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Tutorialbeschreibung

Teil 04: Farbige statt kunterbunter Fotos

Teil 04: Farbige statt kunterbunter Fotos

Farben sind ein unverzichtbarer Teil unserer Welt. In der Fotografie ist der überlegte Umgang mit Farben ein wichtiger Schlüssel auf dem Weg zu besseren Resultaten.

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BITTE NICHT - kunterbunte statt farbiger Fotos

Meistens wird in Farbe fotografiert, und Gründe dafür gibt es genug. Alle heute verfügbaren Digitalkameras erzeugen primär Farbbilder. Während man sich im Zeitalter des chemischen Films aktiv für das Einlegen eines Schwarz-Weiß-Films entscheiden musste, wenn man einmal keine Farbfotos machen wollte, kann im digitalen Zeitalter die Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt getroffen werden. Nur selten fällt die Wahl zugunsten einer schwarz-weißen Umsetzung aus, wenn das Foto schon einmal in Farbe vorliegt.

Farbig zu fotografieren ist bequemer und einfacher, weil es unserer Wahrnehmung der Welt entspricht. Wir sehen nun einmal in Farbe und empfinden das Fehlen von Farbigkeit nicht selten als Mangel; nur hin und wieder findet die Schwarz-Weißfotografie Anklang als Medium mit zusätzlichem Abstraktionsgrad und großem künstlerischen Potenzial.

Farben helfen tüchtig mit, das fotografierte Motiv auf einem Bild erkennbar zu machen. Tatsächlich beziehen die meisten Objekte neben den Helligkeitsunterschieden (Kontrasten), Formen und Strukturen ihren Wiedererkennungswert auf Fotos nicht zuletzt durch die unterschiedliche Farbigkeit. Daher ist es verständlich, dass gerne und aus nachvollziehbaren Gründen zur Farbfotografie gegriffen wird. Nicht ausschließlich, aber insbesondere, wenn eine gegenständliche Abbildung angestrebt wird.

Leider wird die Farbigkeit von Motiven oft nur „hingenommen“, ohne die Wirkung der einzelnen Farben, die Verteilung und Anzahl der Farbtöne auf dem Bild zu hinterfragen. Fast nie wird die Frage gestellt, ob der Fotograf selbst in die Farbgestaltung aktiv eingreifen sollte, kann oder muss. Das ist fast schon fahrlässig, wenn man bedenkt, welch starke Wirkung von den Farben einer Fotografie ausgeht, wie Farben ein Bild erst sehenswert werden lassen, oder - im Gegenteil - auch eine starke Abwertung der Bildwirkung herbeiführen können. Daher gehört es zu den unabdingbaren Aufgaben des Fotografen, sich (erstens) über die Farbenlehre im Allgemeinen zu informieren und (zweitens) bei der Wahl seiner Motive die Erkenntnisse daraus in der Praxis anzuwenden.

 
In Ermangelung dieser Grundlagen entstehen „Bunt- statt Farbbilder“. Kunterbunte Fotos statt farblich bewusst gestalteter Aufnahmen. Manchmal noch gefördert von einer falsch verstandenen Regel, so viele Farben wie möglich auf einem Foto unterzubringen. Dabei weist doch schon ein uralter Schüttelreim der Farbfotografie in die richtige Richtung: „Hintergrund … nicht kunterbunt!“

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Ein „kunterbuntes“ Foto, auf dem kaum eine Farbe fehlt. Trotz der Farbenfülle kann es nicht überzeugen. Oder sollte man sagen: Gerade wegen der Farbenvielfalt verfehlt es seine Wirkung?


 

BESSER MACHEN - Farben bewusst einsetzen

Mit einer solchen einfachen, plakativen Regel ist es freilich nicht getan. Doch Fotos werden signifikant besser in dem Moment, in dem der Fotograf sich über den Einsatz und die Wirkung von Farben bewusst ist und beim Fotografieren darauf achtet, welche Farben in welcher Verteilung und Intensität vorkommen, ob sie die beabsichtigte Bildwirkung fördern oder ihr im Wege stehen.

Auch wenn ich in diesem Zusammenhang gerne von der „Farbenlehre“ spreche, könnt ihr unbesorgt sein. Ihr müsst nichts auswendig lernen oder pauken. Manche Zusammenhänge werden euch logisch vorkommen, anderes ist vielleicht sogar eine Wiederholung von bereits bekannten Tatsachen. Wichtig ist in jedem Fall, die Kernaussagen der Farbenlehre beim Fotografieren zu berücksichtigen oder zumindest die Gestaltung der Fotos in vollem Bewusstsein um die Wirkung der Farbigkeit anzugehen. Betrachtet Farben nicht als „gegeben“ oder „gesetzt“, sondern als wichtigen Baustein einer Fotografie, mit dem ebenso bewusst gearbeitet werden sollte wie beispielsweise mit der Perspektive oder der Schärfentiefe.

Noch weniger als in den anderen Tutorials dieser Serie möchte ich an dieser Stelle ausdrückliche Regeln vermitteln, deren Missachtung automatisch zu einem schlechten Foto führt. Gerade beim Einsatz von Farben können außergewöhnliche und exzentrische Sichtweisen zu sehenswerten Bildern führen. Sie können, aber sie müssen nicht. Will sagen, dass es keineswegs schadet, die Farbigkeit von Motiven zu beurteilen, bevor auf den Auslöser gedrückt wird. Nicht in allen Fällen kann auf die Farben ein direkter Einfluss genommen werden. Doch bei vielen Motiven lässt sich beispielsweise durch die Wahl des Bildausschnitts, der Perspektive und des Hintergrunds durchaus eine Wahl treffen, welche und wie viele Farben auf einem Foto in welcher Verteilung zu sehen sein werden.

 
Neben der Anwendung der Regeln ist hier auch das „Bauchgefühl“ eine wichtige Instanz, die keinesfalls überhört werden sollte, wenn es sich bei der Farbgestaltung einer Fotografie bemerkbar macht!

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Auch dieses Bild ist „kunterbunt“, doch gemäß meinem „Bauchgefühl“ habe ich trotzdem den Auslöser gedrückt. Es ist deutlich stärker als das letzte Bildbeispiel, weil die Farben zumindest nicht mehr gleichwertig verteilt sind. Die Farbe des scharf abgebildeten Vordergrundmotivs dominiert die des unscharfen Hintergrunds. Eine gewagte Sache bleibt dieses Foto nichtsdestotrotz.

 

 
Farbwirkung Unbestritten haben bestimmte Farben spezielle Wirkungen auf den Menschen. Johann Wolfgang von Goethe publizierte bereits im Jahr 1810 sein Werk „Zur Farbenlehre“, in dem über solche Zusammenhänge berichtet wird, die heute aber durch aktuelle Erkenntnisse in vielen Punkten überholt erscheint. Andere Passagen haben ihre Gültigkeit auch heute noch: Farben, so steht darin zu lesen, beeinflussen das Gefühl und wirken dadurch direkt auf die Seele. Ohne jetzt über Details der daraus begründeten modernen Farbpsychologie zu dozieren, sollen ausgewählte Wirkungen und Bedeutungen einiger Farben einmal aufgezählt werden:

Farbe
Wirkung / Bedeutung
Rot
Warnfarbe (vor allem in Kombination mit Weiß oder Schwarz)
Heiß, Wärme, Energie, Freude, Leidenschaft, Vitalität, Liebe, Erotik
Aggression, Zorn
Grün
Normalität, Leben, Bejahendes, Positives, Ordnungsgemäßes
Neid und Gier, Gift(grün)
Blau
Kälte, Ferne, Sehnsucht, Beruhigung, Ausgeglichenheit, Harmonie, Sympathie, Zufriedenheit, Freiheit, Rettung
Gelb
Signalfarbe (vor allem in Kombination mit Schwarz)
Ewigkeit, Frische, Fröhlichkeit, Lebensfreude, Lebenskraft
Neid, Gier, Eifersucht
Cyan/Türkis
Klarheit, geistige Offenheit, Kühle, Distanziertheit
Magenta/Purpur
Kreativität, Spiritualität, Mystik, Würde
Orange
Erfrischung, Fröhlichkeit, Jugend, Freude, Optimismus, Reife, Kommunikation, Lebensfreude
Lustvoll, stimmungsaufhellend, stimulierend, appetitanregend
Violett
Selbstvertrauen, Individualität
Geheimnisvoll, fantasievoll, empfindsam, intuitiv, außergewöhnlich, charmant, verführerisch
Braun
Erde, Erdverbundenheit, Lehm, Natur
Gemütlichkeit, Geborgenheit, Ruhe, Wärme
Dreck, Schmutz, Erniedrigung
Weiß
Freude, Hochzeit, Unschuld, Jungfräulichkeit, Unsterblichkeit, Unendlichkeit, Sauberkeit, Reinheit, Neutralität, Stille, Leere, Eleganz
Grau
Neutralität, Vorsicht ,Zurückhaltung
Langeweile, Tristheit, Eintönigkeit, Unsicherheit
Schwarz
Tod, Trauer, Bosheit, Dunkelheit, Leere, Pessimismus, Unglück
Ehre, Ernsthaftigkeit, Machtanspruch


Seid ihr mit diesen Zuordnungen einverstanden? Wenigstens in manchen, aber vielleicht nicht allen Punkten? Diese Fragen sollen die Problematik aufzeigen, die die Thematik mit sich bringt, denn nicht alle Menschen reagieren auf Farben in der absolut gleichen Weise. Hinzu kommt freilich, dass es eben nicht nur ein einziges „Blau“ gibt, sondern viele verschiedene Variationen davon, denen durchaus unterschiedliche Wirkungen zugeschrieben werden können.

Dennoch gibt es Grundtendenzen, die offenbar fest in unserer Wahrnehmungsphysiologie verankert sind und deren Wirkung sich niemand vollständig entziehen kann. Das vielleicht beste Beispiel dafür ist ein steigender Puls der meisten Menschen bei Wahrnehmung der Farbe Rot. Diese Erkenntnis wird weltweit einheitlich umgesetzt, etwa bei Warnhinweisen („Stopp-Schild“).

Interessant ist, dass fast bei jeder Farbe sowohl positive als auch negativ besetzte Attribute vorkommen. Wesentlich eindeutiger ist die Wirkung bestimmter Farbkombinationen, von denen in der folgenden Tabelle einige aufgezählt werden:

Farbkombination
Wirkung / Bedeutung
Rot, Orange, Gelb
Aktivität / Energie
Weiß, Blau, Grün
Ehrlichkeit
Weiß, Grau, Schwarz
Funktionalität
Weiß, Blau, Gold
Gutes
Weiß, Blau, Silber
Klugheit
Weiß, Schwarz, Rot
Modernes
Weiß, Grau, Blau
Sachlichkeit
Grün, Weiß, Blau
Sicherheit
Blau, Grün, Weiß
Vertrauen


Vor allem die Werbeindustrie macht sich diese Beziehungen zunutze, wenn es um die Gestaltung von Logos, Firmenfarben und Verpackungen geht. Verblüffend viele, wenn auch nicht alle Versicherungen verwenden tatsächlich die Farben Grün, Weiß und/oder Blau für ihre Außendarstellung, in der Tabelle mit dem Attribut „Sicherheit“ versehen.

 
Stark beeinflusst wird die Wirkungsweise einer Farbe auch durch ihre Umgebung. Auf dem folgenden Bild wird die gleiche Farbe in sechs verschiedenen Umgebungen präsentiert:

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Die gleiche Farbe vor sechs verschiedenen Hintergründen. Am „farbigsten“ wirkt sie vor einem „unbunten“ Hintergrund (obere Reihe), während sie an Strahlkraft verliert, wenn sie innerhalb einer andersfarbigen Umgebung präsentiert wird (untere Reihe). In reinem Weiß leuchtet sie am auffälligsten, gefolgt von Schwarz. Umgeben von ihrer Komplementärfarbe Cyan (unten, Mitte) entsteht eine extrem markante, aber auch fast schon aufdringlich und unruhig wirkende, „schreiende“ Kombination.

 
Die moderne Farblehre hat statt des Farbkreises ein Farbsechseck eingeführt. Es eignet sich gut, um die drei Urfarben Rot, Grün und Blau und die drei Grundfarben  Magenta, Gelb und Cyan in Beziehung zueinander zu setzen. Ur- und Grundfarben bilden jeweils ein gleichseitiges Dreieck, während sich Komplementärfarben genau gegenüberstehen. Die linke Hälfte enthält die warmen, die rechte die kalten Farben:

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Das Farbsechseck nach dem Autor Harald Küppers (vereinfacht).


An den Eckpunkten enthält es die sechs Grundfarben Gelb, Grün, Cyan, Blau, Magenta und Rot, dazwischen Mischtöne aus jeweils zweien davon. Sich gegenüber liegen „Gegenfarben“, die Komplementär-Farben genannt werden. Gelb und Blau ist ein Beispiel für eine komplementäre Farbenpaarung. Auch wenn es zunächst abstrakt klingt, kann es einem Fotografen keinesfalls zu seinem Schaden gereichen, sich mit solchen Themen zu beschäftigen, um durch Farben eines Fotos eine beabsichtigte Wirkung zu erzielen, zu unterstützen oder ihr zumindest nicht entgegenzuwirken. Wer tiefer in die Theorie der Farbenlehre eindringen möchte, dem seien u.a. die folgenden Quellen empfohlen:

BUCH: Das Grundgesetz der Farbenlehre, Harald Küppers, Dumont Buchverlag. ISBN-13: 978-3832110574
WEB: • www.uni-bielefeld.de/lili/kumu/farbenlehre-kueppers/de/www.ipsi.fraunhofer.de/~crueger/farbe/


 

Farben in der Fotopraxis

Ich möchte die Theorien an dieser Stelle hinter mir lassen und einen Blick auf das werfen, was der Fotograf konkret bei seiner Bildgestaltung beachten kann, um durch den geschickten Einsatz von Farben Fotos „schöner“ aufzunehmen – darum geht es ja letztendlich!


Vorder- und Hintergrundfarben

Von eklatanter Bedeutung ist die Klassifizierung der Farben in ausgesprochene Vorder- und Hintergrundfarben. Rot und Gelb sind ausgesprochene Vordergrundfarben, Grün und Blau entsprechend dem Hintergrund zugeordnete Farben. Wird nun die Vordergrundfarbe Rot für den Hintergrund gewählt, ergibt sich eine außerordentlich gewagte Komposition, in der der Hintergrund das Hauptmotiv zu „erdrücken“ droht. Die rote Farbe des Hintergrundes wird so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, dass für das Hauptmotiv nur noch wenig davon übrig bleibt, was in einer eher negativen Bildwirkung mündet.

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Bitte beschreibt, ohne lange nachzudenken, wie ihr dieses Testbild interpretiert.


Wahrscheinlich „seht“ ihr rote Körper vor einem blauen Hintergrund, richtig? Theoretisch könnte es auch eine blaue Wand sein, die Löcher hat und durch die hindurch ein roter Hintergrund sichtbar wird.

Praktisch jeder entscheidet sich aber für die erste Variante, weil Rot eine typische Vorder-, Blau eine Hintergrundfarbe ist.

Noch verblüffender ist diese und die nächste Testgrafik: Obwohl die Worte exakt in Zeilen angeordnet wurde, erscheint uns der rote Text im „Vordergrund“, der blaue dahinter.

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Hier der Gegenbeweis: Die gleiche Tafel, aber mit vertauschten Farben lässt wiederum den roten vor dem blauen „schweben“.

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Gefällt euch dieses oder das folgende Foto besser?

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Üblicherweise entscheiden sich Betrachter für dieses mit dem grünen „Hintergrund“ und dem roten „Hauptmotiv“. Der kleine rote Bereich kann die große grüne Fläche durch seinen großen Aufmerksamkeitswert aufwiegen, wodurch eine Art des Gleichgewichts entsteht.

Rot als Hintergrundfarbe „erdrückt“ das Hauptmotiv. Ein Gleichgewicht bezüglich der Farben kann sich nicht einstellen, eine farbliche Harmonie nicht entstehen.

Vordergrundfarben genießen demnach einen höheren Aufmerksamkeitswert als Hintergrundfarben. Sie bilden sozusagen den „Hingucker“. Fotografen sollten wissen, wo Betrachter ihrer Bilder zuerst hinschauen und welche Bereiche es sind, denen am meisten Aufmerksamkeit zuteil wird. Je intensiver und je länger der Blick dem Hauptmotiv gilt, desto größer sind die Chancen, dass eine Fotografie beim Publikum ankommt.

 
Nicht nur die Gliederung in Hinter- und Vordergrundfarbe ist dabei von Interesse, sondern mehrere Faktoren, von denen in der folgenden Tabelle einige herausgegriffen sind:

Größeres Gewicht („Hingucker“)
Geringeres Gewicht
Vordergrundfarben (Rot, Gelb)
Hintergrundfarben (Blau, Grün)
Gesättigte (reine) Farben
Gedeckte Farben
Farbigkeit im Allgemeinen
Farblosigkeit (Schwarz, Grau, Weiß)


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Der Grund, warum solche und ähnliche Motive oft „nicht funktionieren“, ist die Unfarbigkeit des Hauptmotivs, das unter der Farbigkeit des Hintergrundes zu leiden hat.


Mit anderen Worten: Der farbige Hintergrund lenkt den Blick vom Hauptmotiv ab.

 

 
Farbharmonien Bei der Kombination mehrerer Farben ist zunächst die Erkenntnis der Farbtheoretiker von Bedeutung, dass viele Farben, die mitunter in keiner erkennbaren Ordnung zueinander stehen, einen Betrachter eher verwirren und unangenehme Empfindungen auslösen, was beim Betrachten einer Fotografie schnell mit „unschön“ quittiert wird. Da wir das Gegenteil anstreben, seien zunächst einmal die Möglichkeiten genannt, eine farbliche Harmonie zu erzielen:

1. Benachbarte Farbtöne

Dabei werden ausschließlich Farben miteinander kombiniert, die im Farbkreis sehr eng zusammenstehen. Umgangssprachlich würde man vielleicht von einem „Ton-in-Ton-Bild“ sprechen.

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Grüne und gelbgrüne Farben dominieren dieses Foto.


 
Jenes Segment des Farbsechsecks ist hervorgehoben, aus dem die Farben des obigen Bildes bestehen:

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Auch diese Aufnahme lebt fast nur von einer Farbe, nämlich Rot. Im Gegensatz zur letzten Fotografie gesellt sich noch ein kleiner Anteil Grün bei, einer fast komplementären Farbe. Der rote Hintergrund wurde künstlich geschaffen.

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Farbharmonien können auch mit „gedeckten“ Farbtönen entstehen.

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Ein weiteres Beispiel für ein fast monochromes Bild.

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2. Warme Farbpalette

Ausschließlich Farben, die mit der Empfindung „warm“ assoziiert werden, kommen auf dem Foto vor, also vornehmlich Gelb, Orange und Rot, aber auch Mischfarben davon sowie Rosa, Pink und Gelbgrün. Kaum verwunderlich, dass auch die Wirkung der Aufnahme dann eine entspreche „Wärme“ ausstrahlt, die von unseren Sehgewohnheiten sowohl in der untergehenden Sonne und dem Feuer als auch in der mit „warm und gemütlich“ empfundenen Atmosphäre von Kunstlicht (Glühlampe) durchaus geläufig ist.

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Feuer lässt die Farben entstehen, die für „Wärme“ stehen: Gelb, Orange und Rot.


 

3. Kalte Farbpalette

Es kommen nur solche Farben zum Einsatz, die mit „Kälte“ in Verbindung gebracht werden, also in erster Linie Blau, aber auch Violett, Weiß und Cyan (Türkis). Auch hier kennen wir aus dem Alltag Entsprechungen: Wasser, Eis, Schnee und der tiefblaue Himmel nach Sonnenuntergang, wenn die Temperatur abfällt.

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Blau, hier in verschiedenen Helligkeiten und Sättigungen bis hin zu reinem Weiß kombiniert, ergibt eine „kalte“ Stimmung, die trotz der starken Abstraktion des Bildes auf das tatsächliche Hauptmotiv „Eis“ schließen lässt.


 

4. Bunte und unbunte Farben

Damit gemeint ist die Kombination einer oder mehrerer, ähnlicher Farben mit Grau, wobei das Grau ebenfalls in verschiedenen Helligkeiten bis hin zum Weiß und Schwarz vorkommen darf.

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In Kombination mit Grau leidet die „Strahlkraft“ von Farben. Kann auf diese Wirkung verzichtet werden, entsteht eine ruhige und „seriöse“ Farbkombination.


 

5. Aufgehellte/entsättigte Farben mit ihrer Vollfarbe

Eine Farbe in voller Sättigung wird kombiniert mit einer oder mehreren Abstufungen der gleichen Farbe, die allerdings entsättigt sind, also in Richtung Weiß tendieren. Selbst reines Weiß darf hier enthalten sein.

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Abgesehen vom Auge der Skulptur enthält dieses Foto nur Gelbtöne in verschiedenen Helligkeiten und Sättigungsstufen.


Wichtig ist, dass „reines" Gelb ebenfalls vorkommt. So sehr die einzelnen Kapitel einleuchten, so mögt ihr euch vielleicht fragen, wie solche Zusammenhänge in der Praxis Berücksichtigung finden können; immerhin haben die Motive ja nun einmal eine bestimmte, vom Fotografen meist nicht beeinflussbare Farbe. Das ist ein sehr berechtigter Einwand, doch oft gelingt es durch Perspektivenwechsel, zum Beispiel die Hintergrundfarbe zu wählen. Selten kann sogar ein komplett künstlicher Hintergrund mit der Wunschfarbe installiert werden.

 
Und bitte nicht die Tatsache vergessen, dass eine gelungene Farbkomposition ein Motiv an sich darstellt, bei der die Natur der abgebildeten Gegenstände plötzlich nebensächlich werden kann. D. h., die aktive Suche nach solchen Farbharmonien zahlt sich für den Fotografen in Form zusätzlicher Motive aus!

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Um nicht von der Zartheit dieses Leberblümchens abzulenken, wurde auf eine farblich harmonische Gestaltung Wert gelegt. Die Hintergrundfarbe Blau lässt das Hauptmotiv gut zur Geltung kommen.


 
Um die obige Aufnahme zu realisieren, war etwas Improvisation erforderlich: Eine blaue Regenjacke musste in Ermangelung eines blauen Himmels als Hintergrund herhalten. Das Leberblümchen ist mit einem roten Pfeil gekennzeichnet.

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Bei dieser Aufnahme stand einzig und alleine die Wirkung der beiden Komplementärfarben Gelb und Blau im Vordergrund (siehe folgendes Kapitel). Um dieses Thema zum bildwichtigsten Gegenstand zu erheben, wurde auf die scharfe Abbildung von Objekten bewusst verzichtet.

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Farbkontraste

Neben den Harmonien spielen die Farbkontraste eine Rolle. Für den Fotografen positiv ist, dass ihnen ein hoher Aufmerksamkeitswert zugeschrieben wird, d.h., ein Betrachter verweilt zunächst einmal bei der Aufnahme oder widmet ihr mehr Beachtung im Gegensatz zu anderen Aufnahmen ohne erkennbare Farbkontraste. Das ist gut, wenn die Wirkung letztlich eine belebende oder erfrischende sein sollte. Farbkontraste können aber auch anspannend und dadurch unangenehm wirken. Welche Reaktion überwiegt, muss im Einzelfall entschieden werden. Hier zunächst einmal die möglichen Ausprägungen der Farbkontraste:


1. Farb-Komplementärkontrast

Eine gute, für Fotografen leicht umsetzbare Regel ist die Anwendung des Farb-Komplementärkontrasts. Dabei werden zwei Farben, die einander „komplementär“ sind, in einem Foto miteinander kombiniert. Komplementärfarben sind „Gegenfarben“, also eine Farbpaarung, die sich im Farbsechseck (siehe Abbildung oben) gegenüberstehen. Häufig verwendet werden die Paarungen Rot und Grün sowie Gelb und Blau, auch wenn diese sich im Farbkreis nicht in jedem Einzelfall exakt gegenüberstehen. Die Wirkung beider Farben wird durch ihre Kombination verstärkt.

Weist ein Foto einen ausgeprägten Farb-Komplementärkontrast auf, werden beim Betrachter automatisch entsprechende „Emotionen“ ausgelöst. Das wiederum lässt nicht die Schlussfolgerung zu, dass nun jedes Bild mit einem Farb-Komplementärkontrast von allen Betrachtern automatisch als „schön“ empfunden wird – das wäre eine zu triviale Interpretation. Vielmehr entscheidet ein Betrachter eines Bildes aufgrund etlicher Merkmale, wie er das Gesehene letztlich bewertet. Doch der Fotograf kann sicher sein, dass er sich in dieser Bewertungsmatrix bereits einen Pluspunkt „einheimst“, wenn er den Farb-Komplementärkontrast als Gestaltungsmittel eingesetzt hat.

 
Physiologisch beweist ein einfacher Versuch, dass das menschliche Auge eine Komplementärfarbe geradezu „fordert“, also erzeugt, sollte sie fehlen: Wird ein nicht transparentes Objekt mit einer roten Lampe beleuchtet und wirft einen Schatten auf eine weiße Wand, empfindet das Auge den Schatten auf der Wand blaugrün!

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Gelbe Blüten vor blauen Himmel: Ein immer wieder verwendetes Motiv, um den Farb-Komplementärkontrast eindrucksvoll wirken zu lassen.


 
Wie hilflos schaut im Gegensatz dazu eine gelbe Blüte vor grünem Hintergrund aus!

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Ein Blick auf das Farbsechseck zeigt die Ursache: Während das erste Bild vom Farb-Komplementärkontrast (weißer Doppelpfeil) profitiert, liegen Gelb und Grün im Farbsechseck benachbart (schwarzer Doppelpfeil).

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Um den blauen Himmel als Hintergrund zu nutzen, muss die Kamera oft von unten nach oben gerichtet werden. Unter Umständen bedeutet das eine weniger bequeme Körperhaltung für den Fotografen, wenn die Pflanze nicht abgepflückt werden soll.

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TIPP: Möchtet ihr die Komplementärfarbe einer Farbe ermitteln, invertiert ein Foto im Bildbearbeitungsprogramm. In Photoshop beispielsweise dient dazu der Befehl Bild>Korrekturen…>Umkehren (Tastenschlüssel Strg+I):

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Links die Originalaufnahme, rechts werden deren Komplementärfarben durch Invertierung erkennbar.


2. Warm-kalt-Kontrast

Die Idee ist, eine Farbe aus dem „warmen“ Spektrum mit einer aus dem „kalten Spektrum“ zu kombinieren. Dann wirkt die warme Farbe noch wärmer und die kalte noch kälter, als sie es alleinstehend tun würde. Die Farbwirkung wird dadurch gesteigert; entsprechend intensiver ist die Wirkung auf den Betrachter.

Geschickt eingesetzt, lässt sich durch den Warm-kalt-Kontrast sogar eine räumliche Wirkung erzielen, denn die kalten Farben weichen in den Hintergrund, während die warmen Farben Nähe vermitteln (siehe Vorder- und Hintergrundfarben). Als kälteste Farbe gilt Cyan/Türkis, als wärmste eine Mischung aus Rot und Orange. Folglich wird eine Kombination daraus auch den intensivsten Warm-kalt-Kontrast bilden. Die Kombination aus Blau und Grün hingegen bildet zwar auch einen Warm-kalt-Kontrast, weil Blau kälter als Grün empfunden wird, jedoch ist dieser nur schwach ausgeprägt.

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Während der „blauen Stunde“, also eine Weile nach Sonnenuntergang, bieten sich exzellente Gelegenheiten, den Warm-kalt-Kontrast auszunutzen. Nämlich dann, wenn in der „Bläue“ des schwindenden Tageslichts die ersten Glühbirnen eingeschaltet werden, deren gelbliches Licht Wärme verheißt. Wird der Weißabgleich der Kamera auf Kunstlicht verstellt, kann der Blaustich schon während der Aufnahme gesteigert werden.


3. Unbunt-bunt-Kontrast

Von einem Unbunt-bunt-Kontrast wird gesprochen, wenn eine Farbe einer „unbunten“ Farbe, also einem Helligkeitswert von Schwarz über Grau bis Weiß gegenübergestellt wird. Dann hängt es von dem unbunten Ton ab, ob die Strahlkraft der Farbe eher gestärkt oder eher abgeschwächt wird. Die Strahlkraft nimmt zu, wenn eine Farbe mit Schwarz kombiniert wird. Noch stärker erweist sich die Kombination mit Weiß, was zum Beispiel bei vielen Verkehrsschildern ausgenutzt wird, bei denen Rot oder Gelb mit Weiß zusammenwirkt. Eine Farbe büßt ihre Wirkung hingegen ein, wenn sie in grauer Umgebung eingebettet ist.

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Die Leuchtkraft dieser Ahornblätter ist immens, weil sie vor einem weißen Hintergrund abgelichtet wurden.


 
Das Rot des Verkehrsschildes leuchtet auf weißem Grund noch mehr, als wenn es alleine stehen würde. Das Moos ergibt zudem noch einen Beinahe-Farb-Komplementärkontrast.

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Ein Unbunt-bunt-Kontrast kann auch durch einen „Trick“ erzeugt werden, der sich „Color-Key“ nennt. Darunter versteht man eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, bei ein oder mehrere Bildbereiche ihre ursprüngliche Farbe haben oder nachträglich eingefärbt („koloriert“) sind. In Zeitalter der Digitalfotografie ist die Entstehung einer Aufnahme im Color-Key-Verfahren ziemlich simpel: Man nimmt das Foto in Farbe auf und entsättigt mit einem Bildbearbeitungs-Programm dann die Bereiche, die in Schwarz-Weiß dargestellt werden sollen.

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Klassische „Color-Key“-Aufnahme. Bis auf die Würfel wurde das Digitalfoto vollständig entsättigt, d.h. in ein Schwarz-Weiß-Bild umgewandelt.


Hier eine kurze Anleitung dazu, wie ein Color-Key mit Adobe Photoshop entstehen kann. Das Ausgangsmotiv ist ein Porträt, bei dem nicht auf das Gesicht, sondern auf das Weinglas fokussiert wurde:

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In Photoshop wird die Ebenen-Palette benötigt. Falls erforderlich, lässt sie sich mit dem Tastenschlüssel F7 einblenden. Das geöffnete Bild enthält nur eine Ebene, die den Namen „Hintergrund“ trägt. Klickt man auf dieser Bezeichnung die sekundäre Maustaste, öffnet sich ein Kontextmenü, in dem der Befehl Ebene duplizieren gewählt wird (roter Pfeil). Das darauf folgende Dialogfeld wird mit OK bestätigt.

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Im Anschluss daran existiert eine zweite Ebene, die „Hintergrund Kopie“ heißt (roter Pfeil). Sie bleibt ausgewählt, während in Photoshop der Befehl Bild>Korrekturen…>Sättigung verringern angewählt wird.

 
Danach ist die obere Ebene Schwarz-Weiß, die untere nach wie vor in Farbe.

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Nun wählt ihr den Radiergummi (Tastenschlüssel E) aus und bestimmt in der Eigenschaften-Leiste Größe und Härte. Beides richtet sich nach dem Motiv: Größere Bereiche radiert ihr mit einem großen, harten Werkzeug aus, filigrane Details danach mit einem kleinen, weicheren. Radiert in der oberen Ebene die Bereiche aus, die in Farbe erscheinen sollen.

 
Dadurch entstehen „Löcher“ in der oberen Ebene, durch die hindurch die untere, farbige Ebene sichtbar wird.

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Fertiges Foto nach dem Zusammenfügen der Ebenen mit dem Befehl Ebene>Auf Hintergrundebene reduzieren:

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4. Hell-dunkel-Kontrast

Der Hell-dunkel-Kontrast beschreibt die Steigerung der Farbwirkung, wenn eine helle Farbe mit einer dunklen kombiniert wird. Beide profitieren davon, wobei die hellere die Wirkung „Groß“ und „Leicht“ hervorruft, die dunklere das Gegenteil davon. Ebenso wie beim Warm-kalt-Kontrast wird auch das Raumgefühl dahin gehend beeinflusst, dass die dunkle Farbe in den Hintergrund rückt und die helle sich in den Vordergrund drängt.

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Dieses Bild vermittelt ein ausgeprägtes Gefühl für Räumlichkeit aufgrund des Hell-dunkel-Kontrastes.


 
Nicht durch die Schärfe, sondern durch die Farbhelligkeit setzt sich das hellere Hauptmotiv gut vom dunkleren Hintergrund ab.

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5. Qualitätskontrast

Ein Qualitätskontrast tritt zutage, wenn eine Fotografie nur aus einer Farbe in verschiedenen Helligkeiten und Sättigungen besteht. Das kann sehr wirkungsvoll sein, wenn darauf geachtet wird, dass die „reine Farbe“ ebenfalls enthalten ist, d.h. das Bild nicht nur aus entsättigten Tonwerten unterschiedlicher Helligkeiten besteht.

Bezogen auf das Farbsechseck wird also nur auf ein kleines Segment von sehr ähnlichen Farben zurückgegriffen und darauf geachtet, dass eine reine Farbe enthalten ist. Als reine Farben sind sie satten Farben an den Ecken des Farbsechseckes anzusehen: Cyan, Grün, Gelb, Rot, Magenta und Blau.

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Verschiedene Farben unterschiedlicher „Qualität“ ergeben den Qualitätskontrast.


 
Farbsechseck mit hervorgehobenem Segment, aus dem das obige Foto seine Farben bezieht:

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Bei diesem Bild fehlt eine „reine Farbe“, demnach kann es Qualitätskontrast nicht profitieren. Tatsächlich müsste man die Aufnahme beinahe als Fehlversuch verwerfen, wenn nicht die dunklen Äste wären, die für einen Hauch von Hell-dunkel-Kontrast Sorge tragen:

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6. Quantitätskontrast

Wie der Name schon vermuten lässt, geht es hier um das flächenmäßige Verhältnis zweier Farben auf einem Foto. Ähnlich wie bei der geometrischen Bildgestaltung (siehe Teil 1 der Tutorialserie „Endlich besser fotografieren“ mit dem Titel „Hauptmotiv nicht in der Mitte anordnen“) sind absolute Symmetrien auch bei der Farbverteilung eher zu vermeiden. Wirkungsvoller ist ein Ungleichgewicht bezüglich der Flächenanteile zweier Farben, deren Wirkkraft jedoch im Gleichgewicht steht! Das kann dadurch erreicht werden, dass eine helle, strahlende Farbe (etwa Gelb) flächenmäßig zwar sparsam eingesetzt wird, aber durch seine Strahlkraft der flächenmäßig überlegenen Farbe (etwa Dunkelblau) ebenbürtig ist.

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Obwohl die gelben Lichterketten flächenmäßig der Farbe Blau im Bild weit unterlegen sind, können sie durch ihre hohe Strahlkraft ein farbliches Gleichgewicht, eine Harmonie herstellen. Um diese Farbharmonie zu betonen, wurde durch eine lange Belichtungszeit und ein absichtliches, leichtes Verwackeln eine allzu scharfe Darstellung von Details vermieden.


 

Schlussbetrachtung

Dass Farben auf Menschen „Kräfte“ auswirken, ist wissenschaftlich belegt. Je mehr ein Fotograf über diese Kräfte weiß, desto eher wird er in der Lage sein, sie bei der Bildgestaltung in eine von ihm gewollte Richtung zu lenken. Die Beherrschung wichtiger Regeln bei der Farbgestaltung ist ein Mosaikstein auf dem Weg zu einem „schönen“ Foto. Unter „schön“ soll hier nicht etwa „angenehm“ oder „gefällig“ verstanden werden, sondern eine Bildwirkung, die beim Betrachter Lustgefühle auslöst. Lust, dieses Foto anderen vorzuziehen, es länger zu betrachten als andere, es zu kaufen, es auszuzeichnen, es als Anregung für eigene Arbeiten zu sehen, es zu loben oder zu würdigen. Dinge, auf die der Profifotograf angewiesen und denen gegenüber der Amateur nicht gerade abgeneigt ist!


Übung

1. Nehmt ein „unbuntes Motiv“ vor verschiedenfarbigen Hintergründen auf. Als Hauptmotiv infrage kommt beispielsweise eine Taschenuhr, eine Walnuss oder eine Münze. Gerne darf der Gegenstand auch größer sein, wenn entsprechende Hintergründe zur Verfügung stehen. Wählt Hintergrundkartons in den Farben Weiß, Schwarz und Grau sowie Rot und Blau. Auf Wunsch kann die Übung mit weiteren Farben ausgeweitet werden. Fertigt pro Hintergrundfarbe eine Aufnahme an und vergleicht die Ergebnisse danach. Schenkt besonders dem Bild mit der roten Hintergrundfarbe Beachtung, denn Rot ist eine ausgesprochene Vordergrundfarbe!

2. Findet oder arrangiert ein Motiv mit einem ausgeprägten Farb-Komplementärkontrast (zum Beispiel mit der Farbpaarung Rot/Grün oder Blau/Gelb) und fotografiert es so, dass ein abstraktes Ergebnis entsteht, bei dem die Erkennbarkeit der abgebildeten Gegenstände in den Hintergrund, die Wirkung des Farb-Komplementärkontrastes jedoch in den Vordergrund tritt.

3. Konzentriert euch auf ein Motiv, das nur eine Farbe in verschiedenen Schattierungen enthält. Am leichtesten kommt man bei Makrofotos zum Ziel: Der Ausschnitt aus einer kräftig zerknüllten Mülltüte in diffusem (weichem) Licht beispielsweise kann als Motiv für ein „blaues Bild“ herhalten. Wenn ihr Gefallen an dieser Übung findet, könnt ihr sie auf weitere Bilder mit anderen Farben ausdehnen. Vergleicht die Wirkung solcher „monochromer“ Bilder mit einem „kunterbunten“ Foto aus eurem Archiv.

Weiter geht es mit Teil 5: „Hauptmotiv nicht zu klein abbilden“.



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Kommentare
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Portrait von Buenji
  • 25.12.2016 - 20:22

Sehr gut erklärt Stefan :-) Die Artikel sind eine super Ergänzung zu deinem VHS Kurs!
Die Farbwirkung auf Bilder hat mich schon länger interessiert aber bisher hatte mir noch die Muse gefehlt, mich damit zu beschäftigen. Das werde ich nun nach deinem Artikel deutlich verstärkter beim Bildaufbau berücksichtigen. Danke!

Portrait von Trudi 01
  • 10.03.2015 - 20:52

Wieder ein tolles Tutorial. Werde die Übungen denfinitv mal ausprobieren.

Portrait von Tilli88
  • 11.12.2014 - 10:12

Super Tutorial! Ich hab die Farbgestaltung (wenn man das so nennen kann) meistens intuitiv richtig gemacht, aber war mir nie im Klaren darüber, warum die Wirkung dann so ist (siehe Farbkreis Komplementärfarben etc). Danke, hat mir weitergeholfen!

Portrait von ubemb
  • 31.01.2014 - 12:47

Sehr gut erklärt, Danke

Portrait von Figib
  • 29.01.2014 - 22:47

Vielen Dank für das Tutorial!

Portrait von Rocker0302
  • 24.12.2013 - 13:16

Vielen Dank, Super erklärt mit den Beispielbildern tolles Tutorial.

Portrait von firsthippi
  • 11.09.2013 - 09:39

Danke für das Tutorial

Portrait von Sir Jeffrey
  • 18.06.2013 - 13:09

Wieder ein tolles tutorial mit tollen Beispielen. Da werde ich mit Sicherheit in Zukunft mehr drauf achten beim Fotografieren.
Herzlichen Dank.

Portrait von taschasupernova
  • 14.05.2013 - 22:06

Das Beispiel mit den Pferden auf der Weide hat mir sehr gut gefallen... !

Portrait von gulag
  • 23.02.2013 - 22:09

Es hilft schon sehr gut weiter

Portrait von stefan_seip
  • 19.02.2013 - 17:31

@magss: 'keinen allzu guten Zugang zu Schwarzweiß'? Wenn Du wüsstest... :-D

Portrait von magss
  • 19.02.2013 - 17:09

Dieser Beitrag hat wirklich tolle Infos zu Farben, nicht zu theoretisch, alles wirklich gut nachvollziehbar, auch wieder anhand der Beispielfotos.
Was man dem Beitrag aber doch anmerkt, dass der Autor keinen allzu guten Zugang zu Schwarzweiß hat ;-), dass heute niemand mehr ein Bild in SW konvertieren möchte, wenn man erst mal die farbige Variante gesehen hat, ist denke ich, etwas übertrieben. Zum Glück, muss man digital ja die Entscheidung darüber nicht mehr vorab treffen.

Portrait von gremat
  • 06.01.2013 - 22:28

Sehr schön und umfangreich, muss man sich sicher öfters ansehen bis das mit den Farben wirklich sitzt.

Portrait von ofaessler
  • 23.12.2012 - 23:06

Ich bin begeistert von dieser Seite. Heute registriert und ab sofort sicher regelmässiger Besucher! DANKE!!!

Portrait von yorker976
  • 13.07.2012 - 09:08

Danke für die gute Darstellung und die Focusierung auf das Wesentliche.

Portrait von Gismo77
  • 24.06.2012 - 15:55

Klasse gemacht, will mehr davon ;-)

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 22.06.2012 - 08:42

Wunderschönes Tutorial mit sehr schönen und ansprechenden Beispielbilder.
Da versteht einer was von seinem Handwerk - Respect!

Portrait von VH_FI
  • 14.06.2012 - 09:49

Sehr verständlich erklärt und mit guten Bespielen belegt, danke!!!

Portrait von wir697296
  • 12.05.2012 - 21:57

dickes Lob - herzlichen Dank - freue mich schon auf die nächsten Tutorials


Portrait von EinFotograf
  • 27.03.2012 - 15:09

Hallo Stefan Seipp!

Ich finde dieses Tutorial sehr gut und überaus informativ. Es ist zwar sehr lang und schon fast zu umfangreich um sich das alles auf Anhieb zu merken, aber gerade das Sechseck mit der übersichtlichen Darstellung und der Farbenlehre hat mir wirklich viel gebracht.
Ich glaube nun, im Ansatz verstanden zu haben warum so viele Fotos leblos wirken (schönes Beispiel mit den Pferden auf der Weide!)

Vielen Dank für das Teilen dieses Wissens!

Gruß

Chris

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