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Tutorialbeschreibung

Reisefotografie: Teil 03 - Feste fotografieren

Reisefotografie: Teil 03 - Feste fotografieren

Sufi Festival - Lahore, Pakistan

Beim Sufi-Festival finden sich viele Einheimische der Region zusammen, die sich bei ununterbrochenen Trommelsessions zu den rhythmischen Klängen in Trance versetzen lassen. Bei diesen Sufi Festivals wird durch das Konsumieren von Drogen dieser Trancezustand sicherlich unterstützt. Diese Sufi-Feste haben mittlerweile großes Ansehen erlangt. Hauptsächlich durch die Trommelkünste der Musiker, die dort regelmäßig auftreten. Mittlerweile treten diese Musiker auch in aller Welt auf.

Dieses unglaubliche Ambiente und die besondere Stimmung unter den Leuten lohnt sich definitiv vorerst ohne Kamera anzuschauen und ein Gefühl dafür zu bekommen, was eigentlich passiert. Falls dann Motive gefunden werden und man fotografieren möchte, hilft es sehr oft, die Reaktionen der Leute gegenzuchecken und festzustellen, ob ich als Fotografierender eher störe oder akzeptiert werde. Das mag sich verständlich anhören, doch ich musste immer wieder feststellen, wie andere Fotografenkollegen durch mangelnde Kommunikation mit dem Umfeld auf Abweisung gestoßen sind.

Wechseln Sie Ihre Position und versuchen Sie, das Fest aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Genauso, wie Sie ganz nah an den Personen dran sind, können Sie ebenso die gesamte Situation fotografisch festhalten. Ebenfalls tragen auch Detailaufnahmen dazu bei, das Fest in seinen Besonderheiten darzustellen. Hier ein paar Beispielbilder dafür:

 
Der Tänzer ruht sich nach einem eineinhalbstündigen Tanz aus. Er ist einer der dort immer wieder gesehenen Tänzer. Auch wenn ein gewisser Abstand von den Tänzern gefordert worden ist, damit sie Platz zu haben, um sich bewegen zu können, ging ich für diese Aufnahme einen Schritt nach vorn. Die Schwierigkeit bei dieser kleinen Fotoserie war definitiv die Lichtsituation. Bei dem schwach vorhandenen Licht war ich mehr oder weniger gezwungen, mit großer Blendenöffnung zu fotografieren. Denn den ISO-Wert versuche ich aufgrund des Rauschen immer so klein wie möglich zu halten.

Bilder

Verschlusszeit: 1/20 ƒ: 1.8 ISO: 400.


 
Das um sich selbst Drehen und dabei weiter Trommeln ist eins der Highlights dieser Aufführung. Mit längeren Verschlusszeiten ließen sich diese Drehbewegungen wunderbar darstellen.

Bilder

Verschlusszeit: 1/6 ƒ: 8.0 ISO: 400.


 
Einer der Trommler geht nach einer zweiminütigen Drehung mit seiner Trommel um sich selbst zu Boden und muss sich kurz wieder erholen.

Bilder

Verschlusszeit: 1/13 ƒ: 1.8 ISO: 400.


 
Zu diesen Trommelklängen gibt es weiterhin andere Tänzer, die den Kopf sehr lange stark nach links und rechts schütteln. Dieses starke Schütteln wird für mehrere Minuten durchgehalten, manchmal bis zu 15 oder sogar 20 Minuten. Um hier klar zu zeigen, wie stark der Kopf geschüttelt wird, entschied ich mich dafür, den Blitz von anderen Kameras mitzubenutzen. Dieses Bild unterscheidet sich dann zwar stilistisch von den anderen Bildern, aber das soll jetzt keine Rolle spielen.

Bilder

Verschlusszeit: 1/50 ƒ: 1.8 ISO: 400.


 
Eines der Dinge, die auf diesen Festivals ohne anstrengendes Hinsehen zu bemerken sind, ist, dass im Übermaß Hasch konsumiert wird. Dieser Wirkstoff hilft natürlich immens, sich in Trance zu den Trommelklängen zu begeben. Da viele sich einen Joint teilten, habe ich mir ein Motiv gewählt, das über die normale Haschzigarette hinausgeht und noch eindrucksvoller und eindeutiger zeigen kann, was hier vorgeht.

Bilder

Verschlusszeit: 1/15 ƒ: 1.8 ISO: 400.


 
Wie gesagt, durch Detailaufnahmen können noch mal ganz andere Eindrücke gewonnen werden.

Bilder

Verschlusszeit: 1/15 ƒ: 1.8 ISO: 400.


 
Ein Mann holt Wasser und muss sich durch den voll besetzten Boden hindurchschlängeln. Bei der Auswahl der Bilder habe ich das herausgesucht, bei dem am besten erkennbar ist, wie schwierig es ist, sich durch diese Menge zu quälen. Leider war er dann doch zu schnell für eine Verschlusszeit von 1/30, sodass er leider nicht richtig scharf geworden ist.

Bilder

Verschlusszeit: 1/30 ƒ: 1.8 ISO: 400.


 
Diese drei Herren hier befinden sich in einem separaten Bereich, der wohl nicht für alle zugängig ist. Bei der Aufnahme bestand die Schwierigkeit mit AF und Blende 1.8 darin, die Augen scharf zu bekommen und nicht den Zaun davor, was dann auch letztendlich durch eine manuelle Fokussierung umgesetzt wurde.

Bilder

Verschlusszeit: 1/30 ƒ: 1.8 ISO: 400.


 
Auf dem Boden sitzende Zuschauer.

Bilder

Verschlusszeit: 1/25 ƒ: 1.8 ISO: 400.


Das Festival war sehr beeindruckend und ich war überwältigt von der Freundlichkeit der Menschen, den Tänzen und der Musik und dem ganzen Ambiente. Ich habe noch nie meine CF-Karte an einem Tag vollgemacht, bis eben auf diesen Abend. Und dennoch ist mir beim zweiten Besuch eines solchen Sufi-Festivals viel mehr durch den Kopf gegangen, was interessant aussehen kann. Sie wissen allerdings genauso wie ich: Je mehr wir von einem Fest emotional berührt sind, desto mehr möchten wir diese Momente festhalten. Dabei entstehen dann leider oft Bilder, die dem Fotografen bestimmt Spaß gemacht haben aufzunehmen, aber bei denen er sich nicht auf die Bilder konzentriert hat.


 

Hochzeit in Varanasi, Indien

Hochzeiten werden in Indien mit viel Aufsehen gefeiert. Hierbei ist es wichtig, dass jeder es mitbekommt und somit alle in der Stadt wissen sollen, dass man geheiratet hat. Bei uns in Deutschland passiert dies ja auch: Mit Autos hupend durch die Stadt zu fahren, kommt dem im Folgenden Beschriebenen ansatzweise nahe.

Die Menschen ziehen entweder mit einer Musikkapelle oder mit Riesen-Stereo-Boxen durch die Straßen und machen Musik. Des Weiteren laufen etwa 10-12 Leute einen Lampenbaum auf dem Kopf tragend der Musik voraus. Die Lampen sind jeweils mit Kabeln miteinander befestigt und schließlich mit einer großen Batterie verbunden. Im vorderen Teil des Umzugs befindet sich das Brautpaar, und der Hochzeitszug wird oft durch die Gäste abgeschlossen, die tanzend der Menge folgen. Von diesen Hochzeitszügen können an bestimmten Abenden mehrere auf einmal beobachtet werden. Angeführt wird der Umzug von einem Herren, der alle paar Minuten (Sekunden) einen sehr lauten Feuerwerkskörper abfeuert.

Dieses Bild zeigt sehr schön den oft gesehen Aufbau eines solchen Umzugs. Vorne wie gesagt das Brautpaar mit den folgenden Leuchten und hinten der ausgelassen feiernde Gästeblock. Ich kann bei solchen Umzügen nur empfehlen, sich eine interessante Ecke als Umfeld für das zu Fotografierende zu suchen und dann den ganzen Umzug einfach durchlaufen lassen; so kann man bequem an einer Stelle stehen und sich auf das konzentrieren, was vor der Kamera passiert. Verschlusszeit: 1/30 ƒ: 1.8 ISO: 400.
Bilder



 
Manchmal können auch Stimmungsbilder das Fest sehr viel besser beschreiben und emotional wiedergeben, als etwa ein Bild, das konkret etwas darstellt. Die tanzenden Menschen werden hier von dem Discowagen, der vorne wegfährt, abwechselnd von verschieden farbigen Lichter bestrahlt. Schön ist allerdings trotz längerer Belichtungszeit noch zu erkennen, worum es geht.

Bilder

Verschlusszeit: 1/6 ƒ: 1.8 ISO: 400.


 
Die oben bereits beschriebenen Leute mit den Lampen, die auf dem Kopf getragen werden.

Bilder

Verschlusszeit: 1/60 ƒ: 1.8 ISO: 400.


 
Da diese sehr langsam gelaufen sind, war es sehr viel einfacher, die Schärfe einzustellen.

Bilder

Verschlusszeit: 1/100 ƒ: 1.8 ISO: 400.


 
Tanzend streifen diese Herren dem Umzug hinterher. Je näher man hier am Mann ist, desto eindrucksvoller können Bilder werden. Ich würde also oft daran denken, sich den fotografierten Leuten zu nähern und somit immer lieber einen Schritt auf die Menschen zuzugehen anstatt sich einen Schritt zu entfernen.

Bilder

Verschlusszeit: 1/200 ƒ: 1.8 ISO: 400.


Von den Objektiven her gesehen empfehle ich wie oft bei Nahaufnahmen von Leuten ein 50mm oder 35mm. Ansonsten kann ich im Allgemeinen einfach empfehlen, bei Veranstaltungen eben auch Detailaufnahmen zu machen, länger gewisse Situationen zu beobachten und diese fotografisch auch zu verfolgen. Bei einer Aufnahme aller Personen würde ich empfehlen, etwas Interessantes im Vordergrund zu suchen oder etwas anderes Spannendes im Bild zu finden. Ich wünsche viel Spaß bei den nächsten Festbesuchen.

Viel Erfolg!

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Kommentare
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Portrait von Figib
  • 22.06.2014 - 20:38

Vielen Dank für das Tutorial!!!

Portrait von Yammy
  • 11.02.2014 - 08:06

vielen Dank für deine Arbeit

Portrait von binifada
  • 08.05.2012 - 10:31

Auch dieser Teil war sehr spannend - Danke

Portrait von Schnuppi8480
  • 21.06.2011 - 11:15

toll wie die stimmung in den bildern eingefangen wurde ... super gemacht ...

Portrait von juliafox89
  • 03.01.2011 - 02:41

Mich freuts das hier die Kamerawerte mit angegeben wurden!

Portrait von jupphs
  • 09.12.2010 - 21:29

Vielen Dank für gute Anregungen!

Portrait von Phylly
  • 05.02.2010 - 14:43

konnte viel dazulernen! vielen dank

Portrait von moika111
  • 26.11.2009 - 06:25

Feste sind wirklich schwierig zu fotografieren, aber aber mit Gedult und etwas Übung kommen faszinierende Aufnahmen raus. Das Tutist nicht schlecht aber vielleicht sollten auch Feste bei Tageslicht mit beleuchtet werden.

Portrait von dlogic
  • 22.02.2009 - 13:03

Ich habe das Gefühl hier wird nicht vorangig über Fotografie geschrieben sondern über eigene Eindrücke einer Reise. Schade.

Portrait von eyedeal
  • 16.02.2009 - 13:18

Nachdem hier so heftig diskutiert wurde möcht ich einfach nur ein GROSSES LOB platzieren. Ich find die Motive klasse (wenn auch der Fokus manchmal nicht 100% super ist) und ich persönlich bevorzuge auch Festbrennweiten...

Portrait von Spain2008
  • 06.02.2009 - 17:01

Versteh das Theater hier nicht wenn ich als Mensch entscheiden kann/muß ob ich lieber die Heiligkeit einer Stätte wahre oder ca ein Monatsgehalt von nen Touri bekomme um meine Familie vor dem hungern zu schütze, wer bitte WER würde ersteres wählen??

Natürlich ist diese vorgehensweise menschlich erbärmlich, keine Frage, aber ich denke wesentlich realistischer für Menschen in armen Verhältnisssen als darauf zu achten wo welche Heiligkeit einer Zeremonie angegriffen werden könnte.

In der Kathedrale in Santiago de Compostela zum Beispiel wird deutlich darauf hingewiesen kein Blitz zu nutzen, aber was machen die unverschämten Leute da? Genau, sie starten ihr heftigstes Blitllichtgewitter während der Prozessionen, sie nehmen den Leuten die Plätze der Ruhe und Einkehr zu Gott, stellen sich dreist in den unmöglichsten Plätzen.

Naja das waren nur meine Meinung ...

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 10.02.2009 - 09:54

Ich bevorzuge es einfch mich und damit meine Kamera zu bewegen, anstatt das immer wieder ran und weg zu zoomen. Da zoom ich mich lieber selber an die SItuation. Nur auf einem Fleck stehen und nch links und rechts stehen und das Objektiv auf und zu ziehen ist mir zu langweilig und schraenkt meine Sichtweise zu sehr ein.

AUsserdem bekomme ich mit Festbrennweiten schaerfere Bilder, da diese in den Objektiven weniger Glaeser haben und das Licht somit weniger gebrochen wird.

Das ist aber letztendlich Geschmackssache. Ich persoenlich stehe auf Festbrennweiten.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 10.02.2009 - 09:54

Ich bevorzuge es einfch mich und damit meine Kamera zu bewegen, anstatt das immer wieder ran und weg zu zoomen. Da zoom ich mich lieber selber an die SItuation. Nur auf einem Fleck stehen und nch links und rechts stehen und das Objektiv auf und zu ziehen ist mir zu langweilig und schraenkt meine Sichtweise zu sehr ein.

AUsserdem bekomme ich mit Festbrennweiten schaerfere Bilder, da diese in den Objektiven weniger Glaeser haben und das Licht somit weniger gebrochen wird.

Das ist aber letztendlich Geschmackssache. Ich persoenlich stehe auf Festbrennweiten.

Portrait von bluelord
  • 06.02.2009 - 15:29

Kannst du etwas darüber erzählen, warum du Festbrennweiten verwendet hast?
Klar, sie sind lichtstärker und haben meist auch eine kontrastreichere Abbildung, aber dafür ist man unflexibler. So ist wenigstens meine Erfahrung, wenn ich Feste fotografiere. V.a., wenn es auch noch Festumzüge und/oder Veranstaltungspunkte wie Ansprachen, Tanz-, Trachtengruppen, etc. gibt, bei denen ein schneller Brennweitenwechsel nötig ist. Es ist zwar kein komplett stufenloser Übergang nötig, ein schneller Wechsel z.B. in ~ 25 mm Schritten würde wohl reichen.

Ich habe mich schon mit einigen (Presse-)Fotografien über das Thema Festbrennweite oder Zoomobjektiv unterhalten. Sie meinten, dass eine Festbrennweite einfach nicht ausreichend sei, außer bei langbrennweitigen Teleobjektiven, die als Zooms kaum tragbar sind.

Portrait von bluelord
  • 06.02.2009 - 15:32

"Sie meinten, dass eine Festbrennweite einfach nicht ausreichend sei, ..." bzw. zu unflexibel, da man mit dem Brennweitenwechsel nicht hinterher komme, da bei Veranstaltungen oft sehr viel in sehr kurzer Zeit geschieht.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 06.02.2009 - 06:59

canon 400D

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 05.02.2009 - 20:19

Der Artikel steht nun hier in abgeändderter Form, so dass die Kommentare für Neuleser nicht nachvollziehen sind. Das wollte ich nur mal anmerken.

Ich hatte mich bei meinem vorherigen Beitrag in einer Form ausgedrückt, die mir normalerweise nicht geläufig ist. Ich bitte dies zu entschuldigen und revidiere meinen zuvor geschriebenen Artikel.

Der Beitrag von Juergen_Held entspricht absolut der Wahrheit.
Danke an all, die Kritik geübt haben und offen mit ihrer Meinung waren.

Portrait von bluelord
  • 05.02.2009 - 20:54

Schön, dass du dein Tutorial überarbeitet hast! :)<br>
So ist es um einiges besser. <br>
<br>
Was für eine Kamera hast du verwendet?

Portrait von Juergen_Held
  • 04.02.2009 - 19:05

Direkt nach dem Beitrag, unter "Passend zum Inhalt dieses Tutorials:", im Wechsel mit anderen Buchempfehlungen.

Portrait von Juergen_Held
  • 04.02.2009 - 11:11

Eine interessante Diskussion, bei der ich, als "Betroffener", nun auch meinen Kommentar liefern muß. Zum Einen wird unter dem Beitrag für mein Buch geworben, welches als passend zum Beitrag beschrieben wird. Das ist sicherlich gut gemeint, entspricht aber nicht den Tatsachen. Mir gefällt der Beitrag nicht und er hat kaum Gemeinsamkeiten mit meinen Vorstellungen zur Reisefotografie. Nur einen Punkt dazu möchte ich unbedingt loswerden, der mir ganz besonders unangenehm aufgefallen ist. Ganz von der Frage abgesehen, ob die Welt tatsächlich ein weiteres Bild einer verbrannten Leiche aus Varanasi braucht, halte ich die Vorgehensweise von pflocko, zur Erlangung dieser Aufnahme, für absolut daneben und wünsche mir, dass dies aus dem Beitrag entfernt wird. Seit mehr als zwanzig Jahren bereise ich Indien. Davon war ich wenigstens fünfmal in Varanasi, der heiligsten Stadt Indiens. Dort verbrannt zu werden, bedeutet die Erlösung von allen Sünden. Es ist strengstens verboten Aufnahmen der Zeremonie und der Verbrennung zu machen. Um den Verbrennungsplatz herum lungern zwielichte Gestalten, die sowohl indischen als auch westlichen Touristen in irgendeiner Form Geld aus der Tasche ziehen wollen. Diese Gestalten haben keinerlei Respekt vor dieser Stätte, auch wenn sie dies vorgeben. Solchen Personen einen Betrag von 500 Rupien, wir sprechen hier von Monatsgehältern, für ein respektloses Foto zu geben, widerspricht jeder fotografischen Ethik. Im weiteren Verlauf des Textes auch noch darauf hinzuweisen, dass man gegen den Willen der Angehörigen versteckt fotografiert, lässt tief blicken. Übrigens, in Indien lässt sich nichts versteckt fotografieren. Schon gar nicht als Ausländer und mit Schleppern im Rücken. Irgendjemand schaut immer. Da muss es auch kaum wundern, dass die Offenheit der Inder immer mehr beschädigt wird und eine gewisse Antipathie gegen Ausländer entsteht. Wo bitte schön sonst, lässt man Ausländer so nahe an den intimsten Zeremonien teilhaben, nur mit der Bedingung keine Fotos zu machen? Ist das nicht zu akzeptieren? Zumal es schon tausender dieser Fotos gibt? Der Titel des Beitrags jedenfalls steht in krassem Widerspruch zum Inhalt. Und zweitens, was die Sprache in einem deutschsprachigen Forum angeht, denke ich schon, dass der Text leserlich und ohne allzu viele Rechtschreibfehler sein sollte. Das gilt auch für die Grammatik. Im Zweifelsfall kann der Text doch gegengelesen werden!?

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