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Tutorialbeschreibung

Sportfotografie - Teil 5 - Volleyball, Boxen und Football plus Auswahl & Bearbeitung

Sportfotografie - Teil 5 - Volleyball, Boxen und Football plus Auswahl & Bearbeitung

Volleyball:

Neben Eishockey ist auch Volleyball eine Sportart, die man fast nur mit professioneller Ausrüstung zufriedenstellend fotografieren kann. Beim Schmettern wird der Ball oft sehr stark beschleunigt, was es extrem schwer macht, ihn ausreichend scharf zu bekommen. Zwar ist es nicht immer nötig, den Spielball „einzufrieren“, also 100% scharf zu haben, aber er sollte schon noch als Ball erkennbar sein und nicht nur als unscharfer Fleck auf dem Foto.

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Sollte man nicht gerade Beachvolleyball fotografieren, wird der Sport in einer dunklen Sporthalle stattfinden. Trotzdem muss man wegen der schnellen und springenden Bewegungen beim Volleyball auf eine Belichtungszeit von mindestens 1/600sek kommen.

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Auch diesmal ist man mit einem lichtstarken 70-200mm/2.8-Objektiv am besten bedient. Man braucht beim Volleyball zwar kein Einbein und keinen Campingsitz, aber eine kleine 3-Stufen-Leiter sollte man dabei haben oder zumindest einen stabilen Stuhl, da die wichtigsten Aktionen wie das Schmettern und das Blocken von gleicher Höhe aus fotografiert werden sollten, also in Höhe des Netzes (bei Herren 2,43 m, bei Damen 2,24 m und im Mixed 2,35 m).

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Bei dieser Sportart sollte man nicht immer den mittleren Fokuspunkt verwenden, sondern auf einen Fokuspunkt direkt unterhalb der Mitte stellen. Somit kann man weiter auf die Spieler fokussieren und hat trotzdem noch Platz für die hochgestreckten Hände und den Ball beim Blocken.

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Als weiteren Standpunkt kann man auch einen Platz neben dem Netz wählen, um das Baggern und die normalen Ballannahmen sowie verfehlte Bälle zu fotografieren. Alle diesen Aktionen finden ja in Körperhöhe statt. Besonders die Emotionen der Spieler kann man von einer so nahen Position sehr gut einfangen.

Eine dritte Position eignet sich nur für Fotografen mit einem langen Teleobjektiv. Mit so einem Objektiv kann man sich auf einen Platz auf den Tribünen stellen, in Höhe der Grundlinie, um die Gesichter der schmetternden Spieler frontal und ohne Netz zu bekommen.

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Boxen:

Boxen ist eine der spektakulärsten Sportarten, die man fotografieren kann. Wie im ersten Teil der Tutorialserie bereits erwähnt, benutzt man dabei nicht die üblichen Brennweiten, sondern verwendet dabei am besten ein 24-70mm/2.8-Objektiv.

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Aber auch ein 85mm/1.8-Objektiv kann sehr hilfreich sein, wenn die Halle sehr schlecht beleuchtet ist. Diese Brennweiten kann man natürlich nur einsetzen, wenn man an den Ring herankommt. Bei kleineren Kämpfen und im Training sollte das aber durchaus auch für Amateure machbar sein. Direkt am Ring sollte man eine tiefe Position wählen, sodass man zwischen den unteren Seilen hindurch fotografieren kann.

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Bei offiziellen Kämpfen ist diese Position vorgegeben, da sich der eigentliche Ring in etwa 1,5 Meter Höhe befindet. Eine ähnliche Position sollte man aber auch bei Trainingskämpfen einnehmen, indem man sich z. B. auf seinen Campingsitz setzt, da man so den Hintergrund von vielen störenden Faktoren (z. B. Zuschauern) bereinigen kann.

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Das Problem beim Fokussieren der Boxer kennt jeder, der schon einmal ein normales 2-Personen-Bild gemacht hat. Der mittlere Autofokuspunkt liegt zwischen den beiden Personen und würde im Zweifel eher den Hintergrund als die beiden Sportler fokussieren. Ein einfaches Verschieben des Autofokuspunktes in eine Richtung reicht dabei aber beim Boxen leider nicht aus. Im Normalfall steht einer der beiden Sportler frontal zum Fotografen und der andere wendet sich eher ab.

Im Verlauf der Kampfes drehen sich die beiden Boxer immer, und so ist man ständig dabei, den Autofokuspunkt hin- und herzuschieben, damit er auf dem frontalen Sportler bleibt.

Dabei achtet man dann auf die recht schnellen Schläge und versucht, dabei schnell genug abzudrücken, um einen Schlag zu fotografieren, der mit der abgewandten Faust geschlagen wurde und somit den Arm des schlagenden Boxer nicht verdeckt und der ins Ziel trifft. Am besten natürlich ins Gesicht des Gegners. Wenn dabei die Faust noch das Gesicht berührt und der Schweiß spritzt, hat man ein gutes Foto gemacht.

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Die Belichtungszeit kann man um die 1/500sek wählen, je nach Schnelligkeit der Boxer.

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Football

Amerikanische Sportarten sind mehr auf Aktion und Spannung ausgelegt als die klassischen deutschen Sportarten. Football ist dafür eines der besten Beispiele.

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Leider ist dieser Sport in Deutschland noch recht unbekannt und wird leider nicht mehr in der NFL-Europe-Liga gespielt. Aber auch in kleineren Ligen gibt es jede Menge Aktion und somit Chancen für spektakuläre Fotos, wodurch Football zu einer der interessantesten Sportarten für Fotografen wird.

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Das ganze Spiel ist sehr gut vorhersehbar und ist extrem auf Aktion ausgelegt. Aber nicht nur für die Sportler ist eine gewisse Sportlichkeit und Beweglichkeit von hohem Nutzen. Bei jedem Ballverlust und der damit verbundenen Änderung der Angriffsrichtung muss man als Fotograf an der langen Gerade des Spielfeldes hin und her rennen, damit man immer in Bewegungsrichtung steht.

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Da das Feld ähnlich groß ist wie beim Fußball, eignen sich ebenfalls Brennweiten von 100-400mm. Mit einem 70-200-mm-Objektiv und einem 1,4x-Telekonverter ist man als Anfänger am billigsten und flexibelsten unterwegs. Die Verschlusszeit sollte ebenfalls wie beim Fußball über 1/500sek (eher 1/640sek) liegen bei hohen Brennweiten.

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Es gibt nur einen festen Standpunkt, den hinter der Endzone (mit langem Teleobjektiv >300mm). Von dort hat man die angreifende Mannschaft und den balltragenden Spieler zwar frontal, aber man ist oft zu weit entfernt und kann nicht schnell genug reagieren, falls sich die Bewegungsrichtung des Angriffes ändert. Man sollte diesen Standpunkt nur wählen, wenn man lediglich Fotos einer der beiden Mannschaften braucht oder sich die angreifende Mannschaft der Endzone sehr nähert und ein Touchdown bevorsteht.

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Wer flexibler sein will, muss sich ständig dem Spiel anpassen und sich etwa 20 Yards vor den Mannschaften in Richtung des Angriffs stellen, um Pässe und Tackles optimal zu fotografieren. Bei jedem neuen Spielzug muss man sich aber auch neu positionieren. Nach jedem Turnover muss man also mindestens 40 Yards rennen, um sich wieder in Richtung des Angriffs zu stellen. Oft muss man dabei auch noch um die auf der Mittellinie stehenden Auswechselspieler der Mannschaften herumrennen. Das artet bei gutem Wetter und schweren Objektiven oft in eine sehr schweißtreibende Angelegenheit aus.

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Da auch beim Football eine niedrige Fotoposition besser ist, man aber nicht ständig mit seinem Campingsitz herumrennen möchte, haben sich die Profis angewöhnt, Knieschoner anzuziehen. Somit kann man schnell in eine tiefe Position wechseln und hat nicht am Ende des Spiels Probleme mit den Knien. Wie weit das eine Option für Amateure ist, muss jeder selbst für sich entscheiden.

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Im Gegensatz zu Fußball oder Eishockey, wo die Spieler sich lediglich nach Toren freuen, gibt es beim Football nach jedem erfolgreichem Tackle oder Interception einen Grund, in ausgiebigen Jubel auszubrechen, als hätten die Spieler einen Touchdown vollbracht.

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Der Sport ist sehr kompliziert und fast vollständig auf Englisch, was eine gute Vorbereitung verlangt, damit man nicht die Übersicht verliert.

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Auswahl & Bearbeitung

Im besten Fall ist das Spiel nun zu Ende und Sie haben genügend Zeit, sich Ihrer gemachten Fotos anzunehmen; im Normalfall haben Sie aber nur 15 Minuten in der Halbzeitpause Zeit, um die Bilder durchzusehen, zu bearbeiten und an eine Agentur abzuschicken. Zum Glück haben Sie in den kurzen Spielunterbrechungen die Bilder bereits grob durchgesehen und müssen deswegen nicht 300-500 Bilder durchsehen, sondern nur noch 50-100 Bilder. Nach dem Durchsehen der gesamten Bilder sollte man sich nur die besten 20-30 Bilder aussuchen.

Wie schon geschrieben, wollen wir keine Dokumentation machen! Gute Bilder sind Fotos mit einer klaren Bildschrift. Es sollte die Aktion oder eine Emotion klar zu sehen sein und nicht vom Hintergrund oder von zusätzlichen Spielern abgelenkt werden. Um das zusätzlich zu verringern, sollte man das Bild so stark wie möglich beschneiden, ohne dass das Motiv unklar wird.

 
Es muss also nicht immer der ganze Spieler zu sehen sein. Bei Kopfball-Duellen sind die Füße nicht wichtig und man sollte zu den Oberkörpern und Köpfen zuschneiden. Spieler, die unbeteiligt einem Duell nur zuschauen, sind auch wegzuschneiden.

Alles, was nicht zur direkten Aktion gehört, stört nur und muss weg. Auch wenn das Bild weniger Auflösung dadurch bekommt, ist ein gutes Bild mit 4 Megapixel immer noch besser als ein schlechtes mit 8 Megapixel. Für Zeitungen und selbst DIN A4-Ausdrucke reichen 4 Megapixel vollkommen aus.

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Um das Motiv vom Hintergrund noch besser abzugrenzen, kann man ihn noch etwas abdunkeln. Viele Bildbearbeitungsprogramme bieten ein „Burn Tool“, mit dem man das sehr schnell und einfach machen kann. Wenn der Weißabgleich nicht ganz geklappt hat oder man beim Eishockey durch eine Scheibe fotografieren musste, hilft oft eine automatische Bearbeitung der Höhen und Tiefen.

Das geht auch relativ schnell und sollte in der persönlichen Bildbearbeitungsroutine enthalten sein. Diese schnellen Schritte können oft aus einem guten Bild ein herausragendes machen. Die einzelnen Bilder sollten für sich alleine stehen können und ohne eine Bilderserie einer Aktion auskommen.

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Kommentare
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Portrait von diechrischi
  • 30.01.2014 - 18:04

Danke für die Tipps,ich werde versuchen es umzusetzen!

Portrait von freshrio
  • 04.08.2013 - 21:45

Die Tips zum Bildausschnitt und den Megapixeln sind gut. Schade, dass es bei uns so wenig Football gibt, das würde ich gerne mal fotographieren.

Portrait von Gladiole
  • 20.07.2013 - 21:19

viele gute Tipps, vielen Dank.

Portrait von Fredchen19
  • 17.11.2012 - 10:59

Super Tut:) Werde ich heute mittag gleich mal ausprobieren. Danke

Portrait von Fredchen19
  • 17.11.2012 - 10:59

Super Tut:) Werde ich heute mittag gleich mal ausprobieren. Danke

Portrait von dreschke
  • 02.11.2012 - 19:00

Wird direkt beim nächsten Volleyballspiel ausprobiert. Tipps übersichtlich und und gut strukturiert. Danke! :)

Portrait von NoMoKa
  • 02.08.2012 - 21:51

Super erklärt, tolle Aufnahmen! Danke!

Portrait von igor1505
  • 23.07.2012 - 14:59

Danke für die Beispiele, guten Erklärungen und die Exif-Daten der Fotos...
das hilft

Portrait von Gismo77
  • 05.06.2012 - 15:34

Super Tutorial, super Infos

Portrait von Hydroxid
  • 17.04.2012 - 18:19

Genial
Stehe ziemlich am Anfang der Sportfotografie und diese Tutorialreihe ist mir eine sehr große Hilfe.
Danke

Portrait von hamsibone
  • 20.07.2011 - 20:05

Vielen Dank für das Tutorial

Portrait von cookiesphotography
  • 13.05.2011 - 14:04

Danke für die Tollen Tipps. Hätte ich das mal vor dem ersten Volleyballspiel gelesen bei dem ich fotografiert habe. :-)
Vielen Dank.

Portrait von crazyfritz
  • 25.04.2011 - 21:34

danke für die tipps

Portrait von Bea03
  • 20.02.2011 - 00:17

Danke für die tollen Tips!!

Portrait von TheRealBigTen
  • 06.08.2010 - 17:36

vielen dank. da kann die football saison garnicht schnell genug wieder anfangen

Portrait von mros
  • 05.07.2010 - 09:11

Vielen Dank, für das Tut. Konnte es mit Tipps dieses Jahr schon erfolgreich anwenden.

Portrait von frameless
  • 24.04.2010 - 09:17

Wow sehr gute Erklärungen vor allem auch im Detailbereich mit Autofokus. Hinzu kommen für mich auch die tollen Bilder.

Portrait von LAUK_ART4u
  • 20.04.2010 - 17:47

grossartige aufnahmen, klasse dargestellte szenen!!

gruss aus dem norden
andrej

Portrait von sammy067
  • 21.03.2010 - 14:47

klasse erklärt und sehr hilfreich

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 16.03.2010 - 16:14

Tolle Fotos, Sie verwenden nur JPEG-Format?

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