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Tutorialbeschreibung

Landschaftsfotografie - Teil 03: Die Perspektive

Landschaftsfotografie - Teil 03: Die Perspektive

Ebenso wie das schon erwähnte Licht ist die Perspektive von größter Wichtigkeit in der Landschaftsfotografie. Erst durch den bewusst gewählten Standpunkt kann ich Spannung in einer Aufnahme erzeugen. Wenn alle gestaltungswichtigen Kriterien wie Objekt, Licht und Perspektive harmonieren, dann habe ich unter Umständen ein Werk geschaffen, welches sich deutlich vom Durchschnitt abhebt. Erzeuge ich damit beim Betrachter auch noch eine gewisse Faszination, dann ist das wohl ein positives Zeichen für kreatives Schaffen.


Das „Finden“ der richtigen (passenden) Perspektive ist oft nicht so leicht und für den ungeübten Fotografen ist am Anfang ein simples Diarähmchen zur Standortsuche hilfreich. Je nachdem, wie weit ich mir das Diarähmchen vom Auge entfernt halte und die Landschaft betrachte, kann ich damit eine kurze Objektivbrennweite (Weitwinkelobjektiv) oder eine längere (Teleobjektiv) simulieren und meinen Aufnahmestandpunkt und damit die Wahl meines Objektives festlegen.

Folgende 3 Bilder, welche im Zeitraum von 6 Stunden aus verschiedenen Perspektiven entstanden sind, zeigen meine „Standpunktsuche“ um das Kloster Le Mont Saint Michel in der Bretagne.

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Je nach Motiv und Standpunkt kann ich ein Bild symmetrisch oder diagonal aufbauen und damit ganz unterschiedliche Bildaussagen bewirken.

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Dasselbe Motiv, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, ergibt ein völlig anders gestaltetes Bild. So kann ich die Eigenart meines Motivs durch einen entsprechenden Aufnahmestandpunkt betonen oder reduzieren und nehme damit entscheidend Einfluss auf die Bildwirkung. Dabei spielt es natürlich eine wichtige Rolle, ob ich eine Landschaft von oben, aus Augenhöhe oder von unten betrachte.

Mount Cook, Neuseeland:

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Diese Aufnahme entstand aus der „Froschperspektive“ mit einem Weitwinkelobjektiv und vermittelt den Eindruck von „Weite“, und die dominante Einbeziehung der Straße hat den zentralen Bildaufbau bedingt.


 
Point Reyes, Kalifornien:

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Ein ähnlicher Sachverhalt liegt dieser Aufnahme zugrunde. Nur entstand dieses Bild mit einem Normalobjektiv aus Augenhöhe.


Wie unterschiedlich die Bildwirkung aus dem gewohnten Blickwinkel aus Augenhöhe oder aus der ungewohnten Höhe aus der Froschperspektive sein kann, zeigen die beiden nachfolgenden Fotos von dem alten Haus mit den Autos.

Oft ist es empfehlenswert, ein Motiv aus verschiedenen Richtungen bzw. Höhen zu betrachten.

 
Mir ist es absolut wichtig, die normale Augenhöhe mit der Kamera zu verlassen und „neue Ansichten“ außerhalb unserer Sehgewohnheit zu finden.

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Ein Winterspaziergang, den ich im Tutorial „Licht“ empfohlen habe, hat zu diesen unterschiedlichen Ergebnissen von ein und demselben Motiv geführt. Dabei habe ich die kleine Waldinsel einfach nur umrundet und diese aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.

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Wie schon erwähnt, haben Aufnahmen von „oben“ oder „unten“ ihren Reiz auf den Betrachter.

Dyrholaey, Island:

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So eröffnet sich aus der „Vogelperspektive“ ein ungewohnter Blick über die Klippen nach unten und eine lange  Belichtungszeit bringt das hereinströmende Wasser in Bewegung.

Auf dem nächsten Bild: Donegal Point, Irland.

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Um die Größenverhältnisse der weißen Gischt auf der Wasseroberfläche zu verdeutlichen, musste ich bei diesem Bild lange auf die Möwe warten. Im umgekehrten Fall, nämlich wenn man Bilder aus der „Froschperspektive“ aufnehmen möchte, ist es unvermeidlich, die Kamera unmittelbar über dem Boden zu platzieren.

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So musste ich die Kamera für die nachfolgende Aufnahme knapp über der Wasseroberfläche positionieren, weshalb mein Stativ im Wasser stand.

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Jökulsarlon, Island


Um aus dieser Perspektive den „Eisvogel“ im Vordergrund und die restliche Landschaft im Hintergrund scharf abbilden zu können, musste ich das Objektiv ganz abblenden und sekundenlang belichten.


Manchmal ist mein Stativ nicht „klein“ genug, um die Kamera nur knapp über dem Boden zu positionieren. Dann bleibt mir nur, es einfach flach auf die Erde zu legen und die flach liegenden Stativbeine mit Steinen zu beschweren, wie es auf dem unten gezeigten Foto zu sehen ist. Ein so genannter „Kugelkopf“ zwischen Kameragehäuse und Stativ ist dabei für das Einstellen der Kamera eine wertvolle Hilfe.

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Garrapata, Kalifornien


Auch hier war eine extreme Langzeitbelichtung bedingt durch die Abblendung des Objektives unumgänglich, weshalb sich die ankommenden Wellen buchstäblich in „Nebel“ aufgelöst haben. Für diesen Aufnahmesachverhalt sind Weitwinkelobjektive besser geeignet als Normal- oder Teleobjektive. Mit längeren Brennweiten hätte ich bei solchen extremen Perspektiven (Abbildungsmaßstäben) Probleme mit einer scharfen Abbildung über das gesamte Bild.

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Weniger Probleme mit der Schärfentiefe ergeben sich bei Motiven, die den Vordergrund nur wenig oder gar nicht einbeziehen. Weshalb hierfür die langbrennweitigen Objektive eher geeignet sind.

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El Pedroso, Cadiz, Spanien


Bei dieser Aufnahme aus der Vogelperspektive habe ich bewusst keinen Vordergrund mit einbezogen. Da sich alle Bildteile im Einstellbereich von Unendlich befinden, war keine starke Abblendung erforderlich, deshalb konnte ich hierfür ein leichtes Teleobjektiv verwenden.

Ein ähnlicher Fall lag dem „Spiegelbild“ von Sudurdalur zu Grunde. Das folgende Bild zeigt die Einstellarbeiten zum darauf folgenden Bild.

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Sudurdalur, Island:

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Da die gewählte Perspektive keinen Vordergrund beinhaltet und ich deshalb weniger abblenden musste, konnte ich für die bewegungsfreie Spiegelung ebenfalls relativ kurz belichten.

 
Umgekehrt habe ich manchmal Aufnahmestandpunkte über die maximale Stativhöhe hinaus gebraucht. So musste ich oft irgendwelche „Hilfsmittel“ (Steine, Felsbrocken etc.) suchen und mein Stativ unterbauen, um eine höhere Aufnahmeposition zu erreichen.

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Motunau Beach, Neuseeland


 
Viele Motive sind aus diversen Veröffentlichungen bekannt. Für mich liegt ein gewisser Reiz darin, bekannte Landschaftsmotive aus unbekannten Perspektiven aufzunehmen (Wie das Bild vom Jökulsarlon auf Island!). Aber dazu muss ich die gewohnte Augenhöhe verlassen und einen neuen, unbekannten Aufnahmestandpunkt suchen.

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Aber gebt Acht: Mancher ist schon einen Schritt zu weit gegangen und hat die Suche nach einem ungewöhnlichen Aufnahmestandpunkt bereut! So ist mir bei den Einstellarbeiten zu der Aufnahme an diesem Wasserfall nicht ganz wohl gewesen und ich war erleichtert, als die Belichtung beendet war.

Zum Schluss noch ein paar Fakten zu „Standort und Perspektive“. Ich habe dazu einen kleinen Pavillon in einem Park abgebildet, der die Veränderungen bezüglich der Perspektive deutlich aufzeigt.

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Und jetzt viel Spaß bei einer spannenden Standortsuche für die nächste Aufnahme.


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Kommentare
Portrait von fotokrieger
  • 29.05.2017- 07:52

Ein interessantes Tutorial, hätte mir jedoch noch mehr Informationen gewünscht über die Kameraeinstellungen und die Wechselbeziehung mit und ohne Filter. Auch zum Thema der Nachbearbeitung würde ich mir mehr Informationen wünschen.

Portrait von tuxedo111
  • 11.12.2016- 10:04

tolles Tutorial, durch die vielen Beispielbilder sehr verständlich und anschaulich.
Danke

Portrait von Yammy
  • 11.02.2014- 08:02

vielen Dank für deine Arbeit

Portrait von Gladiole
  • 21.08.2013- 20:40

Gute Tipps zum Nachmachen, vielen Dank.

Portrait von Senta2006
  • 19.08.2013- 18:44

Tolles Tutorial! Vor allem die unterschiedliche Wirkung bei verschiedenen Blickwinkeln sind echt klasse beschrieben!

Portrait von pixup
  • 02.05.2013- 21:07

tolles Tutorial, macht Lust sofort loszurennen und zu probieren.
Schöne Beispielbilder was sehr hilft um zu verdeutlichen worum es geht. Klasse!
Meeeehr davon!

Portrait von von_savoyen
  • 10.01.2013- 05:00

Starke Bilder die ich nun auch selber machen kann.

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 22.12.2012- 15:16

Vielen Dank für das ausführliche Tutorial, sehr hilfreich!

Portrait von lichtbogen
  • 18.11.2012- 09:18

Diese Tutorialreihe bietet viele Beispiele, wer mehr nach allgemeinen Hinweisen such, sollte sich den Teil über Landschaften in der Reisefotografiereihe ansehen.

Portrait von spuellana
  • 27.10.2012- 13:34

danke..sehr hilfreich

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 17.08.2012- 08:45

Andere Blickwinkel, andere Fotos. Gutes tut,

Portrait von oionline
  • 03.04.2012- 14:49

Sehr schönes Tutorial, und tolle Fotos!

Portrait von Birchler
  • 19.08.2011- 04:55

Und auch das dritte Tutorial ist wiedermal ein Wurf, kurz und bündig wie die anderen. Man lernt immer wieder dazu, und begreift, dass auch bewusst eingesetzte Mühsal belohnt werden kann. Gracias!

Portrait von Schnuppi8480
  • 21.06.2011- 09:35

sehr interessant ... sehr anschaulich mit den bildern ... super gemacht ...

Portrait von manu90
  • 14.04.2011- 12:54

vielen dank für tolle tipps

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-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 31.03.2011- 20:35

sehr interessant und hilfreich! Besten Dank!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 31.03.2011- 20:35

sehr interessant und hilfreich! Besten Dank!

Portrait von Frank35440
  • 30.03.2011- 11:54

Tutorial gefällt mir sehr gut. Es ist gut für die eigenen Ergebnisse sich die Hinweise auf gute Bildgestaltung immer wieder zu vergegenwärtigen. Bin gespannt auf die weiteren Tutorials!

Portrait von ZeroMedia
  • 05.02.2011- 17:26

Im Prinzip hat mir das Tutorial gut gefallen und ich habe auch einige Anregungen für meine Hobby-Fotografie gefunden.
Die wirklich sehr beeindruckenden Bilder sind allerdings für mich mit meiner 3:2 Kamera nur mit einigem Softwareaufwand umsetzbar. Aber das "Breitbild" ist einfach eine Wucht für eine weite, freie Landschaft

Portrait von Shadow
  • 16.01.2011- 16:28

Schönes Tutorial mit guten Beispielbildern!



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