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Tutorialbeschreibung

Faszination Indien - Teil 04: Rajasthan

Faszination Indien - Teil 04: Rajasthan

Rajasthan, das Land der Könige (Rajputana), ist für viele Indienreisende der touristisch attraktivste Bundesstaat Indiens. Kaum eine organisierte Rundreise, die nicht mindestens einen der Maharaja-Paläste in Jaipur oder Udaipur besucht. In diesem Teil der Reihe möchte ich aber auch Orte erwähnen, die nicht auf den Top-10-Listen stehen und gerade deswegen fotografisch besonders interessant sind.


Vorsicht: Diese Reihe verfolgt nicht den Ansatz der klassischen Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern ist eher im Erzählstil gehalten ;-).

Linktipp: http://www.digitaletiefe.com. Ende März bin ich von meiner letzten Indienreise zurückgekehrt. Dabei reiste ich von Delhi aus über Ajmer, Amritsar und Chandighar zu meinem eigentlichen Ziel, der Kumbh Mela in Haridwar. Den aufgezeichneten Blog dazu stelle ich gerade stückchenweise auf meiner Website ein. Wer möchte, kann dort noch mehr über Indien lesen und sehen.

Aktuelle inhaltliche Übersicht der geplanten Tutorials:
Teil 1: Vor der Reise (Planung, Ausrüstung und Gesundheit)
Teil 2: Der Norden I (Himalaya und die Grenzgebiete)
Teil 3: Der Norden II (Himalaya und die Grenzgebiete)
Teil 4: Rajasthan (Farbenfroher Wüstenstaat)
Teil 5: Das Hindu-Kernland (Heilige Stätten und religiöse Feste)
Teil 6: Der Süden (Tempelanlagen und Strände)
Teil 7: Kumbh Mela (Das größte Fest auf Erden)
Teil 8: Mega-Citys (Kolkata, Delhi, Mumbay und Chennai)
Teil 9: Nach der Reise (Auswertung und Weiterverarbeitung)

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Teil 4: Rajasthan der farbenfrohe Wüstenstaat

Um das Land der Könige zu besuchen, beginnt man seine Reise in Delhi. Von dort aus lässt es sich mit einem der Schnellzüge flott und komfortabel über Agra (Taj Mahal) nach Jaipur fahren. Nach Agra dauert es etwa zwei Stunden und bis nach Jaipur rund vier Stunden. Diese Tour durchs Goldene Dreieck lässt sich auch leicht in wenigen Tagen durchführen.

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Jaipur, die rosarote Stadt

Den Namen „Pink City“ hat Jaipur wegen seiner rosarot gestrichenen Gebäude in der Altstadt. Rosarot ist in Rajasthan die traditionelle Farbe der Gastfreundschaft. Nun ist aber Jaipur auch die schnell wachsende Hauptstadt Rajasthans mit viel Industrie und den typischen Problemen einer indischen Großstadt. Die Umweltverschmutzung nagt an der rosa Farbe und Reisende sind häufig genervt über Unannehmlichkeiten, die ein Heer von Schleppern und Kleinbetrügern mit sich bringt. Wer nach einem Besuch in Delhi und Agra nach Jaipur kommt, in der Hoffnung, dass nun alles entspannter wird, muss sich noch etwas gedulden.

Neben den genannten Städten gehört noch Varanasi und eben Jaipur zu den anstrengendsten Orten für Individualtouristen. Es geht kaum einen Meter ohne Angebote jeglicher Art: Hotelzimmer, Edelsteine, Teppiche, Drogen und Frauen werden von zwielichtigen Gestalten feilgeboten. Häufig auch in recht penetranter Weise. Es gibt wenige Hotels, die keine Provision zahlen. Dabei kann es hilfreich sein, sich seine Unterkunft schon vorab zu reservieren und sich am Bahnhof abholen zu lassen.

Funktioniert das nicht, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es hilft, den ganz hartnäckigen Rikschafahrern mit einer Meldung bei der Touristenpolizei zu drohen. Einfach aussteigen, Zettel und Stift raus und die Fahrzeugnummer notieren. Wie durch ein Wunder kennt der Fahrer auf einmal das Hotel und auch den Weg dorthin. Der Kumpel, der während der Fahrt irgendwo zugestiegen ist, hat dann auch gleich unter Fluchen das Weite gesucht. Eine Garantie für diese Methode gibt es natürlich nicht.

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Das Wichtigste bei diesen nervigen Spielchen ist es jedoch, die Ruhe zu bewahren. Bisher ist es mir noch nie passiert, dass ich mich körperlich bedroht gefühlt habe. Auch wenn es ärgerlich ist, übers Ohr gehauen zu werden, bleibt es in der Regel beim Abzocken. Meine Hinweise und Tipps in diesem Zusammenhang sollen nicht den Eindruck erwecken, Indien sei ein besonders gefährliches Reiseland für Touristen. Viele gefährlicher für die körperliche Unversehrtheit ist der chaotische Verkehr; und der betrifft Inder wie Ausländer gleichermaßen. Manchmal kann es sogar ganz gut sein, sich einem Schlepper anzuvertrauen. Kommt man spät abends an oder wird ein Fest in der Stadt gefeiert, kann es leicht sein, dass fast alle Hotels ausgebucht sind. Der Schlepper jedoch weiß, wo noch etwas frei ist, und dafür kann man ruhig mal Provision zahlen.

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Ein fotografisches Highlight ist der Palast der Winde (Hawa Mahal). Die fünfstöckige Fassade mit über 950 Nischen und Fenstern wurde 1799 von Maharadja Pratap Singh II erbaut und ist eines der Zeugnisse, die den verschwenderischen Lebensstil der Rajputenfürsten dokumentieren. Von vorne ein prächtiger Palast und von hinten ein Luftschloss, nur gebaut, um den Haremsdamen den Blick auf die prächtigen Festumzüge zu gestatten, ohne dass sie selbst gesehen wurden. Direkt neben dem Hawa Mahal befindet sich das Freiluftobservatorium. Das Observatorium ist zwischen 1728 und 1734 erbaut worden und diente Udai Singh als Sternwarte. Dabei ist der architektonische und ästhetische Reiz der Anlage viel interessanter als der wissenschaftliche Wert. Natürlich gibt es auch noch einen Stadtpalast und sehenswerte Tempel, die es lohnt, fotografisch zu erkunden.

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Tipps zum Fotografieren:

Es kann anstrengend werden, in Jaipur zu fotografieren. Besonders nervig sind die Shopbetreiber, die gegenüber dem Hawa Mahal ihr Geschäft betreiben und mit einem tollen Blick auf den Palast werben. Ein entspanntes Fotografieren ist ausgeschlossen, außer man kauft einen Teppich oder Ähnliches zu überhöhten Preisen und qualitativ fragwürdig.

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Am besten ist es, sich bei Sonnenaufgang auf den Weg zu machen. Die Stadt ist noch ruhig und das Licht optimal. Wer das Treiben in der Altstadt fotografieren möchte, kann sich auf die Plattform des kleinen Tempels am Chhoti Chaupor Platz begeben. Für ein paar Ruppees Eintritt erhält man einen tollen Ausblick und vor allem Ruhe zum Fotografieren.

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Udaipur, am Lake Pichola

Wer von Jaipur aus mit dem Nachtzug nach Udaipur kommt, landet in einer Stadt, die auch als das Venedig des Ostens bezeichnet wird. Seit Hunderten von Jahren hat sich die Altstadt ihre Schönheit und ihren romantischen Charakter bewahrt. Hier geht es wesentlich ruhiger und freundlicher zu als in Jaipur; obwohl die Stadt eine der meistbesuchten Orte in Indien ist und durch den James-Bond-Film Octopussy weltweiten Ruhm erlangte. Hier finden sich auch der größte Palast Rajasthans sowie ein luxuriöses Palast-Hotel auf dem idyllischen Pichola See. Vor allem aber der Blick auf die Altstadt, bei Sonnenuntergang, ist atemberaubend. See, Palast und Stadt erscheinen in einem faszinierenden Violett und die Hügel des Aravalli-Gebirges rahmen die Szenerie ein.

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Für jeden Fotografen ein Muss. Wer dann noch eine der tollen Unterkünfte in einem der gepflegten Altstadthäuser oder gar in einem Palast gefunden hat, wird es schwer haben, den Absprung zur Weiterreise zu finden.

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Neben Jaipur und Udaipur gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Orte, die einmalige Eindrücke und Motive garantieren. Da ist beispielsweise Jaisalmer, die uralte Karawanenstadt in der Wüste Thar, die wie aus Tausendundeiner Nacht stammt. Oder Jodhpur, mit dem gewaltigen Meherangarh-Fort sowie die Shekhawati Region. Als diese Wüstenrandzone noch Handelszentrum war, erbauten die reichen Kaufmannsfamilien wie im Wettstreit prunkvolle Wohn- und Geschäftshäuser, die teils bis heute gepflegt und teils völlig heruntergekommen, fotografisches Futter ohne Ende bieten.

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Ajmer, abseits der touristischen Highlights auf Fotosafari

Indien ist ein Land, in dem es sich gut fotografieren lässt. Doch wie in allen anderen Ländern auch ist die Bevölkerung in touristisch attraktiven Orten irgendwann genervt von all den Menschen auf Fotosafari. Es ist verständlich, dass viele Einwohner keine Lust mehr haben, sich ständig ablichten zu lassen. So wird man manchmal abgewiesen oder clevere Zeitgenossen verlangen Geld für das Posieren vor der Kamera. Pseudo-Sadhus und scheinheilige Priester lauern auf den zahlungskräftigen Foto-Touristen, um dessen Wunsch nach exotischen Porträts nachzukommen; natürlich gegen Bares.

Das ist alles legitim, und zu Hause erkennt auch kaum jemand, dass die Porträts professionelle Statisten zeigen. Um dem aus dem Weg zu gehen, empfehle ich jedem Fotografen, auf jeder Indienreise mindestens einmal den Trampelpfad zu verlassen, um einen relativ unberührten Ort zu besuchen.

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Manchmal lässt sich auch schon aus dem Reiseführer herauslesen, dass eine Stadt oder eine Region absolut interessant ist,aber aus irgendeinem Grund vom Touristenstrom gemieden wird. Das kann an der aufwendigen Anreise liegen oder daran, dass der Nachbarort attraktiver erscheint. So ist auch bei der Stadt Ajmer, die nur zwölf Kilometer von Pushkar entfernt liegt.

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Ajmer ist der bedeutendste Wallfahrtsort der Muslime in Indien. Ajmer steht jedoch im Schatten Pushkars, einem uralten hinduistischen Wallfahrtsort (siehe auch meinen Blog zu Pushkar und Ajmer auf http://www.digitaletiefe.com). Kaum ein Ausländer bleibt länger als notwendig in Ajmer. Praktisch endet die vierstündige Zugfahrt von Delhi aus am Bahnhof in Ajmer und wird direkt mit dem Bus oder Taxi ins 12 Kilometer entfernte Pushkar fortgesetzt. Dabei lohnt es sich wirklich, ein paar Tage in Ajmer zu bleiben. Der Blick von der Taragah-Sternenfestung auf die Stadt ist schlichtweg atemberaubend. Und das Beste: In kaum einer Stadt bin ich so freundlich aufgenommen worden. Die Altstadt ist wie ein riesiger arabischer Basar. Pilgermassen strömen durch die engen Gassen und wer dort mit der Kamera unterwegs ist, wird zum Fotografieren förmlich eingeladen.

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Kommentare
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Portrait von Sierrapiet
  • 08.06.2010 - 22:09

Sehr schöne Bilder, tolle Serie - gefällt mir sehr gut.

Portrait von benjaei
  • 07.06.2010 - 20:32

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen muss ich doch sagen, dass mir auch dieser Teil des Tutorials sehr gut gefällt und ich mich schon auf den nächsten freue. Am meisten bin ich auf deine Schilderungen von der Kumbh Mela gespannt.

Portrait von _Trivium_
  • 23.05.2010 - 14:12

Sehr tolle Bilder, überlege nun auch eine Indienreise zu machen.

Portrait von klan55
  • 21.05.2010 - 22:43

Tolle Bilder und prima Informationen, würde gern mehr darüber erfahren.

Portrait von Fotofranz
  • 21.05.2010 - 19:58

Sehr gut gemacht, hatte auch diese Eindrücke.

Portrait von thomaskeil
  • 21.05.2010 - 11:08

Tolle Impressionen, macht Reiselust.

Portrait von Mike1200
  • 21.05.2010 - 10:56

Ganz tolle Fotos, wirklich Kompliment!!!!!

Portrait von BigJohnson
  • 18.05.2010 - 21:33

Ein Hauch von Curryaromen und der warme Wind aus dem Hawa Mahal streichelt mein Gesicht während ich die Schönheit und Farbigkeit der Photographien genieße! Toll! Ich hoffe, dass der nächste Teil bald veröffentlicht wird.

Portrait von hmmmm
  • 18.05.2010 - 17:08

suuper fotos und tolle beschreibungen!

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 17.05.2010 - 16:46

Geniale Bilder únd beschreibungen!!

Portrait von roman2
  • 17.05.2010 - 16:40

schöne Fotos !!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Portrait von Lakshmi
  • 17.05.2010 - 16:28

von Lakhsmi,
die Bilder sind wunderschön,auch finde ich die Beschreibung sehr gut,
alles Klasse.

Portrait von mbpicture
  • 17.05.2010 - 12:18

wieder Super der Teil. Da bekommt man wieder Lust nach Indien zu Reise. Ich bin schon auf die nächsten Teile gespannt!

Portrait von klickklack
  • 17.05.2010 - 10:45

Wunderbar, wie alle bisherigen Tutorals

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