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Tutorialbeschreibung

Feuerwerk fotografieren

Feuerwerk fotografieren

Ihr wollt ein Feuerwerk fotografieren? Gerade an Silvester oder bei größeren öffentlichen Veranstaltungen wie am Jahrmarkt oder so juckt es doch gerne mal Fotografen in den Fingern ... Was ihr dabei beachten solltet, wird euch hier und heute von reckordzeitstudio erklärt.

Viel Spaß beim Ausprobieren :)
 


Das Ende des Jahres steht vor der Türe. Und das bedeutet für viele von euch, die häufig mit der Kamera unterwegs sind, dass Silvester ein fotografisches Event ansteht. Feuerwerksfotografie ist eine schöne bunte Sache und macht viel Spaß. Welche beiden Arten der Feuerwerksfotografie es gibt und was man dazu benötigt, wird hier und heute erklärt.

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Beim Thema Feuerwerk kann man unterscheiden, ob es ein professionell ausgerichtetes Lichterfest ist oder viele kleine private, wie zum Beispiel am 31. Dezember. Um den Einstieg klar zu machen, werde ich euch anfangs die Gemeinsamkeiten erklären und dann im Anschluss die Unterschiede darstellen.

Was man braucht, um tolle Feuerwerksbilder zu machen, ist zum Beispiel ein wenig Geduld. Das ist nichts, was man mal im Vorübergehen knipst, sondern man sollte sich Zeit nehmen und die Zeit genießen.
 

 
Die benötigte Hardware:

Notwendig:

• Kamera, die sich manuell steuern lassen kann (z.B. DSLR)

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• Stativ

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Optional / optimal:

• Funk- oder Kabelauslöser
• Handschuhe
• Weitwinkelobjektiv

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Zu den Kameraeinstellungen gibt es vorerst zu sagen, dass die Helligkeit des Feuerwerks auf den Bildern von verschiedenen Faktoren geregelt wird. Zum einen von der allgemeinen Helligkeit des Feuerwerks. So ist ein professionelles Feuerwerk in der Regel, bedingt durch die Qualität und Größe der Raketen und Explosionen, heller als eine Rakete aus dem Supermarkt. Der Abstand der Kamera zu den explodierenden Raketen spielt auch mit eine Rolle, da ein weiter entfernter Feuerblitz nicht so hell auf dem Sensor ankommt wie ein Feuerwerk, das nur einige Meter entfernt gezündet wird. Diese beiden Faktoren müssen dann entsprechend mit den Kameraeinstellungen geregelt werden, wenn man die Bilder optimal gestalten will.

Zu helle Feuerblitze wirken sonst rein weiß und können ihren Reiz verlieren. Wenn die Bilder zu dunkel aufgenommen werden und in der Nacharbeit zu optimieren sind, können sie unter Umständen stark rauschen oder verlieren durch das nachträgliche Entrauschen an Schärfe.

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Ich kann euch daher leider keine Patentlösung zu den Kameraeinstellungen liefern. Aber es ist wichtig, dass ihr wisst: Die Helligkeit wird, unabhängig vom Feuerwerk selbst, durch die Einstellung des ISO-Wertes und die Öffnung der Blende geregelt. Die Verschlusszeit hat in vielen Bereichen der Fotografie einen deutlichen Einfluss auf die Helligkeit des Bildes. In diesem Bereich regelt die Verschlusszeit aber lediglich, wie viele Blitze auf dem Bild zu sehen sind, oder auch, wie lange die einzelnen Feuerschweife der Explosionen abgebildet werden.

Solltet ihr eure Kamera so aufgestellt haben, dass Straßenlaternen oder Lichter einer Stadt oder Ähnliches mit aufgenommen werden, können diese durch zu lange Belichtungszeiten überstrahlen. Die „Unwichtigkeit“ der Verschlusszeit bezieht sich nur auf das Feuerwerk selbst.

 

Die Einstellungen der Kamera:

Den Fokus stellt man, wenn man z.B. Raketen fotografieren möchte, auf Unendlich. Das lässt sich gut machen, wenn man sich einen Punkt in der Ferne sucht, ein entferntes Gebäude, oder auch – wenn nichts Leuchtendes da ist, den Mond. Darauf stellt man scharf, entweder mit dem Autofokus oder auch über den Live-View manuell. Sollte man nichts Entsprechendes finden, kann man auch das Objektiv direkt im manuellen Fokus auf Unendlich stellen (Liegende 8) – zu beachten ist hierbei, dass viele Objektive nicht bis zum Anschlag gedreht werden dürfen, sondern den optimalen Schärfepunkt ein paar wenige Millimeter vor Unendlich haben. Es macht daher auch Sinn, den Fokuspunkt bei Tag zu testen und sich gegebenenfalls eine kleine Markierung aufs Objektiv zu machen.
 
 
Wichtig: Vor Start des Feuerwerks den Fokus unbedingt auf Manuell setzen, da sonst die Kamera nicht immer auslöst oder den Schärfepunkt verändert. Auch das Verändern der Brennweite hat Auswirkungen auf den Fokuspunkt, daher sollte sie nach Möglichkeit nicht mehr verändert werden.

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Wenn der Fokus sitzt, wird die Kamera eingestellt. Wie zuvor beschrieben, hat die Verschlusszeit keine Auswirkung auf die Helligkeit der Blitze. Wenn andere Lichter im Bild sind, müssen diese entsprechend der Helligkeit beachtet werden. In der Regel kann man bei einem Feuerwerk eine Blenden-Einstellung von f6.3–f14 nehmen. Auf die verschiedenen Faktoren, die die Helligkeit beeinflussen können, bin ich bereits eingegangen. Zum Verständnis: Wenn das Feuerwerk heller, also zum Beispiel in der Nähe und/oder professionell veranstaltet ist, sollte man die Blende weiter schließen (größere Zahl, z.B. f12–f14) Ich empfehle euch, nach den ersten 2,3 Bildern auf dem Display zu prüfen, ob man die Farben gut erkennt oder ob es nur weiß ist und überstrahlt, damit ihr dann die Blende entsprechend verändern könnt.

Den ISO-Wert kann man auch noch dafür nutzen, die Helligkeit zu steuern, in der Regel kann man aber den Wert bei 100–400 stehenlassen.

Wenn man die Möglichkeit hat, einen Kabel- oder Funkauslöser an der Kamera anzuschließen, sollte man das tun. Dadurch ergibt sich nämlich die Möglichkeit, die Kamera auf den Modus Bulb zu stellen. Dieser Modus dient dem Zweck, pro Bild individuell zu entscheiden, wie lange der Verschluss geöffnet bleiben soll, indem man den Auslöser so lange hält, wie man belichten möchte. Verwendet man beispielsweise ein Weitwinkel und hat einen Kamerastandpunkt, der die Möglichkeit bietet, an verschiedenen Stellen Raketenfeuer zu erwischen, so kann man den Verschluss mehrere Sekunden offen lassen, um verschiedene Blitze und Farben aufs Bild zu bekommen.

Möchte man nur 1 oder 2 Explosionen fotografieren, können 2, 3 Sekunden genügen. Wenn man, wie etwa an Silvester, etwas mehr sucht, ist es auch kein Problem, den Verschluss 10 Sekunden oder länger zu öffnen. Sollte man keinen Kabel- oder Funkauslöser haben, so kann man die Kamera im Manuellen Modus auf 2-4 Sekunden (oder auch länger) stellen. Um Verwackelungen zu vermeiden, empfehle ich, die 2-Sekunden-Selbstauslösung zu verwenden.
 
 
Zu beachten ist auch, dass Feuerwerke häufig wechseln, zwischen sehr hohen Raketen und sprühendem Feuer in Bodennähe. Je näher man dann am Geschehen ist, desto weitwinkliger muss das Objektiv sein, wenn man beides drauf bekommen möchte. Und da dies häufig nicht möglich ist, sollte man sich auf eine Höhe festlegen und dann das fotografieren. Ständiges Verstellen des Stativs kostet wertvolle Zeit.

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Bei der Feuerwerksfotografie, die in aller Regel in der Dunkelheit abläuft, empfiehlt es sich, eine Taschenlampe mitzunehmen, um die Kamera einfach einrichten zu können. Gerade bei Feuerwerken im Winter, zum Beispiel an Silvester, sind warme Handschuhe sehr empfehlenswert, da man die Hände – außer man kann den Auslöser in die Tasche stecken – irgendwann nur noch bedingt nutzen kann, da sie stark auskühlen. Ich habe mir Handschuhe aus einem Laden für Angler-Zubehör gekauft, deren Fingerkuppen sich am Daumen, Zeige- und Mittelfinger umklappen lassen. So bleiben die Hände warm, aber man muss zum Einrichten der Kamera die Handschuhe nicht ausziehen. Wenn man die Finger nicht braucht, klappt man die Handschuhe drüber und wärmt die komplette Hand.

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Ich hoffe sehr, euch gefällt mein kleiner Bericht bzw. das Tutorial zum Thema Feuerwerk fotografieren. Viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren!! :)

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Wenn ihr Fragen habt oder mir eure Bilder zeigen wollt, gerne hier melden ;)

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Bis dahin,

Gruß, reckordzeitstudio

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Kommentare
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Portrait von phot_on
  • 01.01.2018 - 23:41

Vielen Dank für das Tutorial,
...meine Fotos gefallen mir :-)

Ein Gutes Neues Jahr!

Portrait von windchetah
  • 30.12.2015 - 18:45

Das passt ja mal wie Faust auf's Auge so kurz vor dem Jahreswechsel. Danke.dafür.

Portrait von KittyCat
  • 29.12.2015 - 21:13

Super Tipps. Freue mich schon auf Silvester.

Portrait von Stefan.U
  • 07.07.2015 - 21:06

Jetzt kann ich das entlich auch mal ausprobieren! Finde die Anleitung super! Dankeschön

LG
Stefan

Portrait von oettschi
  • 07.02.2015 - 20:26

Vielen Dank für die hilfreichen Hinweise!

Portrait von listje
  • 06.01.2015 - 18:03

Danke für das Tutorial, kann man immer gebrauchen

Portrait von Lenivec
  • 31.12.2014 - 17:35

Das tutorial kommt mir heute genau richtig :) mal schaun ob ich das heute gleich umsetzen kann!

Portrait von Moiterei
  • 31.12.2014 - 12:31

Wird heut Nacht ausprobiert! Danke fürs Tutorial und guten Rutsch!

Portrait von susisnaomi
  • 30.12.2014 - 20:01

Vielen Dank für die nützlichen Infos!!! Freu mich immer sehr darüber.

Portrait von MicroSmurf
  • 30.12.2014 - 12:45

Sehr interessant. Vielen Dank.

Portrait von Frechdachs50
  • 30.12.2014 - 08:03

Danke für die Erklärungen. Bisher sind mir noch nie solche Fotos gelungen. Wünsche allen einen guten Rutsch ins eue Jahr... lg

Portrait von kons05
  • 30.12.2014 - 02:54

Vielen Dank für das Tutorial!

Portrait von Caesarion2004
  • 30.12.2014 - 01:11

Vielen Dank für das interessante Tutorial.

Portrait von Aquamarin
  • 30.12.2014 - 00:33

Das Tut gefällt mir super gut, besonders hilfreich auch der Hinweis zu den Handschuhen.
Dankeschön!
Guten Rutsch allen. :-)

Portrait von ernstklauspeter
  • 29.12.2014 - 23:51

Vielen Dank. Genau zum richtigen Zeitpunkt.
Wünsche Allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Portrait von elayna
  • 29.12.2014 - 23:48

Vielen Dank! Super beschrieben, auch der Tipp mit den Handschuhen ist genial, nochmals Danke.
Wünsche Allen einen guten Rutsch nach 2015!

Portrait von teste123
  • 29.12.2014 - 22:50

Der Zeitpunkt ist perfekt!
vielen vielen Dank
MfG

Portrait von samtron
  • 29.12.2014 - 22:49

Der Zeitpunkt ist perfekt!
vielen vielen Dank
MfG

Portrait von pepexx
  • 29.12.2014 - 22:25

Haha - "Zündel-Frank" in seinem Element.
Sehr schön beschrieben....

Portrait von reckordzeitstudio
  • 29.12.2014 - 22:28

Danke schön :)

Großes Gezünsel macht auch Spaß ;)

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