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Tutorialbeschreibung

Nah- & Makrofotografie - Teil 03 - Zubehör

Nah- & Makrofotografie - Teil 03 - Zubehör

Im dritten Teil der Tutorialserie Nah- & Makrofotografie dreht sich alles um Zubehör für die Nah- & Makrofotografie. Angefangen bei Nahlinsen bis hin zum Balgengerät, aber auch das Stativ und sein Zubehör wird nicht vergessen.


Drei Augen

Um Details auf Schmetterlingsflügeln zu fotografieren, bedarf es nicht selten einigen Aufwands, da sehr hohe Abbildungsmaßstäbe nötig sind. Hier können sogar die Schuppen der Flügel erkannt werden, die das Muster erzeugen.

Hinterflügel eines BananenfaltersBilder

Nikon D3x mit Zeiss Luminar II 63 mm am NOVOFLEX BALPRO T/S - Belichtungszeit 1/60 s - Blende 9


 

Zubehör für die Nah- & Makrofotografie

Ist man mit normalen oder mit Makro-Objektiven an die eigenen fotografischen Grenzen gestoßen, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, noch weiter in den Nah- bzw. Makrobereich vorzudringen. Aber auch für den festen Stand der Kamera, die erschütterungsfreie Auslösung und den Schutz des Objektivs gibt es Zubehör. Im folgenden Tutorial dreht sich alles um diese manchmal kleinen Helfer für die Nah- & Makrofotografie.


Nahlinsen & Vorsatzachromate – Leselupen für das Objektiv

Nahlinsen und Vorsatzachromate kann man als Leselupen für Objektive bezeichnen, die in das Filtergewinde des Objektivs eingeschraubt werden. In der Regel wird die Stärke der Nahlinsen in Dioptrien angegeben, wobei es Modelle von 1 bis 10 Dioptrien gibt.

Nahlinsen mit nur einer Linse sind für den Einstieg in die Nah- & Makrofotografie gut geeignet. Doch sollte man keine Wunder von ihnen erwarten. Nahlinse mit 2 dpt ...

Nahlinse von HAMABilder



 
... und Nahlinse mit 10 Dioptrien:

Nahlinse von HAMABilder

(Bild: hama)


Einfache Nahlinsen, wie sie von Herstellern für Filter angeboten werden, bestehen aus nur einer Linse und sind daher nicht optisch korrigiert. Solche Nahlinsen führen in der Regel zu erheblichen Einbußen in der Bildqualität, was sich durch Farbsäume an kontrastreichen Kanten und eine generelle Unschärfe bemerkbar macht. Die Stärke der Qualitätseinbuße nimmt mit zunehmender Dioptrie zu.

Während Nahlinsen mit 2 Dioptrien noch gute Ergebnisse erlauben, sind die Ergebnisse mit Nahlinsen in einer Stärke von 10 Dioptrien bestenfalls noch für künstlerische Zwecke geeignet, wobei sich hier sehr interessante Effekte ergeben können:

 
Rosenimpression
Bei der Verwendung einer Nahlinse mit einer sehr hohen Dioptrienzahl erhält man oft keine scharfen Aufnahmen mehr, was jedoch bei gezieltem Einsatz zu sehr interessanten Effekten führen kann.

RosenimpreesionBilder

Nikon D3x mit AF-D Nikkor 50 mm f 1.4 und Nahlinse mit 10 Dioptrien - Belichtungszeit 1/20 s - Blende 5.0


Im Gegensatz zu Nahlinsen bestehen Vorsatzachromate aus zwei Linsen, die in der Regel miteinander in einem Gehäuse verkittet sind. Solche Vorsatzachromate sind optisch korrigiert und ermöglichen erheblich bessere Ergebnisse. Ihr Preis ist etwa 3- bis 5-mal so hoch wie der von einfachen Nahlinsen.

 
Vorsatzachromate bestehen aus zwei Linsen und bieten erheblich bessere optische Eigenschaften. Schon an der Dicke der Fassung kann man erkennen, dass hier mehr als eine Linse drinnen sitzt.

VorsatzachromatBilder

(Foto: Canon Deutschland)


 
Nahlinsen und Vorsatzachromate verringern nicht die effektive Lichtstärke des Objektivs, was gegenüber Zwischenringen und Balgengeräten eine schnellere Verschlusszeit bzw. die Verwendung einer weiter geschlossenen Blende erlaubt. Darüber hinaus wird durch Nahlinsen nicht die Kommunikation zwischen Objektiv und Kamera beeinflusst, was je nach Modell bei Zwischenringen und Balgengeräten der Fall ist.

Der größte Vorteil von Nahlinsen und Vorsatzachromaten ist jedoch ihre geringe Größe und die Tatsache, dass sie in das Filtergewinde des Objektivs eingeschraubt werden. Letzteres macht einen Objektivwechsel unnötig und verringert bei digitalen Spiegelreflexkameras die Gefahr von Staub auf dem Sensor. Beim Einsatz von Nahlinsen und Vorsatzachromaten ist zu beachten, dass das Objektiv dann nicht mehr auf unendlich (∞) fokussieren kann.


Zwischenringe

Bei der Konstruktion von Objektiven wird in der Regel die Naheinstellgrenze so gewählt, dass die optische Qualität des Objektivs auch an der Naheinstellgrenze noch nicht wesentlich schlechter als im Fernbereich und der Konstruktionsaufwand für den Tubus des Objektivs nicht zu hoch ist. Häufig ist der zweite Faktor entscheidend, sodass besonders viele festbrennweitige Objektive aus optischer Sicht eine geringere Naheinstellgrenze haben könnten. Dies kann man mit Zwischenringen erreichen.

Hierbei handelt es sich um ein Stück Objektivtubus, das man zwischen Objektiv- und Kamerabajonett setzt und so die Entfernung der Objektivlinsen von der Sensor- bzw. Filmebene erhöht. Dies führt zu einer Verringerung der Naheinstellgrenze und somit zu einer Erhöhung des Abbildungsmaßstabs.

 
Drei moderne Zwischenringe der Firma Kenko, die alle elektronischen und mechanischen Kontakte zwischen Kamera und Objektiv weiterführen, sodass auch mit modernen Objektiven ohne Blendenring gearbeitet werden kann (Foto: Kenko).

Bilder



Im Gegensatz zu Nahlinse (s.o.) und Telekonvertern verändern Zwischenringe nicht die Brennweite des Objektivs, weil sie keine Linsen enthalten. Das Fehlen von Linsen führt in der Regel zu einer geringeren Verschlechterung der optischen Eigenschaften der Zwischenring-Objektiv-Kombination im Vergleich zu einer Nahlinsen-Objektiv-Kombination bei gleichem Abbildungsmaßstab. Dennoch verändert auch der Einsatz von Zwischenringen die optische Konstruktion von Objektiven.

Ähnlich wie bei Nahlinsen kann man mit angesetztem Zwischenring nicht mehr auf unendlich (∞) fokussieren. Darüber hinaus muss das Licht einen längeren Weg zum Sensor zurücklegen als ohne Zwischenring, was sich in einem Lichtverlust bemerkbar macht – das Sucherbild wird dunkler und die Belichtungszeiten länger.


 

Zwischenring oder Nahlinse – eine Frage des Objektivs

Eine der wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit Nahlinsen bzw. Vorsatzachromaten und Zwischenringen ist die Kompatibilität mit verschiedenen Objektiven bzw. Brennweiten. Grundsätzlich kann man zwar jedes Objektiv mit einem Zwischenring oder einer Nahlinse verwenden – vorausgesetzt, man kann eine Nahlinse mit passendem Filtergewinde kaufen, doch welche Kombinationen sind sinnvoll?


Teleobjektive

Zwischenringe eignen sich sehr gut, um mit Teleobjektiven auf die Pirsch nach scheuen Insekten oder Tieren zu gehen. Hierzu bieten sich vor allem Superteleobjektive von 300 oder 400 mm Brennweite, aber auch hochwertige Telezoom-Objektive wie 2.8/70-200-mm-Objektive an. Besonders erstgenannte Objektive kann man in der Regel nicht mit Nahlinsen ausstatten, da ihre Filterdurchmesser zu groß sind.

Libelle im Flug
Libellen im Flug zu fotografieren ist eine Paradedisziplin für langbrennweitige Makroobjektive oder gar Superteleobjektive mit Zwischenring. Nikon D3x mit AF-S VR 400 mm f 2.8G mit 20-mm-Zwischenring - Belichtungszeit 1/2500 s - Blende 5.6

Libelle im FlugBilder



 

Makro-Objektive

Das wichtigste Einsatzgebiet von Zwischenringen ist die Verwendung mit Makro-Objektiven, die für hohe Abbildungsmaßstäbe konstruiert wurden. Durch die Verwendung mit Zwischenringen kann man so jenseits der lebensgroßen Abbildung weiter in den Makrobereich vordringen.


(Standard)-Zoom-Objektive

Standard-Zoom-Objektive wie ein 17-55-mm-Objektiv eignen sich in der Regel nicht für die Verwendung mit Zwischenringen, da schon die kurzen Zwischenringe bei Einstellung des Objektivs auf ihre kleinste Brennweite einen so großen Abbildungsmaßstab produzieren, dass der freie Arbeitsabstand zu gering ist. Für die meisten Zoom-Objektive ist die Verwendung einer Nahlinse die bessere Wahl.

Schwalbenschwanz im Gegenlicht
Diesen Schwalbenschwanz entdeckte ich auf einer Wanderung, bei der ich nur die Kamera mit einem Standardzoom dabei hatte, da für mehr Objektive kein Platz war und ich nicht viel Gewicht mitnehmen konnte. Zum Glück hatte ich jedoch einen Vorsatzachromaten dabei. Nikon D3 mit AF-S 24-70 mm f 2.8G mit Canon Vorsatzachromat 500d - Belichtungszeit 1/160 s - Blende 8

Auch mit Standardzooms können schöne Nahaufnahmen gelingen!Bilder



 

Retroadapter

Bei der Konstruktion von Objektiven werden die typischen Aufnahme-Situationen der jeweiligen Objektive berücksichtigt. Hierbei wird bei normalen Objektiven angenommen, dass der Abstand zwischen Frontlinse und Motiv – die Gegenstandsweite – viel größer ist als der Abstand zwischen der Hinterlinse und dem Sensor – die sogenannte Bildweite.

In der Makrofotografie ist jedoch die Bildweite gleich oder größer als die Gegenstandsweite und selbst in der Nahfotografie ist die Gegenstandsweite selten viel größer als die Bildweite. Aus diesem Grund ist die Abbildungsqualität eines normalen Objektivs mit Zwischenringen bei gleichem Abbildungsmaßstab schlechter als die eines Makro-Objektivs, da bei der Konstruktion eines Makro-Objektivs das veränderte Verhältnis der Gegenstands- und Bildweite berücksichtigt wurde.

Durch das umgekehrte Ansetzen eines normalen Objektivs an die Kamera – also mit Frontlinse zum Sensor und mit der Rücklinse zum Motiv – kann man jedoch im Makrobereich die Konstruktionsverhältnisse wieder annähernd erreichen. Hierfür verwendet man Umkehrringe (auch Retroadapter genannt), die auf der einen Seite ein Filtergewinde für das Objektiv und auf der anderen Seite ein Kamera-Bajonett besitzen.

Neben dem Retroadapter (Umkehrring) benötigt man meist auch noch einen Adapter, um ihn an das Filtergewinde des Objektivs ansetzen zu können. Darüber hinaus empfiehlt sich ein Schutzfilter für die Hinterlinse.

Schematischer Aufbau einer Objektiv - Retroadapter-KombinationBilder

(Foto: www.traumflieger-shop.de)


Mit Umkehrringen kann man nicht mehr mittels des Objektivs fokussieren, da sich prinzipbedingt der Abstand zwischen Frontlinse (jetzt Richtung Sensor gewandt) und Sensorebene nicht verstellen lässt. Das Fokussieren kann daher nur durch das Vor- und Zurückbewegen der Kamera erfolgen, wenn man mit einer Festbrennweite arbeitet. Verwendet man hingegen ein Zoom-Objektiv, kann man durch Veränderung der Brennweite den Abbildungsmaßstab verändern und so fokussieren.

Generell gilt: Je kürzer die Brennweite, desto höher ist der Abbildungsmaßstab. Mit einem 18-mm-Objektiv erreicht man beispielsweise einen Abbildungsmaßstab von ca. 4:1. Ein weiterer Faktor stellt der Schutz der Hinterlinse, die jetzt Richtung Motiv zeigt, dar. Sie sollte mit einem Schutzfilter, der am Bajonett befestigt wird, geschützt werden. Das größte Problem ist jedoch die Verwendung von modernen Objektiven ohne Blendenring, die mangels Datenübertragung zwischen Kamera und Objektiv nicht verwendet werden können, weil die Blende nicht steuerbar ist.

Spinne ganz groß
Diese Spinne entdeckte ich auf einem Schuttfeld in den Dolomiten. Fotografiert wurde diese kleine Springspinne mit einem Objektiv in Umkehrstellung. Fokussiert wurde durch Vor- und Zurückfahren der Kamera auf einem Einstellschlitten.

Spinne aufgenommen mit einem Objektiv in RetrostellungBilder

Olympus OM2 mit Zuiko Auto 28 mm und Umkehrring - Belichtungszeit 1/60 s - Blende 5,6


 

Meine Empfehlung:

Retroadapter sind etwas für klassische Festbrennweiten, insbesondere beim Einsatz am Balgengerät. Der Aufwand, moderne (Zoom-) Objektive zu verwenden, ist meist sehr hoch, wie man am Retroadapter für Canon von NOVOFLEX sieht.

Moderner Retroadapter der Firma NOVOFLEX mit Übertragung der elektrischen Signale:

Moderner Retroapdapter mit Übertragung der elektrischen SignaleBilder

(Foto: NOVOFLEX)


Das Balgengerät

Beim Balgengerät handelt es sich im Grunde genommen um nichts anderes als einen Zwischenring, dessen Dicke verstellbar ist. Der geringste Auszug eines Balgengeräts ist in der Regel größer als der von Zwischenringen. Genauso wie der maximale, der oft 12 bis 20 cm beträgt. Daher sind Balgengeräte relativ groß und unhandlich. Balgengeräte bieten in der Regel keine automatische Datenübertragung zum Objektiv.

Eine Ausnahme bilden die automatischen Balgengeräte von Novoflex, die relativ kompakt und dennoch sehr stabil sind und je nach Kameraanschluss eine teil- oder vollautomatische Datenübertragung zwischen Objektiv und Kamera erlauben. Dies ermöglicht die Verwendung von normalen Objektiven unter Erhalt der Springblende.

 
Automatische Balgengeräte wie dieses hier von NOVOFLEX erlauben die Verwendung der Offenblendmessung, was ein Fotografieren fast wie mit einem normalen Objektiv erlaubt:

BalgengerätBilder

(Foto: NOVOFLEX)


 
Als Objektive sollten normale Objektive oder Makroobjektive verwendet werden, die in Retrostellung (s.o.) angesetzt werden. Alternativ empfiehlt sich die Verwendung von Vergrößerungsobjektiven aus der Dunkelkammer oder gar spezialisierten Lupenobjektiven, die meist die beste optische Leistung bieten. Bekannte Objektive sind die Zeiss-Luminare (II) oder Makro-Nikkore von Nikon. NOVOFLEX hat ebenfalls zu seinen Balgengeräten passende Objektive im Angebot. Zur Verwendung des Balgengeräts in einem späteren Tutorial jedoch mehr.


Das Stativ

In der Nah- & Makrofotografie ist die Verwendung eines Stativs sehr häufig nötig. Dies hat viele Gründe. Zum einen sind häufig relativ lange Belichtungszeiten nötig, um bei der gewählten Blende ein richtig belichtetes Foto zu erhalten. Darüber hinaus ist es ohne Stativ kaum möglich, scharfe Aufnahmen zu erhalten, wenn manuell fokussiert wird. Doch was für ein Stativ ist sinnvoll?

Um es gleich vorwegzunehmen: Billig ist ein Stativ nicht! Die in Elektronik-Märkten angebotenen Stative mit Stativkopf sind grundsätzlich nicht geeignet, da sie einerseits zu wenig flexibel und andererseits zu instabil sind. Diese Stative sind ursprünglich für kleine Camcorder gedacht. Ein Stativ für die Nah- & Makrofotografie sollte insbesondere sehr stabil sein und eine minimale Belastbarkeit von ca. 5 kg besitzen. Solche Stative besitzen ausreichende Reserven, um Schwingungen zu vermeiden.

 
Das Manfrotto 190XPROB erfüllt die Mindestanforderungen an ein gutes Stativ. Es ist stabil, bietet flexibel anstellbare Beine und kann seine Mittelsäule sogar waagrecht befestigen. Preislich hält es sich sogar auch noch im Rahmen.

gut geeignetes Stativ für den Makro-Einsatz: Manfrotto 190XPROBBilder

(Foto: Bogen Imaging)


Stabilität ist jedoch nicht alles! Ein Stativ für die Nah- & Makrofotografie sollte auch bodennahes Fotografieren ermöglichen, sodass entweder die Mittelsäule umsteckbar oder die Beine auch in großen Winkeln abspreizbar sein sollten.

Bleibt nun noch die Frage nach dem Material. Grundsätzlich bieten Carbonstative die besten Eigenschaften in Bezug auf Gewicht, Stabilität und Schwingungsdämpfung. Andererseits sind sie viel empfindlicher, da Carbonrohre relativ bruchempfindlich sind. Wer also auf das letzte Gramm Gewicht verzichten muss, der sollte tatsächlich zu Carbonstativen greifen. Wer jedoch auch den Preis im Auge behalten will, der sollte auch bei Aluminiumstativen schauen, da sie meist für den Anfang das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis besitzen.

Neben den unzähligen großen Stativen gibt es auch noch eine kleine Zahl von dedizierten Makrostativen. Hierbei handelt es sich um kleine, extrem stabile Stative, mit der die Kamera auch knapp über dem Boden aufgestellt werden kann. Dazu kommt, dass sie sehr leicht sind. So wiegt das Berlebach-Mini-Stativ je nach Ausführung nur 800 g und ist damit nicht viel schwerer als ein Bohnensack, der jedoch etwas weniger stabil ist.

Makrostative ermöglichen bodennahe Aufnahmen, ohne dass man auf die Stabilität eines richtigen Stativs verzichten müsste, wie es bei Bohnensäcken und einer leichten Makroausrüstung der Fall sein kann. Hier zeigt das Berlebach-Mini-Stativ in der Ausführung mit Nivellierpfanne seine Stärken. Interessant ist besonders de Möglichkeit, ohne Stativkopf arbeiten zu können.

Makrostativ im EinsatzBilder

(Abbildung: mit automatischer Schnellkupplung von NOVOFLEX)


 

Der Stativkopf

Ohne guten Kopf läuft nichts! Nicht nur der Fotograf sollte Köpfchen beweisen, sondern auch das Stativ. Im Grunde gilt hier das Gleiche wie bei Stativen: Stabilität. Es gibt viele verschiedene Bauformen für Stativköpfe. Angefangen bei Videoneigern (nicht für die allgemeine und Makrofotografie geeignet!) über Dreiwegeneiger bis hin zu Kugelköpfen und Getriebeneigern kann man vieles kaufen.

Wofür man sich entscheidet, ist Geschmackssache. Festhalten kann man jedoch, dass Dreiwegeneiger konstruktionsbedingt in der Regel zu unpräzise sind, da sie sich beim Feststellen leicht verziehen, was in der Nah- & Makrofotografie natürlich besonders stark auffällt. Sehr gut geeignet sind Kugelköpfe und Getriebeneiger, in deren Angebot man viele sehr gute Modelle findet. Auch hier gilt: Probieren Sie aus und entscheiden Sie selbst, was Ihnen liegt!

Der Dreiwege-Neiger bietet insbesondere dem Einsteiger den Vorteil, dass die drei Ebenen der Verstellung separat arretiert werden können. Dadurch wird eine relativ leichte Bedienbarkeit ermöglicht. Doch meist verzieht sich der Bildausschnitt bei Feststellen des Kopfs:

Bilder

(Bild: Bogen Imaging)


 
Der Kugelkopf ist eine sehr gute Wahl für die Nah- & Makrofotografie. Er bietet flexible Einstellmöglichkeiten bei gleichzeitig hoher Präzision. Doch hohe Qualität hat ihren Preis. Sehr gute Kugelköpfe kosten ab 200,- Euro.

Bilder

(Bild: Markins)


 
Der Getriebeneiger ist erste Wahl für die Makrofotografie. Alle drei Ebenen der Verstellung werden separat durch Rändelschrauben verstellt. Dies ermöglicht sub-millimetergenaue Verstellungen:

Bilder

(Bild: Bogen Imaging)


 

Der Kabelauslöser

Was nützt es dem Fotografen, die Kamera auf einen stabiles Stativ zu stellen, wenn er die Kamera von Hand auslöst? Richtig: nichts! Denn durch den Druck auf den Auslöser wird die Kamera leicht bewegt. Daher gehört in jede Fototasche des Nah- & Makrofotografen ein Kabelauslöser oder eine IR-Fernsteuerung, die die Kamera erschütterungsfrei auslöst.

Erst mit einem Kabelauslöser bzw. einem Fernauslöser ist die schwingungsfreie Auslösung der Kamera möglich (Foto: Dr. J. Kassube):

So geht's: Kamera auf dem Stativ und Kabelauslöser in der Hand!Bilder



 

Filter

Die Makrofotografie ist ein Teil der Fotografie, in dem Filter eine geringe Rolle spielen. Vielleicht am ehesten noch UV- oder Skylight-Filter, die man sehr gut als Frontlinsenschutz einsetzen kann. Gerade im Makrobereich ist dies nicht sehr abwegig, da man sehr schnell die Frontlinse berührt.

Vor allem bei innenfokussierten Objektiven ist dies ein Problem, da deren Frontlinsen im Allgemeinen nicht im Tubus versenkt sind, wie bei normalen Makroobjektiven.

Besonders bei Objektiven ohne versenkte Frontlinse sind UV-Filter als Schutz besonders empfehlenswert, da die Frontlinse leicht zugänglich ist.

Bilder



Neben diesen beiden Filtern kann der Polarisationsfilter ebenfalls mit großem Erfolg in der Nah- und Makrofotografie eingesetzt werden. Er ermöglicht die Unterdrückung von Lichtreflexen auf Blättern, die durch Blitzgeräte oder die Sonne hervorgerufen werden.

Nach so viel Theorie und Ausrüstungskunde geht es in den nächsten Tutorials ran ans Motiv. Schauen wir uns also an, was man mit all den Ausrüstungsgegenständen denn so machen kann und auf was man achten sollte. Also am besten gleich die Kamera und das Stativ rausholen!


 


Bilder
Zum Autor: Björn Langlotz, promovierter Naturwissenschaftler, ist Autor des Buchs 'Digitale Fotopraxis Makrofotografie' aus dem Galileo Verlag und ein bekannter Naturfotograf mit dem Schwerpunkt Makrofotografie. Regelmäßig erscheinen seine Texte und Bilder in internationalen Büchern und Zeitschriften. Darüber hinaus ist er Mitbegründer der Plattform Fototrainer4you, wo er Fotokurse für Makrofotografie in kleiner Gruppengröße sowie Einzeltrainings anbietet und Fotoreisen führt.

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Kommentare
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Portrait von Figib
  • 29.01.2014 - 22:38

Vielen Dank für das Tutorial!

Portrait von teste123
  • 05.10.2013 - 14:00

vielen Dank
MfG

Portrait von Brook_Falls
  • 10.08.2013 - 10:57

Herzlichen Dank für dieses Tutorial

Portrait von martin_t
  • 03.01.2012 - 15:27

wirklich sehr gute Einführung. keine Fragen offen geblieben :)

Portrait von hamsibone
  • 06.08.2011 - 22:43

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von Schnuppi8480
  • 21.06.2011 - 09:08

vielen dank ... weiterzuempfehlen

Portrait von MrBaum
  • 29.04.2011 - 18:19

klasse tutorial! klare weiterempfehlung!

Portrait von titus2000
  • 23.04.2011 - 18:11

Find ich super, dass soetwas geschrieben wird. Bitter weiter so.

Portrait von wir697296
  • 09.12.2010 - 09:04

echt klasse - vielen lieben Dank

Portrait von doanwi
  • 17.08.2010 - 16:41

Das waren wieder super Tipps!

Portrait von motani
  • 09.07.2010 - 18:49

Gute Einführungin ein interessantes Gebiet

Portrait von bearli
  • 12.06.2010 - 17:13

sehr gute Übersicht !

Portrait von simmlerd
  • 07.03.2010 - 16:41

Danke für die verständliche Einführung

Portrait von nullzwo
  • 21.01.2010 - 09:56

Ein super Einstieg, klasse geschrieben. "(...)doch welche Kombinationen sind sinnvoll?" bleibt jedoch unbeantwortet. Eine Tabelle mit Objektiven + verschiedene Adapter mit Bewertung, Vor/Nachteile und erreichbare Abbildungsmaßstäbe wäre noch der absolute Hammer!

Portrait von FotoWolf67
  • 15.11.2009 - 12:17

Meine wichtigsten Fragen konnte dieser Beitrag beantworten.

Vielen Dank

Portrait von Texhover
  • 06.10.2009 - 13:02

Wieder ein klasse Makrobeitrag von dir.

Portrait von lukyluke23
  • 05.10.2009 - 18:19

Hat mir gut gefallen der Beitrag. Top!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 04.10.2009 - 20:23

Schöne Tipps, Vielen Dank!

Portrait von CAIIIKA
  • 04.10.2009 - 20:14

Kurz und knackig, sehr geil!!!!

Portrait von w88

w88

  • 02.10.2009 - 18:05

sieht sehr interesant aus

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