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Tutorialbeschreibung

Der Einstieg in die People-Fotografie 04 - Wahl der Location

Der Einstieg in die People-Fotografie 04 - Wahl der Location

Menschen lassen sich grundsätzlich immer und überall fotografieren.

Man kann grundsätzlich unterscheiden zwischen Studio, Outdoor und On location. Auf diese 3 Bereiche werde ich heute eingehen, damit ihr für eure kommenden Shootings die passende Wahl treffen könnt.

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Studio

Unter einem Studio versteht man in der Regel einen Raum, der mit der entsprechenden Lichttechnik und Hintergründen ausgestattet ist. Die am häufigsten verwendete Hintergrundfarbe bei Studio-Aufnahmen ist Grau. Das ist zum Beispiel optimal, wenn man Fotos für ein Compositing erstellen möchte. Grau eignet sich besonders gut für Freistellungen, indem man den Hintergrund mit einem Bild seiner Wahl überlagert.

Wenn dieses Grau einen Farbwert von 50% besitzt, lässt sich ein digitaler Hintergrund zum Beispiel mit dem Ebenenmodus Weiches Licht verrechnen und durch Ausmaskieren der Person wird sie so entsprechend eingefügt. Ein grauer Hintergrund ist auch sehr neutral, wenn der Blick des Betrachters auf die Person gelenkt werden soll.

In gut ausgestatteten Studios findet man zudem oft auch weiße und schwarze Hintergründe, bevorzugt aus Papier, da das, wenn es sauber aufgehängt ist, keine Falten schlägt und keine auffällige Struktur aufweist. Schwarz eignet sich außerdem sehr gut für Lowkey- und Weiß für Highkey-Aufnahmen.

 
Als Anfänger wird man sich selten ein Studio leisten können. Die Ausstattung und die Miete für einen entsprechenden Raum, der im Idealfall über sanitäre Anlagen, einen Umkleidebereich und eine Shooting-Ecke verfügt, sind nicht gerade günstig.

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Alternative: Homestudios. Diese sind für den Anfang klasse, wenn man entsprechend Platz hat. Man kann sich eine günstige Studio-Blitzanlage kaufen, ein graues Rollo (z.B. von einem schwedischen Möbelhaus, dessen Namen ich nicht nennen möchte), und schon kann man tolle Porträts erstellen. Gerade bei Bildern mit der Familie oder Freunden ist das eine schöne Alternative. Mit meinem Foto-Partner hatten wir auch mal diverse Tücher, Decken oder auch XXL-Kaffeesäcke aufgehängt, um uns eine passende Atmosphäre und Set zu erschaffen. Da sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt.

In jeder größeren Stadt gibt es auch die Möglichkeit, ein Studio für eine bestimmte Zeit zu mieten. Man darf dort in der Regel das gesamte Equipment nutzen und bekommt unter Umständen auch Hilfe von den Betreibern.

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Ich habe vor einiger Zeit Glück gehabt und konnte mich in ein gut ausgestattetes und gemütliches Studio einmieten. Der 70qm große Raum mit Shooting-Platz, Schmink-Ecke, Chillout-Area und Badezimmer befindet sich in der Nähe von Freiburg.

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Vorteile eines Studios
• Wetter- und tageszeitunabhängige Shootings
• Durch verschiedene Blitze und Lichtformer lassen sich problemlos tolle Lichteffekte erzeugen
• Bilder für Compositings lassen sich sehr gut erstellen, da der Hintergrund neutral ist
• Viele Kunden möchten nicht im Freien fotografiert werden, da sie sich unsicher sind
• Die Aufnahmebereiche Dessous/Teilakt/Akt sind im Studio einfacher umsetzbar, da keine neugierigen Blicke von Passanten kommen

Nachteile eines Studios
• Der Hintergrund ist in der Regel einfarbig; wenn man das ändern möchte, muss man viel Vorarbeit leisten
• Je nach Lage des Studios ist man unflexibler beim Finden von Models, weil die Anreise geregelt werden muss
• Man kann nur mit künstlichem Licht arbeiten (Blitze, Dauerlicht)
• Die Kosten für Miete und Ausstattung sind hoch
• Bei Home-Studios möchte man nicht jede Person einladen.

Für mich ist das Studio eine optimale Ergänzung. Ich fotografiere gerne in der Natur, aber bei bestimmten Aufträgen oder Themen ist es ein perfekter Platz.

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Outdoor

Model-Shooting Outdoor, das kann an einem See, im Wald, auf einem Berg oder in einem Sonnenblumenfeld sein. Der Begriff ist sehr dehnbar. Es bedeutet lediglich, dass es unter freiem Himmel stattfindet und man bei der Wahl einer schönen Location sehr flexibel ist in der Bildgestaltung. Outdoor kann man, je nach Wetter, Aufwand und vorhandenem Equipment, mit natürlichem (vorhandenem) Licht (Available light) arbeiten, sich mit einem Reflektor behelfen oder auch Blitze zu Hilfe nehmen. Dazu hatte ich im vergangenen Beitrag etwas geschrieben.

Ich fotografiere sehr gerne Outdoor, da es viel Freiraum für Kreativität bietet und man sowohl das Thema, das Model und dessen Outfit, als auch den Hintergrund und das Licht frei wählen kann. Themen wie Dessous/Teilakt/Akt lassen sich nur mit einem professionellen Model und in einer abgeschiedenen Location umsetzen, da es sonst Passanten belästigen könnte. Die meisten Models, die diese Aufnahmebereiche anbieten, tun das für gewöhnlich nicht Outdoor.

 
Vorteile Outdoor
• Freie Wahl des Hintergrundes, Location kann dem Thema entsprechend gewählt werden
• Flexibel beim Equipment (natürliches Licht oder Zuhilfenahme von Reflektoren oder Blitzen)
• Keine Kosten für die Location

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Nachteile Outdoor
• Wetter- und uhrzeitabhängige Shootingtermine
• Unter Umständen weite Fahr- oder Laufwege zum optimalen Set
• Assistenten hilfreich zum Tragen der Ausrüstung oder Halten von Reflektoren

Wie findet man gute Outdoor-Plätze, um zu shooten?
Man kann sich mit anderen Fotografen austauschen, wenn man ein Thema plant und noch nicht genau weiß, wo man hingehen könnte.

Oder man fährt während der Planung mal mit dem Auto oder Motorrad durch die Region, evtl. auch in die Gegend, wo das Model wohnt, um ihm weite Wege zu ersparen. Mitnehmen sollte man dann entweder seine große Kamera oder ein Motivsuchgerät. Das ist ein Apparat, mit dem man Fotos machen kann, also eine Kompaktkamera oder auch das Handy.

Mit einer App auf dem Smartphone kann man auch die Bilder den geographischen Koordinaten zuordnen, um dann die Stelle wiederzufinden.

 
Die Bilder dienen dann einerseits als Erinnerungsstütze, auf der anderen Seite erkennt man aber auch darauf, ob sich die Location zum Shooten eignen würde, da das Auge andere Eindrücke mit aufnimmt.

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On Location

Merkwürdiger Begriff ... On Location bedeutet nichts anderes, als dass man sich eine Stelle sucht, an der man fotografieren kann und die weder einem Studio noch Outdoor zugeordnet werden kann. Hierzu zählen zum Beispiel verlassene Gebäude, sogenannte Lost Places, Schlösser oder auch ein Dachboden. Also eine Umgebung, die von sich aus interessant ist und keinen eintönigen Studiohintergrund hat, wo man aber auch nicht unbedingt vom Wetter oder der Jahres-/Tageszeit abhängig ist.

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Bevor ihr aber jetzt auf die Idee kommt, im Bahnhof oder im nächstgelegenen Geisterschloss Bilder zu machen, erkundigt euch beim Besitzer/Eigentümer, ob ihr das Gebäude oder die Fläche betreten dürft und ob es auch erlaubt ist, Blitze zu verwenden oder überhaupt Bilder zu machen. Eigentümer haben das Hausrecht und können über diese Dinge bestimmen.

Vom Flughafen Basel weiß ich zum Beispiel, dass man fotografieren, abgesperrte Bereiche aber nicht betreten und keine uniformierten Personen fotografieren darf. Aus Sicherheitsgründen. Das Internet liefert euch hier meistens die entsprechenden Informationen.

Vorteile On Location
• Interessante Location möglich
• Häufig nicht wetterabhängig
• Bei privaten Einrichtungen keine Störungen von Passanten

Nachteile On Location
• Genehmigung muss eingeholt werden
• Je nach Ort nur mit künstlichem Licht zu arbeiten
• Sicherheit geht vor - bei baufälligen Einrichtungen sehr auf die Sicherheit der Beteiligten achten

 
Das war ein kleiner Überblick über die 3 gängigsten Möglichkeiten, um Models zu fotografieren. Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Einblick gewinnen, und freue mich jetzt über Kommentare von euch, wo ihr am liebsten fotografiert ... Habt ihr ein eigenes Studio, fotografiert ihr lieber draußen?

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Für mehr zu mir besucht mich gerne auf meiner Homepage oder auf Facebook ;)

Gruß
reckordzeitstudio

Kommentare
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Portrait von teste123
  • 13.06.2015 - 15:23

Vielen Dank für das Tutorial.
MfG

Portrait von fx4
fx4
  • 02.06.2015 - 16:53

Bin gerade dabei mir eine Karte zu erstellen mit tollen Locations. Dafür habe ich bisher mymaps von Google benutzt, Das ist aber auf dem iPhone nicht als App zu bedienen sondern nur über Safari. Gibt es eine iPhone App bei der man Locations mit Hilfe von GPS speichern kann und dann später auch auf einer Karte anschauen kann?

Portrait von reckordzeitstudio
  • 03.06.2015 - 15:07

Hallo,
da ich kein iPhone nutze und ich das so speziell auch nicht praktiziere, kann ich dir keine Empfehlung aussprechen. Du kannst aber in der Regel deine Fotos vom Smartphone taggen und dann in Lightroom eintragen. So kannst du dir dort eine Karte anlegen... Hoffe das hilft dir erstmal weiter, Gruß

Portrait von MicroSmurf
  • 02.06.2015 - 12:36

Vielen Dank für die Infos.

Portrait von Protec
  • 01.06.2015 - 06:44

Ups,
ich meinte Tut. Link?! Quatsch.
War wohl zu sehr enttäuscht.

Portrait von Protec
  • 01.06.2015 - 06:43

Danke für den Link. Es ist ein Einstieg - viel mehr aber auch nicht.

Portrait von David Ludley
Portrait von kw513143
  • 31.05.2015 - 20:57

Danke für die Serie

Portrait von Domingo
  • 31.05.2015 - 18:42

Sehr informativ. Vielen Dank.

Portrait von MARIA52
  • 31.05.2015 - 18:27

Vielen Dank für das Tutorial.

Portrait von HarrisM2
  • 31.05.2015 - 17:56

Wieder einmal sehr interessant. Vielen Dank!

Portrait von figge
  • 31.05.2015 - 17:24

Danke für das Tutprial.

Portrait von BOPsWelt
  • 31.05.2015 - 17:01

Vielen Dank für das Tutorial.

Portrait von Caesarion2004
  • 31.05.2015 - 16:05

Vielen Dank für das wieder sehr informative und interessante Tutorial.

Portrait von Schulli
  • 31.05.2015 - 15:48

Sehr interessant, danke Dir!

Portrait von Steinegger
  • 31.05.2015 - 15:37

Wieder sehr interessant. Danke

Portrait von rocking_sid
  • 31.05.2015 - 15:33

Vielen Dank für das interessante Tutorial!

Portrait von journey64
  • 31.05.2015 - 15:30

Irgendwie hab ich mir mehr davon versprochen...
Also . nichts falsch, aber auch nichts neues.

Portrait von pallasathena
Portrait von Domingo
  • 31.05.2015 - 14:40

Vielen Dank für diesen Überblick.

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teststefan