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Tutorialbeschreibung

Ausleuchten eines Tabletops: Low Budget

Ausleuchten eines Tabletops: Low Budget

In diesem Tutorial erkläre ich einige wesentliche Dinge über das gezielte Ausleuchten von Objekten in einem "Mini-Studio".
Als Anregung habe ich für dieses Tutorial keine teure Blitzanlage usw. verwendet, sondern lediglich ein paar Schreibtischlampen, Stoff, Papier und anderen günstigen Dinge.

Dieses Tutorial ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.


Als Anschauungsobjekt für dieses Tutorial habe ich bewusst Glas gewählt, da dies von Natur aus durchsichtig ist und nur durch Reflexe und gezieltes Licht seinen unverwechselbaren Charakter erhält. Zuerst ein wenig Theorie:
Für gelungene Aufnahmen reichen schon zwei Lichtquellen (oft auch nur eine). Als erstes benötigen wir ein "Hauptlicht", das für die nötige Grundhelligkeit sorgt.
Frontales Licht (z.B. durch einen integrierten Blitz in der Kamera) leuchtet das Objekt sehr schattenfrei aus, welches dadurch nicht gerade plastisch wirkt.
Deshalb wird häufig, in Anlehnung an die Sonne, das Hauptlicht über dem Motiv platziert, sodass dieses von oben ausgeleuchtet wird.

Jeder weiß: Wo Licht ist, ist auch Schatten.
Um die durch das Hauptlicht entstehenden Schatten aufzuhellen, wird ein Reflektor (Fläche, die das Licht zurückstrahlt) oder eine zusätzliche Lichtquelle (das "Aufhelllicht") verwendet.

Fotos leben von Licht und Schatten, allerdings gibt es einige Tricks, um den Schattenverlauf zu beeinflussen: Besonders an wolkenlosen Tagen sind die Schatten draußen besonders "hart", d.h. es sind klar-abgegrenzte, dunkle Stellen erkennbar. An bewölkten Tagen ist der Schattenwurf deutlich weicher - man spricht hier von "weichem od. diffusem Licht".

Die Wolken fungieren als "Diffusor", der das Licht weicher macht. Dieses Prinzip macht man sich ebenfalls in der Fotografie zu nutze, indem man vor die Lichtquellen Diffusorstoff spannt. Hierfür kann man auch einfach Papiertaschentücher oder weißes Backpapier verwenden.

Nun beginnen wir mit dem praktischen Teil:

1.

Als erstes besorgen wir uns ein Glas, welches wir staub- und fettfrei putzen. Nichts ist ärgerlicher, als später am PC festzustellen, dass dort Fingerabdrücke auf dem Glas waren. Dieses Glas platzieren wir in einer sogenannten "Hohlkehle". Das ist ein gebogenes Stück Papier (auch andere Materialien möglich), damit keine unschönen Übergänge zu sehen sind. Ich habe zusätzlich das untere Stück mit Folie beklebt, damit es auch bei feuchten Getränke-Bildern lange hält. Ich habe kein langes Stück farbigen Karton mehr gefunden, weshalb ich 2 längliche Bögen aneinandergeklebt habe und am PC den Übergang wegretuschieren muss.

2.

Jetzt nehmen wir die erste Lampe und platzieren diese über dem Glas. Circa 5-10cm von der Lampe weg hänge ich ein Papiertaschentuch auf, welches das Licht weicher macht. Mit Backpapier (weiß!) ist dies noch besser möglich.

Wichtig: Wenn möglich, gleiche Lampen verwenden. Die Lichttemperatur variiert je nach Lampe sehr stark und macht einen korrekten Weißabgleich nahezu unmöglich. Näheres zu Lichttemperatur usw gibt es in meinem Foto-Crashkurs: hier klicken »

Nun haben wir ein einfaches Bild ohne viel Reflexe und Spitzlichter:

Bilder


3.

Als nächstes wollen wir Lichtreflexe auf beide Seiten des Glases bringen. Dazu habe ich rechts vorne vom Glas eine weitere Lampe mit Diffusor angebracht. Als Profi würde man für diesen Zweck eine Softbox verwenden, da diese eine sehr große Fläche besitzt, die leuchtet. Ich behelfe mich mit einem Taschentuch und hänge dieses circa 20cm von der Lampe weit weg. Je weiter, desto einheitlicher wird der Reflex. Um das Taschentuch schnell zu befestigen, habe ich an die Lampe 2 Strohhälme geklebt, an welche ich wiederum das Tempo befestigt habe. Wackelig, aber schnell aufzubauen und extrem günstig.

Bilder


4.

Um das Glas besser vom Hintergrund abzuheben, versucht man die Kanten des Glases extra zu beleuchten.
Ich habe dafür eine kleine Lampe links hinten vom Glas platziert, rechts vom Glas ein wenig Alufolie, der als Reflektor für die andere Seite dient (ich habe nicht mehr genug Lampen :P).

Nun sollte das Glas ungefähr so aussehen:

Bilder


5.

Nun kommt der Inhalt eurer Wahl ins Glas - ich habe Sekt genommen, ist schließlich ein Sektglas. Besonders gut wirken farbenfrohe Cocktails mit Garnitur (Zitronenscheibe, Eiswürfel, Crushed Ice usw).
Um dem ganzen noch einen kleinen Kick zu geben, habe ich Wassertröpfchen auf das Glas gesprüht.

Damit es schön perlt habe ich mit purem Alkohol das Glas entfettet und dann mit einem Glycerin-Wasser Gemisch (Verhältnis 2:3) die Tropfen aufgesprüht. Mit Glycerin halten sich diese deutlich länger.

Bilder

Beim Fotografieren von Bier habe ich schon einmal das Glas vorher mit Autopolitur aus dem Baumarkt (5€) poliert, dann sehen die Tropfen besonders lecker aus. ;-)

Zur Übersicht noch einmal die Anordnung der einzelnen Objekte. Auf den ersten Blick sieht die Skizze etwas unübersichtlich aus, ist sie aber gar nicht ;)

Bilder


Dieses Tutorial dient dazu, die grobe Technik zu vermitteln - man kann genügend Modifikationen anwenden, um ein anderes Resultat zu erhalten.

Ich hoffe, ihr habt mein Tutorial verstanden. Viel Erfolg! 


Kommentare
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Portrait von h.maierhofer
  • 16.10.2015 - 08:59

Als fortgeschrittener Tabletop- und Produktfotografie-Amateur habe ich folgende Anmerkungen:
- Glas für den Einstieg zu benutzen, ist völlig falsch. Glas ist neben hochglänzenden Oberflächen am schwierigsten zu fotografieren.
- Die 1. Grundregel der Tabletopfotografie wurde nicht beachtet: benutze ein Stativ! Einmal auf den richtigen Ausschnitt eingestellt, werden weder Kamera noch Objekt mehr bewegt.
- Identische Lichtquellen verwenden. Schreibtischlampen sind ok, wenn man genau eine benutzt und den Rest mit Reflektoren erledigt. Mehrere Schreibtischlampen haben immer unterschiedliche Farbtemperaturen und damit Mischlicht, auf das man nicht mehr einen ordentlich Weißabgleich machen kann.

Last but not least eine Anmerkung zum Handwerklichen: wer ein Tutorial macht, sollte doch zumindest das notwendigste Material vorrätig haben. "Hatte keinen langen Karton, deshalb..." oder "Hatte keine Lampe mehr" geht nicht. Dann macht man das Tutorial, wenn man sich das Material besorgt hat.
Insgesamt finde ich das Tutorial lieblos gemacht und es vermittelt Anfängern eine völlig falsche Ansicht von der Komplexität des Themas.

Portrait von Gladiole
  • 23.06.2013 - 15:29

Die Zeichnung bringt alles durcheinander

Portrait von w0rtmann
  • 13.05.2013 - 06:59

Ja, ich habe das Tutorial verstanden! :D
Interessant, im selbstgemachten "Studio" zu belichten! Das werde ich auch mal in Angriff nehmen und dabei hoffentlich noch alles in Erinnerung haben, was ich hier gelesen habe. Ansonsten weiß ich ja, wo ich nachlesen kann. ;)

Portrait von mialga
  • 28.12.2012 - 21:58

Gutes Tutorial, nur wären Bilder des "echten" Aufbaus interessant gewesen.

Portrait von Elevenfourteen
Portrait von BIM
BIM
  • 09.11.2012 - 07:02

Danke! Sehr gut und einfach erklärt

Portrait von Ollii
  • 10.08.2012 - 12:16

Super erklärt. Vielen Dank

Portrait von Gismo77
  • 20.06.2012 - 19:43

Schönes Tutorial, fand ich echt gut

Portrait von Platsch74
  • 25.01.2012 - 19:56

Prima Workshop - vielen Dank!

Portrait von wolfsieger
  • 03.06.2011 - 09:37

Ja ich hab es verstanden

Portrait von Murzeline
  • 08.04.2011 - 17:37

ich fotografiere ein paar Teddies etc, was also auch Table Top Fotografie ist.... dabei ist das sehr hilfreich, wenn man noch "gar keine" Ahnung hat. Danke für die Hilfestellung!

Portrait von Reedy987
  • 06.12.2010 - 14:44

gut zum ausprobieren und nachmachen.

Portrait von binize
  • 11.11.2010 - 09:01

einfach umzusetzen, hat mir gut gefallen...

Portrait von ramses_2011
  • 07.11.2010 - 17:26

einfach umzusetzen, hat mir gut gefallen...

Portrait von lejlas
  • 12.10.2010 - 07:52

Danke

Portrait von ihd
ihd
  • 11.10.2010 - 14:33

ganz gute erklärt

Portrait von pedro_hcsv
  • 19.09.2010 - 19:15

gut erklaert, und wirklich kann man mit wenig Geld realisieren

Portrait von DsH
DsH
  • 15.09.2010 - 14:28

gut und anschaulich!

Portrait von dooce
  • 27.07.2010 - 10:02

super!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Portrait von chris1986m
  • 19.07.2010 - 15:12

Sehr gut verständlich und nicht anscheinend eine günstige Lösung

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