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Tutorialbeschreibung

Hochzeitsfotografie Teil 05: Die Trauung (Standesamt/Kirche)

Hochzeitsfotografie Teil 05: Die Trauung (Standesamt/Kirche)

In diesem Tutorial möchten wir euch den kompletten Ablauf einer standesamtlichen und einer kirchlichen Trauung zeigen. Vom Eintreffen der ersten Gäste über das Vorgespräch mit dem Pfarrer/Standesbeamten bis zum Ja-Wort. Was ist wichtig, worauf müsst ihr achten und vor allem: Was passiert alles nach dem Trauspruch? Wir werden es euch verraten. Des Weiteren werden wir auch die Kameraeinstellungen bei einer Hochzeit anschneiden. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen des Tutorials.

... übrigens findest du die komplette Serie hier: Hochzeitsfotografie: Der perfekte Moment - Schnapp sie dir in unserem Shop oder in der Kreativ-Flatrate!


Herzlich willkommen in der Welt der "Hochzeitsfotografie" - in dieser Tutorialreihe erwarten euch folgende Teile:

Teil 01: Die Grundlagen
Teil 02: Vorbereitungen
Teil 03: Ausrüstung und Equipment
Teil 04: Hochzeitsvorbereitungen
Teil 05: Die Trauung (Standesamt / Kirche etc.)
Teil 06: Familien- und Gästefotos
Teil 07: Feierlichkeiten
Teil 08: Porträtaufnahmen des Paares
Teil 09: Inspiration und Locationwahl
Teil 10: Liebe zum Detail
Teil 11: Nachbearbeitung / Bildbearbeitung
Teil 12: Save the Date/Trash the Dress

 

Einleitung:

Viele von euch waren sicherlich schon das ein oder andere Mal Gast oder auch Fotograf auf einer Hochzeit im Freundeskreis. Vielleicht hattet ihr bisher aber auch noch nie das Vergnügen, bei einem solch festlichen Event dabeizusein. Egal, wie viel Erfahrung ihr mitbringt, durch die vielen begleiteten Hochzeiten in den letzten Jahren - und auch ich lerne immer noch viel dazu - habe ich schon einiges erlebt und kann sicherlich ein wenig Hilfestellung geben, wenn ihr noch gar nicht wisst, worauf ihr euch einlasst.

Wir gehen in diesem Tutorial kurz auf die Kameraeinstellungen bei einer Hochzeit ein sowie die allgemeinen Vorbereitungen vor einer Trauung. Außerdem habe ich Standesamt und kirchliche Hochzeit getrennt, da diese sich ein wenig im Ablauf unterscheiden. Selbstverständlich gibt es auch noch andere Hochzeitszeremonien, doch ich möchte mich vorrangig auf diese beiden konzentrieren. Da sie inzwischen modern geworden ist, will ich auch ein paar Worte zur "Freien Trauung" schreiben.
 
 
Hier die nachfolgende Gliederung:

1. Kameraeinstellungen
2. Vor der Trauung
3. Die standesamtliche Hochzeit
4. Die kirchliche Hochzeit
5. Die freie Trauung
6. Glückwünsche und Specials

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1. Kameraeinstellungen

Ich habe in diesem Tutorial bei einigen Aufnahmen die jeweiligen Kameraeinstellungen dokumentiert. Dazu möchte ich noch erwähnen, dass ich die Kamera durchgängig - nicht nur bei Hochzeiten - manuell steuere. Das heißt, Blende, Belichtungszeit und auch ISO werden von mir vorgegeben. Mit ein wenig Übung eine Sache, die durchaus zu bewerkstelligen ist, auch wenn schnelle Wechsel erforderlich sind und nicht immer viel Zeit zum Umstellen vorhanden ist.
 
 
Kommt das Paar z.B. gerade aus der dunklen Kirche ins Sonnenlicht, wo es von den Gästen in Empfang genommen wird, muss ich teilweise mehrere Werte an der Kamera schnell ändern. Es spricht nichts dagegen, dass ihr mit einer Zeitautomatik arbeitet. Einmal die gewünschte Blende vorgegeben, braucht ihr bei schnell wechselnden Lichtverhältnissen nur die ISO anzupassen. Mit der Belichtungskorrektur (+/- Symbol eurer Kamera) könnt ihr euer Ergebnis natürlich noch beeinflussen, wenn ihr die Bilder generell etwas heller oder dunkler aufnehmen möchtet.

Anfangs würde ich euch sogar, wenn ihr im manuellen Modus nicht 100% sattelfest seid, das Fotografieren mit der Zeitautomatik empfehlen. Erst wenn ihr wirklich geübt seid und eure Kamera in allen Lagen perfekt manuell steuern könnt, solltet ihr das Ruder komplett in die Hand nehmen. Meist ist es ja auch der Wunsch und die Herausforderung, alles ganz alleine einstellen zu können!

Bevor ich euch jetzt in Sachen Kameraeinstellungen ein paar Dinge erzähle, möchte ich noch etwas anmerken: Jeder Fotograf hat seinen eigenen Stil, seinen eigenen Geschmack und seine eigenen Kameraeinstellungen entwickelt und verinnerlicht. Viele Wege führen nach Rom, wenn ihr mich fragt. Stimmt das Ergebnis, dann ist der Weg dahin vielleicht auch nicht wirklich entscheidend. Der eine Fotograf wird auf Tageslichtaufnahmen schwören, der nächste verwendet durchgängig einen Aufsteckblitz.

Jeder Fotograf wird seine "Schmerzgrenzen" anders setzen und ein nicht unwesentlicher Aspekt ist eben auch die vorhandene Ausrüstung. Daher soll mein Geschmack und meine Herangehensweise auch nur eine Idee vermitteln und nicht als unumstößlich gelten. Es soll Orientierung, kein Richtwert sein. Bitte macht diesbezüglich eure eigenen Erfahrungen und testet die Möglichkeiten selbst aus. Niemals solltet ihr aber nach Schema F fotografieren.

Auch wenn ihr nach einigen Hochzeiten feststellt, dass alles prima läuft und ihr durchweg "sehenswerte" Ergebnisse erzielt, wählt nicht eines Tages nur noch die gleichen Einstellungen und verfallt in den gleichen "Trott" - das ist nämlich der Anfang vom Ende eurer Kreativität und wird euch jeder Möglichkeit berauben, euch weiterzuentwickeln. Das Ziel muss immer sein, sich zu verbessern, neue Wege zu beschreiten, neue Möglichkeiten anzutesten.
 
 
Eure Kamera lässt euch viel Spielraum für die Umsetzung eurer Ideen, also nutzt sie. Nicht nur heute, wo ihr den Tatendrang noch spürt, sondern auch in 3-4 Jahren noch, wenn ihr meint, schon alles zu wissen oder alles gelesen zu haben. Die Fotografie bietet euch immer neue Wege und lädt ein, sie zu beschreiten!

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Im Laufe der letzten Jahre habe ich viele Hochzeitsworkshops besucht und viel Literatur verschlungen. Wobei ich ganz klar jeden praktischen Workshop der puren Theorie vorziehe. Dabei ist mir erst bewusst geworden, wie weit die Meinungen auseinandergehen. Das betrifft alle hier aufgeführten Punkte. Angefangen bei der Technik über die Kameraeinstellungen bis hin zur Bildbearbeitung. So würde ich auch nicht jeden Testbericht, den ich gelesen habe, bestätigen und mir immer eine eigenen Meinung bilden.

Der erste Fotograf, bei dem ich lernen durfte, vermittelte mir bestimmte Werte, die er als "maßgeblich" betrachtete. Diese habe ich hinreichend getestet, für gut befunden oder eben auch abgewandelt. Wiederum lese ich in einem guten Buch, dessen Autor die gleiche Technik besitzt wie ich, und kann über seine Kamera-Einstellungen nur staunen, da sie weit über meine eigenen Schmerzgrenzen und meine persönlichen Erfahrungen hinausgehen. Hier spielen natürlich auch Praxis und persönliches Empfinden eine große Rolle. Nicht zuletzt auch Stil und Kreativität des Fotografen.

An dieser Stelle möchte ich euch noch auf drei Bücher zum Thema Hochzeiten hinweisen, die ich gerne empfehlen möchte:

• Hochzeitsfotografie - Vom Schnappschuss zum perfekten Bild - von Nicole und Ralf Obermann (hier wird mit Nikon-Technik gearbeitet)
• Hochzeitsfotografie - Besondere Momente sicher und stilvoll fotografieren - von Kerry Morgan
• 500 Poses for Photographing Couples - von Michelle Perkins

 

Belichtungszeiten

Lange habe ich zu diesem Punkt Überlegungen angestellt und mich auch in anderen Büchern ein wenig schlaugemacht. Denn was ich für mich als optimale Einstellungen verwende, muss für euch nicht auch eine Vorgabe sein. In diesem Punkt möchte ich auch nicht vollumfänglich das Thema Belichtungszeit behandeln, sondern auf die unteren Grenzwerte eingehen, die ihr vielleicht gerade bei einer Trauung wissen solltet, wenn euch wenig Licht zur Verfügung steht und ihr auf den Blitz verzichten müsst/wollt.

Bei meinen Recherchen bin ich daher auf eine Faustregel im Internet gestoßen, die vielleicht ein wenig zeigt, was möglich ist, und ich möchte sie daher hier aufführen. Natürlich kommt es auf viele Faktoren an! Diese Faustregel besagt (ohne Bildstabilisator), gemessen auf Vollformat:

 

Belichtungszeit = Kehrwert der Brennweite

Das heißt, bei einem 50-mm-Objektiv sollte die kleinste Belichtungszeit 1/50s betragen. Bei einem 200-mm-Objektiv eine 1/200s. Diese Regel gilt aber nur für Motive, die sich gar nicht oder nur sehr wenig bewegen. Beim Ringwechsel würde ich also z.B. nicht gerade einen dieser Grenzwerte antesten wollen. Außerdem kommt es darauf an, wie ruhig ihr aus der Hand fotografieren könnt. Jede Verwackelung der Kamera wirkt sich in Form von Unschärfe auf euer Bild aus; je höher die Brennweite, desto stärker wird sie sich auswirken. Ich mute mir selten etwas unter einer 1/125s zu, egal, welches Objektiv ich verwende. Bei leichten Bewegungen meines Paares (im Stehen) nehme ich meist eine 1/250s oder kürzere Belichtungszeiten.

Mit einem aktiven Bildstabilisator hat man laut dieser Regel noch mehr Spielraum, aber hier bin ich vorsichtig mit meinen Empfehlungen, denn demnach seid ihr dann bei einem 200-mm-Objektiv noch mit einer 1/50s auf der sicheren Seite ... Dies deckt sich mit den Kameraeinstellungen gelesener Literatur, immer wieder finde ich z.B. Schnappschüsse von sich leicht bewegenden Motiven mit einer 1/30s z.B. mit einem 50-mm-Objektiv aufgenommen. Für mich ein Grenzwert, den ich selten erfolgreich getestet habe. Die Qualität des Bildstabilisators tut hier sicher ihr Übriges.

Diese Einstellungen solltet ihr für euch besser einmal in Ruhe in verschiedenen Situationen austesten oder wenn es nicht ganz so wichtig ist, perfekte Ergebnisse zu erzielen wie bei einer Hochzeit! Generell solltet ihr aber die Belichtungszeit lieber etwas kürzer wählen, wenn ihr euch nicht sicher seid und euch das nötige Licht durch eine größere Blende oder eine höhere ISO holen. Unscharfe Hochzeitsbilder durch Verwackelung oder Bewegung des Motivs sind eine schlechte Alternative.

Hier ein Beispiel für zu kurze Belichtungszeiten. Der kleine Mann auf der Mauer hibbelt auf und ab. Es entstand auch bei einer 1/400s noch eine Bewegungsunschärfe, die man hier sicherlich schlecht erkennen kann, die aber vorhanden ist.

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Blende

Was es mit der Blende auf sich hat, werdet ihr wissen, dennoch einmal kurz erklärt:

• Große Blende (kleine Blendenzahl z.B. f/2,8) = viel Licht = geringe Schärfentiefe
• Kleine Blende (große Blendenzahl z.B. f/16) = wenig Licht = viel Tiefenschärfe

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Haben wir also z.B. in der dunklen Kirche wenig Licht zur Verfügung, dann wählen wir eine größtmögliche Blende. ABER Vorsicht. Je nach Brennweite und Abstand zum Motiv müsst ihr berücksichtigen, dass die Tiefenschärfe vielleicht nicht mehr euren Aufnahmewünschen entspricht. Steht ihr beispielsweise nah am Brautpaar und habt eine f/2.8 gewählt (Fokus auf die Braut), kann euch der Bräutigam schon zu unscharf geraten. Auch hier gilt: Erfahrungen sammeln und zur Not auf Nummer sicher gehen. Lieber eine etwas kleinere Blende wählen und damit das Brautpaar schön scharf abbilden, dafür mit höherer ISO Licht ins Bild holen.
 
 
Da ich mich hier sehr seitlich vom Brautpaar befinde, seht ihr die starke Unschärfe bei einer f 4,5, wenn der Fokus auf der Braut liegt.

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Auf der anderen Seite gibt euch die Blendengröße unglaublich viel Spielraum für eure Kreativität. Denn manchmal macht die große Blende und die geringe Tiefenschärfe das Bild erst aus und ihr könnt sie wunderbar für eure Vorstellungen einsetzen! Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass die Fehler eines Objektivs bei der Offenblende meist am deutlichsten spürbar werden (Vignettierungen, Kontrast, Schärfe). Ausnahmen bestätigen die Regel.

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ISO

Bereits in einem vorangegangenen Tutorial habe ich ein paar Worte zu ISO und Rauschverhalten geschrieben. Wer seine Technik hinreichend getestet und geprüft hat, weiß schnell, was er ihr zumuten kann und in welchen Bereichen er sich über die Bilder noch freuen kann. Bei meiner D3s/D4 gehe ich ungern über eine ISO 2.500. Das ist meine persönliche Schmerzgrenze, die ich nur überschreite, wenn ich z.B. in einer dunklen Kirche ohne Blitz fotografieren muss. Bei Trauungen fotografiere ich nur selten mit Tageslicht. Das ist aber auch eine Geschmacksfrage. Bei allen anderen Begebenheiten lasse ich den Blitz weg, wenn ich nur irgend kann!

Generell kann ich jedoch sagen, dass ihr die ISO so niedrig wie möglich halten solltet, damit eure Bilder nicht in ihrer Qualität leiden. So ist es z.B. unsinnig, bei unbewegten Motiven eine 1/1600s zu wählen oder eine kleine Blende, die ihr gerade gar nicht braucht, und dies zulasten einer hohen ISO.

Brauche ich möglichst viel Licht in einem dunklen Raum, passe ich daher erst Blende und Belichtungszeit an, reduziert auf das lichtstärkste Maß für die entsprechenden Begebenheiten, und setze dann die ISO hoch.

Ein Foto nur mit Tageslicht, ISO 2500.

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Belichtungsmessung

Noch kurz erwähnen möchte ich die Belichtungsmessung, die ihr eurer Kamera vorgeben könnt, damit sie auch genau das umsetzt, was euch vorschwebt. Euch stehen hierfür drei Einstellungen zur Verfügung:

• Integralbelichtungsmessung (mittenbetont)
• Matrixbelichtungsmessung (Mehrfeldmessung)
• Spotbelichtungsmessung (Einpunktmessung)

Um jetzt zu wissen, in welcher Situation ihr mit welcher Einstellung am besten fahrt, müsst ihr wissen, was genau die Kamera im jeweiligen Modus überhaupt macht und danach die Bildbelichtung ausgibt.

Bei der Integralmessung misst die Kamera die Lichtverhältnisse im ganzen Bild, der mittlere Bereich kommt hierbei aber schwerer zum Tragen. Bei der Matrix/Mehrfeldmessung misst die Kamera an mehreren Bildpunkten das Licht. Die Matrixmessung wird von vielen Hochzeitsfotografen gerne genutzt, allerdings hat sie mit starken Lichtkontrasten auch ihre Schwierigkeiten. Die Integral- und Mehrfeldmessung ist in den meisten Fällen ausreichend.

Die Spot- oder Selektivmessung nutzt für ihre Belichtungsmessung nur einen kleinen Teil des Bildes (Selektivmessung ca. 10%, Spotmessung weniger als 5%). Sie eignet sich daher für starke Kontrastunterschiede und die Messung von kleinen Bildbereichen.

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Dies als kleiner Vorab-Guide zum Thema Kameraeinstellung. Da es hier schon unzählige Tutorials gibt, die sich mit den Grundkenntnissen und Einstellungen befassen, muss dies an dieser Stelle ausreichen, damit das Tutorial nicht zu lang wird.

 

2. Vor der Trauung

Zur rechten Zeit am rechten Ort!
Ob Standesamt oder Kirche, euer Zeitfenster vor der Trauung sollte niemals zu kurz sein. Bei mir ist es mindestens eine halbe bis dreiviertel Stunde vorher. Wenn ich eine weite Anreise habe, dann kommt es auch vor, dass ich schon mal weit über eine Stunde warten muss, bis es überhaupt etwas zu fotografieren gibt. Kein Fotograf der Welt kann es sich leisten, zu spät zu einer Hochzeit zu erscheinen. Es ist mein absolutes Alptraum-Szenario. Eine Vollsperrung auf der Autobahn, ein defektes Auto ... Bisher ist das zum Glück noch nie vorgekommen und auch längere Staus habe ich - dank frühzeitiger Anreise - immer ohne Stress überstanden.

Dazu sei gesagt, dass ich diese "Vorzeit" nicht in Rechnung stelle. Es ist keine Pflicht für das Paar, mich schon eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Trautermin zu bezahlen. Dies ist sozusagen Gratis-Zeit, die ich darauf verwende, mich vorzubereiten und das erste Vorgeschehen einzufangen. Natürlich könnt ihr eurem Paar dazu raten, dass sie rechtzeitig mit der Reportage beginnen und euch das auch vergüten lassen.

Und da wären wir auch schon beim Punkt, was vor der Trauung zu erledigen ist. Das soll dazu dienen, euch ein wenig die Anspannung und Nervosität zu nehmen und euch helfen, nicht in Stress zu verfallen. Anfangs war ich auch immer sehr aufgeregt. Denn jetzt kommt der Teil einer Hochzeit, bei dem ihr natürlich wissen solltet, was ihr macht, und ihr müsst eure Technik dafür entsprechend vorbereiten.

Ihr habt alles dabei, was ich im Vorbereitungs-Tutorial beschrieben habe. Die Akkus sind geladen, genügend leere Speicherkarten befinden sich an Ort und Stelle und eure Objektive strahlen blitzblank in der Sonne. Eure Aufsteckblitze sollten frische Batterien haben. Wichtig: Solltet ihr das Paar schon vorher begleitet und den Aufsteckblitz gebraucht haben, macht sicherheitshalber für die Trauung neue Batterien rein! Meine Accessoires, die ich für die Paar-Reportage benötige, lasse ich bei der Trauung im Auto zurück. Ihr solltet nur dabeihaben, was ihr unbedingt braucht. Euer Rücken wird es euch danken. Natürlich lasse ich niemals teures Equipment im Auto liegen.
 
 
Die Kulisse einfangen
Mein erster Job beim Eintreffen an der Location ist eine Weitwinkel-Aufnahme des Gebäudes, egal ob Rathaus, Kirche, Schloss ... Es ist immer schön, wenn eure Reportage damit beginnt. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, nicht immer ist das Standesamt sehenswert, das gebe ich zu.

Nicht immer hat man so viel Glück: Hochzeitslocation war hier das Schloss Neuhaus in Paderborn

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Besichtigung Trauzimmer/Kirche
Des Weiteren steht neben der Begrüßung des Bräutigams - sofern er schon vor Ort ist - die Besichtigung des Trauzimmers/der Kirche an, um sich mit den Begebenheiten vertrautzumachen. Wo stellt ihr euch während der Trauung hin, wo habt ihr die beste Sicht auf das Paar und wie stellt ihr eure Kamera optimal ein? Das könnt ihr jetzt schon einmal antesten. Es ist nicht verkehrt, ein paar Testaufnahmen zu machen, damit ihr später die richtige Einstellung für eure Kamera wisst und nicht groß während der Trauung korrigieren müsst.

Wenn ihr einen Platz für euch gefunden habt, dann schaut nach "störenden" Motiven im Bild. Im Trauzimmer steht oft eine Blumenvase auf dem Tisch oder andere Dekoration. Bevor ihr später feststellt, dass sie euch den Blick auf das Brautpaar nehmen, positioniert euch anders oder - falls es nur von diesem Standort aus geht - ich habe mithilfe des Standesbeamten auch schon den Tisch umdekoriert! Aber bitte vor der Trauung und das möglichst liebevoll und dezent. Natürlich niemals ohne Absprache mit dem Standesbeamten.

Hier kann es ganz schön eng werden. Nicht nur für die Gäste war kaum Platz, auch ich stand direkt am Fenster.

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Die richtige Brennweite für die Trauung
Außerdem schaue ich, welche Brennweite ich für die Trauung benötigen werde. Wichtig dafür ist, dass ich alles ins Bild bekomme und möglichst flexibel bleibe. In der Kirche wähle ich meist - aufgrund des größeren Abstands und der Diskretion - mein 70-200 mm. Das erlaubt es mir, etwas weiter weg vom Geschehen Bilder zu schießen und ich bleibe trotzdem flexibel für die ein oder andere Nahaufnahme des Paares. Im Standesamt fotografiere ich meist mit meinem 24-70mm. Oft stehe ich direkt neben dem Standesbeamten und nur ein Tisch bildet die Distanz zwischen mir und dem Brautpaar.

Manche Trauzimmer sind dazu sehr klein und ihr steht vielleicht schon mit dem Rücken an der Wand und habt keine Möglichkeit, euch Raum zu verschaffen. Damit ich beim Jawort und Ringwechsel, wenn sich beide erheben, auch die ganze Szenerie einfangen kann, finde ich diese Brennweite dafür ideal. Das 70-200mm wäre hier oft zu viel des Guten. Das habt ihr aber schnell im Blick, wenn ihr euch im Trauzimmer oder der Kirche umseht. Nicht zuletzt auch eine Frage des Geschmacks, eurer Arbeitsweise und eures Objektivbestandes.

Auch in kleinen Kapellen kann es eng werden!

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Da ein Objektivwechsel während der Trauung nur bedingt möglich ist, wählt eure Brennweite richtig. Ich wechsle niemals während der Trauung ein Objektiv. Natürlich könnt ihr euch, wenn der Ablauf der Trauung bekannt ist, nach "hinten" schleichen und leise das Objektiv wechseln. Aber meist ist es während einer Zeremonie so leise, man würde eine Stecknadel fallen hören ...

Ich würde es mich nicht trauen, derart störend ins Geschehen einzugreifen. Daher möchte ich persönlich davon abraten. Falls möglich, verwendet lieber eine zweite Kamera und stellt beide vor der Trauung ein, damit sie einsatzbereit sind. Alleine schon, falls euch aus irgendeinem Grunde die Technik in diesem Augenblick im Stich lässt!

Meist habt ihr die Möglichkeit, die Kamera unauffällig neben euch so zu positionieren, dass sie nicht stört, aber griffbereit ist. Und zur Not könnt ihr dann einfach nach der Ersatzkamera mit anderem Objektiv greifen, falls ihr dies wünscht. Ich habe immer zwei Kameras startklar und nutze sie im Wechsel. Zumindest vor und nach der Trauung, wenn ich zwischen Gruppenfotos und Schnappschüssen der Gäste wechseln möchte, ohne ständig die Objektive zu jonglieren. Während der Trauung habe ich zu 90% nur eine Kamera im Einsatz und dementsprechend ein Objektiv. Das ist aber eurem eigenen Geschmack überlassen.

Wo und inwieweit ihr während der Trauung dann auch fotografieren dürft, solltet ihr mit dem Standesbeamten/Pfarrer besprechen; dazu in den nächsten Punkten mehr.
 
 
Das Vorgeschehen einfangen
Nachdem ich diese Sachen abgehakt habe, gehe ich wieder ins Geschehen und warte auf neu eintreffende Gäste, die ich bei der Begrüßung des Bräutigams ablichte, wenn sie im Gespräch untereinander sind und natürlich das gesamte hektische Treiben vor der Ankunft der Braut. Hier wird es genug für euch geben, was ein Foto lohnt. Steht niemals verloren in der Gegend herum, sucht immer nach einem interessanten Motiv.

Kein Schnappschuss, sondern gestellt ... Bräutigam mit seiner Mutter vor der Kirche.

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Andere Fotografen
Vielleicht habt ihr bei eurem Vorgespräch schon nach anderen Akteuren während der Trauung gefragt. Wichtig dabei ist der Videograf, der meist nur bei kirchlichen Trauungen fungieren darf. Filmaufnahmen bei standesamtlichen Trauungen sind so gut wie immer untersagt. Den Punkt "Videograf" möchte ich daher später im Teil "Kirchliche Trauung" behandeln. Aber vielleicht gibt es Hobby-Fotografen aus dem Bekanntenkreis des Paares, die auch ein paar Bilder aufnehmen möchten.

Generell sage ich immer: Je mehr Fotografen, desto besser. Es wäre doch auch ein Jammer, wenn man das generell ausschließen würde. So können verschiedene Motive eingefangen werden und das Paar hat nachher viele schöne Bilder zur Auswahl. ABER: Ich darf in meiner Arbeit nicht behindert werden und während einer Trauung und bei Momenten, die nicht wiederholbar sind, will ich den Platz in der ersten Reihe und keinen anderen Fotografen beiseiteschieben müssen, um meine Aufnahmen zu machen.

Sofern das Paar aber einer weiteren Person Fotos während der Trauung gestattet hat, dann spreche ich vorher ganz klar die Regeln ab. Es ist schon vorgekommen, dass 2-3 Fotografen neben mir standen und Ring-Wechsel und Jawort im Blitzlichtgewitter vonstattengingen. Das geht nicht!

Ständig rannte mir jemand von ihnen durchs Bild oder stand hinter dem Paar störend im Hintergrund meiner Aufnahmen. Da müsst ihr klar und deutlich euren Standort behaupten und zur Not auch einmal ein "Nein" aussprechen. Ansonsten sind mir andere Fotografen immer herzlich willkommen, es sollte aber immer ein Miteinander sein und kein Konkurrenzkampf um den besten Platz für das Motiv.

Die Hochzeit einer guten Freundin vor einigen Jahren, lange bevor ich als Fotografin selbständig war. Daher auch der Platz in der zweiten Reihe. Diesen dürft ihr bald endgültig aufgeben!

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Das Fotografieren während einer Trauung
Bevor wir uns jetzt dem Ablauf der Trauzeremonien widmen, möchte ich noch etwas sehr Wichtiges vorschieben. Jeder Fotograf wird mit der Zeit seinen eigenen Stil finden, wie er Hochzeiten fotografiert. Was oft gar nicht bedacht wird, wenn man das erste Mal eine Trauung begleitet, ist der Punkt, dass ihr mit dem Standesbeamten meist die einzige Person seid, die vor dem Paar "steht" bzw. agiert. Gerade im Standesamt - wenn ihr viel näher am Paar seid - als in einer Kirche.

Das Paar ist nervös, die Stimmung emotionsgeladen, es ist unglaublich aufregend. Vielleicht fließen schon ein paar Tränen und die Anwesenden werden gespannt auf den Beginn der Trauung warten. Es wird still ... Während der Standesbeamte ruhig dasitzt und seine ersten Worte spricht, werdet ihr bei euren Aufnahmen plötzlich feststellen, wie laut eure Kamera ist. Der Blitz wird euch viel heller vorkommen als üblich, und sobald ihr euch nur ein paar Zentimeter bewegt, richten sich die ersten Blicke auf euch. Das Ganze ist ein sehr intimer Moment, den ihr mit dem Paar teilen dürft.

Ich komme bei keiner Trauung umhin, diesen Platz in der ersten Reihe zu genießen. Denn mir ist es gestattet, direkt und unmittelbar daran teilzunehmen. Mir werden Dinge zuteil, die nicht einmal die Trauzeugen oder die Eltern "sehen" können, denn schließlich sitzt das Paar fast immer mit dem Rücken zu ihnen. Die Blicke, die sich das Paar gegenseitig zuwirft, die Freudentränen, die lächelnden Gesichter, die Hände, die sich gegenseitig halten!
 
 
Davon kann ein Hochzeitsfotograf nie genug bekommen. Das Glück zum Anfassen und ihr sitzt in der ersten Reihe!

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Es ist mir nicht möglich, euch ein Patentrezept mit auf den Weg zu geben, wie viele Aufnahmen ihr während einer Trauung machen solltet. Es ist mir nicht möglich, euch diesen Moment wirklich zu beschreiben, das müsst ihr sicherlich selbst ein paar Mal erleben und euer Fingerspitzengefühl einsetzen. Freut euch einfach darauf, denn es ist ein wundervoller Teil eurer Arbeit.

Aber aus den o.g. Gründen solltet ihr unglaublich dezent agieren und euch möglichst still verhalten. Macht so viele Aufnahmen, wie ihr es für nötig erachtet, aber macht auch Pausen und gebt dem Paar die Gelegenheit, sich auf die Traurede zu konzentrieren. Macht immer mal wieder eine Aufnahme, nur beim Jawort, Ringwechsel und Kuss fotografiere ich natürlich entsprechend häufiger. Wirkt niemals zu stark in das Geschehen ein, verhaltet euch ruhig. Wenn ihr euch bewegen wollt, um eine andere Aufnahmeposition zu wählen, dann langsam und leise.

Alle anderen Dinge sind jetzt eher spezifisch auf Standesamt oder Kirche ausgelegt, daher möchte ich diese in den nächsten Punkten behandeln.

 
 

3. Die standesamtliche Hochzeit

Trauzimmer
Gerne fotografiere ich im Vorfeld das Trauzimmer im Ganzen, bevor es von den ersten Gästen erobert wird. Es ist ja nicht immer ein graues Rathauszimmer. Vielleicht hat euer Paar eine besondere Location für seine standesamtliche Trauung gewählt und ihr fotografiert beispielsweise in einem Schloss. Habt ihr genügend Zeit, fotografiert schon einmal ein paar Details, bevor ihr es später vergesst. Die Dekoration im Standesamt und vielleicht sogar das bestückte Ringkissen oder Familien-Stammbuch, bevor ihr rechtzeitig nach draußen geht, um Gäste, Bräutigam und das Eintreffen der Braut zu dokumentieren.
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Natürlich kann es sein, dass das Trauzimmer etwas weiter vom "Treffpunkt" der Gäste entfernt liegt. In einem großen Rathaus kann es beispielsweise auf einer höher gelegenen Etage sein und ihr müsst mit dem Aufzug fahren. Je nach Lage und vorhandener Zeit müsst ihr entscheiden, ob ihr das Trauzimmer vorher besichtigen könnt, ohne etwas Wichtiges zu verpassen. Hier müsst ihr ggf. darauf verzichten und bleibt zur Vorsicht lieber die ganze Zeit über beim Brautpaar.
 
 
Anmerkung: Zwar gibt es inzwischen wunderschöne Locations für standesamtliche Trauungen, aber die Kehrseite der Medaille ist die "Massenabfertigung". Anders kann ich es schon nicht mehr nennen. Im 45-Minuten-Takt folgt hier eine Hochzeit auf die andere, manchmal sogar in mehreren Räumen nebeneinander. Da passiert es, dass sich zwei Gesellschaften plötzlich mischen oder beim Gruppenfoto schon die Kutsche der nächsten Braut vorfährt. Mit der Zeit kennt ihr sicherlich eure Hochzeitslocations, ansonsten könnt ihr den Standesbeamten einfach fragen, wie das Zeitfenster aussieht und wann die nächste Trauung beginnt. Manchmal ist es besser, mit dem Gruppenfoto vor der Location zu warten, bis die nächste Trauung beginnt. Dann habt ihr wieder etwas Luft. 80 Gäste möchten vernünftig aufgestellt werden!

Gespräch mit dem Standesbeamten
Es ist ratsam (eigentlich unabdingbar), neben der Begrüßung ein paar Worte mit dem Standesbeamten zu wechseln. Das ist nicht nur ein Akt der Höflichkeit, ihr profitiert immer davon, wenn euch der Standesbeamte in eurer Arbeit unterstützt. Auch wenn mir noch kein Standesbeamter begegnet ist, der mich irgendwie in meiner Arbeit eingeschränkt hätte, so ist es nur freundlich, wenn ihr ihm euren Wunsch-Standort mitteilt und sein Okay dafür erhaltet.

Es ist auch nicht unüblich, dass eine Sängerin oder ein Chor die Trauung begleiten, dann müsst ihr euch entsprechend positionieren, damit man sich nicht in die Quere kommt. Ein Lächeln und ein offenes Wort werden euch hier auf jeden Fall weiterbringen, auch wenn ihr im Endeffekt nur euren Job gut machen wollt. An dieser Stelle muss ich mal ein Lob an alle Standesbeamten loswerden, die mir in den letzten Jahren bei meinen Hochzeiten begegnet sind.
 
 
Inzwischen sind die Traureden so liebevoll, teilweise sogar persönlich auf das Paar bezogen. Ich werde immer herzlich empfangen, gerade wenn man sich schon das ein oder andere Mal begegnet ist, und sie ermöglichen mir ein uneingeschränkt freies Arbeiten. Es gibt sogar den ein oder anderen Standesbeamten, der mich bei der Trauung fragt, ob der "Schuss" im Kasten ist oder sich das Paar noch einmal "küssen" soll. Diese Frage solltet ihr immer mit Ja beantworten.

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Die Trauzeugen
Nicht immer gibt es Trauzeugen bei einer standesamtlichen Hochzeit. Im Standesamt sind aber immer bereits die Plätze für sie vorgesehen. Sie werden dicht am Paar sitzen und teilweise sogar schräg daneben. Hier solltet ihr auch darauf achten, dass sie euch nicht im Weg sind und den Blick auf das Paar verdecken. Dann bittet sie lieber bereits vor der Trauung, ein wenig Abstand zu halten. Das ist eigentlich nie ein Problem, es sind ja nur ein paar Zentimeter, die euch dafür mehr Spielraum lassen. Bei einer kirchlichen Trauung können sie euch bei eurer Arbeit gefährlicher werden; dazu im nächsten Punkt mehr.

So ist es üblich: Die Trauzeugen sitzen rechts und links von Paar. Ihr habt gute Sicht auf die wichtigsten Akteure.

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Die Braut kommt!
Auch wenn der Ablauf einer standesamtlichen Trauung sehr klassisch sein "darf", wird die Braut eher selten zum Schluss erscheinen. Es gibt heutzutage Standesamt-Locations, wo ein richtiger Einzug der Braut möglich ist. Der Ablauf unterscheidet sich kaum von dem einer kirchlichen Trauung. Bei der normalen "Rathaus-Hochzeit" wird dies nicht unbedingt so sein, d.h., das Brautpaar wird vielleicht sogar gemeinsam die Gäste in Empfang nehmen und sich zusammen ins Trauzimmer begeben.

Ihr bleibt auf jeden Fall immer bei ihnen, sie sind das Hauptaugenmerk, von Gäste-Schnappschüssen und Detailaufnahmen abgesehen. Der Fokus liegt immer auf dem Paar selbst. Ihr habt noch länger Gelegenheit bei eurer Reportage, auf jeden von ihnen einzugehen, vor und nach der Trauung bleibt lieber zu viel als zu wenig auf dem Paar selbst. Und eine Braut wird niemals mit euch schimpfen, dass sie zu viele Fotos von sich hat!

Sollte der Ablauf "klassisch" sein, dann warten meist Gäste und Bräutigam im Trauzimmer auf sie. Ihr seid also eine besonders wichtige Person, denn ihr dürft sie als Erstes in Empfang nehmen und begleiten. Vielleicht könnt ihr sie schon fotografieren, wenn sie aus dem Auto steigt, manchmal darf sie bis vor die Tür fahren! Ab sofort werdet ihr ihr nicht mehr von der Seite weichen. Ob die Braut nun mit ihrem Vater ins Standeszimmer kommt oder mit ihrem Bräutigam, geht immer mit genügend Abstand voraus und fotografiert sie, während sie zum Trauzimmer gehen und schließlich eintreten.

Dabei sind ein paar schnellere Schritte erlaubt, damit ihr etwas Luft habt, um sie wieder von vorne abzufangen, während sie auf euch zulaufen. Sollte der Bräutigam seine Braut jetzt erst sehen, dann positioniert euch rechtzeitig zwischen beiden, damit ihr sowohl Braut als auch Bräutigam im Bild festhalten könnt.
 
 
Habe ich das erledigt, gehe ich zügig weiter, damit ich die Begrüßung der beiden und ggf. sogar die Übergabe durch den Brautvater im Bild festhalten kann. Erst wenn sich das Brautpaar setzt, begebe ich mich auf meine vorher ausgewählte Position! Von ein paar Ausflügen abgesehen werde ich hier die ganze Zeit verharren. Möglichst diskret und still. Ich fotografiere präsent, aber dezent. Nicht zu viel, aber nicht zu wenig. Darauf bin ich ja schon eingegangen. Fingerspitzengefühl ist gefragt.

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In solchen Situationen ist es auch einmal erlaubt, einem Gast auf die Schulter zu tippen, wenn er euch im Weg steht, oder ihn sanft beiseitezuschieben. Jetzt ist eure Arbeit wichtig. Niemand will später hören, warum ihr diesen oder jenen Moment nicht im Bild festhalten konntet. Gibt es einen Brautstrauß, so wird die Braut ihn auf dem Tisch vor sich ablegen, vielleicht habt ihr, solange es noch nicht still geworden ist, die Zeit, ihn zu euch zu drehen. Für die Aufnahmen ist dies immer von Vorteil. So könnt ihr z.B. diesen während der Trauung im Vordergrund fotografieren und das Paar dahinter unscharf erscheinen lassen. Allerdings gilt es hier abzuwägen, denn ich würde natürlich nicht eine Trauzeremonie stören, nur weil der Strauß unschön positioniert ist!

Die Zeremonie
Der Ablauf einer standesamtlichen Trauung ist immer ähnlich. Einige Standesämter bieten hier mehr persönlichen Spielraum als andere. Manchmal wird eigene Musik eingespielt werden oder es gibt einen Sänger/Chor, manchmal werden Wünsche es Paares für die Traurede mit eingebunden und vielleicht wird die Trauung sogar die üblichen 15-20 Minuten übersteigen. Hier habe ich schon viele Varianten erlebt. Von der kurzen Rathaus-Trauung, wo nach 10 Minuten schon alles vorbei war, bis zum wunderschönen Ambiente in einem Schloss, wo Chor und Standesbeamter zusammen es auf ganze 45 Minuten Trauung geschafft haben. Dementsprechend wird eure Reportage auch mehr oder weniger emotionale Dinge dokumentieren.

Der Standesbeamte wird nach der Begrüßung seine persönliche Traurede vorlesen, die er meist mit viel Liebe verfasst hat, manchmal auch auf das Paar direkt bezogen. Hierbei solltet ihr das Paar nicht aus den Augen lassen und immer im geeigneten Moment ein Bild aufnehmen. Es wird sich immer wieder ansehen, anlächeln, vielleicht wird es auch sehr emotional. Fasst sich das Paar an den Händen, so ist auch das ein schöner Ausschnitt, den ihr einfangen solltet.

Es ist ein bisschen Zeit bis zum Jawort und daher könnt ihr jetzt auch im geeigneten Moment leise durch den Raum gehen und eure Perspektive auf das Brautpaar ändern. Vielleicht macht ihr eine Aufnahme aus Sicht der Gäste auf das Brautpaar. Es kann auch schön aussehen, wenn ihr von der Seite das Paar einfangt, während es sich anschaut. Auch die Gäste fotografiere ich gerne, allerdings ebenfalls sehr dezent. Vor allem die Emotionen der Brautpaar-Familien solltet ihr nicht verpassen.

Zwar beim Bräutigam den perfekten, emotionalen Moment erwischt, leider hat die Braut aber die Augen geschlossen!

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Jawort/Ringwechsel
Dann kommt der große Moment, auf den alle gewartet haben. Wo das Jawort natürlich Pflicht ist, so gibt es nicht immer einen Ringwechsel. Dieser ist natürlich schöner fotografisch festzuhalten und daher ist es toll, wenn es ihn gibt. Alle im Raum werden sich für das Jawort des Paares erheben und jetzt dürft ihr fleißiger sein! Fotografiert immer wieder und spielt mit eurem Bildausschnitt. Ich versuche, mich nicht zu viel mit Schritten zu bewegen, sondern beuge mich eher nach vorne oder lehne mich zurück, wenn erforderlich. Auch hier ist es wieder Fingerspitzengefühl, alles richtig einzufangen und den perfekten Moment zu erwischen.

Das ist in der Regel nicht so schwer, da der Ringwechsel oft lange genug dauert, um mehrere Fotos aufzunehmen. Leider warten die Paare nicht immer mit dem Kuss auf das "Go" des Standesbeamten, sodass ihr euch vorbereiten könnt. Manche Paare küssen sich nur kurz und hastig, während ihr vielleicht gerade gar nicht damit rechnet. Moment verpasst! Wenn das Publikum oder der Standesbeamte das nicht bemängelt, werden sie es auch nicht wiederholen. Also dranbleiben und achtgeben. Der Kuss sollte mit ins Album. Nicht dass nachher jemand neben euch diesen Augenblick nur mit dem Handy geknipst hat.

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Trauungen im Freien sind immer eine schöne Abwechslung. Sie können aber besonders bei hochstehender Sonne mit starken Sonnen/Schatten-Kontrasten zur Herausforderung werden.

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Zu guter Letzt
Nachdem unser Brautpaar jetzt offiziell verheiratet ist, kommt der formelle und bürokratische Part einer deutschen, standesamtlichen Trauung und alles wird "dingfest" dokumentiert. Nach dem Vorlesen des Dokuments über die Trauung wird dieses natürlich noch vom Brautpaar und den Trauzeugen unterschrieben. Dann setzt der Standesbeamte noch seine Unterschrift und alles ist besiegelt. Danach wird er vielleicht noch ein paar Worte zum Abschluss sagen, das Stammbuch der Familie übergeben und das Paar natürlich als Erster beglückwünschen, bevor er sie entlässt. Das wird natürlich alles von euch im Bild festgehalten.

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Danach ist der Ablauf unterschiedlich. Je nach Begebenheit wird das Paar erst aus dem Trauzimmer ausziehen oder direkt die Glückwünsche entgegennehmen. Den Auszug des Paares solltet ihr auf jeden Fall dokumentieren, genauso wie die Glückwünsche der Familien. Den weiteren Ablauf und alles, was nach der Trauung passiert, findet ihr weiter unten in diesem Tutorial.

 
 

4. Die kirchliche Hochzeit

Hier möchte ich den klassischen Ablauf einer kirchlichen Hochzeit schildern. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, aber es würde zu sehr in die Länge gehen, wenn ich jede einzelne davon hier ansprechen würde. Daher möchte ich etwas allgemeiner fassen. Bitte beachtet, dass ich nicht alle Ausführungen wiederhole, die ich schon im vorangegangenen Punkt geschildert habe, damit das Tutorial nicht zu langatmig wird. Sicherheitshalber solltet ihr daher auch die Ausführungen zur standesamtlichen Trauung lesen.

Die Kirche
Wie auch im Standesamt mache ich eine Totale von der leeren Kirche, fotografiere die Dekoration, die Kirchenhefte und ein paar Details. Manchmal steht auch die Traukerze auf dem Altar. All das solltet ihr in eure Reportage mit aufnehmen. Hierzu habe ich einige Beispielbilder aufgeführt.

Dann schaue ich mich nach dem geeigneten Standort für meine Fotos um, Objektivwahl und Testaufnahmen habe ich ja schon in der Einleitung erwähnt.

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Hier hat das erste Treiben schon begonnen. Nicht immer habt ihr die Kirche für euch alleine.

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Neben-Akteure/Videograf
Auch hier ist die Frage nach weiteren Akteuren, mit denen ihr euch absprechen müsst. So z.B. Sänger, Chor oder Videograf. Gerade wenn zwei Videografen aus zwei Winkeln das Geschehen verfolgen, könnt ihr euch ins "Gehege" kommen. Auch wenn die meisten Videografen Erfahrung damit haben, sich mit einem Fotografen den Platz in der ersten Reihe zu teilen, jeder möchte seinen Job perfekt erledigen und da kann es zu Problemen kommen. Da springt der eine dem anderen vor die Kamera und das stört erheblich die Arbeitsabläufe.

Inzwischen gehört die Frage nach einem Videografen auch in mein Vorgespräch mit dem Paar und, falls möglich, arrangiere ich schon vor der Trauung ein Gespräch mit dem Video-Team. Das ist kein Muss, aber leider habe ich auch schon schlechte Erfahrungen diesbezüglich gemacht, und das geht immer zulasten meines Brautpaares. Eine Sache, die verhindert werden kann, wenn ausreichend kommuniziert wird. Zur Not muss das Brautpaar einen Schwerpunkt festlegen und der jeweils andere Part kann sich dann an dieser Stelle zurückhalten.

Mir ist es aber auch schon passiert, dass mein Brautpaar mir die nachträgliche Buchung eines Video-Teams nicht mitgeteilt hat. Als ich in die Kirche kam, standen schon zwei Stative rechts und links vor dem Brautpaar und der Pfarrer hat uns außerdem sehr stark in unserem Tun eingeschränkt. Das war Arbeit mit Hindernissen. Der Videograf hat seine Position während der Reportage mit den Ellbogen verteidigt und nahm überhaupt keine Rücksicht auf mich. Wenn ihr dann mit einem Teleobjektiv arbeitet, seid ihr gewiss im Nachteil. Entweder ihr verfahrt dann genauso oder ihr zieht den Kürzeren bei euren Aufnahmen. Das war keine schöne Erfahrung, aber ich habe viel daraus gelernt und habe an diesem Tag trotzdem meinen "Mann" gestanden. So eine Erfahrung wünsche ich euch nicht.

Glücklicherweise habe ich aber weitestgehend positive Erfahrungen mit sehr professionellen Videografen gemacht. Es war ein perfektes Arbeiten, auch ohne vorherige Absprachen, eben ganz, wie es sein soll. Wir haben uns in unserer Arbeit ergänzt, denn das ist durchaus möglich. Hat der eine von euch eine wichtige Situation nicht im Blick, kann der andere ihn darauf hinweisen. Das Arbeiten mit einem Videografen kann großartig sein. Wenn es schiefgeht, dann habt ihr es meist mit einem unprofessionellen Videografen zu tun. Wenn ihr im Vorfeld mit eurem Brautpaar diese Dinge besprochen habt, wird auch nichts schiefgehen. Ich möchte euch keine Angst machen, sondern nur alle Möglichkeiten miteinbeziehen und dazu gehören leider auch schlechte Erfahrungen, die ich machen musste.
 
 
Nie vergessen: die Kleinigkeiten, die so wichtig für eure Aufnahmen sind und in jede Reportage gehören.

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Vorgespräch Pfarrer/Küster
Bei kirchlichen Trauungen ist es nicht immer selbstverständlich, dass ihr frei arbeiten dürft. Hier habe ich schon viele Konstellationen erlebt. Wie ich bereits im Vorbereitungs-Tutorial beschrieben habe, solltet ihr euer Brautpaar schon bei der Beratung darauf hinweisen, dass sie dies mit dem Pfarrer im Vorgespräch abklären sollten. Es gibt nämlich auch Kirchengemeinden oder Pfarrer, die ein Fotografieren während der Trauung gar nicht erlauben. Das wäre mehr als ärgerlich fünf Minuten vorher zu erfahren. Ihr seid dann auf einmal nur noch Gast und euer Brautpaar muss unter Umständen eine Leerstunde bezahlen. Genauso besteht die Möglichkeit, dass ihr auf den Blitz verzichten müsst, ihr nur von einer bestimmten Position - die nicht unbedingt günstig ist - fotografieren dürft oder anderen Einschränkungen unterliegt. Hier ein paar Beispiele, die mir auch gelegentlich unterkommen:

• Ihr habt eine kleine, dunkle Kapelle, die euch sowohl räumlich als auch vom Licht her stark einschränkt. Eine Herausforderung für euch und eure Technik.
• Ihr dürft den hinteren Teil der Kirche nicht betreten. Ihr seid gezwungen, das Paar von "hinten" aus der Sicht der Gäste vom Mittelgang aus zu fotografieren oder seitlich. Keine ideale Perspektive, hier müsst ihr erfinderisch werden und das Bestmögliche aus der Situation herausholen.
• Ihr seid an einen festen Ort gebunden, der euch vielleicht einschränkt. Gerade wenn Trauzeugen oder Messdiener beim Jawort um das Paar herumstehen. Dazu später mehr.

Generell solltet ihr bestimmte Situation aus eurer Fotoserie ausschließen, wie Gebete und das Abendmahl. Das dokumentiere ich nicht. Meist wird der Pfarrer euch auch genau darauf hinweisen, was nicht fotografiert werden darf; diese Punkte werden dann oft dazuzählen. Selbst, wenn ich keinen Einschränkungen unterliege, spare ich sie trotzdem aus.
 
 
Keine kirchliche Trauung gleicht der anderen und leider hat jede Kirche ihre eigenen Besonderheiten, was das Fotografieren angeht. Mal bekomme ich die Aussage: "Solange Sie nicht auf den Altar klettern" zu hören und manchmal wird es ein sehr langes Vorgespräch und ich unterliege diversen Einschränkungen. Inzwischen ärgere ich mich darüber nicht mehr, auch wenn es zulasten meines Brautpaares geht. Es ist eben nicht zu ändern. Ich würde mich an eurer Stelle zu 100% an diese Vorgaben halten und nicht einfach darüber hinweggehen. Glaubt mir, der Pfarrer wird euch auch vor allen Gästen darauf hinweisen, dass ihm euer Tun nicht gefällt! Auch hier wieder: Mit Freundlichkeit kommt ihr weiter.

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Ankunft und Einzug der Braut
Nachdem ihr schon ein paar Aufnahmen von den Gästen und den Begrüßungen durch den Bräutigam gemacht habt, wird der Aufbruch der Gesellschaft in die Kirche folgen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um draußen auf die Braut zu warten. Ihr dokumentiert den Ausstieg und alles, was um sie herum passieren mag. Eventuell wird der Pfarrer sie persönlich begrüßen und samt Messdienern in die Kirche begleiten. Dann bilden sie die Vorhut der Braut.

Endlich kommt die Braut, etwas verspätet, aber das traumhafte Hochzeitsauto macht es wieder wett!

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In den meisten Fällen wird der Bräutigam am Ende des Mittelgangs auf seine Braut warten, die wahrscheinlich durch ihren Vater zum Altar geführt wird. Wie ihr den Einmarsch fotografieren möchtet, ist sicherlich auch eine Frage des Geschmacks und hier dürft ihr auch variieren. Ich postiere mich meist in einer Bankreihe relativ weit vorne beim Bräutigam, wo ich einen guten Blick auf ihn habe. So kann ich beim Einmarsch die Braut auf der einen Seite dokumentieren und auch mal das Gesicht ihres glücklichen Bräutigams einfangen. Jedoch bewege ich mich dort zügig weg, um seitlich die Übergabe von Brautvater an Bräutigam dokumentieren zu können und natürlich die Begrüßung der beiden. Dies ist unter Umständen ein sehr emotionaler Moment; bleibt nahe am Geschehen, damit ihr alles einfangen könnt!

Erst rechts, dann links. Ihr seid perfekt positioniert.

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Rechtzeitig habt ihr eure Position verschoben, um die Begrüßung der beiden einzufangen.

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Positionierung während des Gottesdienstes
Während des Gottesdienstes habe ich einen festen Platz mit dem bestmöglichen Blick auf das Paar. Manchmal gehe ich während der Trauung dezent und leise in den Mittelgang (dafür eignet sich am besten eine leere Sitzbank weiter hinten, durch die ihr huschen könnt, ohne zu stören) oder fotografiere die Gäste, die aufmerksam der Zeremonie folgen. Auch Freudentränen von Familie und Freunden sollten euch nicht entgehen. Ansonsten bewege ich mich nur, wenn es die Situation erfordert. Wichtig ist, dass ihr dies macht, wenn noch Zeit bis zum Jawort ist. Nicht, dass ihr auf einmal hektisch wieder auf euren Platz stürmen müsst. Entweder ihr macht dies direkt am Anfang oder nach dem Jawort. Ideal sind auch die Zeiten, wenn der Chor / Sänger aktiv ist. Ansonsten wieder mit Bedacht fotografieren und nicht zu viel. Seid diskret und nehmt aufrichtig Anteil an dieser intimen Zeremonie.

Blick aus dem Mittelgang auf das Brautpaar.

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Ablauf der Zeremonie
Kirchliche Trauungen dauern meist 45-60 Minuten. Maßgeblich sind verschiedene Faktoren, wie die Anzahl der gespielten Lieder, ob eine Firmung oder Taufe mit einfließt oder das Abendmahl einen Programmpunkt bildet. Der Ablauf wird ebenfalls variieren, je nach katholischer oder evangelischer Trauung. Neben dem Gottesdienst wird es wahrscheinlich eine Lesung durch einen Angehörigen geben und auch die Fürbitten folgen meist nach der Vermählung. Dies solltet ihr im Bild festhalten.

Jawort/Ringwechsel
Um mich nicht zu wiederholen, möchte ich hier nur die Punkte aufführen, die sich um Standesamt unterscheiden. Hierzu zählt z.B. die möglichst freie Sicht auf euer Brautpaar bei diesem wichtigen Ereignis. Bestimmte Faktoren werden euch unerwartet und trotz Vorgespräch nicht immer erspart bleiben. Das Schlimmste Szenario dabei wäre: Der Pfarrer steht sehr dicht vor dem Brautpaar. Er holt einen Messdiener dazu, der sich auch nach der Segnung der Ringe nicht vom Platz bewegt und euch die Sicht versperrt.

Außerdem stehen rechts und links die Trauzeugen, die sich seitlich um das Paar herum gesellen. Dann habt ihr keinen freien Blick mehr auf das Paar, ganz egal, welches Objektiv ihr nutzt und wie weit ihr entfernt steht. Dann würde es euch nur noch helfen, die Leute beiseitezuschieben, wovon ich euch abraten möchte! Des Weiteren - obwohl ich es im Vorgespräch immer erwähne - kann es passieren, dass sich das Paar beim Gelübde und Ring-Wechsel zu den Gästen dreht. In beiden Fällen kommt ihr dann nicht umhin, möglichst ohne Verluste in den Mittelgang zu wechseln, um das Geschehen von dort zu fotografieren. Dies alles passiert aber so schnell und manchmal unvorhersehbar, dass ihr darauf vorbereitet sein solltet. Euch direkt im Mittelgang zu positionieren, ist keine Option, denn zum Glück sind solche Vorkommnisse selten und ihr habt in den meisten Fällen den besten Platz seitlich vor dem Brautpaar.
 
 
Pfarrer und Trauzeugen stehen vor/neben dem Paar und schon wird es für euch eng.

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Dazu noch ein Beispiel! In einer Kirche, die ich regelmäßig besuche, habe ich einen sehr offenen Pfarrer, der auch eine prinzipiell sehr nette Idee in seinen Gottesdienst mit einfließen lässt. Leider eine Idee, die mir jedes Mal die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Kurz vor dem Jawort bittet er nämlich alle anwesenden Kinder und Jugendliche nach vorne, damit sie diesen Moment etwas "näher" erleben können. Vielleicht reicht euch das schon als kleine Idee, um es euch vorzustellen. Mit viel Glück sind manchmal nur wenige, eher kleinere Kinder vor Ort, die nicht stören. Aber wir hatten auch schon gefühlt mehr Teenies in der ersten Reihe stehen als verbleibende Gäste in den Kirchenbänken! Solche Dinge wird der Pfarrer dem Brautpaar nicht unbedingt vorher mitteilen und damit nicht immer Begeisterungsstürme bei ihnen auslösen.
 
 
Um das Gelübde, den Ringwechsel und den Kuss herum solltet ihr natürlich wieder fleißig sein und alles dokumentieren, was sich jetzt abspielt. Denkt daran, dass ihr immer genug Bildmaterial habt, um nachher alle wichtigen Punkte abzudecken. Es gibt Faktoren, die euch euer Bild verderben können, und dann ist es sinnvoll, lieber ein wenig Auswahl zu haben. So z.B. geschlossene Augen, ein plötzliches Kopfdrehen etc. Beim Ringwechsel gehe ich gerne auch einmal näher heran und fotografiere die Hände dabei im Detail. Allerdings solltet ihr auch Bilder haben, die das Brautpaar hierbei im Ganzen zeigen.

Bei dieser Trauung ließen mir Pfarrer, Messdiener und Trauzeugen keine andere Wahl. Ich musst in den Mittelgang wechseln. Zum Glück drehte sich das Paar und ich hatte eine gute Sicht.

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Ausmarsch
Ebenso wie beim Einmarschieren wird es hier Unterschiede geben. Mal gehen Pfarrer und Messdiener vorab, dann solltet ihr entsprechend vorlaufen oder aus einer Bankreihe das Paar fotografieren. Wenn das Paar alleine aus der Kirche geht, dann habt ihr ohnehin freien Blick und könnt sie auf ihrem ganzen Weg hinaus fotografisch begleiten. Es sind oftmals sehr schöne Bilder, die dabei entstehen. Übrigens: Gerne mache ich für das Paar auch ein Foto mit dem Pfarrer zusammen!

Ob zuerst die Gäste die Kirche verlassen oder das Brautpaar, kann ebenfalls variieren. Ihr solltet dort in jedem Falle schon vorher am Ausgang stehen und das Paar in Empfang nehmen. Wichtig ist, dass ihr eure Kamera rechtzeitig an die stark wechselnden Lichtbedingungen anpasst. Was nun folgt, beschreibe ich in Teil 6. des Tutorials.

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5. Die freie Trauung

Auf die freien Trauungen möchte ich nur kurz eingehen, da dieses Tutorial ohnehin sehr langatmig wird. Der Ablauf kann hier variieren und hat meist Komponenten aus den beiden vorher beschriebenen Zeremonien. Der Theologe wird euch im Vorfeld genau sagen können, was Bestandteil der Freien Trauung sein wird, ob es ein Gelübde gibt, ob ein Ringwechsel vorgenommen wird oder ein besonderer Ablauf geplant ist. Hierzu zählt z.B. das Arbeiten mit Sand oder Steinen, die das Zutun der Gäste erfordert. Eine, wie ich finde, sehr liebevolle Möglichkeit, eine Freie Trauung zu gestalten, die sich außerdem sehr schön fotografisch dokumentieren lässt.

Natürlich sollte auch dies im Bild festgehalten werden. Wenn die Trauzeugen die Sandgläser einsammeln oder die beschriebenen Steine mit den Wünschen der Gäste, bietet das viele schöne Motive.

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Oft wird auch eine Kerze entzündet.

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Alle Theologen, die ich bei meiner Arbeit kennenlernen durfte, sind sehr offen für eure Arbeit. Sie freuen sich oft auch über ein Bild von ihnen während der Trauung. Wenn sie euch nicht danach fragen, schlagt es doch selbst vor, das gibt sicher direkt einen dicken Pluspunkt!

Die Traureden sind maßgeschneidert auf die Wünsche des Brautpaares und meist sehr persönlich. Daher finde ich freie Trauungen auch sehr emotional, wenn sie gut gemacht sind. Lasst euch davon ruhig ein wenig anstecken. Oftmals sitzt das Brautpaar bei der freien Trauung den Gästen zugewandt und erlaubt euch verschiedene Aufnahmepositionen sowie einen freien Blick auf das Paar.

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6. Glückwünsche und Specials

Herzlichen Glückwunsch an euch, die Trauzeremonie habt ihr jetzt geschafft und es geht zum nächsten Punkt. Es wartet noch das ein oder andere Special auf euch, bevor es zu den Gruppenfotos im nächsten Tutorial geht. Hier habe ich einmal die wichtigsten und häufigsten Begebenheiten für euch aufgeführt, die euch nicht entgehen sollten.

Glückwünsche
Die Glückwünsche solltet ihr von allen Seiten aus ablichten und dafür gerne auch Details einfangen. Gerade, wenn es emotional wird. Wechselt die Perspektiven, damit ihr mal die Braut, mal den Bräutigam im Bild habt und auch schon einmal seitlich die Gesichter der Gäste im Bild zeigt, während sie ihre Glückwünsche überbringen. Hier dürft ihr ruhig oft eure Position wechseln, damit ihr später einen bunten Strauß Fotos übergeben könnt. Bei großen Gesellschaften kann das Ganze schon einmal ein Weilchen dauern. Mein Rekord für eine Glückwunsch-Dokumentation lag bei ca. einer Stunde. Es wartete ein kompletter Karnevalsverein sowie die Feuerwehr vor der Kirche und noch einmal ca. 120 Gäste.

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Specials nach der Trauung
Als Erstes wird euer Brautpaar vielleicht ein paar Blumenmädchen haben; ein schöner Moment, den ihr festhalten solltet. Genauso steht die Gesellschaft vielleicht Spalier und nimmt es mit Seifenblasen oder Blumen im Empfang. Das Reiswerfen wird euch hingegen nur noch selten begegnen.

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Hinzu kommen verschiedene "Überraschungen" für das Paar, die die Gäste oder Trauzeugen vorbereitet haben. Wichtig ist nur, dass ihr dafür rechtzeitig in Position geht, um sie von allen Seiten abzulichten.

Da wären z.B. die Klassiker wie das Stoffherz ausschneiden und Holz sägen. Auch weiße Tauben kommen des Öfteren hinzu, die das Brautpaar gemeinsam gen Himmel entlässt. Sollte die Feuerwehr anreisen, dann warten oft weitere schöne Specials auf euch. Das müsst ihr alles mitnehmen! Vielleicht habt ihr sogar Glück und ein Feuerwehrauto lässt sich später in die Fotoreportage mit dem Brautpaar einbinden!

Manchmal werden dem Brautpaar auch bunte Ballons überreicht, die sie emporsteigen lassen!

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An dieser Stelle möchte ich mich fürs Lesen, eure Kommentare und natürlich positive wie negative Kritik zu der Tutorial-Serie bedanken. Ich hoffe, dass euch das Tutorial ein wenig Hilfestellung geben konnte, und freue mich auf die nächsten Teile.


Nicole Schick
 


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Kommentare
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Portrait von Didi140571
  • 14.01.2017 - 07:01

Sehr gutes Tutorial, empfehlenswert!

Portrait von Jeany7
  • 18.09.2015 - 07:30

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von Hefti128
  • 12.09.2015 - 23:22

Ausgezeichnete Reihe! Sehr ausführlich, viele nützliche Tipps, gut geschrieben, mit hochwertigen Beispiefotos vollendet. Vielen Dank!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 02.09.2015 - 13:11

Besten Dank für dieses Tutorial!

Portrait von AnneRick
  • 04.08.2014 - 12:39

Vielen dank fur das Tutorial.

Anne

Portrait von CoriLu
  • 14.07.2014 - 16:50

Wieder gute Anregungen und Erklärungen

Portrait von itsmeina
  • 08.07.2014 - 20:34

Super schöne Fotoideen!!!!

Portrait von Harald Bogner
  • 08.07.2014 - 10:53

Vielen Dank für die sehr lehrreiche Info.

Portrait von chris843
  • 01.07.2014 - 22:30

Vielen Dank. Sehr gut beschrieben und aufschlussreich

Portrait von Rapfa
  • 07.05.2014 - 19:58

Vielen Dank für die Tollen Infos !

Portrait von bonsaika6
  • 27.04.2014 - 19:38

tolle beispielfoto, davon kann man viel lernen..freue mich auf die weiteren tutorials

Portrait von CCMan
  • 17.03.2014 - 17:58

Vielen Dank für Deine Bemühungen und die Arbeit die hier drin steckt.

Portrait von Brook_Falls
  • 06.03.2014 - 18:56

Danke für das gute Tut

Portrait von Mr_Smith_85
  • 24.02.2014 - 23:44

VLD für diese Tolle Serie...

Portrait von Digitalman
  • 22.02.2014 - 21:46

Danke für diese Erklärungen. Mit Spannung erwartet und nicht enttäuscht. SUPER!!!
Freue mich auf die nächsten Teile.

Portrait von PapaJoe74
  • 22.02.2014 - 15:32

VIelen Dank,
hat mir sehr geholfen

Portrait von Edwalder
  • 21.02.2014 - 12:47

Wie immer klasse und sehr informativ. Habe dazu auch noch was gefunden (für alle heiratswillignen oder die welche hinter der Kamera stehen)....
http://www.foto-howto.de/fotografieren/hochzeitsfotografie-hochzeitsreportage-1/
http://www.foto-howto.de/fotografieren/hochzeitsfotografie-hochzeitsreportage-2/

Portrait von headover
  • 16.02.2014 - 23:58

Besten Dank für das Tutorial, auch dieser Teil ist wieder sehr informativ und vielfältig und macht einfach auch Lust, sofort loszulegen! Ich bin schon gespannt und freue mich auf die nächsten Folgen.

Portrait von powerpakli
  • 16.02.2014 - 18:51

Danke für das TUtorial, ich freue mich immer auf die nächste Folge!

Portrait von Flussfee
  • 16.02.2014 - 18:51

Ein tolles Tutorial zu einer tollen Reihe !!!

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