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Tutorialbeschreibung

Faszination Indien - Teil 09: Nach der Reise I

Faszination Indien - Teil 09: Nach der Reise I

Dass Indien ein Paradies für Fotografen ist, wird wohl kaum jemand in Frage stellen. Entsprechend groß ist dann auch die Bildermenge, die mit nach Hause gebracht wird. Möglichkeiten, wie man dabei den Überblick behält, möchte ich in diesem Tutorial vorstellen.


Vorsicht: Diese Reihe verfolgt nicht den Ansatz der klassischen Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern ist eher im Erzählstil gehalten ;-).
Linktipp: http://www.digitaletiefe.com.

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Ende März bin ich von meiner letzten Indienreise zurückgekehrt. Dabei reiste ich von Delhi aus über Ajmer, Amritsar und Chandighar zu meinem eigentlichen Ziel, der Kumbh Mela in Haridwar. Den aufgezeichneten Blog dazu stelle ich gerade stückchenweise auf meiner Website ein. Wer möchte, kann dort noch mehr über Indien lesen und sehen.

 
Aktuelle inhaltliche Übersicht der geplanten Tutorials:

Teil 1: Vor der Reise (Planung, Ausrüstung und Gesundheit)
Teil 2: Der Norden I (Himalaya und die Grenzgebiete)
Teil 3: Der Norden II (Himalaya und die Grenzgebiete)
Teil 4: Rajasthan (Farbenfroher Wüstenstaat)
Teil 5: Das Hindu-Kernland (Heilige Stätten und religiöse Feste)
Teil 6: Der Süden (Tempelanlagen und Strände)
Teil 7: Kumbh Mela (Das größte Fest auf Erden)
Teil 8: Mega-Citys (Delhi, Kolkata und Mumbay)
Teil 9: Nach der Reise I (Auswertung und Bildverwaltung)
Teil 10: Nach der Reise II (Nachbearbeitung und Ausgabe)

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Teil 9: Auswertung und Bildverwaltung

Vom Umgang mit der Bilderflut

Während meiner Reisen habe ich ein so genanntes Netbook dabei. Das ist leicht, dient zur Datensicherung und vor allem zur ersten Kontrolle der Aufnahmen. Fast jeden Abend schaue ich mir die aktuellen Aufnahmen an, um zu überprüfen, ob die Tagesausbeute erfolgreich war; ob sich darunter, beispielsweise von einer Veranstaltung, einige Aufnahmen befinden, die mir richtig gut gefallen. Dabei werden dann auch schon die ersten „Fehlschüsse“ aussortiert und entsorgt. Zu viel mehr ist das Netbook kaum geeignet; geschweige denn zu einer ordentlichen Nachbearbeitung der Bilder. Die Aufnahmen speichere ich dann auf dem Netbook und der mobilen 2,5“-Festplatte.

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Ich fotografiere fast ausschließlich im RAW-Format, um keine Qualitätsverluste in Kauf nehmen zu müssen. Die Dateigrößen sind dadurch natürlich erheblich höher. Schaut man sich jedoch die Speicherkapazität und Preisentwicklung der mobilen Festplatten an, sollte dies kein Grund sein, auf Bildqualität zu verzichten. Sind die Aufnahmen dann doppelt gesichert, wird alles Weitere zu Hause am Rechner mit großem Monitor und der passenden Software erledigt.

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Picasa, Lightroom und Bridge

Es gibt eine Reihe ausgezeichneter Bild- und Datenverwaltungsprogramme, die es uns Fotografen erheblich leichter macht, die Übersicht und Ordnung auf den Festplatten zu erhalten. Ich habe drei Programme im Einsatz, von denen ich die Bridge besonders hervorheben möchte.

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Vorab ein paar Worte zu Picasa und Lightroom:

Picasa ist längst kein einfacher Bildbetrachter mehr, sondern bietet eine Reihe an hervorragenden Funktionen, die es sonst nur bei professionellen Kaufprogrammen gibt. Seit kurzer Zeit gibt es das kostenlose Programm in der aktuellen Version 3.8 auch für Mac-Anwender. Vor allem die Geschwindigkeit beim Import und der Sichtung des Bildbestandes überzeugt. Das Umschalten zwischen Ordnerstruktur und flacher Struktur funktioniert ohne Zeitverlust.

Neben den gängigen Dateiformaten werden auch RAW-Dateien und Filmformate angezeigt. Die Bildbestände können nach Kriterien wie Datum oder eingefügten Kommentaren sortiert und durchsucht werden. Die Aufnahmen können bewertet und mit Stichwörtern versehen werden und die Möglichkeiten der (Online-)Ausgabe sind vielfältig. Wohingegen die Funktionen zur Bildbearbeitung nicht wirklich überzeugen können. Viele Möglichkeiten hat man damit nicht und ohne zusätzliches Bildbearbeitungsprogramm sind die Grenzen schnell erreicht.

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Lightroom ist natürlich die Profi-Anwendung für Fotografen schlechthin. Ich setze Lightroom zur Sortierung, Bildentwicklung und immer häufiger zur Bildbearbeitung und Ausgabe ein. Viele Arbeitsschritte, die ich früher mit Photoshop durchgeführt habe, kann mittlerweile Lightroom übernehmen und das auch noch komfortabler. Das Programm lässt sich perfekt für den RAW-Workflow einsetzen. Lightroom ist jedoch ein reines Bildverwaltungs- und Bearbeitungsprogramm und zeigt somit viele Dateiformate erst gar nicht an.

Zwar ist es mit der Version 3 möglich, auch Film-Dateien anzuzeigen, Dokumente jedoch, beispielsweise mit Beschreibungen zur Aufnahme, den Blogbeiträgen etc. werden nicht importiert oder angezeigt. Da ich häufig Panoramen erstelle und die dazugehörigen Skripte mit speichere, ist das ein echter Nachteil. Auch werden keine 32-Bit-HDR-Dateien importiert und angezeigt. Für manche Anwender wird auch der Preis von rund 250.- € ein Kriterium sein, auf Lightroom zu verzichten.

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Mit der Brücke alles im Griff

Die Adobe Bridge ist die Weiterführung des Dateibrowsers, der bis zur Version CS in Photoshop integriert war. Längst ist die Bridge ein eigenständiges Programm und seit CS5 ist mit der Mini-Bridge auch wieder ein kleiner zusätzlicher Ableger direkt in Photoshop eingebaut, was den Workflow noch etwas optimiert. Die Software bietet sich als »Brücke« für sämtliche Adobe-Produkte an, und das ist auch ihre Stärke.

 
Es werden sämtliche Dateiformate angezeigt.

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Im Folgenden stelle ich meinen Workflow und einige wichtige Funktionen der Bridge vor:


 

Aufnahmen importieren und verwalten

Es gibt mittlerweile eine Reihe an Büchern, die sich mit der Bildverwaltung und Archivierung auseinandersetzen. Dabei werden fast schon Glaubenskriege ausgefochten, vor allem was die Verschlagwortung angeht. Richtig ist auf jeden Fall: Wer sich im Zeitalter der digitalen Medienflut kein überschaubares, erweiterbares System zur Verwaltung seiner Bilder überlegt, wird früher oder später ein echtes Problem bekommen. Ich gestehe, ich weiß es aus eigener Erfahrung. Wenn nämlich Bilder angefragt werden und die Suche nach der Originalaufnahme wesentlich länger dauert als die gesamte Bearbeitung und Ausgabe, ist irgendwas versäumt worden.

Ich habe mittlerweile verschiedene Systeme ausprobiert und komme am besten klar, wenn ich die Bilder nach Jahr (2010), Land der Reise (Indien), Ort im Land (Delhi) und entsprechenden Unterordnern (Pano01) sortiere. Das funktioniert auch prima mit Aufnahmen, die nichts mit dem Reisen zu tun haben wie beispielsweise Jahr (2010), Überbegriff (Familie), Thema (Kinderfasching) und bei Bedarf noch die Namen der Kinder als Unterordner.

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Ich habe mir angewöhnt, die wesentliche Sortierung schon während der Reise, beim Übertragen der Aufnahmen von den Speichermedien der Kamera, durchzuführen. Dazu lasse ich beim Übertragen entsprechende Ordner erstellen, die den Ortsnamen tragen. Hilfreich und bei einem großen Bildarchiv unerlässlich ist auch die Verschlagwortung der Bilder. Wird das konsequent von Anfang an gemacht, hält sich der Aufwand in Grenzen und die Stichwortliste wächst mit den besuchten Reisezielen, Events und sonstigen Themen. Wichtig ist auch dabei, ein hierarisches, erweiterbares System aufzubauen.

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Favoriten und Ordner

Unter dem Reiter Favoriten können Dateien, Ordner und Verknüpfungen angelegt werden, die häufig benutzt werden. Am einfachsten geschieht dies durch Drag&Drop an der Stelle, an der der Favorit angelegt werden soll. Über den Reiter Ordner erhält man Zugriff auf die gesamten Inhalte der Festplatten, Laufwerke und Zusatzgeräte, vergleichbar mit einem klassischen Dateibrowser. Die markierten Inhalte werden im Inhaltsfenster angezeigt

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TIPP: Unter dem Menueintrag Ansicht befindet sich der Eintrag Unterordner anzeigen. Beim Klick darauf werden alle Bilder des aktuellen Ordners und aller Unterordner angezeigt. Die Unterordner werden praktisch in der Ansicht aufgelöst. Dieser Vorgang kann je nach Anzahl der Unterordner und den darin befindlichen Bildern etwas dauern.

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Filter

Absolut unentbehrlich für den Überblick ist die Filterfunktion. Die Bilder können anhand einer Vielzahl von Merkmalen sortiert und gesichtet werden. Ob nach Format, ISO, Erstellungsdatum, Wertungen oder eigenen Stichwörtern, die Dateien lassen sich nach nahezu allen denkbaren Kombinationen sortieren und anzeigen.

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Sammlungen

Sehr hilfreich finde ich auch die Möglichkeit, Sammlungen zu erstellen. Dabei müssen sich die Dateien nicht im gleichen Ordner befinden und werden auch nicht kopiert oder verschoben. Sammlungen können angelegt werden, indem mit der rechten Maustaste in das Feld Sammlungen geklickt und ein Name vergeben wird. Alle Dateien, die dann in den Ordner gezogen werden, werden in der Sammlung angezeigt, unabhängig vom tatsächlichen Speicherort. Das ist sehr praktisch und übersichtlich für thematisch zusammenhängende Bild- und Dateisammlungen, die an verschiedenen Orten abgelegt sind.

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Vorschau und Lupe

Wie alle Fenster in der Bridge kann auch die Vorschau an jede Stelle des Programmfensters verschoben werden. Außerdem lassen sich unterschiedliche Arbeitsbereiche bequem abspeichern und mit einem Klick aufrufen. Zum genauen Überprüfen muss das Vorschaubild weder geöffnet noch eingezoomt werden. Durch einen Klick in das Vorschaubild wird die Lupenfunktion aufgerufen. Durch die Lupe wird der Bereich, auf den geklickt wurde, in einer 100%-Ansicht gezeigt. Somit können Bildfehler, Unschärfe etc. schon gleich erkannt werden.

 
Indem die Strg-Taste beim Auswählen gedrückt gehalten wird, werden in der Vorschau mehrere Bilder angezeigt. Damit können direkte Vergleiche komfortabel in der Bridge durchgeführt werden.

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Metadaten und Stapel

Abschließend sind zwei Funktionen der Bridge zu nennen, die ganz besonders nützlich für die Reisefotografie sind: Die Daten, die aus den EXIF-Aufzeichnungen ausgelesen werden, werden optisch ähnlich wie in den Kamera-Displays dargestellt. Es können also mit einem Blick alle relevanten Informationen über die Ausgangsfotografien abgelesen werden. Wer eine Kamera mit GPS hat, findet unter den Metadaten dann auch die Navigationsdaten.

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Wie geschaffen für die Panoramafotografie ist die Möglichkeit, Bilder zu stapeln. Unter dem Menüpunkt Stapel können markierte Bilder zusammengefasst werden. Dies erleichtert den Überblick erheblich, beispielsweise bei einer Fülle von unterschiedlich belichteten Ausgangsfotografien für ein 360°-Panorama. Die Stapel können aufgeklappt, erweitert oder im Schnelldurchlauf abgespielt werden. Insgesamt eine Funktion, die einfach zu bedienen ist, Ordnung schafft und die ich ab dem ersten Gebrauch ungemein geschätzt habe.

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Tipp: Bei großen Datenmengen kann es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Bridge die Vorschau für alle Bilder erstellt hat. Über Werkzeuge>Cache>Cache generieren und exportieren... lässt sich im Hintergrund ein Cache für den ausgewählten Ordner und alle seine Unterordner erstellen. Beim nächsten Aufrufen des Ordners stehen die Miniaturen und sämtliche Beschriftungen und Wertungen sofort zur Verfügung.

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Kommentare
Portrait von peter1806p
  • 03.10.2016- 16:14

Tolle Bilder und eine sehr anschauliche Erklärung der Weiterverarbeitung.

Portrait von fox_
  • 16.01.2011- 20:40

Geniale Bilder, und sehr anschaulich erklärt! Danke :-)

Portrait von BigJohnson
  • 31.12.2010- 20:50

Gut gemacht! Tolle "lebendige" Bilder und gute Erklärung!

Dein Schreibtisch muß aber sehr ordenlich sein, wenn Du so gut organisiert bist und so strukturiert die Bilder verwaltest!

Portrait von jupphs
  • 29.12.2010- 12:08

Schöne Bilder! Vielen Dank!

Portrait von mbpicture
  • 27.12.2010- 20:08

Hallo,
wieder ein Super Bericht und sehr gut erklärt. Was mich noch interessieren würde, welche Kamera und Objektive du mit hattest. Die Weiterverarbeitung war sehr sehr gut beschrieben. Was noch unbeantwortet ist, in welchen Dateiformaten speicherst du die RAW Dateien alles ab?
Ich bin schon auf den nächsten Bericht gespannt.

Portrait von Juergen_Held
  • 30.12.2010- 08:33

Hallo mbpicture, die meisten Bilder sind noch mit einer EOS 40D gemacht. Ältere Aufnahmen sind mit analogen Kameras erstellt und eingescannt. Mittlerweile fotografiere ich mit einer 5D Mark II. Dazu habe ich auf Reisen eine 50mm Festbrennwweite und ein 28-300mm Zoomobjektiv.

Portrait von roman2
  • 27.12.2010- 15:20

Danke für die tollen Bilder

Portrait von Lakshmi
  • 27.12.2010- 13:42

Wesentliche Funktionen und Ablauf verständlich erklärt.
Dazu die interessanten Indien- Bilder, gefällt mir ausgesprochen gut

Portrait von berndschwartz
  • 24.12.2010- 17:43

Klasse, sehr gut und nachvollziebar erklärt

Portrait von fotohexe69
  • 24.12.2010- 11:27

Wieder ein tolles Tut!!!


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