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Tutorialbeschreibung

Sportfotografie - Teil 4 - Handball und Eishockey

Sportfotografie - Teil 4 - Handball und Eishockey

Handball:

Handball ist eine relativ einfach vorherzusehende Sportart. Im Gegensatz zum Fußball oder Eishockey findet die Aktion immer am gleichen Platz statt, vor der Torraumlinie.

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Dazwischen passen die Spieler ungestört den Ball hin und her, bis sich ein Spieler entscheidet, einen Torwurf zu versuchen.

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Um diese Aktionen frontal zu fotografieren, setzt man sich also wieder hinter die Torauslinie. Direkt hinter dem Tor ist meisten aus Sicherheitsgründen ein Netz oder das Sitzen verboten. Man sollte sich aber so nah wie erlaubt an das Tor setzen, am besten innerhalb der Torraumlinie. Von dort hat man nicht ständig andere Spieler in der Sichtlinie.

Allerdings wird sich dort regelmäßig einer der beiden Schiedsrichter befinden, womit man aber leider leben muss. Man sollte dabei die Seite der Torauslinie bevorzugen, die sich gegenüber den Spielerbänken befindet.

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So hat man die Chance, die Emotionen des Trainers oder seine Diskussionen mit Spielern zu fotografieren, genauso wie die Behandlung kleinerer Verletzungen bei den Spielern.

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Ähnlich wie beim Basketball wirken die zum Tor springenden Spieler am dramatischsten, wenn man sie von einer möglichst tiefen Position aus fotografiert. Die Mitnahme eines Campingsitzes ist also anzuraten.

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Die Spieler werden also versuchen, mit einem Sprung durch die Abwehr zu springen oder auch darüber. Ich fotografiere diese Situationen zwar hauptsächlich im Hochformat, es lohnt sich aber durchaus, regelmäßig ins Querformat zu wechseln, ...

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... oder zumindest das Foto in diesem Format später zu beschneiden.

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Die Szenen kann man am flexibelsten mit dem Standardobjektiv 70-200mm/2.8 abdecken. Die hohe Lichtstärke ist in den meisten Hallen dringend erforderlich, um auf eine Mindestbelichtungszeit von 1/500sek (eher 1/640sek) zu kommen. Wenn die Lichtsituation sehr schlecht ist oder man eine hohe Rauschfreiheit seiner Bilder braucht (z. B. für einen Posterdruck) kann man auch zu einem 85mm/1.8 greifen. Die hohe Lichtstärke geht aber dann natürlich auf Kosten der Flexibilität und Tiefenschärfe.

Mit dem Fokus auf den zentralen Fokuspunkt gelegt und immer auf den jeweils Ball tragenden Spieler gerichtet, wartet man darauf, bis sich ein Spieler zum Torschuss entscheidet. Im Hochformat sollte man dabei die ganzen Körper im Bildausschnitt haben. Beim Querformat kann man etwas näher ranzoomen, da es oft reicht, die Oberkörper im Bild zu haben, da dort die entscheidende Aktion passiert. Durch den engeren Bildschnitt wird das Bild zwar kompakter, aber es wird auch schwieriger, auf den entscheidenden Spieler zu zielen.

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Um die Szenen vor dem gegenüberliegenden Torraum zu fotografieren, braucht man ein größeres und teures Teleobjektiv, das die gleiche Lichtstärke bietet, oder eine Kamera mit hoher Auflösung. Man bekommt so Paraden des Torwartes und Torschüsse aus einer anderen Sicht.

Bei der Nutzung eines leichten 70-200mm-Objektiv ist der Einsatz eines Einbeins nur hinderlich und nur anzuraten bei der Verwendung eines größeren Teleobjektiv.

Für Remotekameras gibt es für spannende Fotos eigentlich nur die Position direkt hinter dem Tor, wobei das nicht immer erlaubt ist und die Bälle durchaus mit starker Durchschlagkraft ins Netz fliegen. Die Kamera sollte also genug Abstand zum Tor haben, wenn der Ball direkt in Richtung Kamera geflogen kommt.

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Eishockey:

Beim Eishockey hat man mit den meisten Hindernissen als Fotograf zu kämpfen. Selbst die meisten DEL-Spiele finden noch in Hallen statt, die man nicht gerade als gut beleuchtet bezeichnen kann. Noch schwieriger wird das Ganze durch die Tatsache, dass die Spieler sich auf ihren Schlittschuhen schneller bewegen als so mancher rennende Fußballspieler, und wenn man gute Bilder davon haben will, muss man das alles auch noch durch jahrelang zerkratze Plexiglasscheiben fotografieren, die das Bild mindestens um eine Blende verdunkeln. Ohne eine halbwegs professionelle Ausrüstung wird man schnell frustriert aufgeben beim Versuch, gute und spannende Bilder zu produzieren.

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Die schnellen Eishockeyspieler sollte man mit mindestens 1/500sek (eher 1/640sek) Belichtungszeit fotografieren, um sie noch scharf genug bei ihre Zweikämpfen zu bekommen. Auch bei einer Blende von 2.8 braucht man dafür schnell sehr hohe ISO (über ISO1000). Mit einer aktuellen digitalen Spiegelreflexkamera sollte man aber keine Angst mehr davor haben.

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Ein Bild, das durch die Verwendung von hohen ISO rauscht, ist immer noch besser als ein unscharfes Foto. Für die meisten Verwendungen (Internet oder kleine Zeitungsartikel) werden die Bilder normalerweise verkleinert und das Rauschen ist nicht mehr so stark zu sehen.

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Mit einem 70-200/2.8 ist man auch beim Eishockey am besten bedient. Ein Einbein braucht man nicht, da man nah an der Scheibe stehen und schnell mit den Spielern schwenken muss.

Einen Campingsitz sollte man aber immer dabeihaben, damit man an der Scheibe sitzend nicht die Sicht für die Fans verdeckt. Beim Eishockey gibt es 3 Bereiche, von denen aus man gute Fotos bekommt. Am häufigsten setze ich mich dabei an eine der vier Spielfeldecken. Je nachdem, an welcher der Scheiben man dort sitzt, hat man fast die gesamte Spielfeldhälfte im Visier. Für die Zweikämpfe der heranstürmenden Angreifer und ihrer Gegenspieler sollte man sich ein bis zwei Scheiben in Richtung Tor weiterbewegen. Von dort kann man schnelle Gegenangriffe und Situationen vor dem Tor fotografieren. Dabei sollte man aber beachten, dass oft durch die Scheiben am Spielfeldrand das Licht der Scheinwerfer etwas dunkler ist. So sollte man bei Situationen direkt an den Scheiben eine Belichtungszeit länger wählen.

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Je nach Baujahr der Halle ist die Scheibe, durch die man fotografiert, sehr stark zerkratzt, was die Bilder unscharf und dunkler machen und auch noch zusätzlich den Autofokus stören kann. Man sollte bei so einer Situation einen Ort auf der Scheibe suchen, der nicht ganz so verunreinigt ist und dort das Objektiv ansetzen.

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Es gibt bei jedem Spielfeld eine Ecke, die geöffnet werden kann, damit die Eismaschine Zugang zum Spielfeld hat. Wenn die Ecke vor dem Spiel geöffnet ist, damit die Eismaschine ein letztes Mal vor dem Spiel das Eis machen kann, kann man auf der Innenseite der Scheibe eine Stelle ein wenig sauber machen und damit seine Situation etwas verbessern.

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Von dieser Position (normalerweise etwa 1-2 Meter von der Ecke Richtung Mittellinie) hat man das Tor und den Raum dahinter im Visier.

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Alle möglichen Torsituationen kann man so fotografieren, egal ob der Angreifer versucht, frontal den Puck am Torwart vorbeizuschieben oder er hinter dem Tor vorbeifährt und ihn dann von der gegenüberliegenden Seite zwischen der Stange und dem Torwart vorbei reindrücken will (Bauerntrick). Aber auch Fotos vom Torwart, der einen Schuss abwehrt, können interessant sein und sollten in der Berichterstattung über ein Spiel nicht fehlen.

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In manchen Eisstadien im Ausland wurden extra für die Fotografen kleine Löcher, durch die sie fotografieren können, installiert, die groß genug für die üblichen Objektive, aber kleiner als ein Puck sind. In Deutschland ist so etwas Fotografenfreundliches noch sehr unbekannt, daher gibt es nur zwei Möglichkeiten, ohne eine Scheibe zu fotografieren.

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Die einfachere Methode ist, von der Tribüne aus zu fotografieren. Man positioniert sich in den oberen Reihen und kann so, ohne auf die Scheiben achten zu müssen, das gesamte Feld fotografieren. Das einzige Hindernis sind die hinter dem Tor angebrachten Fangnetze und die bei Toren aufspringenden Fans. Eine Positionierung, die frontale Fotos erlaubt, ist also nicht möglich. Man hat also von dort zwar alles im Blick und viele Situationen, die man fotografieren kann, aber die Bilder wirken oft zu „flach“ und unspektakulär. Wenn man den Druck hat, viele Fotos machen zu müssen, sollte man diese Position bevorzugen, aber sonst ist hier eher „Masse statt Klasse“ angesagt.

 
Die gefährlichere Methode ist, sich zwischen die Spielerbänke zu stellen. Dies geht natürlich nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Veranstalters und oft nur mit einer zusätzlichen Freigabe seiner Krankenversicherung. Außerdem gilt dort ebenfalls unbedingte Helmpflicht! Nicht unbedingt heißt das, sich selbst einen kaufen zu müssen, da die Vereine oft zusätzliche Helme haben, die sie an Pressefotografen verteilen. Auch von dort kann man das gesamte Feld überschauen und hat keine Scheiben als Hindernis. Von dieser Position hat man die besten Chancen auf gute Jubelfotos. Die Szenen am Tor hat man auch von einer durchaus akzeptablen Position. Eine sehr gute Position ist dieser Platz für Fotos vom Trainer, der etwas erhöht hinter der Mannschaft steht und laut ruft oder sich auch zu einzelnen Spielern herunterbeugt und Anweisungen gibt. Diese Aktionen hat man höchstens noch von der Tribüne mit einem großen Teleobjektiv in ausreichender Qualität.

Auch einzelne Porträts können ganz nützlich sein und sollten regelmäßig gemacht werden. Besonders den Torwart, der sich Flüssigkeit aus seiner Trinkflasche ins Gesicht spritzt oder noch ohne Maske am Tor steht, kann man von einer der Eckpositionen aus gut fotografieren. Bei den verschiedenen anderen Spielern reichen Aufnahmen vom normalen Halten des Pucks am Schläger oder von einem starken Schuss.

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Eine Remotekamera anzubringen, lohnt sich fast gar nicht; das wird auch sehr selten gemacht. Mögliche Positionen wären dabei direkt hinter dem Tor oder auf gleicher Höhe zum Tor aus einer seitlichen Position.

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Kommentare
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Portrait von trosis
  • 08.04.2016 - 17:37

Sehr hilfreiche Tipps dabei! Ich finde bei der Positionierung am Spielfeldrand hilft es auch selber schonmal den Sport ausgeübt zu haben oder ein paar Spiele ohne Kamera zu besuchen und zu beobachten. Gerade bei so schnellen Sportarten wie Handball und Eishockey muss man Spielsituationen frühzeitig erkennen, um den richtigen Moment nicht zu verpassen.

Ich hätte mir am Ende nochmal eine kleine stichwortartige Zusammenfassung gewünscht die man auf A5 ausdrucken kann und für die jeweilige Veranstaltung mitnehmen kann.

Portrait von Schmidtrichterphoto
Portrait von Jeany7
  • 18.09.2015 - 07:28

Super Beispielbilder, leider habe ich immer wieder Probleme beim fotografieren von Handballspielen :(

Portrait von vladife
  • 05.12.2013 - 10:09

Danke für die Tipps, werde versuchen es umzusetzen!

Portrait von freshrio
  • 04.08.2013 - 21:48

So, die Tipps und Tricks für den Handballsport kann ich gleich umsetzten, da ich jetzt für meinen Verein als Fotograf eingesetzt werde, um das nächste B-Jgd. Turnier zu dokumentieren :). Noch mal alles durchlesen und dann nichts wie ran an die Praxis.

Danke für das Tutorial.

Portrait von Gladiole
  • 19.07.2013 - 18:31

Hier gute Fotos zu machen ist echt schwierig, aber ein paar gute Tipps helfen bestimmt weiter. Vielen Dank

Portrait von diechrischi
  • 24.05.2013 - 09:02

Danke für die guten Tipps!

Portrait von Baumi520
  • 14.03.2013 - 22:10

Sehr schönes Tutorial. Bin selbst schon eine Weile beim Handball fotografieren. Die Schwiriegkeiten beim Hochkantformat kann ich leider sehr gut nachvollziehen. Aber da hilft wohl nur üben, üben, üben.

Portrait von Agger
  • 10.03.2013 - 02:55

Es ist mein erstes Tutorial, das ich hier lese. Es hat mir gut gefallen und ich werde versuchen die Tips bei meinem nächsten Fototermin umzusetzen.

Portrait von Narv1k
  • 10.12.2012 - 22:08

Danke fürs Tutorial, werd die Tipps gleich mal beim nächsten Match ausprobieren.

Portrait von Gismo77
  • 05.06.2012 - 15:36

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von LilaWoelfchen
  • 16.08.2011 - 23:42

Besonders Teil 2 interessierten mich, da ich privat gerade dies brauche :) Leider ist es aber nicht gaaaanz so hilfreich wie ich mir erhoffte, da mir die Ortsangaben, von wo aus man was beosnders gut fotografiert bekommt, nichts bringen, weil ich da in der Halle äusserst schlechte Bedingungen habe und wohl oder übel von der Tribüne aus fotografieren muss. Die Bilder sind aber sehr anschaulich! Alles sehr gut beschrieben :D Vielen Dank dafür, es wird bald ausprobiert werden!

Portrait von Markus_Hammes
  • 17.08.2011 - 13:28

Man hat nicht immer die Bedingungen die man sich wünscht und muss doch damit arbeiten lernen. Das ist der größte Unterschied zu anderen Formen der Fotografie, man kann nicht eingreifen in das, was man fotografiert.

Verwende das Basis-Wissen zur Sportfotografie: In Bewegungsrichtung stellen.

Portrait von hamsibone
  • 20.07.2011 - 20:04

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von cookiesphotography
  • 13.05.2011 - 14:55

Sehr gut. Danke Danke. Jetzt fehlt mir nur noch das richtige Objektiv zum Glück ;-)

Portrait von manmaydonoz
  • 01.02.2011 - 11:45

nochmals vielen Dank. super tutorials.

Portrait von groove
  • 30.01.2011 - 16:41

Besten Dank für das ausfürlcihe Tutorial. Besonders die in die Bilder geschriebenen Daten finde ich sehr hilfreich ;-)

Portrait von Petnie
  • 06.12.2010 - 19:06

Klasse Infos!
Macht es jetzt leichter

Portrait von eosandy
  • 12.11.2010 - 16:55

das würde ich so unterschreiben.

Portrait von scheffel
  • 27.10.2010 - 11:27

Echt klasse dieser Bericht, dafür gibts 5 Sterne von mir

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