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Tutorialbeschreibung

HDR-Fotografie - Teil 11 - HDR mit FDRTools

HDR-Fotografie - Teil 11 - HDR mit FDRTools

In diesem Teil der Tutorialreihe möchte ich ein HDR-Programm vorstellen, welches neben Photomatix zu meinen Favoriten gehört. FDRTools ist eine HDR-Software, die von Andreas Schömann stetig weiterentwickelt wird und interessante Features zu bieten hat, mit denen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen lassen.

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Wie angekündigt, sind die folgenden fünf HDR-Tutorials (beginnend mit diesem Tutorial) als „Vom Anfang bis zum Ende“-Tutorials angelegt. Das heißt, ich beschreibe den gesamten Workflow mit FDRTools, bis hin zur passenden Nachbearbeitung unter Photoshop.

Dabei können sämtliche Nachbearbeitungsschritte auch unter Photoshop Elements durchgeführt werden. Mittlerweile gibt es kaum noch Nachfragen zu den bisherigen Tutorials, woraus ich schließe, dass ziemlich alles gesagt ist und keine Fragen mehr offen sind. Somit kann es auch gleich losgehen - mit FDRTools:

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Die Belichtungsreihe wurde mit FDRTools zu einem Tonemapped HDRI zusammengefügt.


 
FDRTools gibt es als Basic- und Advanced-Version, sowohl für Windows- als auch Macintosh-Betriebssysteme. Die Basic-Version ist zwar kostenlos, dafür fehlen aber Funktionen, die die Arbeit mit FDRTools erst richtig spannend machen. Wer also etwas tiefer in die HDR-Fotografie einsteigen will, sollte sich die FDRTools Advanced für moderate 49 Euro leisten. Darüber hinaus gibt es noch ein FDRCompressor-Plug-In für 29 Euro, welches jedoch nur bis Photoshop CS2 kompatibel ist. Das FDRTools Bundle (FDRTools Advanced & FDRCompressor Plug-In) ist für 59 Euro zu haben. Für das Tutorial habe ich die aktuelle Version FDRTools Advanced 2.1 eingesetzt.


FDRTools starten

Beim ersten Start von FDRTools öffnen sich mehrere Fenster mit unterschiedlichen Funktionen und Hilfsmittel, die über kurz oder lang allesamt benötigt werden. Einen Assistenten, wie beispielsweise in Photomatix integriert, sucht man vergeblich. Das ist auch nicht weiter schlimm, da sich der Workflow intuitiv und logisch aufbaut und nach ein wenig Einarbeitungszeit wie selbstverständlich von der Hand geht.

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-1- Im Hauptfenster werden die Projekte angelegt, die Belichtungsreihen geladen, angezeigt und bearbeitet.
-2- Im Navigator werden die erzeugten HDR-Dateien sowie die Tonemapped-HDR-Bilder angezeigt.
-3- Die Vorschau zeigt eine 100%-Vorschau auf das Endergebnis. Die Vorschau ist bis auf Monitorgröße skalierbar, was jedoch nur bei einem extrem leistungsstarken Rechner zu empfehlen ist. Die Aktualisierung eines großen Vorschaufensters nimmt den Prozessor ziemlich stark in Anspruch.
-4- Mithilfe der Werkzeuge kann beispielsweise der Weißabgleich zu jeder Zeit im Rahmen des Workflows korrigiert werden
-5- In diesem kleinen Fenster werden die Exif-Informationen angezeigt, vorausgesetzt, es sind welche vorhanden.
-6- Ganz wichtig: die Fortschrittsanzeige. Mithilfe dieser kleinen Anzeige lässt sich abschätzen, wie lange es noch dauern wird, bis die Software einen Arbeitsgang abgeschlossen hat

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Je nach Geschmack lassen sich die Fenster anordnen und werden beim nächsten Programmstart in genau der gleichen Anordnung geöffnet.


 

Schritt 1: Ein Projekt anlegen

FDRTools arbeitet mit sogenannten Projekten. Ein Projekt besteht aus einem oder mehreren Bildern und den dazugehörigen Bearbeitungseinstellungen. Die Projekte werden mit all ihren Einstellungen beim Beenden des Programms gespeichert und beim nächsten Start wieder geladen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein neues Projekt anzulegen. Mit einem Klick auf den Button Eins unter der Menüleiste öffnet sich ein Dialog zur Auswahl der Bilder. Alternativ geht es auch über den Menüeintrag Projekte>Erzeuge eins (Shift+Strg/Befehl+0). Der einfachste Weg, ein neues Projekt anzulegen, ist es, die zu verarbeitende Belichtungsreihe aus dem Datei- bzw. Bildmanager ins Hauptfenster zu ziehen. Egal, wie das Projekt angelegt wurde, bleibt noch die Namensvergabe in der dafür vorgesehenen Zeile.

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Schritt 2: Die automatisierte Verarbeitung starten

Mit einem Klick auf den Button „Bearbeite“ im Projektfenster wird die automatisierte Verarbeitung gestartet. Dabei wird mittels Voreinstellungen

• die Ausrichtung
• die HDRI-Erstellung
• sowie das Tonemapping

auf die Belichtungsreihe angewendet. Das vorläufige Zwischenergebnis wird dann im Navigator angezeigt. Jeder einzelne Schritt kann anschließend überprüft und entsprechend der eigenen Vorstellungen verändert werden.

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Schritt 3: Die Quellaufnahmen ausrichten:

Mit der automatisierten Verarbeitung wurden die Bilder miteinander verrechnet und nun geht man daran, die genannten Verarbeitungsschritte anzupassen. Wenn wir uns das Beispiel in der 100%-Vorschau anschauen, stellen wir fest, dass es trotz Stativeinsatz und automatischer Belichtungsreihe über nur drei Aufnahmen leichte vertikale und horizontale Verschiebungen gab.

Hinweis: Bei dieser Belichtungsreihe habe ich die Spiegelvorauslösung nicht eingeschaltet. Allein der Spiegelschlag beim Auslösen der Kamera könnte schon für die Ungenauigkeiten verantwortlich sein.

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Mit einem Klick auf den Button Ausrichten beginnt FDRTools mit der pixelgenauen Ausrichtung der Quellaufnahmen. Ist der Arbeitsgang abgeschlossen, zeigt ein Blick auf den Navigator und die 100%-Vorschau, dass die Bilder nun optimal übereinanderliegen.

Wie stark die Bilder gegenüber dem ersten Bild ausgerichtet wurden, lässt sich im Hauptfenster neben den einzelnen Quellaufnahmen ablesen. In den meisten Fällen ist die automatisierte Ausrichtung sehr zuverlässig und es bedarf keiner Nacharbeit. Nur bei Motivszenen, in denen sich Bildelemente bewegen, kann es zu Unregelmäßigkeiten kommen. In solchen Fällen kann die Ausrichtung angepasst werden, indem die horizontalen und vertikalen Werte manuell verändert werden.

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Schritt 4: HDRI erzeugen

FDRTools bietet drei Methoden zur Verrechnung der Quellaufnahmen an. Die Methode Average findet sich sowohl in der Basic- als auch der Advanced-Version und führt zu ganz guten Ergebnissen sowohl, was die Verrechnung als auch die Entrauschung der HDR-Bilder angeht.

Richtig gut arbeitet die Methode Separation, die ausschließlich in der Advanced-Version zur Verfügung steht. Neben der sehr guten Rauschunterdrückung bietet diese Technik auch die Möglichkeit, sogenannte Geisterbilder und Bewegungsunschärfe zu unterdrücken.

Für fortgeschrittene Anwender könnte die Methode Creative interessant sein. Diese Technik erlaubt es, beliebiges Bildmaterial, insbesondere Aufnahmen mit unterschiedlicher Beleuchtung, miteinander zu verrechnen. Dabei lässt sich das Ergebnis des Mischvorgangs sehr flexibel steuern. Diese Methode steht nur den Advanced-Anwendern zur Verfügung.

Ebenfalls nur in der in der Advanced-Version anwendbar ist die Methode xDOF. Dabei handelt es sich um eine experimentelle Methode, die es erlaubt, unterschiedlich fokussierte Bilder zu einem HDR-Bild mit erweiterter Tiefenschärfe zu verarbeiten. Diese Technik ist noch nicht ganz ausgereift und wird zurzeit noch weiterentwickelt.

 
Für den normalen Einsatz empfehle ich, standardmäßig die Methode Separation anzuwenden und nur gelegentlich mit den anderen Techniken zu experimentieren.

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Schritt 5: Das Tonemapping

Kommen wir zum eigentlich kreativen Teil des HDR-Workflows. FDRTools hat drei Tonemapping-Methoden im Angebot. Dabei ist die Methode Compressor die erste Wahl, wenn es um detail- und kontrastreiche Ergebnisse geht. Die zwei Methoden Simples und Receptor arbeiten zwar schneller, liefern jedoch nicht solch ausgewogene Ergebnisse wie die Methode Compressor, bei der die Intensität jedes Pixels individuell geregelt wird.

Für unser Beispiel verwenden wir ebenfalls die Methode Compressor mit folgenden Einstellungen:

Kompression 6,0
Kontrast 5,4
Glättung 6,4


Unter dem Punkt Nachbearbeitung können das Histogramm bzw. die Tonwerte verändert werden, indem die Regler etwas enger zusammengestellt werden. Dadurch wird das Bild insgesamt knackiger. Wer sein Bild jedoch später im Bildbearbeitungsprogramm nachbearbeiten möchte, sollte diese Einstellungen, wenn überhaupt, sehr moderat vornehmen. Beschnittene Tiefen und Lichter lassen sich nachträglich nicht wieder ins Bild zaubern. Die Nachbearbeitung in Photoshop oder anderen Programmen bietet wesentlich mehr Optionen und Kontrolle über die Eingriffe. Aus diesem Grund wird auch der Gamma- und Sättigungsregler nicht verändert.

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Schritt 6: Das Tonemapped HDRI speichern

Entspricht das Tonemapping den eigenen Vorstellungen, kann unter dem Menüpunkt Bilder>Speichern unter (Strg/Befehl+S) das Ergebnis abgespeichert werden. (Das geht natürlich auch, indem Sie den Button Speichern anklicken). Es öffnet sich zunächst ein Dialogfenster, in dem das Bildformat festgelegt und ein Dateiname vergeben wird. Sofern das Bild noch weiterverarbeitet wird, empfehle ich, die Datei als 16-Bit-TIFF abzuspeichern.

Im nächsten Fenster können noch weitere Optionen ausgewählt werden. In unserem Beispiel besteht die Möglichkeit, für TIFF-Dateien das Bild verlustfrei, mithilfe der LZW-Bildkomprimierung, abzuspeichern. Darüber hinaus kann bestimmt werden, mit welchem Programm das Bild geöffnet werden soll. Das macht natürlich nur Sinn, wenn für die Nachbearbeitung ein anderes Programm als das Standardprogramm für TIFF-Dateien verwendet werden soll.

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Schritt 7: Die Nachbearbeitung im Bildbearbeitungsprogramm

Das Tonemapped HDRI sieht schon ganz gut aus und mit ein paar kleineren Eingriffen wird dem Bild der letzte Schliff verpasst, bevor es für die passende Ausgabe abgespeichert werden kann.

Weiß- und Schwarzpunkt im Gradationskurvendialog setzen
Im ersten Schritt wird der Weiß- und Schwarzpunkt neu gesetzt. Dazu wird zunächst die Hintergrundebene dupliziert und anschließend, auf dieser neuen Ebene Hintergrund Kopie, eine neue Einstellungsebene Kurven angelegt. Daraufhin öffnet sich ein Dialogfenster.

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Nun wird der hellste Punkt auf dem Bild gesucht, also die Stelle, die als Referenz für Weiß dienen soll. Mit der weißen Pipette klicken Sie dann auf diese Stelle und Photoshop passt sämtliche Tonwerte an den neuen Weißpunkt an. Für das Setzen des Schwarzpunktes gilt die gleiche Vorgehensweise, nur dass diesmal die schwarze Pipette für die Wahl des dunkelsten Punktes zum Einsatz kommt. Natürlich kann noch mithilfe der Grau-Pipette der Neutralpunkt neu bestimmt werden. Auch dabei wird die Pipette markiert und ein ausgewählter Bereich im Bild als neutrales Grau festgelegt.

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2. Bildrauschen reduzieren

Typisch für die HDR-Verarbeitung ist die Verstärkung des vorhandenen Bildrauschens. Im Rahmen der Rauschunterdrückung ist es das Ziel, Rauschen zu reduzieren, ohne allzu viel an Bildschärfe zu verlieren. Den Rauschfilter von Photoshop rufen Sie im Menüeintrag Filter>Rauschfilter>Rauschen reduzieren auf. Daraufhin öffnet sich der Dialog zur Rauschentfernung, der Regler enthält, die das Rauschen reduzieren und gleichzeitig die Details erhalten sollen. Es läuft letztendlich auf einen Kompromiss hinaus, der mithilfe einer Feinjustierung sehr gute Ergebnisse liefern kann.

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3. Unscharf maskieren

Nach wie vor eine der besten Methoden (bei vergleichsweise geringem Aufwand) ist das Unscharf maskieren. Dabei sollten Sie sich nicht vom Namen der Methode verunsichern lassen. Damit wird lediglich das Prinzip der Maskierung von lokalen Kontrastunterschieden benannt. Im Ergebnis erhalten Sie individuell scharfgestellte Bilder. Der Dialog lässt sich über Filter>Scharfzeichnungsfilter>Unscharf maskieren aufrufen. Die passenden Einstellungen für unser Beispiel entnehmen Sie bitte dem Screenshot, ...

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... wobei ein bisschen Ausprobieren und Anpassen an die eigenen Wünsche nicht schaden kann.

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Kommentare
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Portrait von ThirdBen
  • 24.05.2016 - 15:52

Vielen Dank für die Tutorial-Reihe. Sehr gut erklärt, ich hatte als Foto-Neuling nicht das Gefühl, dass ich nicht mitkomme. Werde mich da in der nächsten Zeit mal ranmachen.

Portrait von Stefan.U
  • 07.07.2015 - 21:04

Jetzt kann ich das entlich auch mal ausprobieren! Finde die Anleitung super! Dankeschön

LG
Stefan

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 05.02.2014 - 08:26

Nach meinen ersten Schritten macht die Sache mit den HDR-Bildern immer mehr Spaß. Danke dafür.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 04.02.2014 - 18:59

Nach den ersten Versuchen bewahrheitet sich, dass Fotografieren bedeutet, mit Licht zu malen.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 04.02.2014 - 14:17

Durch die bisherigen Tutorials habe ich echt viel Neues erfahren und bereits einige meiner Bilder mit zum Teil frappierenden Ergebnissen bearbeitet. Danke dafür.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 03.02.2014 - 17:56

Klasse und toll beschrieben. Danke für die Tips!

Portrait von RonaldN
  • 01.08.2013 - 18:19

Wie die vorherigen wieder ein bunch an Informationen

Portrait von Sir Jeffrey
  • 02.07.2013 - 15:08

Auch dieser Teil wieder sehr informativ, danke dafür.

Portrait von FurryWolf
  • 13.03.2013 - 09:01

Einer der besten HDR-Tutorials die ich bis jetzt gefunden habe! Natürlich alle Teile von 1-15 :-) DANKE *Daumen hoch*

Portrait von AK-Balu
  • 16.09.2012 - 14:59

Klasse und toll beschrieben danke fuer die tips

Portrait von simonkch
  • 08.08.2012 - 13:12

Gutes Tutorial. Ich begrüsse es, dass für einmal nicht nur das Produkt xyz vorgestellt wird, sondern auch einmal ein Blick in die Gärten links und rechts geworfen wird. Wettbewerb unter den Anbietern verbessert im Allgemeinen die Qualität und hält die Preise im vertretbaren Bereich.

Portrait von nico1990
  • 27.04.2012 - 14:02

Gute Einführung in eine echte Alternative zu den üblichen kostenpflichtigen Programmen

Portrait von schaerjer
  • 16.03.2012 - 19:58

Vielen Dank für die Tipps - so fällt der Einstieg viel leichter

Portrait von aphi
  • 14.11.2011 - 13:31

einfach mal über den Horizont geschaut. (macht ja nicht dümmer)

Portrait von dzimmermann
  • 19.10.2011 - 10:57

Einführung in ein weiteres HDR-Programm. War interessant.

Portrait von fox_
  • 06.09.2011 - 10:30

Gutes tutorial zu einem praktischen Programm!

Portrait von amococadiz
  • 20.07.2011 - 09:26

Interessant und gut erklärt. Jetzt freue ich mich auf's ausprobieren :-)

Portrait von Schnuppi8480
  • 16.03.2011 - 21:31

vielen dank ... freue mich aufs probieren

Portrait von grafik_avd
  • 21.02.2011 - 09:47

danke, für das tutorial. die reihe ist eine klasse einstiegshilfe

Portrait von Misye
  • 26.10.2010 - 22:36

Danke für das ausführliche Tutorial.

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