Tutorialbeschreibung

Light Writing - Malen mit Licht - Teil 1: Voraussetzungen

Light Writing - Malen mit Licht - Teil 1: Voraussetzungen

Die Tutorials Light Writing - Malen mit Licht begleiten dich beim Einstieg in eine außergewöhnliche fotografische Kreativ-Technik. In diesem Tutorial werden die Voraussetzungen für das Malen mit Licht vorgestellt. www.light-writing.net


Licht ist ein grundlegender Bestandteil der Fotografie. Mit der Digitaltechnik und den neuen verfügbaren Lichtquellen haben sich neue Möglichkeiten für den Einsatz von Licht in der Fotografie ergeben. Neue Begriffe machen die Runde: Light Writing, Light Painting, Light Graffiti usw.

In einer Serie von Tutorials wird die Technik des Malens mit Licht vorgestellt und Tipps für die Umsetzung gegeben.


Teil 01: Voraussetzungen
Teil 02: Durchführung
Teil 03: Gestaltungsmittel
Teil 04: Probleme
Teil 05: Techniken für Fortgeschrittene


Nun werden Photoshop-Freaks entgegnen: „Das mache ich alles im Photoshop.“ Sicherlich gibt es diese Möglichkeit. Aber von „Hand“ und live hergestellte Lichtbilder atmen eine ganz bestimmte Stimmung und sind cool. Und es macht einfach viel Spaß, gemeinsam Kreativität zu entwickeln und mit Spannung auf das Ergebnis zu warten. Also: Loslegen und Spaß haben


Teil 01: Voraussetzungen

Grundvoraussetzung ist natürlich ein dunkler oder halbdunkler Raum. Dazu kommt eine Kamera.


Kamera

Eine Digitalkamera ist die beste Wahl. Light Writing geht grundsätzlich auch mit einer Analogkamera, aber nur mit viel weniger Komfort, und ist nicht zu empfehlen.

KompaktkameraBilder



 
Kompaktkameras sollten folgende Mindestanforderungen erfüllen. Manueller Modus mit ISO-Werten von 100 und kleiner, Belichtungszeiten von mindestens 15 sec und Blendenwerte von wesentlich größer als 8.0. Allerdings ist man mit diesen Mindestwerten sehr bei der Gestaltung der Lichtkunstwerke eingeschränkt. Die zur Verfügung stehende Zeit ist für die meisten Projekte zu kurz.

Richtig Spaß macht die Benutzung einer DSLR-Kamera oder einer Kompaktkamera mit umfangreichen manuellen Einstellmöglichkeiten/Funktionen. Die wichtigsten sind:

Belichtungszeit: Ideal ist der BULB-Modus (Langzeitbelichtung). Die Kamera lässt sich in diesem Modus beliebig lange auslösen.

Blende: Je größer der Wert, umso mehr Zeit steht für das Malen mit Licht zur Verfügung. Das eventuell vorhandene Umgebungslicht lässt sich damit unterdrücken oder in die Gestaltung einbeziehen.

ISO-Wert: Ein niedriger ISO-Wert reduziert das Bildrauschen und es bleibt mehr Zeit für das Arbeiten vor der Kamera.

RAW-Modus: Fotografieren im RAW-Modus ist ebenfalls zu empfehlen. Das aufgenommene Bild wird nicht komprimiert, sondern 1:1 auf der Karte gespeichert. Ein RAW-Bild enthält alle Details in Lichtern und Schatten sowie alle wichtigen Bildinformationen. Diese können noch nachträglich am Computer verändert und korrigiert werden. Ein weiterer Vorteil von RAW ist, dass der wichtige Weißabgleich später geändert werden kann.

 
Fernbedienung:

FernbedienungBilder



Um die Kamera beim Auslösen nicht zu verwackeln, ist eine Fernbedienung hilfreich. Perfekt ist eine Ausstattung mit Auslöser-Verrieglung. Als Ersatz zur Fernbedienung kann auch der Selbstauslöser der Kamera verwendet werden.

Neutraldichtefilter: (ND-Filter, Neutralfilter, meist: Graufilter): Um den Lichteinfall unter bestimmten Bedingungen weiter zu verringern, bieten sich Graufilter in verschiedenen Stärken an. Es werden besonders starke Lichtquellen zum Zeichnen benötigt.


Lichtquellen

Der dunkle Raum wird gefüllt mit Lichtquellen zum Zeichnen oder zum Hervorheben von Objekten.


 
Taschenlampe:

Taschenlampe mittelgroßBilder



Am besten eignen sich Lampen mit Druckschalter bzw. Taster, um sie schnell und unkompliziert ein- und ausschalten zu können.

Um farbiges Licht zu erzeugen, können farbige Folien vor den Lichtaustritt geklebt werden.


Light Emitting Diode: LEDs eignen sich am besten. Sie verbrauchen wenig Strom und sind gut zu handhaben. Es gibt sie in Weiß und in leuchtenden Farben und als Lichtleisten.


Einzel-LEDs:

LED weissBilder



Die ersten LEDs sollte man in einem Fachgeschäft kaufen. Hier bekommt man Beratung, wie die jeweiligen LEDs mit Spannung zu versorgen sind. Unter Umständen sind noch Vorschaltwiderstände notwendig. Der Verkäufer sollte den Widerstandswert ausrechnen können. Klingt alles kompliziert, aber mit den Empfehlungen des Fachmanns und etwas technischem Verständnis klappt es.

Zu beachten ist auch, dass die LEDs Dioden sind und man die Polung beim Anschließen beachten muss. Der lange Anschluss ist der Plus-Pol, der kurze ist der Minus-Pol.

Einfache Konstuktion mit LEDBilder



Die einfachste Konstruktion ist die Fixierung eines Pols der LED mit Klebeband an der Knopfzelle. Der 2. Pol wird etwas auf Abstand gebogen und wird dann mit den Fingern zum „Einschalten“ gegen die Knopfzelle gedrückt. Es kann natürlich auch ein kleiner Schalter zwischen Stromquelle und LED geschaltet werden.


 
LED-Leisten:

LED LeisteBilder



LEDs werden auch in Form von Lichtleisten angeboten. Diese erfordern in der Regel 12 V und eine höhere Leistungsbereitstellung. Mit Lichtleisten lassen sich besonders schöne Effekte realisieren. Teile der Leiste können ebenfalls mit farbiger Folie „eingefärbt“ werden.


Fahrradleuchten:

Blink-Fahrradrückleuchte Bilder



Sie bieten einen einfachen Einstieg. Es gibt Leuchten in Weiß und Rot, manchmal auch als Blinklicht.


 
Kaltlichtkathoden:

KaltlichtkathodenBilder



Diese Lampen erhält man in Computerläden. Sie werden zur Verschönerung von Computern verwendet. Sie erzeugen ein gleichmäßiges breites Lichtband und sind in verschiedenen Farben erhältlich.


 
Stromversorgung:

KnopfzellenBilder



Knopfzellen versorgen einzelne LEDs mit Spannung. (Auf die Polung und Anschlussspannung achten!)

Ein externes Batteriepack für 12 V versorgt Kaltlichtkathoden, LED-Leisten usw. In dieses Pack passen meist 8 AA- oder AAA-Batterien. Gut aufbewahrt in einer kleinen Umhängetasche.

Die Verwendung von Netzteilen ist nur in Innenräumen sinnvoll und nur, wenn höhere Stromspannungen erforderlich sind. Allerdings sind die Kabel immer im Weg.


 
Externer Blitz:

Externer BlitzBilder



Um einzelne Teile der Szene sichtbar zu blitzen, ist ein Blitz mit Handauslösung erforderlich. Gut ist eine Möglichkeit, die Blitzstärke manuell einzustellen zu können. Einige Blitze bieten die Möglichkeit, schnell mehrere Blitze abzufeuern.


 
Handstrahler:

Hand-StrahlerBilder



Lichtstarke Strahler mit Halogen- oder LED-Lampen sind als Lichtquelle zum Sichtbarmachen von Objekten in der Dunkelheit gut geeignet. Eine große Lichtstärke ermöglicht es, große Flächen auszuleuchten oder größere Entfernungen zu den Objekten einzunehmen.


 
Leuchtstäbe / Knicklichter:

KnicklichtBilder



Sind meist zu lichtschwach und nur in wenigen Fällen effektiv einsetzbar. In kleinen Szenen und bei höherer eingestellter Empfindlichkeit entstehen dennoch eindrucksvolle Effekte. Die Leuchtdauer von Leuchtstäben beträgt wenige Minuten bis hin zu einigen Tagen (je nach Größe) und kann durch Kühlung stark verlängert werden. Bedenken sollte man den entstehenden chemischen Abfall.


Restlicht:
Die Sonne beim Untergang oder Aufgang bietet ebenfalls eine sehr stimmungsvolle Lichtquelle. Bei Außenaufnahmen ermöglicht die Straßenbeleuchtung, die Umgebung in die Lichtkomposition einzubeziehen.

Weitere Lichtquellen sind Wunderkerzen, Feuerzeug, Kerzen, Fackeln. Durch ihre Lichtbewegungen nur ganz speziell einsetzbar, weil durch die lange Belichtungszeit keine scharfe Abbildung der Leuchtquelle möglich ist.


 

Das Zubehör

Neben den grundsätzlichen Voraussetzungen Licht und Kamera ist einiges Zubehör hilfreich:


Stativ:

StativBilder


Ohne Stativ geht fast nichts. Erforderlich ist ein stabiles, schweres, standfestes Dreibein-Stativ. Es muss die Kamera mehrere Minuten vibrationsfrei halten können. Hilfreich ist es, das Stativ etwas zu beschweren. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, die Mittelsäule des Stativs eingefahren lassen. Als Notbehelf kann ein mit Sand gefüllter Beutel dienen, auf dem die Kamera zum Liegen kommt.


 
Farbfolien:

Weiße Leuchtquellen können ganz einfach mit farbigen Folien ganz oder teilweise angepasst werden.

FarbfolienBilder




 
Kleinkram:

KleinkramBilder



Diverse Kabel, Lüsterklemmen, Schraubenzieher, Schalter usw., um die elektrischen Verbindungen herzustellen.

Kreide ist nützlich zum Markieren wichtiger Positionen beim Malen. Hilfreich ist auch Klebeband zum Fixieren der farbigen Folien und eine Schere.


Die Kleidung: Es ist dunkle, besser schwarze Kleidung erforderlich. Bei manchen Belichtungszeiten ist es erforderlich, Gesicht und Hände abzudecken, damit diese nicht im Bild zu sehen sind.

Beim Malen mit Licht kommt es zu langen Belichtungszeiten und vielen Versuchen. Auch in Sommernächten kann es schon recht frisch werden, es ist darum auf warme Kleidung zu achten. Ein kleiner Snack und im Winter auch ein warmes Getränk kann die Stimmung steigern.


Gute, geduldige und beharrliche Freunde: Das gemeinsame Arbeiten vor der Kamera macht einfach mehr Spaß. Für viele Lichtkompositionen sind auch Helfer notwendig, und die Kreativität wird auf jeden Fall gesteigert.

 
Im Teil 2 der Tutorials Light Writing - Malen mit Licht gibt es Tipps zur Durchführung.

Ich zeige an diesem und anderen Fotos Schritt für Schritt, wie ein "Licht-Kunst-Werk" erstellt wird. Tipps aus der Light Writing Praxis erleichtern den Einstieg in das Malen mit Licht.

Trauminsel InseltraumBilder




Kommentare
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Portrait von Aries
  • 22.10.2010 - 09:18

Hab mich schon gefragt wann es denn endlich ein tut zu diesem thema gibt! Vielen Dank dafür, freue mich auf die fortsetzungen! :-D

Portrait von turbojulchen
  • 22.10.2010 - 08:57

Super erklärt :)...ich werds auf jeden Fall ausprobieren :)

Portrait von Schlemil
  • 22.10.2010 - 08:46

Schönes Tutorial. Bin schon sehr auf die nächsten Folgen gespannt.

Portrait von Berndus
  • 22.10.2010 - 07:57

Ganz toll; so was habe ich schon lange gesucht.
Danke

Portrait von Hasching
  • 22.10.2010 - 06:13

Vielen Dank - Klasse erklärt !

Portrait von whiteFox
  • 21.10.2010 - 21:37

Super tut. Sehr schön für Einsteiger erklärt.
freu mich schon auf Teil 2.

Portrait von flyjoker
  • 21.10.2010 - 18:54

sehr gut. ein sehr gutes tut für den richtigen einstieg.

Portrait von Pixelkarton
  • 21.10.2010 - 17:41

genial, das hat mich schon lange beschäftigt! Ich freue mich schon auf den 2. Teil!
Super Arbeit!

Portrait von mediamaster09
  • 21.10.2010 - 15:03

einfach cool ich liebe Lightpainting klasse anleitung

Portrait von ooMaVoo
  • 21.10.2010 - 14:38

sehr coole sache ... weiter so

Portrait von lindenart
  • 21.10.2010 - 10:22

Super !!!!!
Das erinnert mich an meine Bastelzeiten (60er/70er)
Das waren noch Zeiten :-(( !!!! (aber heute ist mir lieber :-)) !!!)
Freue mich auf die Fortsetzung.

Portrait von Bistromatic
  • 21.10.2010 - 07:59

Sehr cool, bin gespannt wie es weitergeht . ..

Portrait von dreamer983
  • 21.10.2010 - 07:40

super Tutorial! Freue mich schon auf die nächsten Teile.

Portrait von Patme
  • 21.10.2010 - 07:09

Klasse, dieses Thema finde ich sehr spannend. Hatte drüber schon mal gehört und nun dieses Tutorial. Prima

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 21.10.2010 - 00:16

Danke, tolle Idee und gut erklaert

Portrait von BBO1398
  • 20.10.2010 - 20:36

Tolles Tutorial, bin sehr auf die anderen gespannt

Portrait von paranoid
  • 20.10.2010 - 18:43

Aus so ein Tutorial habe ich schon lange gewartet =) Danke

Portrait von bluebeauty
  • 20.10.2010 - 16:37

danke für das tolle Tut.

lg Patrick

Portrait von Walker4001
  • 20.10.2010 - 16:05

Mal was anderes. Inspiriert mich sehr!!! Bin gespannt was folgt.

Portrait von daniel2015
  • 20.10.2010 - 15:32

gut erklärt und coole idee - werd mich da auch mal austoben.

grüße
sasch

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