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Tutorialbeschreibung

Die Bilddiagonale als Gestaltungsmittel in der Fotografie

Die Bilddiagonale als Gestaltungsmittel in der Fotografie

So manch banal anmutendes Bild wirkt einfach nur deshalb banal, weil dessen Inhalt keinen gestalterischen Grundlagen entspricht, derer Bilder bedürfen, um als „gut“ empfunden zu werden.

Der „Goldene Schnitt“ ist in diesem Forum bereits abgehandelt worden und stellt wohl die wichtigste gestalterische Grundlage für eine fotografische Aufnahme dar. Ist er doch die Entsprechung dafür, dass eines Tages mit dem Irrglauben aufgeräumt wird, dass der Bildmittelpunkt der Ort sei, an dem das zentrale Motiv des Bildes zu stehen hat und zwar der einzige.

Wie falsch und im wahrsten Sinne „verderblich“ ist doch diese Ansicht. Und an wie vielen Millionen Bildern wurde damit bisher betrachterische Bildqualität und Bildkraft verschenkt ?

Aber bei Weitem nicht nur der „Goldene Schnitt“ ist ein schlagendes, effizientes Mittel zur Bildgestaltung. Geradezu verblüffend ist es zu sehen, wie eine Gerade oder auch eine angedeutete Gerade, die durch ein Bild führt, das Bild positiv verändert, wenn sie statt parallel zum Bildrand, diagonal durch das Bild verläuft.

Die Bilddiagonale als gestalterisches Mittel in der Fotografie, kann zu wahrhaft beeindruckenden Ergebnissen führen, besonders dann, wenn auf ihr, im goldenen Schnitt, ein wesentlicher Bildpunkt liegt.


Nicht genug damit ! Wir Europäer sind es gewohnt, von links oben nach rechts unten zu lesen und dadurch auch zu betrachten. Wir beginnen also links oben mit dem ersten Buchstaben und enden mit dem letzten Buchstaben, im rechten unteren Eck eines jeden Blattes.

Dem entsprechend empfinden wir die eine der beiden möglichen Bilddiagonalen, die von links oben nach rechts unten führt, als die Absteigende. Diejenige die von links unten nach rechts oben führt, aus die Aufsteigende.

Überlegen wir ! Tun wir es an einem Bild, das ich hier auf diesen Seiten (im Skriptum zum goldenen Schnitt) schon einmal bemüht habe. Es ist das Bild des Trompeters, der durch geschickten Bildbeschnitt, mit seiner Trompete eine Bilddiagonale bildet.

Bilder

Welche Art von Ton, den der Trompeter in der Darstellung wiederzugeben scheint, verbinden wir mit dieser Diagonale ?

Ja, stimmt ! Einen hohen, kräftig geblasenen, die Bilddiagonale zeigt nach oben ! (Mediziner unter Ihnen werden vielleicht weitere Erklärungen finden. Mit zusammen gekrümmtem Körper und damit gepresster Lunge lassen sich schlecht hohe Töne blasen, klar).

Aber wir betrachten Bilder ja intuitiv und wollen unsere Eindrücke, im Bild umgesetzt, ja auch durch die Intuition der Betrachter vermitteln.

Würde nun der Trompeter sich nach vorne beugen und die Tompeter diagonal (!) zu Boden richten, so würden wir diese Haltung mit einem tiefen Ton verbinden Wir könnten uns z.B. vorstellen, dass er damit sein Solo beendet. Die Diagonale zeigt ja auch nach unten.

Wir werden also unsere fotografischen Motive in ihrem Umfeld so arrangieren, dass die gestalterischen Elemente, derer wir uns bedienen, so eingesetzt werden, dass sie das was mit dem Bild ausgedrückt werden soll, unterstützen.

Nehmen wir also als Fotografen zum Beispiel an einem Event teil, um dort möglichst brauchbare Bilder zu erzeugen, so genügt es nicht, einfach nur dabei zu sein. Es ist weiters von elementarer Bedeutung, auch den richtigen Platz zur Herstellung seiner Bildprodukte zu finden, etwa schon vorher beim Soundcheck, bei der Generalprobe, bei den Vorbereitungsarbeiten. Dadurch wissen wir später, bei der eigentlichen Veranstaltung, wo wann was stattfindet, um stets am rechten Ort zu sein, um dort wiederum rasch und intuitiv Bildarrangements für aussagekräftige Bilder zusammenzustellen. Wir müssen schließlich, wo wir am richtigen Platz stehen und das Bildarrangement im Wesentlichen bereits im Kopf haben, nur mehr darauf warten, bis die zu fotografierende Person durch Gestik und Mimik die Bildaussage weiter unterstützt.

Bilder

Das Bild eines Gitarristen einer bekannten austro - amerikanischen New Orleans Jazz Band hat das Zentrum seiner Bildaussage im rechten, oberen goldenen Schnitt. Die Gitarre bietet als gestalterisches Element die Bilddiagonale. Der Gesichtsausdruck lässt darauf schließen, dass eine besonders raffinierte Passage gespielt wird.
Ich habe diese kleine Abhandlung geschrieben um Ihnen damit beispielhaft zu vermitteln, dass die Bilddiagonale als gestalterisches Element sehr wohl und nicht unwesentlich dazu beitragen kann, die Bildaussage zu manipulieren und zu verdichten.

Wollen wir uns zum Abschluss noch einige Bilder ansehen, die mit der Bilddiagonale konstruiert sind.

Bilder

Catch EM in der Eishalle in Linz in Österreich ! Kauroff hat Big Otto Wanz im Schwitzkasten. Ein Bild zur richtigen Zeit am richtigen Ort, nur wenige Meter vom Ring. Neben dem goldenen Schnitt bildet der Kopf des Ringrichters, zusammen mit dem Körper einer der beiden Kämpfer, eine Bilddiagonale. Der Gesichtsausdruck der Kämpfer trägt intensiv zur Bildaussage bei. Im Weiteren wurde schwarzweiss gewählt, um die Härte dieses Sports zu unterstreichen.

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Wiederum sind es die zwei bildgestalterschen Elemente „Goldener Schnitt“ und „Bilddiagonale“ die neben dem Gesichtsausdruck des Hauptmotives und der Situationskomik das Bild tragen.

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Nicht immer muss die Bilddiagonale absolut sein, oft genügt es, sie anzudeuten, wie hier.

Und auch nicht immer muss der der goldene Schnitt in einem Bild angewendet werden, denn keine Regel ist ohne Ausnahmen. Aber wie Sie sehen, ist auch in diesem Bild, die Bilddiagonale als gestalterisches Element eingesetzt.


Kommentare
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Portrait von achaldy
  • 10.12.2013 - 18:51

Vielen Dank! Ein super-interessanter Beitrag!

Portrait von Peter Nasenmann
Portrait von nemesisprojekt
  • 30.08.2013 - 07:24

Sehr Anfängerfreundlich geschrieben und kurze gute aber einprägsame Beispiele.

Portrait von Gladiole
  • 25.06.2013 - 12:19

Einige gute Beispiele für das Fotografieren in Zukunft.

Portrait von mialga
  • 28.12.2012 - 21:51

Gutes Tutorial mit anschaulichen Beispielen.

Portrait von duesch
  • 12.12.2012 - 16:58

Für Anfänger eine klare, kurze Erklärung zur möglichen Nutzung von Diagonalen in Bildern und welche Aussagen sie damit verstärken können. Dazu werden passende Bilder gezeigt. Schönes Tutorial

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 17.10.2012 - 23:37

Sehr anschaulich und einfach erklärt! Danke!

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 17.10.2012 - 23:37

Sehr anschaulich und einfach erklärt! Danke!

Portrait von Gismo77
  • 24.06.2012 - 16:11

Danke für die Beispiele

Portrait von SabrinaM
  • 16.02.2012 - 14:10

Danke, tolle Beispiele!

Portrait von Platsch74
  • 25.01.2012 - 19:56

Prima Workshop - vielen Dank!

Portrait von tpfote
  • 14.12.2011 - 12:12

Dieser Beitrag gefällt mir als "Newbie" ausgesprochen gut. Er ist leicht zu verstehen, prägnant und macht Lust, das Neu-Erlenrte sofort in die Tat umzusetzten. Vielen Dank!

Portrait von Berthi
  • 14.10.2011 - 17:42

cool, ich werde es gleich probieren!

DANKE

Portrait von hamsibone
  • 05.08.2011 - 00:13

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von Patti1902
  • 01.07.2011 - 11:33

Tolles Tutorial! Werd am Wochenende gleich ausprobieren!

Portrait von TomekW
  • 27.05.2011 - 14:10

Gutes Tutorial. Bringt mich als Anfänger auf jeden Fall einen Schritt näher an "gute" oder "gelungene" Fotos ;-)

Portrait von Isarrider
  • 11.11.2010 - 12:37

Danke! Alles mit allem sehr interessant und gewinnbringend. Schöne Fotos!

Portrait von darcio
  • 01.11.2010 - 21:37

Recht guter Tutorial

Portrait von ihd
ihd
  • 07.10.2010 - 08:57

gut erklärt auch die Verknüpfung mit dem Goldene Schnitt ist gut

Portrait von pauldan
  • 14.09.2010 - 13:14

Dankeschön, sehr hilfreich und tolle Fotos

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