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Tutorialbeschreibung

Der Einstieg in die People-Fotografie 05 - Aufnahmebereiche

Der Einstieg in die People-Fotografie 05 - Aufnahmebereiche

In diesem Teil geht es nun um die grundlegendsten Aufnahmebereiche in der Fotografie. Die Bereiche werden alle kurz erläutert, sodass ihr euch einen Überblick darüber verschaffen könnt, worauf ihr achten solltet und wo die Chancen und Schwierigkeiten liegen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, euer reckordzeitstudio.


Porträt

Porträts sind häufig der Einstieg in die People-Fotografie. Aber Porträts bedeuten – entgegen der häufigen Meinung – nicht nur formatfüllende Köpfe auf dem Bild. Man unterscheidet bei Porträts unter anderem zwischen Kopf-, Brust- und Ganzkörperporträts. Porträts dienen dazu, Menschen aufgrund ihres Aussehens oder Charakters abzulichten. Natürlich gilt der Begriff Porträt nicht nur in der Fotografie, sondern auch in der Malerei, Bildhauerei oder im übertragenen Sinne auch für die geschriebene Form der (Kurz-) Biografie eines Menschen. Warum sind Porträts häufig der Einstieg in die People-Fotografie? Hierfür gibt es eine einfache Erklärung. Fotografen können auch ohne großes Wissen Porträts erstellen. Man benötigt hier kein besonderes Licht und auch andere technische Anforderungen halten sich in Grenzen. Worauf man bei Porträts mit natürlichem Licht oder Kunstlicht achten sollte, habe ich in vergangenen Beiträgen schon beschrieben. Man kann unterscheiden zwischen Einzel- und Gruppenporträts. Bei Letzteren werden mehrere Personen als Gruppe abgebildet, was zum Beispiel für Veranstaltungen oder auch Familien gilt.

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Fashion

Fashion-Bilder sind eine besondere Art der Porträt-Fotografie. Hier wird der Fokus nicht auf die Darstellung der Person und ihrer Persönlichkeit gerichtet, sondern vielmehr auf die Accessoires, die Kleidung oder das Make-up. Outfit und Styling stehen hier eindeutig im Mittelpunkt. Bei Fashion-Aufnahmen wird großer Wert auf das perfekt gesetzte Licht gelegt, was vor allem mit Blitzen erreicht werden kann. Auch die Retusche bekommt hier einen wesentlich höheren Stellenwert, da keine Porträt-Retusche vorgenommen wird, sondern eine Beauty-Retusche. Der Unterschied liegt darin, dass eine makellose Haut entstehen soll, wobei alle Poren noch sichtbar sind. Im Vergleich dazu wird bei einer „einfachen“ Porträt-Retusche nur das entfernt, was nicht dauerhaft zur Person gehört. Pickel und Augenringe sind hier nicht erwünscht, Muttermale und Narben können aber durchaus auf dem Bild bleiben.

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Bademode / Dessous

Bei Bademoden-Aufnahmen unterscheidet man zwischen „Porträt“ und „Fashion“. Der Fokus liegt allerdings darauf, dass das Model in Bikini, Badeanzug oder – bei Männern – in Badehose abgelichtet wird. Die Locations sind hier in der Regel ein Strand, ein See, ein Wasserfall oder das Studio. Nicht verwechseln sollte man Bademode und Aufnahmen in Dessous.

Dessous oder allgemein „Unterwäsche“ ist eine sehr persönliche Angelegenheit, die wir unter der normalen Kleidung tragen oder aber die unserem Partner/unserer Partnerin zu sehen vorbehalten bleiben sollte. Wenn wir also ein Model diesbezüglich suchen, sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass es eine große Überwindung für das Model sein kann.

Ein Bademode-Shooting an einer etwas abgelegenen Stelle eines Baggersees kann etwas einfacher für das Model sein. Bei Anfänger-Models sollte hier besondere Sorgfalt geboten sein.

 
Ein Tipp an die Models: Wenn euch ein Fotograf, den ihr nicht kennt und der keine (hochwertigen) Referenzen in den Bereichen vorweisen kann, anfragt, um nur Dessous- und Bademode-Bilder zu machen, seid lieber ein wenig vorsichtig und nehmt gerne eine Freundin mit.

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Teilakt

Unter Teilakt versteht man in der Regel das Ablichten eines Frauenkörpers „oben ohne“. Akt hingegen bedeutet, dass das Model nicht mehr bekleidet ist. Es ist eine sehr sinnliche Art der Fotografie, da sich das Model sehr intim zeigt. Wichtig ist bei der Akt- und Teilaktfotografie, dass das Licht passend gesetzt wird. Schatten sind ein perfektes Hilfsmittel, den Körper des Models zu modellieren und gewisse Körperstellen zu „zensieren“. Natürlich gibt es Akt-Bilder, bei denen „alles“ gezeigt wird, die teilweise sehr schön und ästhetisch sein können, aber in der Regel wird vom Model und vom Fotografen ein Stil gewählt, der viel Platz für die Fantasie des Betrachters bietet.

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Das Vertrauen zwischen Model und Fotografen sollte sehr groß sein, da im falschen Licht, in ungeschickter Pose, der unpassenden Brennweite oder bei Sonstigem sehr viel „schief“gehen kann. Das Model kann dann plump, „einfach nackt“ wirken, und jegliche Ästhetik ist dahin. Einige Models, die das Modeln als Nebenverdienst nutzen, bieten Teilakt und Akt an. Auch Dessous-Shootings werden hier häufig genutzt, da sie mit diesen Aufnahmebereichen am schnellsten Geld verdienen können.

 
Anfängern der Fotografie mit wenig Erfahrung und nicht dem ausgereiftesten Verhandlungsgeschick fällt es in der Regel schwer, Models auf TfP (Time for Pictures)-Basis zu finden, mit denen sie ihre Ideen der Akt-Fotografie umsetzen können. Hier sitzt daher häufig das Geld etwas lockerer, da man für eine Leistung bezahlt und somit nicht groß verhandeln muss. Auch haben die Models dann keine Ansprüche auf die Ergebnisse, da normalerweise mit der Bezahlung die Rechte an den Fotografen übergehen.


Eckdaten zum Bild Teilakt:

Fotograf: Leave a Scar www.leave-a-scar.de & www.facebook.com/leaveascar
Model: www.facebook.com/philu.art


Fetisch

Dieser Bereich ist sehr eigen. Es gibt hier wesentlich weniger Models und Fotografen als in anderen Bereichen der Fotografie. Häufig gibt es Models und Fotografen, die auch im „echten Leben“ oder mit ihrer ganzen Leidenschaft im Lack-Leder-Latex-„Milieu“ unterwegs sind. Keineswegs darf man aber annehmen, dass das Menschen sind, die keinen Spaß verstehen oder in zwielichtigen Gegenden unterwegs sind und nur im Untergrund leben. Es ist vielmehr eine besondere Leidenschaft. Die Models tragen hier häufig sehr enge Kleidung, kurze Röcke und die Bilder wirken in der Regel für Menschen, die nichts mit dieser Szene zu tun haben, etwas befremdlich.

Für mich persönlich ergab es sich noch nicht, so ein Model vor der Linse zu haben, einen gewissen Reiz macht es aber dennoch aus. Ich werde mit Sicherheit mein Portfolio mit Bildern aus diesem Thema bereichern. Getreu dem Motto: „Erweiterung des fotografischen Horizontes.“ Allerdings werden die Bilder dann auch nicht unbedingt „nach außen“ beworben, da ich in diesem Bereich keine Kunden oder weitere Modelle suche.

 
Die Frage „Was zeige ich wo?“ ist wieder ein anderes Thema. „Fetisch“ bedeutet aber nicht ausschließlich Lack und Leder, es gibt noch viele andere Arten, das ist nur ein großer Bereich davon.

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Model: Chaos Isi
Photo: Fenriswolf Fotografie
Make-up: Lamia Passion Visagistik
Outfit: Grotesque & Chatic Couture


 

Hochzeiten

Die Hochzeitsfotografie ist eine der Königsdisziplinen. Es gibt hier relativ wenige echte Experten, auch wenn sich enorm viele Fotografen daran versuchen. Eine Hochzeit komplett zu begleiten beinhaltet in der Regel eine ausgiebige Vorbesprechung, Fotos beim Styling der Braut und des Bräutigams, der Trauung beim Standesamt und/oder Kirche, ein Hochzeitsshooting vor Ort an einer passenden Location, das Festhalten der Feier mit dem Fokus auf die wichtigsten Gäste und manchmal auch dem Bereitstellen einer Photobooth, also einer Leinwand und einer Kamera, mit der sich die Gäste, häufig mit lustigen Kostümen, selbst ablichten können. Detailaufnahmen der Ringe, der Schuhe, der Dekoration und des Brautstraußes sollten auch nicht vergessen und vernachlässigt werden.

Als Hochzeitsfotograf steht man unter großem Druck. Zum einen kann man nichts wiederholen, das heißt, man muss immer präsent sein, darf aber nicht wirklich auffallen. Die Kamera muss der Fotograf blind beherrschen, die Technik sollte hochwertig sein, da die Bildqualität sehr gut sein muss. So sollten lichtstarke Objektive verwendet werden, immer volle Akkus in der Kamera sein, und genug Speicher dabeizuhaben ist enorm wichtig.

Viele Fotografen nutzen daher häufig zwei oder drei Kameras mit verschiedenen Objektiven, um immer optimal gerüstet zu sein. Ein Assistent ist sehr empfehlenswert, da dieser aus anderen Perspektiven fotografieren oder beim Shooting enorm hilfreich sein kann durch das Halten eines Reflektors oder Blitzes. Die Verdienstmöglichkeiten bei Hochzeiten sind relativ hoch, aber der Aufwand ist wirklich nicht zu unterschätzen. So hat man neben der Vorbesprechung, Vorbereitung und dem Hochzeitstag selbst auch immer noch viel Arbeit mit der Bearbeitung der Bilder.

 
Und es kommen hier schnell einige Hundert Bilder zustande, die dem Brautpaar ihr Leben lang Freude bereiten sollen.

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Kinder

Das Fotografieren von Kindern ist eine große Herausforderung. Egal wie alt die Kinder sind, sie tun nicht immer das, was der Fotograf gerade möchte. Wenn man sie im Studio fotografiert, entfallen Probleme mit dem richtigen Licht, da man es gut vorbereiten und einstellen kann. Aber ob das Kind sich so hinsetzt, wie man es möchte, ist fraglich. Auch die Laune des Kindes lässt sich nur bedingt steuern. Hier ist viel Geduld gefragt. Die Eltern können dann versuchen, das Kind zum Lachen zu bringen, und mit Spielsachen kann man immer viel bewirken. Wenn das Kind im richtigen Alter ist, sind auch Dinge wie eine bunte Torte, mit der sie „rummatschen“ können, ein toller Effekt. Bei älteren Kindern bietet es sich an, die Bilder im Freien, zum Beispiel in einem Park, zu erstellen und sie einfach toben zu lassen. Auch Superman- oder Prinzessinnen-Outfits machen den Kleinen großen Spaß und es können wirklich wunderschöne Bilder entstehen.

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Viel Spaß beim Ausprobieren und bei Fragen: Über meinen facebook-Account reckordzeitstudio könnt ihr mich erreichen. Ich freue mich immer über eure Nachrichten.

Gruß

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Kommentare
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Portrait von fe_web
  • 22.08.2015 - 16:32

Danke für dieses interessante Tutorial. MfG

Portrait von Domingo
  • 21.08.2015 - 00:39

Vielen Dank.

Portrait von oldhenry
  • 20.08.2015 - 23:51

Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag :-)

Portrait von Bluesbrother3591
Portrait von teste123
  • 20.08.2015 - 22:36

Möchte mich vielmals bedanken.
MfG

Portrait von samtron
  • 20.08.2015 - 22:34

Vielen Dank für das Tutorial .
Samtron

Portrait von pallasathena
Portrait von lumpidumpi
  • 20.08.2015 - 21:47

Wieso sagt man heute in DE nicht ablichten von Menschen sondern People-Fotografie? -- Diese Verenglischung geht mir ziemlich auf den S..k

Portrait von reckordzeitstudio
  • 20.08.2015 - 21:59

Danke für deine konstruktive Kritik ;)
Das ist künstlerische Freiheit wie die Tutorialreihe heißen sollte, dadurch entstand die Verenglischung.

Portrait von AnneRick
  • 20.08.2015 - 21:37

Vielen Dank für das Tutorial .

Anne

Portrait von rocking_sid
  • 20.08.2015 - 20:44

Vielen Dank für das ausführliche Tutorial!

Portrait von arko2013
  • 20.08.2015 - 20:21

Vielen Dank für das informative Tutorial.

Portrait von mehrkatzenfrau
  • 20.08.2015 - 18:49

Danke für die Tipps. Fotografiere am liebsten Tiere oder Kinder. Erwachsene posieren oft so künstlich und verkrampft. LG, sigrid

Portrait von BOPsWelt
  • 20.08.2015 - 18:03

Vielen Dank für einen weiteren Teil, klasse Tutorial! :-)

Portrait von MARIA52
  • 20.08.2015 - 17:33

Vielen Dank für das Tutorial.

Portrait von Steinegger
  • 20.08.2015 - 16:55

Möchte mich vielmals bedanken.

Portrait von bonsaika6
  • 20.08.2015 - 16:34

Merci.. Mehr davon;)

Portrait von wysiwyget
  • 20.08.2015 - 16:01

Vielen dank für das Tutorial .

Portrait von kw513143
  • 20.08.2015 - 16:00

Danke für das Tutorial .

Portrait von Haui76
  • 20.08.2015 - 15:51

Dank für das Tutorial.

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