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Tutorialbeschreibung

Der Einstieg in die People-Fotografie 03 - Das passende Licht 02

Der Einstieg in die People-Fotografie 03 - Das passende Licht 02

Das richtige Licht – Teil 2: Der Einsatz von Systemblitzen

In der Natur zu fotografieren ist eine schöne Sache. Und für Fans der Model-Fotografie ist die Kombination Mensch und Natur häufig perfekt. Worauf man lichttechnisch achten muss, wenn man keine Hilfsmittel zur Hand hat oder keine einsetzen möchte, habe ich in Teil 1 dieser Serie beschrieben. Eine kurze Zusammenfassung: Mittagssonne verursacht harte Schatten, Gegenlicht bereitet Probleme mit der gleichmäßigen Belichtung, frontales Sonnenlicht bringt Models dazu, die Augen zuzukneifen oder lässt diese tränen, seitliches Sonnenlicht blendet unter Umständen. Tipp: Nutzen von diffusem Licht durch Wolken oder fotografieren z.B. hinter Häusern.

Im heutigen Beitrag erkläre ich euch, wie ihr schon mit einem günstigen Reflektor (gibt es schon ab ca. 15 Euro) eure Bildqualität steigern könnt. Hierbei ist nur zu bedenken, dass es zum Problem werden kann, wenn ihr mit eurem Model alleine unterwegs seid. Einen Reflektor zu halten und gleichzeitig zu fotografieren ist nicht einfach und auch nicht die Optimallösung.

Hier war ich vor Jahren mal als Assistent bei Th.-Totz Photography dabei.

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Häufig möchten aber Models eine Begleitperson mit zum Shooting bringen, zum Beispiel, wenn es das erste Mal in dieser Model-Fotografen-Konstellation ist oder das Model wenig Erfahrung hat. Oder ihr habt eine Visagistin mit am Set oder im besten Fall – einen Assistenten. All diese „Dritten“ sind sehr gut geeignet, Reflektoren zu halten.

Unsere Gewohnheit, bedingt durch die Sonne als die natürlichste aller Lichtquellen und auch durch Straßenlaternen und Zimmerlampen, zeigt uns, dass Licht von oben kommen sollte.

Wenn ein Model von unten angestrahlt wird, wirkt das ungewohnt und in vielen Fällen nicht passend. Licht von unten ins Gesicht, auch Theaterlicht genannt, strahlt etwas Unheimliches, Böses und auch Unsympathisches aus. Die Nase wirft einen unschönen Schatten und auch die Augenhöhlen, die anatomisch bedingt etwas weiter innen sitzen.

Dass das automatisch schlecht aussehen muss, behaupte ich nicht, aber es entspricht nicht unseren Sehgewohnheiten und kann irritieren.

 
Hier ein Beispiel dazu:

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Je nach Bild-Idee und dem Stil, den ihr umsetzen wollt, kann ein Theaterlicht natürlich auch passend sein. Wenn ihr also mit Reflektoren arbeitet, welche das Sonnenlicht reflektieren, sollte der Reflektor über dem Model gehalten werden, damit das Licht entsprechend gerichtet wird. Im Falle, dass der Reflektor das Licht nicht bewusst lenkt, das heißt, er keine direkten Strahlen abbekommt, aber das Licht der Sonne oder durch eine andere Lichtquelle von oben kommt, ist es häufig sinnvoll, ihn auf Bauch- oder Brusthöhe des Models zu halten, um die Schatten unter der Nase und dem Kinn ein wenig aufzuhellen. Reflektoren haben in der Regeln meistens eine goldene und eine silberne Seite. Welche Farbe ihr verwendet, ist reine Geschmackssache. Die silberne Seite ziehe ich persönlich vor, da sie die Farben nicht stark verändert und mehr Helligkeit wiedergibt. Die goldene Seite eignet sich sehr bei Frühlingsbildern oder Fotos, die in den Abendstunden entstehen, da sie sehr warmes (gelbliches) Licht abgibt und die Stimmung gut unterstreicht.

Ein Beispielbild mit Reflektor:

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Ein Reflektor mit weißer Beschichtung ist sehr farbneutral, leuchtet aber nicht sehr stark, was gut zum Aufhellen von Schatten verwendet werden kann. Eine schwarze Seite eignet sich, um Schatten noch zu verstärken. Es gibt auch Reflektor-Sets, die einen transparenten Teil haben. Dieser wird eingesetzt, um dem Model eine Art Diffusor zwischen sich und die Sonne zu halten, ähnlich wie beim Schatten eines Baumes, nur zielgerichteter und etwas schwächer.

Ich selbst arbeite recht selten mit Reflektoren, zum einen sollte eben immer ein Assistent dabei sein und zum anderen wird das Model von direkt reflektierter Sonne sehr stark geblendet. Das möchte ich den Models ungern antun und nutze daher lieber die folgende Alternative.

Eine andere recht günstige Alternative für künstliches Licht in der Natur ist der Einsatz von Systemblitzen, zum Beispiel in Kombination mit einem Stativ, Fernauslöser und Softbox oder Schirm.

Hier gilt das gleiche Prinzip: Licht sollte nicht von unten kommen, außer man setzt es bewusst als Stilmittel ein. Zu hoch eingestellte Blitze wirken wiederum wie die Mittagssonne und bilden Schatten unter der Nase und unter dem Kinn. Beginnen kann man so ein Set daher mit einem Blitz, der in einem 45°-Winkel zwischen Model und Fotograf und etwas über Kopfhöhe steht.

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So ein Systemblitz-Set, mit dem man sehr gute Ergebnisse erzielen kann, besteht aus einem Funkauslöser/-empfänger, einem Systemblitz (umgangssprachlich: Aufsteckblitz), einem Blitz-Stativ und einer entsprechenden Softbox. Nach oben und zum Ausbauen der ganzen Technik ist keine Grenze gesetzt ;-)

Beim Arbeiten mit Blitzen im Freien sollte man beachten, dass Wind das Stativ umwerfen kann. Um Zeit, Nerven und unter Umständen auch Geld zu sparen, sollte das Stativ beschwert oder vom Assistenten gehalten oder eine windgeschützte Stelle gesucht werden.

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Ein Blitz mit Softboy von vorne und ein Blitz ohne weiteren Aufsatz von hinten. Dadurch wird ein Eindruck von Sonne und ein Gegenlicht-Effekt erzielt.

Und so toll diese Blitze auch sind, in der Sonne haben sie – im Verhältnis zum Reflektor oder dem Gang in den Schatten - einen technischen Nachteil. Die Blitze haben, sollten sie nicht Highspeed-fähig sein, eine Synchronzeit mit der Kamera von etwa 1/200 Sekunde. Das heißt, die Belichtungszeit der Kamera darf nicht kürzer sein.

 
Das hat zur Folge, dass man nicht problemlos freistellen kann. Freistellen bedeutet, die Blende wird möglichst weit geöffnet wird und in Kombination mit der Brennweite, der Distanz zum Model und der Sensorgröße kann die Schärfentiefe verringert werden, um den Hintergrund weichzuzeichnen und das Model dadurch hervorzuheben. Dazu in einem weiteren Teil dieser Serie mehr. Durch die Synchronzeit kann man jedenfalls die Blende nicht weit genug öffnen, ohne dass der Hintergrund zu hell wird. Bei bewölktem Himmel oder in den Abendstunden funktioniert das wieder.

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Wenn ihr genauere Tipps dazu braucht, zögert nicht, mir eine Nachricht zu schreiben, dann werde ich es noch mal genauer erklären.

Das waren jetzt einige Grundlagen zum Thema „das passende Licht“. Ich hoffe sehr, ihr konntet sie nachvollziehen und könnt bald schon beginnen, Menschen zu fotografieren. Ob mit oder ohne Hilfsmittel in Sachen Licht, obliegt eurer Entscheidung, es muss nicht von Anfang an „High End“ und das Beste vom Besten sein. Wichtig ist es, zu lernen und immer besser zu sein, als man gestern war.

Viel Spaß beim Ausprobieren und bei Fragen: Auf www.reckordzeitstudio.de könnt ihr jederzeit das Kontaktformular verwenden, um euch bei mir zu melden. Ich freue mich immer über eure Nachrichten.

Bis zum nächsten Mal,

Gruß

reckordzeitstudio

Kommentare
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Portrait von kw513143
  • 31.05.2015 - 20:55

Danke für das Tutorial

Portrait von swafnan
  • 16.05.2015 - 19:33

Sry aber das war für mich die 30 punkte nicht wert, aber trotzdem gut beschrieben.

Portrait von oettschi
  • 25.04.2015 - 10:23

Vielen Dank für die interessanten Hinweise!

Portrait von Lyrebird
  • 12.04.2015 - 13:18

Der Teufel steckt im Detail... danke.

Portrait von chris843
  • 10.04.2015 - 21:16

Vielen Dank für Teil 2

Portrait von Steinegger
  • 05.04.2015 - 17:41

Danke, man kann immer etwas dazu lernen.

Portrait von arko2013
  • 05.04.2015 - 15:22

Vielen Dank für das wieder sehr interessante, aber kürzere Tutorial.

Portrait von Hanniball987
  • 05.04.2015 - 15:06

Danke für das sehr informative Tutorial

Portrait von BOPsWelt
  • 05.04.2015 - 14:01

Vielen lieben Dank für den zweiten Teil zum Licht, klasse gemacht. :)

Portrait von vcm_petra
  • 05.04.2015 - 13:43

Das sind wieder viele Anregungen. Ich will - sofern es etwas wärmer wird - mit meinen Modellen draußen ein paar Shootings machen. und mit Sicherheit nehme ich mir dann diese Tutorials noch einmal vor. Danke dafür. dass du dein Wissen und deine Erfahrung mit uns teilst.

Portrait von MicroSmurf
  • 05.04.2015 - 13:31

Wieder sehr interessant. Vielen Dank.

Portrait von Pskarin
  • 05.04.2015 - 13:22

Vielen Dank für diese praktischen Tipps und die damit verbundene Arbeit.

Portrait von nikita2425
  • 05.04.2015 - 12:38

Vielen Dank für die Ausführung!

Portrait von teste123
  • 05.04.2015 - 11:43

vielen Dank
MfG

Portrait von Iddi
  • 05.04.2015 - 11:43

Danke für die tolle Erklärung...

Portrait von samtron
  • 05.04.2015 - 11:42

vielen Dank
MfG

Portrait von rocking_sid
  • 05.04.2015 - 11:39

Vielen Dank für den weiteren sehr informative Teil!

Portrait von pallasathena
Portrait von kw513143
  • 05.04.2015 - 11:35

Danke,vielleicht etwas mehr "technische Details". Aber vielleicht kommt das ja noch.

Portrait von Caesarion2004
  • 05.04.2015 - 11:30

Vielen Dank für die ausführlichen und interessanten Hinweise.

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teststefan