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Tutorialbeschreibung

Welche Fotokamera soll ich kaufen? Wo liegen die Unterschiede?

Welche Fotokamera soll ich kaufen? Wo liegen die Unterschiede?

In dieser Kolumne möchte ich die Unterschiede zwischen verschiedenen Kameratypen darlegen und den Einsteiger über die wesentlichen Merkmale beim Kamera- und Objektivkauf aufklären.

(Erschienen in der commag 12/06)


Die groben Unterschiede

Der erste Schritt ist, zu differenzieren – welchen Typ von Kamera man denn überhaupt benötigt. Es wird zwischen „Kompaktkamera“ und „Spiegelreflexkamera“ unterschieden, wobei dich die Kompaktkameras nochmals zwischen „Prosumer“ (oder Bridgekamera) und „Kompaktkamera“ aufteilen.

 


Kompaktkameras – die Knipse für die Hosentasche

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Kompaktkameras siedeln sich eher im unteren Preissegment der Digitalkameras an – zw. 100€ und 300€.Sie sind nicht nur günstig, sondern auch sehr leicht und klein. Deshalb passen sie auch in jede Tasche und fungieren als „Immer-dabei-Kamera“. Diese Kameras sind besonders für Menschen geeignet, die schnell ein Foto schießen wollen, ohne sich stundenlang mit manuellen Einstellungen oder der sehr aufwändigen Nachbereitung beschäftigen zu müssen. Die Kompaktkameras im unteren und mittleren Preissegment speichern Bilder direkt als scharfes jpg, sodass kein Nachschärfen oder sonstige Bildbearbeitung am PC mehr nötig ist.
Auf Grund der sehr kompakten Bauweise besitzen Kompaktkameras einen ca 3x bis 5x Zoom. Dies entspricht i.d.R. einer Brennweite von ca. 35mm-100mm
 

Die nächste Gruppe wird „Brigekamera“ oder auch „Prosumerkamera“ genannt:

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Sie sind deutlich größer als ihre kleineren Geschwister, deutlich teurer und schwerer. Auf den ersten Blick lassen sie sich nur schwer von einer Spiegelreflexkamera unterscheiden. Prosumerkameras richten sich vor allem an ambitionierte Anfänger, die stark aufs Geld achten müssen, aber trotzdem mehr Kontrolle über ihre Fotos haben möchten (in Form von manuellen Einstellmöglichkeiten).Diese Kameras sind im höheren Preissegment für Kompaktkameras angesiedelt – die Kosten belaufen sich auf rund 300€ und 500€.

Auf Grund der großen Bauweise ist es dem Hersteller möglich, größere Sensoren einzubauen als in Kompaktkameras, was sich auf eine verbesserte Bildqualität auswirkt. Außerdem neigen große, schwere Kameras zu einem besseren Handling und so zu weniger verwackelten Bildern. Des Weiteren decken die meisten Prosumerkameras einen höheren Brennweitenbereich ab – von circa 35mm bis 300mm (entspr. 8,5x Zoom). 12x Zooms sind auch längst keine Seltenheit mehr. Jedoch ist zu erwähnen, dass bei allen Kompakt- und Prosumerkameras das Bildrauschen sehr viel stärker ausfällt als bei den Kameras, die ich gleich ansprechen werde. Dies ist bedingt durch den geringen Preis der Kamera:
Es werden meist kleinere Sensoren und qualitativ minderwertige Objektive verbaut, um die Kosten niedrig zu halten Je kleiner der Sensor, umso weniger Platz hat ein Pixel auf ihm – sie sind also mehr „eingequetscht“.
Außerdem werden in Kompaktgeräten in der Regel CCD-Sensoren verbaut, im Gegensatz zu den CMOS-Sensoren, welche in Spiegelreflexkameras anzutreffen sind. Sie zeichnen sich durch eine höhere Geschwindigkeit, Dynamikumfang und bessere Qualität aus.


Digitale Spiegelreflexkamera – die Königsklasse

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Der Hauptunterschied zum kompakten Verwandten ist, dass das Licht, was in die Kamera gelangt, mit einem Spiegel in den Sucher der Kamera umgeleitet wird. Deshalb ist auch kein Live-View möglich (d.h. das Sucherbild erscheint auf dem Monitor). Erst beim Auslösen klappt dieser Spiegel hoch und der Sensor wird belichtet („Klack-Geräusch“ bei Fotografen). Häufig werden digitale Spiegelreflexkameras auch als DSLR bezeichnet (digital single lens reflector). Es gibt sie von verschiedenen Herstellern – z.B. Canon, Nikon, Pentax uvm. – und in verschiedenen Preiskategorien:
Aktuelle Kameras im Einsteigerbereich schlagen mit ca 500-800€ zu Buche, teure Profi-DSLRs können alleine schon mal mehrere tausend Euro kosten!

Es ist wichtig zu erwähnen, dass DSLRs in der Regel nur als „Body“ verkauft werden, also nur das Gehäuse ohne Objektiv. Damit kann man allerdings noch kein Foto machen. Deshalb werden oft „Kits“ angeboten, worin ein Allround-Objektiv (meist 18-55mm) und die Kamera enthalten sind. Das Kitobjektiv ist weitaus besser als sein Ruf und schlägt nur mit ca 100-200€ zu Buche (Näheres zu Objektiven im unteren Teil). Ich gehe davon aus, dass sich hauptsächlich Einsteiger diesem Text widmen, weshalb ich nur das untere Preissegment näher beleuchten werde. Die großen Preisunterschiede resultieren von der unterschiedlichen Verarbeitung und der Größe des Sensors. Es kommt – wie viele Leute denken – weniger auf die Anzahl der Pixel an, sondern auf die Qualität der Pixel. Ich persönlich würde hochwertige 6 MP auf jeden Fall minderwertigen 12 MP vorziehen!

Eins der wichtigsten Hauptaugenmerke von DSLRs ist, dass diese mit auswechselbaren Objektiven bestückt werden können (näheres dazu unten). Während in Kompaktkameras ein festes, meist nur befriedigendes, Objektiv verbaut ist, können bei DSLRs verschiedene Objektive mit anderen Brennweiten und Lichtstärken gekauft werden.

Man kann sich schon vorstellen, dass ein Objektiv, welches 30-350mm abdeckt und inkl. Kamera nur 400 Euro kostet (Prosumer) bei weitem nicht an ein Objektiv kommt, welches schon ohne Kamera 500€ kostet und nicht einmal die Hälfte der Brennweite abdeckt!

Nachfolgend eine kleine Übersicht zw. den Kameratypen:

  Kompakt Prosumer DSLR
Preis 100€ - 300€ 300€ - 500€ ab 500€
Zusatzkosten Karten ~50€ Karten ~50€ Objektive sind oft teurer als der Body!
Gewicht 150g 300-500g 300-1000g + Objektiv
Geräusch kein kein laut beim Auslösen
Bildqualität schlecht - okay okay - gut okay - super
Schärfentiefe s. hoch hoch niedrig
Zoom 3-5x 5-12x je nach Objektiv
Zeitaufwand gering gering mehr Nachbearbeitung notwendig
Verarbeitung schlecht, Plastik befriedigend, Plastik gut, Plastik oder hochw. Material
Sucher 2,5" Monitor 2,5" Monitor i.d.R. kein Monitor
Einstelloptionen wenig einige viele
Sensor s. klein - klein klein mittel - groß
 *Schärfentiefe (oft auch als Tiefenschärfe oder DOF bezeichnet) der Bereich, der auf dem Bild scharf abgebildet wird. Je niedriger die Schärfentiefe, desto „verschwommener“ ist der Hintergrund. Dadurch lassen sich Objekte sehr gut vom Hintergrund „freistellen“.

 

Was genau ist nun mit den Objektiven?

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Das Objektiv ist bei Spiegelreflexkameras sehr wichtig und maßgeblich ausschlaggebend für die Qualität eines Bildes. Hier gibt es riesige Unterschiede! Man sollte sich im Klaren sein, dass Objektive für DSLRs einen meistens mindestens so viel Geld kosten, wie die Kamera selbst! Wenn man erstmal ein Objektiv hat, sind die anderen nicht weit. Es gibt sehr große Qualitätsunterschiede, somit gibt es Objektive für 100€ und welche für mehrere tausend Euro (für ein einziges Objektiv!)

Als Erstes gehe ich auf den Namen des Objektivs ein: Sigma 55-200 / 4.0 - 5.6 Sigma ist der Hersteller des Objektivs. 55-200 gibt den Brennweitenbereich an, den das Objektiv abdeckt (Teilt man die hintere Zahl durch die vordere, gelangt man zum x-fach Zoom).
Die Zahlen, die hinter dem Brennweitenbereich stehen, sind ein maßgeblicher Preisfaktor.
Sie geben die Lichtstärke bei Anfangs- und Endbrennweite an – d.h. bei 55mm hat das Objektiv eine Brennweite von 4.0, bei 200mm nur noch eine von 5.6.
Je höher die Zahl, desto schlechter ist die Lichtstärke.

Es gibt auch teure Objektive, die eine durchgängige Lichtstärke besitzen, z.B. das Canon 24-70 L 2,8.
Hier liegt der Brennbereich bei 24-70mm bei einer konstanten Lichtstärke von 2,8. Diese Lichtstärke ist schon recht gut, das Objektiv kostet auch 900-1200€!!
Das L ist ein spezielles Merkmal von Canon: Die L-Objektive (L -> Luxury) sind sehr gut verarbeitet und qualitativ hochwertig.
Neben den herstellereigenen Objektiven (Canon, Nikon) gibt es auch Fremdhersteller (Tokina, Tamron, Sigma), die Objektive sehr viel günstiger produzieren, aber nicht schlecht sind (man bezahlt gerade bei Canon viel für den Namen!).

Zusätze am Objektiv
Ein weiterer Faktor für den Preis eines Objektivs ist z.B. der Autofokus (AF), je nach Preis wird er mit Ringmotor oder Ultraschall (AF-S) betrieben. Auch IS Objektive (Bildstabilisierung) sind zu finden. Diese können vor allem im Telebereich (ab 150mm) wahre Wunder bewirken.

Doch das alles geht über ein „Einsteigerseminar“ hinaus und bietet wunderbaren Stoff für eine neue Kolumne von mir.
Dies war mein kleiner Exkurs in die Welt der digitalen Fotografie. Ich konnte leider nur einen kleinen Einblick geben und die wesentlichen Punkte für Einsteiger erläutern, da es ansonsten viel mehr ein Roman geworden wäre :-)
Ich freue mich auf Rückmeldungen – bis bald!


Kommentare
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Portrait von g3n4u
  • 12.09.2014 - 05:20

ich als absoluter Anfänger (der sich gerade über den Kauf der ersten SLR Gedanken macht) weiß jetzt noch nicht gleich "Welche Kamera soll ich kaufen"
Aber dennoch wurde mir auf gut erklärtem Weg näher gebracht welche Unterschiede es gibt bei Kameras an sich und das leserlich gut verpackt, also danke dafür

Portrait von psd_e
  • 24.09.2012 - 23:58

wenn man sich schon mal ein bisschen mit dem Thema beschäftigt hat, weiß man mehr

Portrait von neuling_2011
  • 14.05.2011 - 22:23

sehr informativ danke :) will mir auch eine Kamara demnächst kaufen, kann aber nicht zwischen Canon EOS D550 und Nikon D90 entscheiden. Was würdet ihr denn empfehlen?

Portrait von ll84
  • 08.03.2011 - 09:15

Ganz interessante Kurzfassung zum Einstieg in das Thema

Portrait von ihd
ihd
  • 28.09.2010 - 15:08

es könnte meh über objektive stehen am sonsten ist es gut

Portrait von Spezia
  • 28.08.2010 - 15:10

hey...guter einsteigerartikel. gibt es auch schon einen extra artikel nur über digitale spiegelreflexkameras?

Portrait von _Abdel_
  • 26.08.2010 - 16:37

wow das ist echt super verständlich erklärt. Vielen Dank! :D

Portrait von Assigned1004
  • 02.08.2010 - 09:12

Bitte um Fortsetzung, vor allem über Objektive...

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 20.06.2010 - 13:06

Danke, sehr übersichtlich udn ein super Einstieg! Vor allem die "Tabelle" mit den drei Kameratypen find ich wirklich gut!

Portrait von phonne
  • 16.06.2010 - 21:56

Find ich supper=) leider nur 4 sterne weil er hätte noch weiter gehen können=) vllt setzt du dich nochmal dran und schreibst ihn weiter=) mich würde es interessieren=) weil das thema umfasst schon eine menge vllt nochmal erklären was deine tipps wären was man sich holen sollte usw. =) würd mich freuen wenn du ein neuen schreibst schreib mir mal ne pn =) würde mich freuen Lg=)

Portrait von plaenky
  • 07.06.2010 - 10:34

Gute Erklärung. Dankeschön

Portrait von a_b_c
  • 19.01.2010 - 08:31

Sehr informativ und gut erklärt. Danke! MFG a-b-c

Portrait von bridged
  • 28.11.2009 - 10:04

Finde die Ratschläge sehr hilfreich, da meine alte Kamera kaputt ist, und ich seit einiger Zeit eine neue, gleichwertige suche.

Portrait von pixelherbert
  • 23.09.2009 - 14:21

selbst für mich als neuling im dslr bereich hätte ich etwas mehr gewünscht.

Portrait von Biodrink
  • 04.08.2009 - 17:15

Zu allgemein gehalten.

Portrait von klana_schnuffl
Portrait von FigoFinozeros
  • 11.05.2009 - 13:55

Hat mich jetzt nicht vom Hocker gerissen

Portrait von huibuh
  • 04.05.2009 - 20:55

Als Kaufberatung zu allgemein. Bietet einen kurzen Überblick über die verschiedenen Kameratypen, mehr nicht. Das allerdings gut verständlich erklärt.

Portrait von teppichmaler
  • 18.01.2009 - 09:26

Gut geschrieben, aber ich würde das nicht als kaufberatung betitteln. Wegen des Fortschritts in einem Jahr, evtl. kurz überarbeiten?

aber im grossen und ganzen ein gutets tut

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 14.01.2009 - 15:12

Als ganz grober Überblick für Einsteiger super, aber als Kaufberatung würde ich es nicht ganz bezeichen.

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