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Tutorialbeschreibung

Studiofotografie im Heimstudio Teil 05: Schattenpartien aufhellen

Studiofotografie im Heimstudio Teil 05: Schattenpartien aufhellen

Licht und Schatten gehören zu manchen Bildern einfach dazu. Sie können mit Schattenwurf und Lichtreflexen Formen betonen oder vermeiden, dass ein Freisteller aussieht, als wenn er schwebt. Wichtig ist aber, dass Sie Licht und Schatten passend zum Motiv gestalten, und harte, ganz dunkle Schatten sind in aller Regel nicht gewollt. Sie sollten also Wege finden, Schatten aufzuhellen und weich zu gestalten, wenn Sie nicht explizit harte Schatten wollen. Um Schatten zu gestalten, gibt es verschiedene Methoden und Möglichkeiten. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Tutorial. Die Tutorial-Serie richtet sich an Einsteiger, die mit minimalem Aufwand (technisch und finanziell) erste Erfahrungen in der Studiofotografie machen möchten.

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Weiche Schatten mit diffusem Licht

Generell gilt: Weiche Schatten erhalten Sie bei weichem Licht, harte bei hartem Licht. Fast alle Lampen, egal ob Glühbirnen, Neonröhren, Studio-Dauerlichtlampen oder Studioblitze strahlen aber zunächst einmal hartes Licht ab. Wie hell oder dunkel die Schatten sind, richtet sich allerdings nicht alleine nach der Härte des Lichtes, sondern auch nach deren Stärke und Richtung. Zunächst sollten Sie sich daher damit beschäftigen, wie Sie aus hartem Licht weiches machen.

Dieses Motiv wurde von rechts mit einer Studio-Tageslichtlampe beleuchtet. Im linken Bild ohne, im rechten mit DurchlichtschirmBilder

Bild 1: Dieses Motiv wurde von rechts mit einer Studio-Tageslichtlampe beleuchtet. Im linken Bild ohne, im rechten mit Durchlichtschirm


Weiches Licht erhalten Sie durch entsprechende Lichtformer und Diffusoren vor den Lampen, die Sie verwenden oder, indem Sie einen Diffusor zwischen Lichtquelle und Motiv platzieren, falls Ihre Lampen keine Vorsätze möglich machen und Sie bspw. mit Schreibtischlampen oder Deckenleuchten arbeiten.

 
Studio-Dauerlichtlampen und Studio-Blitzgeräte können Sie in der Regel mit entsprechenden Lichtformern ausstatten. Für den Einstieg sind die wichtigsten:

• ein Standardreflektor und ein Durchlichtschirm, alternativ ein Reflektorschirm
• eine Softbox.

Ein Studioblitz mit 90x30cm SoftboxBilder

Bild 2: Ein Studioblitz mit 90x30cm Softbox


 
Bild 3: Ein Studioblitz mit Standardreflektor und Durchlichtschirm.

Ein Studioblitz mit Standardreflektor und DurchlichtschirmBilder


 
Für "normale" Motive sind beide Alternativen denkbar. Problematisch kann die Verwendung von Durchlichtschirmen jedoch sein, wenn Sie spiegelnde Oberflächen fotografieren möchten, und dazu gehören auch Menschen und Tiere, denn in deren Augen spiegelt sich so manches.

Sich spiegelnde Schirme gehören nicht gerade zu den Spiegelungen, die man gerne hat. Alternativ wären Reflektorschirme anstelle der Durchlichtschirme denkbar. Diese sind weniger deutlich in spiegelnden Oberflächen zu sehen, aber optimal sind für solche Zwecke Softboxen.

Im linken Bild wurde eine lange Softbox verwendet, dadurch sind die Lichtreflexe schon gleichmäßig hell ohne Details, bei dem Bild der Katze spiegeln sich ganz deutlich die verwendeten Durchlichtschirme in den Augen. Das ist weniger schön.Bilder

Bild 4: Im linken Bild wurde eine lange Softbox verwendet, dadurch sind die Lichtreflexe schon gleichmäßig hell ohne Details, bei dem Bild der Katze spiegeln sich ganz deutlich die verwendeten Durchlichtschirme in den Augen. Das ist weniger schön.


 
Für die Ausleuchtung des Hintergrundes ist eine Softbox aber nicht wirklich gut geeignet. Dazu können Sie besser einen speziellen Hintergrundreflektor oder alternativ einen Durchlichtschirm verwenden. Mit der Softbox leuchten Sie dann das Motiv aus und erhalten dabei schöne weiche Schatten und optisch ansprechende Lichtreflexe.

Für das Hundebild wurde von seitlich vorne ein Blitz mit Softbox positioniert um das Motiv zu beleuchten und hinten wurde der Hintergrund mit einem Blitz mit Hintergrundreflektor beleuchtet.Bilder

Bild 5: Für das Hundebild wurde von seitlich vorne ein Blitz mit Softbox positioniert, um das Motiv zu beleuchten und hinten wurde der Hintergrund mit einem Blitz mit Hintergrundreflektor beleuchtet.


 
Bild 6: Im linken Bild wurde nur ein Standardreflektor vor dem Blitz verwendet, dadurch ergibt sich der helle Lichtpunkt und der harten Schatten rechts. Im rechten Bild wurde ein Durchlichtschirm verwendet, dadurch sind die Schatten weich, aber der Schirm spiegelt sich leider in Flasche und Glas.

Im linken Bild wurde nur ein Standardreflektor vor dem Blitz verwendet, dadurch ergibt sich der helle Lichtpunkt und der harten Schatten rechts. Im rechten Bild wurde ein Durchlichtschirm verwendet, dadurch sind die Schatten weich, aber der Schirm spiegelt sich leider in Flasche und Glas.Bilder



 
Tipp: Wie Sie Glas und metallische Oberflächen ansprechend fotografieren, erfahren Sie in Teil 7.

Tipp: Gerade bei Tieren mit glänzendem schwarzen Fell ist weiches Licht besonders wichtig, denn bei hartem Licht reflektiert das Fell extrem stark, was in der Regel sehr unschön aussieht.

Wenn Sie keine Studiolampen verwenden und folglich Vorsätze wie Softboxen und Reflektoren nicht nutzen können, gibt es dazu auch Alternativen. Dazu positionieren Sie zwischen Lampen und Motiv-Diffusoren.

Hier wird das starke Sonnenlicht durch das Fenster mit Hilfe eines Diffusors abgemildert. Dazu dient hier ein weißer Falthintergrund.Bilder

Bild 7: Hier wird das starke Sonnenlicht durch das Fenster mithilfe eines Diffusors abgemildert. Dazu dient hier ein weißer Falthintergrund.


Tipp: Alternativ können Sie für kleinere Motive auch ein Lichtzelt verwenden und dieses von außen mit beliebigen Lampen beleuchten.


 

Schatten mit Aufhellblitz der Kamera aufhellen

Wo Licht ist, ist natürlich auch Schatten. Das ist nicht nur ein Sprichwort, sondern auch Realität, vor allem in der Studiofotografie. Wenn Sie im Heimstudio nur eine Lichtquelle haben, mit der Sie das Motiv ausleuchten können, gibt es nur zwei Möglichkeiten.

• Sie positionieren diese Lampe frontal vor dem Motiv, damit dieses von vorn gut ausgeleuchtet wird, oder
• Sie nutzen den Blitz der Kamera zum Aufhellen der entstehenden Schatten, wenn Sie die Lampe seitlich positionieren.

Falls Sie den Kamerablitz nutzen, müssen Sie natürlich auch dafür sorgen, dass der Blitz der Kamera keine harten Schatten wirft. Das gilt übrigens auch, wenn Sie den Kamerablitz nutzen, um Studioblitze auszulösen. Sie sollten daher die Kamera mit einem Blitzdiffusor versehen, bspw. mit einem einfachen Faltdiffusor, den es für gängige Kameramodelle für um die 10 EUR im Fachhandel gibt.

Mit einem solchen Blitzdiffusor können Sie das Licht des Kamerablitzes abmildern. Bilder

Bild 8: Mit einem solchen Blitzdiffusor können Sie das Licht des Kamerablitzes abmildern.


 
Bild 9: Hier wird das Motiv seitlich beleuchtet, der Hintergrund wird separat beleuchtet und der Kamerablitz dient zum Aufhellen der Schatten.

Hier wird das Motiv seitlich beleuchtet, der Hintergrund wird separat beleuchtet und der Kamerablitz dient zum Aufhellen der Schatten. Bilder



 
Bild 10: Im oberen Bild wurde der Schatten mit dem Kamerablitz aufgehellt, im unteren wurde nur mit den beiden Studioblitzen von links und rechts beleuchtet.

Im oberen Bild wurde der Schatten mit dem Kamerablitz aufgehellt, im unteren wurde nur mit den beiden Studioblitzen von links und rechts beleuchtet.Bilder



 
Achtung: Bei Verwendung des Kamerablitzes zum Aufhellen der Schatten kann es auch zu verblitzten Augen kommen. Wenn Sie Tiere und Menschen fotografieren, sollten Sie daher andere Möglichkeiten zum Aufhellen der Schatten verwenden.

Achtung: Sollten Sie den Kamerablitz zum Aufhellen der Schatten verwenden wollen, beachten Sie im Zusammenhang mit Studioblitzen Folgendes: Lösen Sie die Studioblitze per Fotozelle aus, sorgen Sie unbedingt dafür, dass alle Mess- und Vorblitze der Kamera ausgeschaltet sind, weil sonst diese und nicht erst der Hauptblitz die Studioblitze auslösen. Nutzen Sie andere Möglichkeiten zum Auslösen der Blitze, schalten Sie die Fotozellen ab, damit die Blitze nicht versehentlich schon durch Mess- und Vorblitze der Kamera ausgelöst werden.


Schatten mit Reflektoren ausleuchten

Entstehen Schatten eher seitlich vom Motiv, bringt es nicht viel, diese mit einem Aufhellblitz von vorne auszuleuchten. Das macht die Schatten zwar heller, ganz weg sind sie aber nicht, zumal der Kamerablitz nur eine geringe Reichweite hat.

Besser ist dann, Sie verwenden Reflektoren, um die Schatten auf der der Lichtquelle gegenüberliegenden Seite auszuleuchten. Bei Bedarf können Sie solche Reflektoren auch ganz einfach selbst basteln. Sie brauchen eine gerade Fläche, bspw. dickere Pappe, Sperrholz etc. und etwas Alufolie. Die Alufolie zerknittern Sie etwas, glätten diese wieder etwas und bespannen damit die Pappe oder das Holz. Diese Reflektoren können Sie in fast beliebigen Größen und Formen machen.

 
Bild 11: Mit Pappe und Alufolie lassen sich Reflektoren sehr gut selber basteln

Mit Pappe und Alufolie lassen sich Reflektoren sehr gut selber bastelnBilder



 
Alternativ können Sie auch Faltreflektoren nutzen, die Sie im Fotofachhandel in verschiedenen Größen und Formen bekommen.

Faltreflektoren gibt es in vielen Größen. Der Nachteil runder Reflektoren ist, dass sie schlecht zu positionieren sind und Sie dafür einen Ständer bzw. eine Befestigungsmöglichkeit benötigen. Dazu gibt es spezielle Halterungen mit denen Sie die Reflektoren an Lampenstativen befestigen können.Bilder

Bild 12: Faltreflektoren gibt es in vielen Größen. Der Nachteil runder Reflektoren ist, dass sie schlecht zu positionieren sind und Sie dafür einen Ständer bzw. eine Befestigungsmöglichkeit benötigen. Dazu gibt es spezielle Halterungen, mit denen Sie die Reflektoren an Lampenstativen befestigen können.


 
Wichtig ist dann, dass Sie den Reflektor gegenüber der Lichtquelle positionieren, damit das Licht durch Reflexion am Reflektor auch die gegenüberliegende Seite des Motivs beleuchten kann.

So könnte ein Aufbau mit Reflektor aussehen.Bilder

Bild 13: So könnte ein Aufbau mit Reflektor aussehen.


Schatten durch längere Belichtungszeiten aufhellen

Diese Alternative zu den vorher geschilderten Methoden funktioniert allerdings nur beim Einsatz von Blitzen zur Beleuchtung. Sie setzt voraus, dass es in dem Raum, in dem Sie fotografieren, natürliches Licht, bspw. diffuses Tageslicht gibt.

 
Das kommt bei Belichtungszeiten von 1/250s-1/160s für die Verwendung von Blitzen allerdings normalerweise nicht zum Zuge. Und genau das können Sie ändern. Stellen Sie dazu die Blitze einfach etwas schwächer ein und belichten Sie länger als für die Blitze notwendig wäre, bspw. 1/30s. Dann kann das vorhandene Licht die Schatten besser aufhellen und Sie erhalten ganz ohne weitere Ausrüstung deutlich bessere Ergebnisse.

Im oberen Bild wurde nur mit Blitz beleuchtet und 1/250s belichtet, bei der unteren Version wurde durch eine Belichtungszeit von 1/30s das vorhandenes Tageslicht zum Aufhellen der Schatten verwendet.Bilder

Bild 14: Im oberen Bild wurde nur mit Blitz beleuchtet und 1/250s belichtet, bei der unteren Version wurde durch eine Belichtungszeit von 1/30s das vorhandene Tageslicht zum Aufhellen der Schatten verwendet.


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Kommentare
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Portrait von annlikesthis
  • 19.06.2014 - 15:11

Vielen Dank für die Tipps!

Portrait von Norbert233315
  • 28.01.2014 - 21:42

Einfach erklärt und sehr hilfreich. Danke

Portrait von Norbert233315
  • 21.01.2014 - 15:50

Tolle Serie. Umsetzung, Technik, alles 1 A.

Portrait von zwenka
  • 06.06.2013 - 12:42

Super Tututorial. Danke!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 05.03.2013 - 18:55

Klasse! Vielen Dank!

Portrait von marsmillenium
Portrait von schwarzwaldhase
  • 07.10.2012 - 20:07

Ein sehr gutes Tutorial, da kann es ja nur noch klappen!

Portrait von Pegasine
  • 28.07.2012 - 23:40

Muss ich unbedingt mal ausprobieren. Gut erklärt

Portrait von ritteras
  • 20.06.2012 - 21:49

Klasse Tututorial super erklärt

Portrait von Erward
  • 11.06.2012 - 09:32

Vielen Dank für das hilfreiche Tutorial

Portrait von Platsch74
  • 25.01.2012 - 19:52

Prima Workshop - vielen Dank!

Portrait von chamu_m
  • 11.02.2011 - 10:50

Für einsteiger gut geeignet!

Portrait von wir697296
  • 06.12.2010 - 19:35

Vielen Dank - interessante Infos

Portrait von Minbua
  • 05.12.2010 - 12:29

naja, also sehr tiefgehend ist der Beitrag nicht, auch fehlt eine etwas genauere Ausführung der Grundlagen.

Portrait von darcio
  • 03.11.2010 - 21:30

Gute Infos für Einsteiger

Portrait von OlliX
  • 29.10.2010 - 09:53

Schön gemachtes Tutorial. Vielen Dank.
Ich habe etliches gelernt was ich noch nicht wusste.

Portrait von Dalla
  • 09.09.2010 - 08:33

danke!!! super erklärt

Portrait von eyepictures
  • 10.03.2010 - 13:00

Prima Anregungen, die relativ einfach umzusetzen sind - vielen Dank!

Portrait von Ndakota
  • 03.03.2010 - 20:32

Dieser Beitrag ist wieder wahnsinnig interessant. Ich finde den "Blick hinter die Kulissen" genial. Also die Fotos des Set-Aufbaus. Ich lerne soviel von diesen Beiträgen hier. Das ist die beste Internet-Seite seit langem. Muss ich hier mal loswerden.
Danke an die Autoren!

Portrait von icke50
  • 03.03.2010 - 18:15

Gute Anregungen, Danke!

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