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Tutorialbeschreibung

Der Einstieg in die People-Fotografie 02: Das passende Licht Teil 01

Der Einstieg in die People-Fotografie 02: Das passende Licht Teil 01

Das passende Licht – Teil 1: natürliches Licht ohne Hilfsmittel

Fotografie – Malen mit Licht. In vielen Bereichen der Fotografie ist der richtige Einsatz von Licht das entscheidende Merkmal. Bei einigen Themen, wie zum Beispiel der Landschafts- und Astrofotografie, wird Licht nicht gezielt gesetzt, sondern es wird mit dem gearbeitet, was da ist. In diesen Bereichen kommt es auf den richtigen Standpunkt, die passende Zeit und die optimalen Kameraeinstellungen und Equipment an. Aber überall sonst, wenn ein Objekt direkt beleuchtet werden kann, ist es wichtig, das zu nutzen.

In der People-Fotografie ist das passende Licht in vielen Fällen eine Geschmackssache. Wie bei so vielem im Leben. Nichtsdestotrotz gibt es einige Grundregeln, die man kennen und verinnerlichen sollte, um sie – zumindest anfangs – gezielt anzuwenden.

Wenn man sich mit dem Thema People-Fotografie beschäftigt, steht man ziemlich schnell bei der Frage, ob man Available Light, also das vorhandene Licht, oder Blitze/Dauerlicht verwenden will.

Wer frisch mit dem Hobby Fotografie beginnt, wird sich damit noch nicht auseinandersetzen müssen, da sich die Ausrüstung in der Regel erst nach und nach erweitert und man anfangs alleine mit seiner Kamera arbeiten wird. Im ersten Teil gehe ich daher auf den Einsatz von vorhandenem Licht ein. Hier gibt es nämlich auch einiges zu beachten, da Licht nicht gleich Licht ist, auch nicht, wenn es „natürlicher Art“ ist.

 
Sonnenuntergänge bieten ein tolles Licht zum Fotografieren, hier ist kein Hilfsmittel eingesetzt worden. Falls es schon zu dunkel ist, ist es ratsam, die ISO etwas zu erhöhen, um die Verschlusszeit kurz genug halten zu können.

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Fotografieren bei Sonnenschein

Es gibt den schönen Spruch „zwischen 12 und drei hat der Fotograf frei“ (oder so ähnlich) ;)

Das bedeutet, die starke Mittagssonne eignet sich nicht immer zum Fotografieren und es bestehen einige Risiken für die Bilder, derer man sich bewusst sein sollte.

So kann man sich beispielweise merken, dass das Model nicht die direkte Sonne ins Gesicht bekommen sollte. Denn wer schon mal versucht hat, mit der Sonne im Gesicht ein entspanntes Lächeln aufzusetzen, wird die Problematik kennen. Und selbst wenn das mal einige Sekunden funktioniert, beginnt das Problem mit den tränenden Augen.

Wenn man dann aber sagt, dass man diese 2 Schwierigkeiten sowieso mit einer Mütze und/oder Sonnenbrille ausmerzen möchte, dann sollte einem auch folgender Satz (den man im kommenden Beitrag mehrfach anwenden kann) bewusst sein: Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und wo hartes Licht ist, ist dementsprechend auch harter Schatten. Schildmützen werden daher, wenn sie ihren Zweck erfüllen, die Augen zu schützen, Schatten ins Gesicht werfen.

Das hat zur Folge, dass entweder die Augen viel zu dunkel abgebildet werden oder der Mund und das Kinn viel zu hell. Bei Sonnenbrillen besteht hingegen die Gefahr, dass sich die Sonne unpassend spiegelt und sie, je nach Sonnenstand, auch Schatten wirft.

Man kann durchaus solche Schatten wie z.B. durch die Mütze als Stilelement einsetzen, beispielsweise auch mit solchen Schildmützen, die oben offen sind und ein farbiges Folien-Visier besitzen. Wenn man allerdings erst damit beginnen möchte, die Grundlagen zu verstehen, rate ich davon ab, die Models Richtung Sonne schauen zu lassen.

 
Erfahrene Models können auch mit dem Gesicht in die Sonne schauen, aber man hat immer Nasen-Schatten und auch Schatten unter den Augen.

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Man täuscht sich aber, wenn man nun davon ausgeht, man müsse sich dann nur in die andere Richtung drehen und alle Probleme seien gelöst. Schwierigkeiten, die es dann nicht mehr gibt, werden durch andere ersetzt. Bei starker Sonne im Rücken des Models gibt es ohne Hilfsmittel Probleme mit der „korrekten“ Belichtung. Korrekt schreibe ich deshalb in Anführungszeichen, weil es immer eine Definitionssache ist. In diesem Fall meine ich eine „ausgeglichene“ Belichtung des Bildes.

Wenn man die Kamera entscheiden lässt, wie das Bild optimal sei, von der Belichtung, so wird man in vielen Fällen einen hellen Hintergrund und ein zu dunkel belichtetes Model haben. (Unterbelichtet wollte ich hier nicht schreiben) ;) Um das Model hell und korrekt zu belichten, empfiehlt es sich, die Messmethode in der Kamera auf Spotmessung zu stellen. Diese Methode dient dazu, den Punkt, an dem auch der Fokus gesetzt wird, optimal zu belichten. Um hier aber nicht abzuschweifen, gehe ich nicht näher darauf ein. Sollten euch solche Themen interessieren, schreibe ich dazu gerne einen eigenen Beitrag.

 
Ähnliches entsteht auch, wenn die Sonne seitlich vom Model steht. Zum einen kann es dann auch geblendet werden, zum anderen ist dann eine Gesichtshälfte viel heller als die andere Seite, was zur Folge hat, dass das Bild ungleichmäßig aussieht.

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Bei seitlicher Sonne muss man immer auf die Schatten achten. Es kann schnell passieren, dass eine Gesichts- oder Körperhälfte zu dunkel oder die angestrahlte Seite viel zu hell wird. "Ausgebrannte" Stellen, also reines Weiß, lassen sich auch im RAW-Konverter kaum noch korrigieren.

Auch hier im Sonnenuntergang, mit der Spotmessung aufs Gesicht, lässt sich das Gesicht schön ausleuchten. In diesem Fall wirkt der Kontrast des hellen Hintergrundes und des etwas dunkler ausgeleuchteten Models nicht schlecht, ein Reflektor oder ein Blitz wäre aber schöner gewesen.

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Die Lösung des Problems beim Fotografieren am Tage ohne weitere Hilfsmittel lautet: Diffuses Licht oder schattige Plätzchen suchen. Sehr schöne natürliche Bilder entstehen, wenn die Sonne hinter einer hellgrauen Wolkendecke steckt.

In diesem Fall entstehen nämlich durch die gleichmäßige Helligkeit kaum Schatten im Gesicht des Models oder unter ihm. Der Hintergrund ist dann auch nicht viel heller oder dunkler als das Model selbst, was einen gleichmäßigen Gesamteindruck bildet und das Foto stimmiger werden lässt.

Wenn keine Wolken am Himmel sind und die Shootingzeit sich nicht auf den Spät-Nachmittag verlegen lässt, dann, wenn die Sonne nicht mehr so stark ist, um beispielsweise das Model zu blenden, kann man sich auch selbst diffuseres Licht kreieren.

Wie gesagt, momentan noch ohne fotografische Hilfsmittel, sondern nur mit bereits vorhandenen Dingen. So ist es denkbar, hinter ein Haus oder eine Hütte zu gehen oder einen Baum zu suchen, der dem Model Schatten generiert. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

 

Models mit seitlich untergehender Sonne

Diffuses Licht, zum Beispiel hinter einer Hauswand oder auch bei bewölktem Himmel, ergibt ein sehr gleichmäßiges Licht und sehr weiche Schatten und eignet sich daher sehr gut für Porträts.

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Wenn man im Wald nur im Hintergrund etwas Sonne hat, kann man sich sehr gut mit 2 Blitzen behelfen. Hier wurde ein Blitz mit Softbox von vorne und ein Systemblitz ohne Lichtformer von schräg hinten oben verwendet. Dazu aber im nächsten Teil mehr.

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Das sind die ersten meiner Grundlagen zum Thema „das richtige Licht“. In den nächsten Teilen gehe ich weiter ein auf den Einsatz von Hilfsmitteln wie Reflektoren, das Nutzen von Blitzlicht in der Natur und auch kreative Einsätze von künstlichem Licht. Ihr dürft gespannt sein. Mein Anspruch ist es, euch die Angst davor zu nehmen, Menschen zu fotografieren. Und Stück für Stück werdet ihr an das Thema herangeführt. Bei Fragen zu den Berichten stellt sie mir gerne hier als Kommentar. Und wenn euch weiter interessiert, was ich so mache, freue ich mich auch über einen Facebook-Daumen ;)


Kommentare
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Portrait von Luan
  • 16.06.2015 - 23:33

Wieder ein sehr gelungener Beitrag!

Portrait von Lyrebird
  • 12.04.2015 - 13:10

Eigentlich alles selbstverständlich, doch das Problem besteht darin immer daran zu denken...

Portrait von daliahenri
  • 05.04.2015 - 14:12

Sehr schön beschrieben! Vielen Dank. :)

Portrait von MicroSmurf
  • 05.04.2015 - 13:28

Wieder sehr interessant. Vielen Dank.

Portrait von chris843
  • 02.04.2015 - 21:01

Vielen Dank. Tolle Tipps rund ums Licht

Portrait von Domino
  • 29.03.2015 - 11:25

Vielen Dank für das Tutorial mit den guten Tipps, die ich aber schon kenne. Ich freue mich auf Fortsetzung.

Portrait von Fotografierer
  • 19.03.2015 - 15:26

Vielen Danke für das Tutorial! Die Basics kenn ich zwar schon, es liest sich aber trotzdem gut und freu mich schon auf die Profitipps.

Portrait von kalle_wy
  • 19.03.2015 - 10:47

Vielen Dank, konnte mein Wissen mal wieder etwas auffrischen

Portrait von Felana
  • 18.03.2015 - 20:05

Vielen Dank, das sind alles Tipps, die frau nicht oft genug hören/lesen sollte.

Portrait von Duplex21
  • 18.03.2015 - 19:43

Vielen Dank für das Tutorial.
Bin ebenfalls auf die Fortsetzung gespannt.

Portrait von wysiwyget
  • 18.03.2015 - 18:48

Danke für das Tutorial

Portrait von Luther_Sloan
  • 18.03.2015 - 18:30

Vielen Dank für das informative Texttutorial.

Portrait von Steinegger
  • 18.03.2015 - 17:20

Wieder sehr informativ. Danke.

Portrait von Snapshotbysusann
Portrait von BOPsWelt
  • 18.03.2015 - 17:04

Vielen Dank für den zweiten Teil der Reihe, klasse gemacht und beschrieben.

Portrait von MARIA52
  • 18.03.2015 - 16:58

Vielen Dank für das Tutorial.

Portrait von Edwalder
  • 18.03.2015 - 16:21

Super geschrieben und gut bebildert. Für jeden Einsteiger eine gute Wahl. Bin auf die folgenden Teile gespannt .... D*A*N*K*E

Portrait von foto-dino
  • 18.03.2015 - 16:50

Foto Dino sagt ebenfalls Danke,
So manchen Tip habe ich noch nicht gewußt. Ich freue mich auf weitere Infos

Portrait von susisnaomi
  • 18.03.2015 - 16:19

Das war sehr lehrreich. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Vielen Dank

Portrait von rocking_sid
  • 18.03.2015 - 16:12

Vielen Dank für das sehr informative Tutorial!

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