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Tutorialbeschreibung

Basiswissen - Teil 13: Von guten und schlechten Fotos

Basiswissen - Teil 13: Von guten und schlechten Fotos

In einer 18-teiligen Tutorialreihe erfahren Sie alles Grundlegende zur digitalen Fotografie. Welche Kameras gibt es, was zeichnet ein gutes Objektiv aus, wie geht man mit digitalen Daten um, wie nutzt man die vielen Einstellmöglichkeiten einer Digitalkamera usw.

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Von guten und schlechten Fotos: Bildgestaltung und Kreativität

Nettes Bild, aber irgendwie fehlt was, an dem man wirklich hängen bleibt. Es sind mehrere Elemente da, die nebeneinander ähnlich dominant sind. Es fehlt der eindeutige Blickfang:

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Die meisten Hobbyfotografen stellen ihre Kamera auf die Vollautomatik, um sich keine Gedanken über die richtigen Belichtungswerte machen zu müssen. Brennweite einstellen, Motiv anvisieren, abdrücken, fertig. Grundsätzlich spricht natürlich nichts dagegen. Aber wenn man nicht nur 08/15-Bilder produzieren möchte, sollte man die Freiheit, die einem die Kameraautomatik bietet, bitte auch nutzen.

Im Klartext: Wer sich keine Gedanken über die Technik zu machen braucht, sollte das gewonnene Potenzial für ein paar Überlegungen zur Bildgestaltung verwenden. Im folgenden Tutorial gibt es eine Menge Tipps und Tricks, um auch aus der langweiligsten Situation noch einen coolen Schnappschuss herauszuholen.

 
Hier ist ganz klar der Platzregen Thema des Bildes. Allerdings pendelt der Blick auch ständig zwischen den roten Bildteilen (Schild, Rückleuchten, Auto rechts). Um den eigentlichen Bildinhalt zu verstärken, könnte man das Schild vorn umfärben.

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Herausforderung Blickfang

Schaut man sich die eigenen Fotos am Computer oder als Abzug/Ausdruck an, stellt man oft frustriert fest, dass ein vermeintlich atemberaubender Blickfang kaum mehr zur Geltung kommt. Passiert übrigens gerade in der Landschaftsfotografie ständig. Aber warum ist das so? Das Motiv war doch toll, die Belichtung hat doch perfekt geklappt!

Was bei aller Begeisterung für ein Motiv jedes Foto versemmelt, ist das Fehlen von einfachsten Grundlagen zur Bildgestaltung. Erst wenn man sich Gedanken darüber macht, was den Reiz eines Motivs oder einer Situation ausmacht, wie man den Blickfang vor seinem Hintergrund und in seiner nächsten Umgebung zeigen möchte und welchen Bildausschnitt man wählen sollte, können aus Schnappschüsse echte Hingucker werden.

 
Die Szene sah irgendwie lebendig aus; leider kommt nicht viel davon auf dem Bild rüber. Obwohl – immerhin – die Menschengruppen ziemlich genau im Goldenen Schnitt angeordnet sind. Aber auch das hilft nicht wirklich.

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Faktoren der Bildgestaltung

Wer ein Bild bewusst gestaltet, ist kreativ. Allerdings ist nicht jede Gestaltung ein kreativer Geniestreich. Im Gegenteil. Die allermeisten Gestaltungsregeln lassen sich ganz einfach erlernen. Die Fotografie ist eben zu 95% ein Handwerk.

Meiner Meinung nach besteht die Fotografie aus 25% Technik, 70% Gestaltungsregeln und 5% Kreativität und der Intuition des Fotografen. Er/sie erkennt ganz besondere Situationen und macht was draus. Intuition kann man nicht vermitteln, die Technik sollte vorhanden sein, befassen wir uns also mit dem gestalterischen Handwerk.

 
Hier ging es um die Statue. Schon die Tatsache, dass ganz bewusst Menschen mit aufs Bild genommen wurden, um die Größenverhältnisse zu zeigen, ist eine kreative Entscheidung.

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Kleine Warnung vorweg

Eines sollte klar sein: Wenn ich hier über gestalterische Regeln rede, gehe ich davon aus, dass diese Regeln von Menschen im westlichen Kulturkreis gelesen werden. Andere Länder, anderes Gestaltungsempfinden. Kleines Beispiel: Wir schreiben von links nach rechts, die arabische Schrift geht von rechts nach links. Wir empfinden eine von links nach rechts gehende Bewegung eher als aktiv und angreifend, wohingegen eine Bewegung von rechts nach links eher als abwehrend und passiv empfunden wird.

Ästhetik hängt also stark davon ab, wo auf der Erde man gerade ist. Das bewusste Brechen ästhetischer Empfindungen kann bereits ein außergewöhnliches Bild hervorbringen, man sollte jedoch wissen, was man tut bzw. wissen, wie die potenziellen Betrachter mit einem Motiv vermutlich umgehen.

 
Die Richtung der dominanten Linien im Bild (die Hecke) führt das Auge von rechts nach links ins Bild und vermittelt zusätzlich zu den auf Bänken sitzenden Menschen Ruhe.

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Motivposition

Die grundlegendste Frage beim Fotografieren ist, an welcher Stelle das Hauptmotiv im Bild platziert werden soll. Meistens nimmt man sein Hauptmotiv einfach mal in der Mitte des Suchers/Monitors ins Visier. Zwar gibt es durchaus Motive, wo Symmetrie angebracht ist wie z. B. eine Spiegelung im Wasser. Man könnte die Schnittkante zwischen Motiv und Spiegelung in der Mitte des Bildes anordnen. Bis auf diese Ausnahmen ist es aber meistens sinnvoll, zuerst einmal eine außermittige Platzierung zu versuchen, um mehr Spannung ins Bild zu bringen. Um das mal zu testen, kann man einfach ein kleines Stillleben aus einem Tisch, einer Wand und einem Glas (Vase, Aschenbecher, Tasse etc.) arrangieren.

Nun wird das Motiv zunächst bei gleichem Kameraabstand mittig, links, rechts, etwas weiter oben und weiter unten fotografiert. Hierbei kann man schon ansatzweise erkennen, welche Auswirkungen die Platzierung des Hauptmotivs haben kann. Verändert man nun noch die Entfernung bzw. die Brennweite, ergeben sich durch die Neugewichtung von Motiv und Tisch und Hintergrund ebenfalls neue Sichtweisen. Ist man weit weg, wirkt das Motiv klein, verloren, zerbrechlich. Geht man nah ran, kommt das Motiv groß raus und man kann – je nach Brennweite – geradezu skurrile Perspektiven erzeugen.


Goldener Schnitt – ein Anhaltspunkt

Eine wichtige Grundregel zur Positionierung von Haupt- und Nebenmotiven in einem Bild ist der Goldene Schnitt. Gebäude, Gemälde, Skulpturen und Fotografien wirken immer dann besonders harmonisch, wenn sie nach dem goldenen Schnitt aufgebaut sind. Das war übrigens schon in der Antike bekannt, wie man an Bauwerken und Skulpturen gut feststellen kann. Heute verwenden nicht nur Künstler, sondern auch Grafiker und Designer diese alte Regel. Aber was ist nun der Goldene Schnitt und wie kann man ihn in der Praxis einsetzen? Er ist in erster Linie ein Teilungsverhältnis.

Ein Punkt P teilt eine Strecke mit den Endpunkten A und B dann im goldenen Schnitt, wenn das Verhältnis von AP (längere Teilstrecke) zu PB (kürzere Teilstrecke) dem Verhältnis von AB (Gesamtstrecke) zu AP entspricht. Teilt man die Länge der größeren Teilstrecke (AP) durch die Länge des kürzeren Abschnitts (PB), muss das Ergebnis der Division von Gesamtstrecke (AB) und längerer Teilstrecke (AP) entsprechen. Der Zahlenwert der Division beträgt in beiden Fällen ca. 1,618 oder einem Verhältnis von 62:38 (in der Praxis reichen auch ungefähr 60:40). Um noch mal auf die Antike zurückzukommen: Das Maß entspricht in etwa dem Längenverhältnis zwischen menschlichem Unter- und Oberarm, was man an gut gestalteten Skulpturen gut nachmessen kann – wenn einen die Museumswärter denn so nah ranlassen.

 
Für die fotografische Praxis bedeutet der Goldene Schnitt, dass man Strecken (Höhe, Breite) im Verhältnis von 60:40 teilt und an den Schnittpunkten Haupt- und Nebenmotive platziert. Das Gleiche gilt für Linien, die durch das Bild gehen. Wenn diese ein Foto im Goldenen Schnitt teilen, trägt auch das zur Spannungssteigerung bei.

Mit der folgenden Formel kann man die längere (AP) der beiden Teilstrecken ausrechnen, die durch den goldenen Schnitt entstehen, wenn man eine Gesamtbreite (AB) bzw. -höhe kennt:

AP = AB : 1,618

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Diese Aufnahme hat mehrere Probleme: Die Dame mit der Tüte teilt die beiden Bildhälften horizontal im Verhältnis des goldenen Schnitts – also eigentlich die Aufgabe des Hauptmotivs. Die beiden Gruppen am rechten und linken Bildrand erringen jedoch schnell Aufmerksamkeit, weil sie in direkter Beziehung stehen. Dazu kommt noch der auf dem Boden stehende Topf, der ebenfalls ein starkes Nebenmotiv darstellt.


 

Kamerahilfe Drittel-Regel

Die meisten modernen Digitalkameras blenden auf Wunsch ein Gitternetz auf dem Display ein, welches das Sucherbild horizontal und vertikal drittelt. Im Handbuch der Kamera steht, ob und wie man das Gitternetz einblendet. Diese Funktion ist sehr hilfreich, weil man sie zur Bildgestaltung nutzen kann und Motive nach der Drittel-Regel platziert. Die Drittel-Regel ist eine Vereinfachung des goldenen Schnitts, die ebenfalls zu einer harmonischen Bildgestaltung beiträgt.

In der Praxis klappt die Gestaltung mithilfe des eingeblendeten Gitternetzes der Kamera natürlich schneller, als wenn man zunächst Berechnungen von Teilungsverhältnissen anstellen würde. Haupt- und Nebenmotive sowie bildwichtige Linien werden entweder an den Schnittpunkten oder entlang der zwei horizontalen und zwei vertikalen Linien platziert.

Horizontale und vertikale Führungslinien (der Horizont, eine Hauskante oder eine Baumreihe) sind perfekt, um ein Bild aufzuteilen. Diese Führungslinien werden dazu einfach auf den Linien zur Bilddrittelung platziert.

 
Der Horizont teilt das Bild ungefähr auf der unteren Drittellinie im Verhältnis 2 zu 1. Auch die starke Vertikale, der helle Pfeiler rechts im Bild, liegt ungefähr auf einer Drittellinie. Und da der Mann im Vordergrund nicht in die Kamera sieht, lenkt er nicht zu sehr von der Gesamtkomposition ab.

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Haupt- und Nebenmotive

Üblicherweise gibt es ja nicht nur ein Hauptmotiv, sondern dazu auch ein oder mehrere Nebenmotive in einem Bild. Zunächst muss man sich also mal klarmachen, was wirklich wichtig, also das Hauptmotiv ist. Alles andere wird dann danach ausgerichtet. Das Problem: Wenn neben einem Hauptmotiv noch mehrere starke Nebenmotive existieren, kann ein Betrachter den eigentlichen Sinn einer Aufnahme nicht sofort erfassen – was enorm wichtig für ein gutes Bild ist. Wenn man sich selber dabei beobachtet, wie schnell man Fotos „abscannt“ und sozusagen beiseite legt, wird man feststellen, dass die allermeisten Amateurbilder zu diffus sind und man schnell das Interesse verliert.

Also, was ist das Hauptmotiv und wie trennt man es vom Rest des Bildes bzw. wie verstärkt man seine Wirkung? Zunächst – wie oben beschrieben – durch die Positionierung nach Goldenem Schnitt oder Drittel-Regel. Als Nächstes muss man sich überlegen, wie man störende Elemente im Bild eliminiert. Das klappt in der Regel dadurch, dass man die Kameraposition oder die Brennweite verändert.

Falls mal etwas partout nicht ausgeblendet werden kann, hilft möglicherweise die Bildbearbeitung, indem man den störenden Fahnenmast oder einen durchs Bild laufenden Menschen nachträglich löscht. Im nächsten Schritt werden Nebenmotive arrangiert, ebenfalls durch leichte Veränderung  der Kameraposition bzw. Brennweite.

Wenn möglich, kann man Nebenmotive natürlich auch verschieben. Kleiner Tipp am Rande: Man sollte darauf achten, Überlappungen zu vermeiden, wenn sie nicht Teil der Bildaussage sind. Denn wenn Konturen verschiedener Bildelemente überlappen, fällt es schwer, sie zu differenzieren – der Betrachter verliert schnell das Interesse am Bild.

 
Die Säulen in der U-Bahn-Station erfüllen bei der Bildgestaltung zwei Zwecke: Sie dienen erstens als starke Hauptmotive, zweitens bringen sie Tiefe ins Bild, da weiter entfernte Säulen auf dem Foto kleiner abgebildet sind.

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Tricks, um den Blick zu lenken

Wenn Haupt- und Nebenmotive arrangiert sind, wird es kameratechnisch knifflig. Denn nun muss man entscheiden, was scharf und was unscharf werden soll. Üblicherweise ist das Hauptmotiv scharf, während ein möglichst unscharfer Hintergrund nicht vom Eyecatcher ablenkt. Natürlich ist das keine Regel, die immer Gültigkeit hat.

In der Landschaftsfotografie kommt es oft auf maximale Schärfentiefe an, um ein Beispiel zu nennen. Trotzdem sollte man wissen, dass Schärfe im Bild (oder eben Unschärfe) den Blick des Betrachters führt und – wenn die Schärfe perfekt eingesetzt – auch fesselt. Die Schärfe gestaltet man üblicherweise mit der Blende. Große Blendenöffnung – geringe Schärfentiefe und umgekehrt. Ein eindringliches Gesichtsporträt fotografiert man also eher mit offener Blende, um den Hintergrund in Unschärfe verschwimmen zu lassen.

 
Hier wurde mit extrem knapper Schärfentiefe gearbeitet, um den Blick sofort auf den gelben Löwenzahn zu lenken.

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Das Hauptmotiv ist hier klar erkennbar. Um es zusätzlich noch vom Hintergrund zu trennen, wurde mit weit geöffneter Blende fotografiert. Der Hintergrund verschwimmt dadurch in Unschärfe.

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Noch so ein Trick, wenn ein Motiv eigentlich nicht viel hergibt: Man kann, um ein Foto interessanter zu gestalten, nach natürlichen Rahmen suchen. Das konzentriert den Inhalt und der Blick des Betrachters hat einen Anhaltspunkt, wohin er sich bewegen soll.

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Neben der Blende ist ein weiterer Faktor in der Bildgestaltung und Blickführung die Helligkeitsverteilung. Das Auge wird von hellen Bereichen im Bild angezogen, Dunkles wird während der Wahrnehmung eher ignoriert. Deshalb arbeiten noch heute viele Fotografen mit Vignetten, also mehr oder weniger kräftig abgedunkelten Bildecken bzw. Bildrändern. Der Blick wird dadurch ins Zentrum des Fotos gelenkt.

Und noch ein Faktor, auf den man auch als Einsteiger achten kann: Farben. Signalfarben wie Rot, Orange oder Gelb ziehen den Blick magisch an. Ein roter Regenschirm in einem Meer von blauen, grünen oder grauen fällt unweigerlich auf.

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Wer würde nicht sofort auf die rote Trambahn sehen? Erst danach tastet der Blick den Rest des Bildes ab und erkennt den Sitz der österreichischen Staatsregierung.


 

Landschaften und Architektur mit Führungslinien gestalten

Jeder Mensch sucht beim Betrachten eines Motivs nach Strukturen, die der Orientierung dienen. Gute Bildgestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass der Blick zu bestimmten Punkten geführt und dort möglichst lange gefesselt wird. Wichtig sind Führungslinien vor allem in der Landschaftsfotografie, wo man selten mit knapper Schärfentiefe oder Helligkeiten eindeutig den Blick zum Hauptmotiv führen kann.

Führungslinien können sichtbare Linien (Straßen, Zäune, Mauern, Äste eines Baumes etc.) sein, aber auch gedachte Linien wie z. B. die Blickrichtung zweier Menschen oder Tiere.

 
Starke Linien wie hier die Dachkonstruktion bieten immer die Möglichkeit, als Führungslinien den Blick ins Bild zu lenken.

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Extreme Formate können manchmal ganz interessant wirken. Der Reiz dieser Aufnahme besteht in erster Linie darin, dass man erst auf den zweiten Blick die winzigen Menschen am Fuß der Kirche und damit die Größenverhältnisse erkennt.

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Hoch- und Querformat

Gerade im Umgang mit Führungslinien kommt ein immer wieder zu wenig beachteter Faktor zur Bildgestaltung ins Spiel – das Bildformat. Meistens hält man die Kamera so, dass Querformataufnahmen entstehen. Man sollte aber zunächst die Gestaltungselemente im Motiv analysieren und besonders die Führungslinien erkennen, um sich dann für Hoch- oder Querformat entscheiden zu können.

Und dann gibt es natürlich noch Motive, die bei schräger Kamerahaltung am besten zur Geltung kommen. Kleiner Tipp für die Familienfeier und die unvermeidlichen Fotos: Einfach mal bei ein paar Aufnahmen die Kamera etwas schräg halten, dann wirken die Bilder gleich peppiger.

 
Wie viele Touristen wohl schon die Pestsäule in der Wiener Innenstadt fotografiert haben? Aber vermutlich zeigen 99% der Fotos das Denkmal senkrecht und im Hochformat. Hält man die Kamera leicht schräg, scheint die Säule noch dynamischer in den Himmel zu stoßen.

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Hoch- oder Querformat? Es gibt für beides Gründe.

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Und da eine Digitalkamera auch Fehlschüsse verzeiht, weil man keine Kosten hat, sollte man im Zweifel beide Formate versuchen.

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3D in 2D

Fotos sind ja normalerweise zweidimensional. Wie erweckt man aber in einem Foto den Eindruck von räumlicher Tiefe? Die allerwichtigsten Gestaltungsmittel sind Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund. Mittelgrund klingt zwar etwas blöd, soll aber aussagen, dass es zwischen den beiden Ebenen ganz vorn und ganz hinten eben noch einen Bereich gibt, in dem sich etwas abspielen kann. Das Hauptmotiv kann natürlich in jeder der Ebenen stehen, es kommt nur darauf an, das Auge des Betrachters auf diesen Blickfang zu lenken.

Wenn die Gestaltungsebenen in einem Bild klar voneinander getrennt sind – es können natürlich auch nur zwei Hauptebenen oder auch mehrere sein – entsteht ganz automatisch der Eindruck räumlicher Tiefe. Ebenfalls gut für räumliche Tiefe: Parallele Linien, die nach hinten zusammenlaufen (z. B. Eisenbahnschienen oder die Reihen von Begrenzungspfosten einer Straße) und gleich große Dinge, die hintereinander gestaffelt auf dem Bild unterschiedlich groß sind (Menschen, identische Pfeiler einer Brücke, Pflastersteine etc.).

 
Selbst auf so engem Bildraum sind Vorder-, Mittel- und Hintergrund zu erkennen, um dem Bild räumliche Tiefe zu verleihen.

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Und noch zwei letzte Gestaltungselemente, die allerdings schon in Richtung Profifotografie gehen. Dinge, die weiter entfernt sind, zeigen weniger Details. Bei einem Brot im Vordergrund kann man die Teigstruktur noch gut erkennen, liegt das Brot ein paar Meter entfernt, sieht man auf dem Foto zwar immer noch ein Brot, kann aber die Strukturen nur noch erahnen. Und der letzte Tipp ist etwas für die Landschaftsfotografen: Motivteile werden mit zunehmender Entfernung immer blassblauer. Man spricht hier von der Luftperspektive, denn die zwischen Kamera und Motiv liegenden Luftmassen färben entfernte Landschaftsteile blau ein. Je mehr Luft zwischen Fotograf und Motiv, desto blauer wird es.

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Die Hügel im weit entfernten Hintergrund wurden nicht per Computer eingefärbt, sondern waren tatsächlich so bläulich. Ein schönes Beispiel für die Luftperspektive.

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Kommentare
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Portrait von annlikesthis
  • 17.06.2014 - 19:00

Danke für die Anregungen!

Portrait von Sabska
  • 19.01.2014 - 19:55

Echt super. Manches echt hilfreich :)

Portrait von Gladiole
  • 02.06.2013 - 18:53

Hilfereiches Tutorial mit vielen Tipps

Portrait von gulag
  • 04.02.2013 - 21:25

es sind schon gute tips dabei

Portrait von FalcoB
  • 15.08.2012 - 11:42

Vielen Dank für dieses Tut!

Portrait von Gismo77
  • 19.06.2012 - 21:38

Danke für dieses Tutorial

Portrait von Dietmar_Ehrlicher
  • 09.02.2012 - 21:16

Gut erläuterte Anregungen. Die Fotos sprechen für sich und regen zum Nachahmen an.

Portrait von tpfote
  • 14.12.2011 - 19:32

Super Tutorial! Habe es regelrecht verschlungen und freue mich darauf gleich morgen ein paar Bilder zu machen. :-)

Portrait von Horst_Waldi
  • 07.11.2011 - 11:48

Ich finde das Tutorial sehr hilfreich und gut erklärt. Die Bilder sind tolle Beispiele. Allerdings hat mich das mit dem goldenen Schnitt etwas verwirrt. Kompliziert ihn zu finden.

Portrait von jebaer
  • 10.08.2011 - 20:31

danke für das anregende tutorial

Portrait von hamsibone
  • 05.08.2011 - 00:02

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von mtepe
  • 24.07.2011 - 23:16

Sehr interessant. Besten Dank für die Arbeit.

Portrait von Djete
  • 19.07.2011 - 22:27

Inspiration für eigene Bilder. Gute Tipps dabei!

Portrait von Elchblender
  • 04.07.2011 - 03:41

Ich werde dann mal auf eine DRITTELUNG meiner Bilder achten!!!

Portrait von DaNino
  • 06.06.2011 - 22:39

das Tutorila bringt sehr viel inspiration mit sich. Danke!

Portrait von TomekW
  • 27.05.2011 - 14:25

Sehr lehrreiches Tutorial. Jetzt habe ich wieder eine Menge zum Ausprobieren und Üben ;-)

Portrait von cokenet
  • 16.05.2011 - 14:43

Sehr aufschlussreich und hilfreich. Sehr gutes Tutorial, besten Dank.

Portrait von pink
  • 29.04.2011 - 18:58

super beschrieben, tolle fotos!!! 1A Tut!! danke

Portrait von manu90
  • 11.04.2011 - 18:17

schön beschrieben dankeschön :)

Portrait von magdalena93
  • 17.03.2011 - 09:36

wunderbare bilder und sehr gut erklärt

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