Anzeige
Tutorialbeschreibung

Grundlagen Capture NX, U-Point Technik

Grundlagen Capture NX, U-Point Technik

Grundlagen Capture NX2, U-Point Technik

Ich möchte in diesem Tutorial ein wenig auf das hauseigene Bearbeitungsprogramm von Nikon eingehen. Ein Fotograf hat damit einfach gesagt eine Dunkelkammer für digitale Fotografie. Viele Werkzeuge sind in Photoshop für Einsteiger einfach zu umständlich zu bedienen. Capture NX2 erleichtert den Umgang erheblich, allerdings muss man wissen, was welches Tool macht. Deswegen schreibe ich dieses Tutorial. Es ist wie folgt gegliedert:

Inhalt

1. Grundlagen Capture NX2. 2

1.1 Kameraeinstellungen. 2

1.2 Schnellanpassung. 4

1.3 Kamera- und Objektivkorrekturen. 4

1.4 Masken. 5

2 U-Point Technik. 9

3 Beschnitt 12

4 Auto-Retusche-Pinsel 13

5 Schlusswort 14

1. Grundlagen Capture NX2

Capture NX2 ist nichts anderes als eine Dunkelkammer für den digitalen Fotografen. Aufgrund der Tatsache, dass das Programm von Nikon hergestellt wird, eignet es sich perfekt für den Import von Rohdaten aus Nikon-Kameras. Des Weiteren kann man so ziemlich alle in der Kamera vorgenommenen Einstellungen nachträglich editieren.

1.1 Kameraeinstellungen

Öffne ein beliebiges Foto (vorzugsweise im Rohformat *.nef). Du solltest folgende Oberfläche sehen:

Bilder

Klicke rechts in der Bearbeitungsliste auf „Kameraeinstellung“. Du kannst hier nun die Kameraeinstellungen bearbeiten:

  • Weißabgleich
  • Bildoptimierung
  • Rausch- und Farbrauschreduzierung

Bei meinem Testbild werde ich den Farbabgleich justieren. Das Bild wurde bei sehr hartem Sonnenlicht aufgenommen, das Motiv - also die beiden Papageien - sitzen jedoch im Schatten. Dadurch ist der in der Kamera eingestellte Weißabgleich „Sonnenlicht“ falsch. Im folgenden Bild siehst du den Unterschied.

Bilder

Du siehst also, dass alle Farbtöne im Bild wärmer geworden sind. Die Änderungen sind auch im Histogramm unten rechts ersichtlich.

Es ergibt sich nun das Problem, dass der Farbton für die Vögel stimmt, für das restliche Bild aber nicht. Deswegen werde ich das Problem später bearbeiten (Masken). Ich setze deswegen den eben eingestellten Weißabgleich wieder auf den kamera-internen Messwert zurück.

Die anderen Optionen im Punkt „Kameraeinstellungen“ brauche ich bei diesem Bild nicht.


1.2 Schnellanpassung

Hier kannst du direkt im Histogramm Optimierungen vornehmen, Schatten, Lichter, Kontrast und Sättigung justieren. Merke jedoch, dass alle diese Einstellungen auf das gesamte Bild appliziert werden.

Bilder

Mit Hilfe von zwei Punkten auf der Histogrammkurve kann ich Lichter und Schatten justieren und Einfluss auf die Mittelwerte im Bild nehmen.

In obigen Bild habe ich also die Helligkeit im Hintergrund zurückgenommen (abgedunkelt) und den Schattenbereichen mehr Helligkeit verschafft (aufgehellt). Das führt zwangsläufig dazu, dass ich ein flaueres Bild erhalte und Kontrast verliere. Im Prinzip bleibt es deiner Kreativität überlassen, was du an dem Histogramm veränderst.

1.3 Kamera- und Objektivkorrekturen

In diesem Menü kannst du Vignettierungen aus dem Bild entfernen, chromatische Aberrationen aus dem Bild bringen, Staub entfernen (per Referenzbild) und Farbmoiré reduzieren. Diese Einstellungen benötige ich bei meinem Bild aber auch nicht.

Beachte: Alle Änderungen können verlustfrei zurückgenommen werden! Deswegen hast du an jedem Punkt, den du verändert hast, eine Checkbox. Deaktivierst du die Checkbox, wird die Änderung im Bild genommen. Ein weiterer Klick darauf, und die Änderung ist wieder da.

Bilder

1.4 Masken

Um auf unser Farbproblem zurückzukommen (Punkt 1.1), benutze ich nun eine grobe Maske. Mit deren Hilfe kann ich nur den Farbton der beiden Vögel korrigieren.

Bilder

Ich schließe alle drei Menüpunkte im „Entwicklungsabschnitt“ (Bild rechts).

Nun wähle ich unten rechts in der Bearbeitungsliste „Neuer Schritt“.

Bilder

Aus dem Pull-Down-Menü „Anpassung auswählen“ wähle ich nun Farbe Sättigung/Wärme.

Ich justiere nun die Wärme für das ganze Bild. Dabei achte ich darauf, dass die Papageien den richtigen Farbton haben und lasse die restlichen Bildbereiche außen vor. Du fragst dich, warum?

Bilder

Weil ich nun eine Maske erstelle, auf die der Effekt angewandt wird. Der Rest des Bildes wird wieder in den Ausgangszustand zurückversetzt.

Oben rechts aus der Werkzeugleiste hast du verschiedene Auswahlwerkzeuge:

Bilder

  • Auswahlkontrollpunkt
  • Lasso
  • Auswahlpinsel
  • Auswahl durch Verlauf
  • Füllen/Entfernen

Alle diese Werkzeuge haben auf ihrer rechten Seite ein Plus- und ein Minus-Zeichen. Das steht dafür, ob du einen Effekt zu deiner Auswahl hinzufügen oder einen bestehenden Effekt in seiner Auswahl schmälern willst.

In diesem Fall entscheide ich mich für den Auswahlpinsel. Ich will einen Effekt zum Bild hinzufügen und wähle also das Plus-Zeichen neben dem Pinsel. Ich passe die Größe des Pinsels an meine Bedürfnisse an und bemale damit einen Vogel.

Bilder

Das Ergebnis sieht nun so aus. Beachte auch das Masken-Symbol, das nun in dem aktuellen Anpassungsschritt angezeigt wird. Mit Hilfe dieses Symbols kannst du die Anzeige-Modi der Maske umstellen.

Bilder

Meine aktuelle Anzeige ist „Überlagert anzeigen“ und ich sehe meine Maske als grünen, transparenten Bereich.

Ich bemale nun auch den zweiten Vogel mit dem Pinsel.

Bilder


Hier ist mir dann der Pinsel abgerutscht, was nun?
Kein Problem, dafür hat Capture NX den Pinsel mit Minus-Zeichen. Ich klicke also in der Werkzeugleiste auf das Minus neben dem Pinsel.

Bilder

Anschließend übermale ich die Bereiche der grünen Maske, die ich nicht dabei haben will.

Bilder

Und schon passt meine Auswahlmaske wieder. Jetzt kann ich die Sättigung und Wärme ändern, wie ich will, und es werden nur meine beiden Vögel von der Änderung getroffen.

Die Maske kannst du natürlich mittels Pinselgröße und genauer Arbeit sehr gut an die jeweiligen Konturen anpassen. Je nach Bildgröße und Farben fallen kleinere Fehler an der Maske nicht weiter auf.

Grobe Auswahlen fallen jedoch sehr wohl auf, wie du es bei den Schwanzfedern des linken Papagei sehen kannst.

Bilder

Hier ist einer genauere Auswahl vonnöten. Die etwas zu große Maske beim rechten Vogel wird jedoch bei 100%-Ansicht (von für das Internet verkleinerten Bildern) nicht sichtbar sein.


2 U-Point Technik

Bei der U-Point Technik handelt es sich um ein einzigartiges Auswahlsystem, das es nun auch in Lightroom 2 gibt. Wie gut es dort funktioniert, kann ich dir aber nicht sagen.

Im Großen und Ganzen ist es eine intelligente Maskenauswahl. Ich setze dazu alle bisherigen Änderungen an meinem Bild zurück. Dazu entferne ich nur die Häkchen aus den Checkboxen.

Bilder

Bilder


Nun werde ich mit Hilfe der U-Point Technik das Federkleid der Vögel farblich verstärken. Dazu wähle ich erst den Button „Farbkontrollpunkt“ aus der Werkzeugleiste (rot markiert).

Bilder

Anschließend platziere ich den Kontrollpunkt auf dem Kopf des rechten Papageis. Es ergibt sich das Bild links.

Mittels eines Klicks der rechten Maustaste auf den Kontrollpunkt öffnet sich das Menü des Punktes und ich wähle „Auswahl zeigen“.

Dann sehe ich in schwarz und weiß die Bildbereiche, auf die der Kontrollpunkt derzeit Einfluss nimmt, also eine Maske (Weiß = ist Maske, Schwarz = ist keine Maske).

Bilder

Du siehst also, dass die Maske, egal wie groß du den Kreis aufziehst, bloß auf die roten Farbtöne des Federkleids anschlägt und alle anderen Bildbereiche so belässt, wie sie sind.

Bilder

Setze ich den Kontrollpunkt auf den grünen Teil der Federn, werden alle Grüntöne, die sich innerhalb des Kreises befinden, in die Auswahl miteinbezogen.

Um hier eine genaue Auswahl zustande zu bringen, muss ich als den Kreis des Kontrollpunktes verkleinern. Das Ergebnis sieht dann schon viel besser aus.

Bilder


Bilder

Ich habe einfach den Kreis mit dem ersten Optionspunkt des Kontrollpunktes verkleinert (siehe obiges Bild) und damit die Umgebung aus der Auswahl ausgeschlossen. Damit ist der U-Point ein sehr flexibles Werkzeug.

Ich stelle nun mit den mir zu Verfügung stehenden Reglern Helligkeit, Kontrast, Sättigung, …. ein und dupliziere anschließend den Kontrollpunkt (Rechtsklick auf den Punkt) und platziere ihn dort, wo ich ihn brauche.

Überzogen dargestellt, siehst du das Ergebnis und den Unterschied zu den Originalfarben (im Bild links).

Diese Technik gibt es auch als Auswahl-Kontrollpunkt in der Werkzeugleiste. Damit kannst du, wie vorhin beschrieben, bestimmte Effekte ganz flexibel und einfach auf bestimmte Bereiche im Bild applizieren.

3 Beschnitt

Selten passiert es, dass man ein Bild nicht beschneiden muss. Die meisten Bilder werden von störenden Bereichen befreit oder in ein bestimmtes Format gebracht, um auf den Betrachter interessant und fesselnd zu wirken.

In Capture NX2 nimmst du einfach das Beschnitt-Werkzeug und ziehst ein Rechteck im Bild. Mit gedrückter ALT-Taste werden dir übrigens Hilfslinien eingeblendet.

Bilder

Hast du deine Auswahl getroffen, reicht ein Druck auf die ENTER-Taste und das Bild ist beschnitten.

Du kannst auch vorgefertigte Formate einstellen. Diese findest du nach Auswahl des Beschnitt-Werkzeugs unter der Werkzeugleiste.

Bilder


Bilder


Beachte, dass du mit Capture NX2 auch den Beschnitt wieder rückgängig machen kannst!

4 Auto-Retusche-Pinsel

Der Auto-Retusche-Pinsel ist in der Lage, sehr gut kleine Störungen zu entfernen. Egal, ob du Staub am Sensor oder in bzw. an der Optik hast, reicht ein Klick und der Fleck ist weg.

Der Algorithmus arbeitet so gut, dass die Korrektur meist nicht sichtbar ist. Ich wähle dazu eine gute Vergrößerung auf den Bereich, den ich korrigieren will. Da ich grade keinen Staub in meinem System hatte, werde ich einfach kleine Elemente aus dem Bild korrigieren (die Blätter rechts vom Schwanz des Papageis).

Bilder

Du kannst einfach den Pinsel auswählen, die Größe einstellen und einfach das störende Element übermalen. Die Störung wird automatisch entfernt und das Bild interpoliert.

Bilder

In der 200%-Ansicht sieht man den bearbeiteten Bereich gut. Das liegt auch daran, dass der Schattenverlauf nicht besonders gut für die Interpolation ist. Des Weiteren ist das Werkzeug primär für Staubentfernung gedacht. Optimal ist dabei ein möglichst homogene(r) Hintergrund/Umgebung.

5 Schlusswort

Ich hoffe, allen Capture NX2-Einsteigern einen kleinen und einfachen Leitfaden in die Grundwerkzeuge gegeben und damit jedem die Funktionsweise des Programms näher gebracht zu haben. Eine gute und solide Beschreibung findest du im Handbuch, das dem Programm beiliegt.

Wichtig bei der ganzen Bearbeitung ist natürlich auch ein ordentlicher Workflow. Der ist einem bei Capture NX schon teilweise vorgegeben (siehe Bearbeitungsliste). Für jeden, der wie ich, keine Beauty-Retuschen macht, sondern bloß seine digitalen Bilder „entwickelt“ ist Capture NX alles, was er braucht (Nikon-Kamera vorausgesetzt!).

Frohes und kreatives Schaffen wünscht

Bilder

DVD-Werbung
Kommentare
Achtung: Du kannst den Inhalt erst nach dem Login kommentieren.
Portrait von Sir Jeffrey
  • 18.07.2013 - 21:28

Ich bin wirklich dankbar für dieses Tut. Ich nutze seit kurzer Zeit Capture NX2 und bin in der Handhabung nun um einiges weiter gekommen. Tolles Programm in das ich mich sicher noch weiter einarbeiten werde.
Herzlichen Dank.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 28.08.2012 - 16:24

Danke fürs tut. Bin noch nicht sicher mit was ich arbeiten werde.

Portrait von t1m0b
  • 10.07.2012 - 14:42

Kurz und knackige Zusammenfassung der wichtigsten Punkte. Danke.

Portrait von am113
  • 06.11.2010 - 18:35

Sehr guter Beitrag. Ich arbeite mich gerade in Capture NX ein und bin für jede hilfe dankbar.

Portrait von Chlorgas
  • 09.11.2010 - 22:09

Fein! Ich hoffe, damit gehen ein paar Werkzeuge ins Blut über.

Portrait von Ballou
  • 23.02.2010 - 17:07

Danke für die klasse Eileitung in das Programm.
Kamera neu - Programm neu, da hilft mir dieses Tut schnell weiter.

Portrait von Chlorgas
Portrait von Tribun88
  • 12.01.2010 - 01:43

ist gute einfürung....!!!!

Portrait von kasif
  • 04.12.2009 - 14:34

super einführung - dankeschön...

Portrait von Chlorgas
Portrait von kannmic
  • 31.08.2009 - 09:57

gute Einführung und Vorstellung des Nikon Programms zum ersten Kennenlernen. Danke

Portrait von Chlorgas
  • 31.08.2009 - 10:13

Danke!
Verbesserungsvorschläge nehme ich als PN gerne entgegen.

Portrait von Marcus69
  • 09.08.2009 - 13:44

Super Tutorial ! - Vielen Dank !

Portrait von der_fou
  • 07.08.2009 - 11:17

Vielen Dank für diese grundlegende Einführung. Hatte es mit dem Prog schon mal versucht, kam aber nicht wirklich weiter.
Dein Tut ist einen neuen Versuch wert!

Portrait von Chlorgas
  • 07.08.2009 - 12:12

Ist mir auch so gegangen: Programm gekauft, ausprobiert, ein halbes Jahr liegen gelassen, ein Tutorial angesehen (Video) und plötzlich konnte ich damit arbeiten.
Dann dachte ich mir, dass es sicher mehr solche Leute gibt und habe diese kleine oberflächliche Einführung geschrieben.
Viel Spass mit CNX! :D

Portrait von Spartaner
  • 05.08.2009 - 16:08

Für Programmneulinge stellt dies einen recht guten, kleinen Überblick dar.

Portrait von Chlorgas
  • 05.08.2009 - 16:44

Ja, viel ist es nicht. Das war auch nicht gedacht. Es sollten bloß Grundzüge erklärt werden. Den Rest findet der Anwender selbst angepasst an seinen Workflow.

Portrait von moschi
  • 05.08.2009 - 15:05

Find ich gut! Sehr anschaulich dargestellt!

Portrait von Chlorgas
  • 05.08.2009 - 15:35

Freut mich! Vielen Dank.

x
×
×