von robert3
  • 20.02.2013 - 18:39

Ein absolut gelungenes Tutorial. Wieder sehr hilfreich.

Portrait von magss
  • 18.02.2013 - 20:37

was mir in diesem 2. Teil wirklich gefallen (und auch noch mal wieder weiter geholfen) hat, ist der Hinweis, sich ja nicht an strenge Regeln zu halten. 2:3 klingt wunderbar - wenn es passt!
Jedes gelungene Panorama zeigt ja auch immer wieder, wie nebenrangig klassische Formate sein können, besonders bei den hochkant Panoramen.
Aber auch den "Mut" zum alten Mittelformat-Format, dem Quadrat, hat mich berührt. Danke dafür

Portrait von gulag
  • 17.02.2013 - 23:38

Damit muss ich auch mal rumexperimentieren!!!

Portrait von gremat
  • 06.01.2013 - 00:02

Sehr hilfreich vor allem die Erklärung zum Druck,mit Zoll, dpi, Pixel und Bildformat.
Hatte schon des öfteren unerwartete weisse Streifen.

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 19.10.2012 - 18:23

Sehr gutes Tutorial! Die Beispiele beweisen das es sich lohnt mehr Gedanken über das Format zu machen als nur Hoch- oder Querformat!

Portrait von Scalar2000
  • 21.06.2012 - 14:51

Hab wieder viel gelernt, vielen Dank für das schöne Tut.
LG Ralf

Portrait von Gismo77
  • 19.06.2012 - 21:53

Tolle Informationen, die mir sehr geholfen haben

Portrait von Zawadine
  • 24.02.2012 - 15:10

Hallo Stefan,

habe de andern Tag Dein Tutorial runtergeladen. Deine Art alles zu beschreiben, Tipps zu geben ist so einfach und gleichzeitig so einprägend, dass man einfach nur weiterlesen kann. Nicht jeder hat die Gabe so verständlich und anregendend sein eigenenes Wissen weiterzugeben.
Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank und ich freue mich schon auf die weiteren Folgen.

x
×
×