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Tutorialbeschreibung

Tierfotografie Teil 11: Outdoor-Shootings

Tierfotografie Teil 11: Outdoor-Shootings

Nachdem ich bereits in einigen Tutorials zu den verschiedenen Haustieren ein bisschen was geschrieben habe, möchte ich nun einen kompletten Workshop der Fotografie von Tieren im Freien widmen. Im Gegensatz zu der Studiofotografie bieten sich hier weit mehr Möglichkeiten und auch Herausforderungen für den Fotografen, angefangen bei der Suche nach geeigneten Motiven, die Sie in Szene setzen können, über die verschiedenen Lichtverhältnissen (uhrzeit- sowie auch jahreszeitenbedingt) bis hin zur geeigneten natürlichen Hintergrund. Und hier hat Mutter Natur einiges zu bieten! Natürlich gehört – wenn auch mehr Wildlife als Haustier, ein Besuch im Zoo zu der Liste unserer Aufgaben für die Fotografie im Outdoor-Bereich. Lassen Sie uns also einmal schauen, was uns die Tierwelt im Freien Spektakuläres zu bieten hat.


Teil 01 – Einleitung: Motiv Tier – tierisch gut!
Teil 02 – Die richtige Ausrüstung
Teil 03 – Die Hauptprobleme: Licht & Schärfe
Teil 04 – Auf den Ausschnitt kommt es an!
Teil 05 – Shooting-Vorbereitungen und -Planung
Teil 06 – Hundefotografie
Teil 07 – Katzenfotografie
Teil 08 – Pferdefotografie
Teil 09 – Kleintierfotografie
Teil 10 – Indoor-Shootings – Die Studiofotografie
Teil 11 – Outdoor-Shootings
Teil 12 – Bildbearbeitung
Teil 13 – Diverse allgemeine Tipps
Teil 14 – Reptilienfotografie

 

Einleitung

Bevor ich mich auf die Fotografie von Haustieren konzentriert habe, bin ich ausschließlich auf Urlaubsreisen und den vierteljährlichen Zoobesuchen mit der Kamera aktiv gewesen. Als dann das erste Teleobjektiv ins Haus kam, wurde natürlich fast wöchentlich ein Zoo in der Umgebung angesteuert. Hier habe ich viel Erfahrung sammeln können und noch heute ist ein Zoobesuch am Wochenende (bei gutem Wetter mit sehr fitten Tieren) ein echtes Highlight für mich. Vor allem, wenn dann etwas Spektakuläres passiert. So konnte ich z. B. einmal zwei Bären im Wasser beim Toben ablichten oder heulende Wölfe fotografieren. Das waren wirklich atemberaubende Schauspiele. Ich möchte Ihnen in diesem Tutorial gern ein paar Tipps geben, wo Sie nach Herzenslust ein wenig üben können oder wie Sie ein Fotoshooting mit einem Hund oder einem Pferd gestalten können.

 
 
Bilder



Wie immer ist es auch eine Frage des Geschmacks, ich kann nur Anregungen und vielleicht ein paar brauchbare Tipps geben. Ich freue mich wie gewohnt über Kritik und bin ganz neugierig, wie die einzelnen Tutorials bei den Lesern ankommen. Ganz viel Spaß beim Lesen!

Hier die Gliederungsübersicht:
1. Die richtige Ausrüstung
2. Kameraeinstellungen
3. Licht und Gegenlicht
4. Ein Zoobesuch
5. Spektakuläre Tiermotive finden
6. Nature’s Best – der richtige Hintergrund

 
 

1. Die richtige Ausrüstung für das Outdoor-Shooting

Objektive
Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass Sie für die Tierfotografie im Outdoorbereich schon sehr gute Objektive benötigen. Mit den Standard-Brennweiten kommen Sie nicht wirklich weit, im wahrsten Sinne des Wortes. Tiere in Bewegung sind oft weit entfernt. Sie müssen flexibel bei der Arbeit sein, vor allem bei scheuen Tieren. Am besten fahren Sie wohl mit einem Objektiv bis zu 300 mm. Ich habe mein altes Objektiv (70-300 mm) eingetauscht gegen ein wesentlich lichtstärkeres im Brennweitenbereich von 70-200 mm. Jetzt sehe ich mich gerade wieder nach einem Objektiv mit höheren Brennweiten um. Oder doch lieber ein Telekonverter? Ja, das Fotografieren ist ein teures Hobby und irgendwie schaut der Fotograf doch immer wieder schon mit einem Auge auf die nächste Kamera und liebäugelt, erst zaghaft, dann kräftiger. Ein kleiner Flirt kann da schnell zum finanziellen Desaster mutieren! Auf das Thema Ausrüstung möchte ich im Tutorial 2 ganz ausführlich eingehen. Dennoch sei hier auch noch einmal gesagt: Wägen Sie immer gut ab, was Sie wirklich brauchen. Es nützt Ihnen nichts, wenn Sie ein sehr lichtstarkes Objektiv für 1000 Euro kaufen, wenn Ihre Kamera nichts taugt. Genauso umgekehrt ... Fotografieren Sie hauptsächlich im Zoo und mögen keine Krabbeltiere und Stative, brauchen Sie auch kein Makroobjektiv.

Für die Tierfotografie kann ich Ihnen folgende Objektive empfehlen, wovon im Außenbereich meist die mit hohen Brennweiten in Frage kommen, sprich das Teleobjektiv.

Wenn die Geldbörse nur für ein Objektiv reicht:
•Standardobjektiv (Brennweiten um die 28-100 mm)

Wenn die Geldbörse für mehrere Objektive reicht:
•Standardobjektiv (Brennweiten um die 18-70 mm)
•Teleobjektiv (Brennweiten um die 70-200 oder 300 mm)
•ggf. ein gutes Makroobjektiv (Festbrennweite)

Na ja und darüber hinaus können Sie sich natürlich beliebig austoben. Egal, ob Sie weiter in die Ferne wollen mit einem Telekonverter, einem Objektiv mit 400 mm Brennweite oder mehr, mehreren Festbrennweiten ... Die Liste ist lang. Sehr lang!

Wichtig: Achten Sie stets auf die Lichtstärke Ihres Objektives. Natürlich sind Objektive mit großen Blenden teuer! D. h., Sie werden anfangs „klein“ anfangen müssen. Da ich selbst natürlich nicht alle Objektive getestet habe, kann ich nur Empfehlungen zu von mir selbst schon benutzten Objektiven geben. Sie können ohne Weiteres mit zwei Objektiven starten, die Sie eine lange Zeit begleiten werden, wenn nicht sogar immer zufriedenstellen können! Und zwar einem Standard-Objektiv (oft schon beim Kauf der Kamera enthalten) und einem Teleobjektiv. Es gibt einige wichtige Dinge, auf die Sie beim Kauf eines Objektives achten sollten, es kommt aber dabei, wie immer im Leben, auf die Strapazierfähigkeit Ihres Geldbeutels an. Da auch die Meinungen über die verschiedenen Objektivhersteller sehr weit auseinandergehen, kann auch hier keine generelle Aussage meinerseits erfolgen. Ich habe bisher ausschließlich mit Nikon- und Sigma-Objektiven gearbeitet. Ganz klar: Je besser das Objektiv ist, desto teurer ist es auch. Dennoch gibt es ein paar Sachen, die Sie beim Kauf eines Objektives berücksichtigen sollten. Um den Rahmen nicht zu sprengen, möchte ich Sie auf das Tutorial 2 (Ausrüstung) vertrösten. Hier werde ich ganz detailliert auf die besonders wichtigen und zu berücksichtigenden Faktoren eines Objektives eingehen. Generell bekommen Sie Teleobjektive, die anfangs sehr gut für den Tierfotografie-Bereich geeignet sind, schon ab 150 Euro (z. B. Firma Sigma). Möchten Sie aber ein lichtstarkes Objektiv (f2,8), das eine Brennweite von 300 mm abdeckt, sind Sie schnell bei ein paar Tausend Euro! Aber kommt Zeit, kommt Geld. Oder wie war das? Aber nur Mut. Hier ein paar Fotos, die ich mit einer D40 gemacht habe, die heute nur noch 300 Euro (inklusive Standardobjektiv) kostet (teilweise wurde auch ein Teleobjektiv 70-300 mm für 150 Euro verwendet).

 
 
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Die hübsche Bijou bei einem schönen Frühlingsspaziergang

 
 
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Merlin im Flug über das Feld. Das hat das tolle Sigma 70-300 mm-Objektiv gut hinbekommen, wie ich finde!

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Sonstiges Equipment
Folgende Sachen sollten Sie dabeihaben:
•Einen Rucksack oder eine gut befestigte Tasche. Damit können Sie dann auch selbst einmal klettern und aktiv und beweglich agieren, ohne Sorge um Ihre Kamera oder Objektive!
•Gegebenenfalls ein Stativ

Je nach Umfang der Aufnahmen:
•Ersatzakku
•Ersatz-Speicherkarten

Bei Haustiershootings:
•Etwas zum Rascheln o. Ä., um die Aufmerksamkeit oder auch die Pferde-Ohren zu „bekommen“
•Bei Hunden: Spielzeug (z. B. zum Werfen)

Zur Motivation:
•Leckerchen!

Oft benötigen Sie für Outdoor-Aufnahmen mehr Speicherplatz, da Sie im Studio nicht ganz so viele Bilder machen werden wie im Outdoorbereich. So reicht im Studio meist eine große Speicherkarte aus, wenn Sie aber mit dem Schnellauslöser fotografieren, da sind 1.000 Fotos schnell gemacht! Je nach Auflösung Ihrer Bilder empfehle ich Ihnen zwei Speicherkarten (zwischen 8 und 16 GB).

Ich verwende außerdem sehr oft einen Polarisationsfilter (Polfilter) für Außenaufnahmen. Die Farben wirken gesättigter und kontrastreicher.


Kleidung
Ganz wichtig ist wetterfeste und auch der Umgebung entsprechende Kleidung, wenn Sie im Freien fotografieren. Sagen Sie jetzt nicht: „Das ist doch selbstverständlich.“ Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen: Auch sportlich mit Jeans und Turnschuhen war ich einige Male overdressed! Denke Sie bei schlechtem Wetter mal daran, wohin Sie Ihrem vierbeinigen Motiv vielleicht folgen müssen: Matsch, Pfützen, Bäche ... Um nur einiges zu nennen. Noch ein Beispiel: Erst die nasse Pferdewiese, dann ein schöner Sand-Paddock = ein panierter Fotograf! Es müssen nicht immer Gummistiefel sein, aber Sie sollten welche griffbereit haben, wenn Sie sie brauchen.

 
 

2. Kameraeinstellungen für die Outdoor-Fotografie

Bei den Kameraeinstellungen kommt es natürlich auf viele Faktoren an, Farbe des Hintergrund, Farbe des Motivs, ruhiges oder laufendes Motiv, gewünschte Schärfentiefe, Lichtverhältnisse etc.

Wie bereits in dem ein oder anderen Tutorial beschrieben, fotografiere ich mit einer D90 (Blick ist bereits auf die D700 geworfen!). Im Outdoorbereich fotografiere ich mit einem Sigma-Objektiv, und zwar dem 70-200mm F2,8 EX DG Makro HSM II.

Sie werden Ihren ganz eigenen Stil des Fotografierens entwickeln und die Belichtung, das Arbeiten von Belichtungszeit und Blende, den einzelnen Programmen Ihrer Kamera und dem Autofokus wird Sie eine Menge Probiererei kosten. Ganz egal, wie viel Sie lesen. Sie probieren dies und jenes, verstellen mal das oder dies und irgendwann haben sie ihn, den eigenen Stil, um gute Fotos zu machen. Ein Patentrezept gibt es nicht. Sie können sich nur an anderen orientieren und sich in die Thematik Spiegelreflex einlesen.

Die Vollautomatik (Auto)
Als Anfänger können Sie sich bei Außenaufnahmen mit dem Automodus Ihrer Kamera beschäftigen. Achten Sie mal darauf, was er mit Ihren Bildern macht. In der Regel steuert die Kamera hier alles selbst (Belichtungszeit, Blende, oft auch der Blitz und die ISO Empfindlichkeit). Meist können Sie viele Eingaben über das Kameramenü definieren. Bei manchen SLR heißt der Auto-Modus auch iA oder iAuto, wobei das i für intelligent steht. Das bedeutet, dass die Vollautomatik auch Zusatzfunktionen wie Kontrastausgleich oder automatische Motiverkennung umfasst. Sie werden bald feststellen, wie gebunden Sie damit sind, wie unflexibel ... Es wird immer wieder Momente geben, wo Sie sich ärgern, weil der Automodus einfach alles anders macht, als Sie es gerne hätten. Der Fokus sitzt falsch, die Blende ist zu klein gewählt etc. etc. Dennoch können Sie problemlos mit ihrer neu gekauften SLR mit einem Hund einen Spaziergang wagen und sich anschließend über tolle Fotos freuen. Für den Anfang also genau das Richtige!

Die meisten Kameras verfügen zudem über sehr interessante Kameraeinstellungen (Porträtfotografie, Sportmodus, Nachtaufnahmen etc.), die Sie außerdem beim Einstieg unterstützen, falls gewünscht. Anfangs habe ich sehr viel im Sportmodus fotografiert, wenn ich Tiere im Freien abgelichtet habe; inzwischen wurde dies durch die Zeitautomatik ersetzt. Einige Kameramodelle verfügen allerdings nur über die „normalen“ Automatiken bzw. den manuellen Modus. Im Einzelnen:

P (Programmautomatik)
In diesem Modus werden sowohl Blende als auch Belichtungszeit automatisch eingestellt. Sie wählen, ob Sie eine geschlossene Blende/lange Belichtungszeit oder eine offene Blende/kurze Belichtungszeit bevorzugen.

A (Zeitautomatik)
Das A steht für Aperture = Blende. Sie wählen hier ausschließlich die Blendengröße. Die Verschlusszeit passt sich automatisch an.

 
 
S (Blendenautomatik)
Das S steht für Shutter = Verschluss. Die Belichtungszeit wird hierbei von Ihnen festgelegt, die Blende entsprechend von der Kamera angepasst.

M (Manuell)
Im manuellen Modus werden sowohl Blende als auch Belichtungszeit von Ihnen eingestellt.

Bei vielen Kameras kann der Fotograf seine „Lieblingseinstellungen“ auch speichern und schnell abrufen.

Um jetzt zu entscheiden, welche Einstellung für welchen Moment geeignet ist, müssen Sie (falls Sie es noch nicht wissen) ein wenig auf die Funktionen einer SLR eingehen. Die wichtigsten Punkte bei der Fotografie im Freien sind:


Fokus/Belichtungszeiten/Blende/Belichtungskorrektur/ISO

Fokus
Bei der Tierfotografie im Außenbereich gibt es mehrere Möglichkeiten, den Fokus zu steuern. Sie können Ihre Kamera alles übernehmen lassen, Sie können auf gut Glück den Fokus auf ein mittleres Fokusmessfeld legen oder ihn ganz manuell steuern. Ich verwende Letzteres, wobei ich ihn vom Grund her meist mittig stehen habe. Nur in Einzelfällen verändere ich ihn, so z. B. bei Porträtaufnahmen. Da schiebe ich den Fokus auf die Augen, falls kein besonderer Effekt gewünscht ist. Bei vielen Programmmodi können Sie im Menü einstellen, wie Sie den Fokus gesteuert haben möchten. Bei weiter entfernten Motiven ist es natürlich von Vorteil, ihn mittig zu setzen, da das Motiv ohnehin komplett scharf abgelichtet sein wird. Sie bleiben einfach mit dem Fokus auf dem Tier und verfolgen es. Es kommt auch darauf an, wie viele Fokusmessfelder die Kamera hat. Meine alte D40 besaß lediglich drei Stück. Früher hatte ich auch keine Ahnung, wie der Fokus zu regeln ist. Viele Anfänger wissen das nicht. Woher auch! Und Sie sind ohne die von Ihnen gesteuerte Beweglichkeit sehr eingeschränkt. Lesen Sie es einfach in der Bedienung ihrer Kamera nach. Bei Nikon muss man meist den Auslöser andrücken und mit dem Steuerkreuz die Fokusmessfelder auswählen. Der Fokus ist ganz entscheidend, macht doch die richtige Schärfe Ihr Bild zum Top oder Flop.

Belichtungszeiten
Wichtig ist immer das richtige Zusammenspiel von Belichtungszeit und Blende. Die gleiche Belichtung kann mit verschiedenen Kombinationen von Belichtungszeit und Blende erzielt werden. Kürzere Belichtungszeiten und große Blenden frieren Tiere in Bewegung ein und lassen den Hintergrund verschwimmen. Lange Belichtungszeiten und kleine Blenden hingegen stellen Details im Hintergrund scharf, verwischen das Tier in Bewegung. Wählen Sie hohe Belichtungszeiten (benutze ich in der Tierfotografie eigentlich nie), dann wird ein Wasserfall z. B. zu einem schönen verschwommenen Wasserrauschen. Fotografieren Sie ihn hingegen mit kurzen Belichtungszeiten, werden Sie so gut wie jeden Wassertropfen sehen können.

 
 
Blende
Mit der Blendengröße steuern Sie die Tiefenschärfe. Sie können sich dazu einfach folgende Regel merken:
•große Blende = kleiner Blendenwert (z. B. 2,8) = geringe Tiefenschärfe
•kleine Blende = großer Blendenwert (z. B. 16) = große Tiefenschärfe

Nehmen wir diese Informationen für unsere Zeitautomatik, wählen Sie bei Tieren in Bewegung eine möglichst kleine Blende, je nach Lichtverhältnissen. Haben Sie herrlichen Sonnenschein, wähle ich meist 4-6,5. Ist das Licht etwas schlechter, gehe ich auf die 2,8. Viele Teleobjektive haben aber auch kleine größere Blende als 4, also nehmen Sie dann einfach die kleinste, die Ihnen zur Verfügung steht.

Belichtungskorrektur mit der Kamera ...
Im Studio müssen wir uns darum nicht kümmern, aber bei verschiedenen Lichtbedingungen im Freien werden wir es müssen. Die Belichtung ist eine Wissenschaft für sich ... Einige Fotografen steuern die Belichtung über die Belichtungskorrektur und lassen die ISO auf z. B. 200 stehen. Andere hingegen stellen eine feste Belichtungskorrektur ein und steuern den Rest mit Blende und ISO. Fast jeder weiß irgendwann genau, für welche Situation er wie über- oder unterbelichten muss, dafür braucht er gar keinen Blick mehr auf den Monitor werfen. Ich kann das nicht und Sie wahrscheinlich auch nicht. Wenn Sie ein Profi sind, brauchen Sie diesen Teil des Workshops jedenfalls nicht mehr zu lesen. Falls doch, freue ich mich darüber sehr und hoffe auf ein paar Tipps von Ihnen!

Haben Sie sich trotzdem schon ein wenig tiefer in die Fotografie mit der Spiegelreflex eingelesen, wird es wichtig, die Bilder zu perfektionieren. Bald werden Sie also mit der Zeitautomatik fotografieren oder Sie möchten einfach mal experimentieren und das Rädchen Ihrer Kamera auf „M“ stellen. Weil genau diese beiden Sachen enorm wichtig sind, habe ich ein eigenes Tutorial geplant mit dem Titel „Hauptprobleme Licht & Schärfe“ – hier steht ausführlich etwas über diese Punkte beschrieben.

Meine Bilder waren ständig überbelichtet. Ich hatte enorme Schwierigkeiten mit dem Fotografieren und war sehr unzufrieden mit den Bildern. Die Fotos wirkten graustichig, farblos, matt, Kontrast und Belichtung mussten oft via Photoshop korrigiert werden. Extrem lästig, und vor allem möchte jeder Fotograf doch seine „rohen“ Bilder als schön sehen und nicht erst nach einer Nachbearbeitung. Immer wieder bearbeite ich Fotos via Photoshop nach, warum auch nicht! Dennoch sollte es doch die Ausnahme sein und Sie in der Lage sein, auch ohne diese heutigen Helferlein schöne und korrekte Fotos zu machen. Dafür müssen Sie wissen, wie das funktioniert.

Gehen Sie also einmal bei schönem Sonnenlicht nach draußen und fotografieren Sie einen Gegenstand, der Ihnen gefällt. Am besten, wenn keine Wolken am Himmel sind, damit Sie wirklich die gleichen Lichtvoraussetzungen haben. Testen Sie dann einmal die Belichtungskorrektur der Kamera. Stellen Sie die Belichtung auf -1, 0, +1 und schauen Sie, was passiert. Hier ein Musterbild:

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Inzwischen bin ich dazu übergegangen, die Belichtung fast immer auf -0,5 oder -1 runter zu stellen. Den Rest löse ich über die Blendengröße.

 
 
Belichtungskorrektur mit einem Bildbearbeitungsprogramm …
Fast alle Bildbearbeitungsprogramme verfügen über verschiedene Belichtungskorrekturen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, um Ihr Bild nachzubearbeiten, wenn Sie falsch belichtet haben. Es geht bei Photoshop z. B. mit der Funktion „Auto-Kontrast“ – gerade bei schwarzen Hunden benutze ich sie sehr gern. Die Auto-Farbkorrektur benutze ich äußerst selten. Generell steuern Sie natürlich am besten manuell, sprich über den Regler Helligkeit/Kontrast oder eben den Punkt „Belichtung“ (siehe auch Tutorial Bildbearbeitung). Viele Fotografen empfehlen, als Einsteiger bei Belichtungsproblemen im RAW-Format zu fotografieren. Hier gibt es wesentlich vielseitigere Möglichkeiten der Nachbearbeitung. Ich selbst habe dieses Format nie genutzt. Sicherlich aber eine gute Alternative. Leider kann ich dazu nicht viel sagen. Hier ein paar Beispiele, wie falsch belichtete Fotos via Photoshop mit Belichtung und Kontrast verschönert wurden:

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ISO
Die ISO-Empfindlichkeit ist ebenfalls eine Möglichkeit, die Belichtung Ihrer Bilder zu verändern. Sie können diese manuell einstellen oder via Auto-Modus der Kamera die Wahl überlassen. Generell sollten Sie wissen, was die ISO-Empfindlichkeit bedeutet und was Sie mit Ihren Bildern anstellt. Als Merksatz: Je höher die ISO-Empfindlichkeit, desto weniger Licht wird für ein zufriedenstellendes Belichtungsergebnis benötigt und desto kürzere Belichtungszeiten oder kleinere Blendenöffnungen können genutzt werden. In der Regel fotografiere ich mit ISO-Werten zwischen 200 und 400. Auch der Weißabgleich spielt natürlich eine wichtige Rolle beim perfekten Fotografieren. Inzwischen verfügen die Kameras über eine sehr breit gefächerte Auswahlleiste an vorgegebenen Einstellungen. Der Weißabgleich sorgt dafür, dass die Farben aufgrund gegebener Lichtquellen nicht verfälscht werden. So gibt es z. B. einstellbare Farbtemperaturen für weißes Licht, Tageslicht, direktes Sonnenlicht, Schatten, Blitzlicht, bewölkten Himmel etc.

 
 

3. Licht und Gegenlicht

Uhrzeit und Jahreszeit
Wie bereits in anderen Tutorials beschrieben, gibt es bestimmte Uhrzeiten (natürlich auch jahreszeitenabhängig), die mehr oder weniger zum Fotografieren geeignet sind. Nicht zuletzt kommt es auch auf das Wetter an und die Farbe der Fellnase, die Sie gerade ablichten möchten, und auf den entsprechenden Hintergrund, den Sie gewählt haben. In jedem Falle werden Sie, wie oben beschrieben, die Belichtung an das jeweilige Motiv anpassen müssen.
Fotografieren Sie in starkem Sonnenlicht, sollten Sie auf die Belichtungskorrektur einsetzen. Die Fotos werden fast immer überbelichtet sein. Wenn Sie sich unsicher sind, wählen Sie ruhig die -1. Bilder lassen sich besser korrigieren, wenn sie unterbelichtet sind. Steuern Sie den Rest mit der Blende, das Licht gibt Ihnen genügend Freiheiten. Bei überbelichteten Aufnahmen ist dies schwieriger. Wählen Sie also lieber eine Einstellung, in der das Foto vielleicht etwas zu dunkel wird; besser, als wenn Sie es überbelichten. Ich gehöre zu den Menschen, die sich diesen Tipp einfach nicht zu Herzen nehmen und ständig die Fotos überbelichten ... Darüber ärgere ich mich am Ende immer maßlos, mache es trotzdem immer wieder falsch.

Noch einmal zur Erklärung: Ihre SLR berechnet eine auf die Situation abgestimmte Belichtung. Diese wird im Belichtungsmesser der Kamera angezeigt. Wollen Sie jetzt aber bewusst davon abweichen, was bei vielen Aufnahmen ratsam ist, dann nehmen Sie eine gezielte Belichtungskorrektur vor. Korrektur = Das Bild wird entsprechend heller oder dunkler, als die Belichtungsautomatik der Kamera es vorgibt.

Beispiele:

Fotografieren Sie ein schwarzes Pferd vor einem sehr dunklen Hintergrund (Wälder, schwarze Wand), wird die Kamera eine lange Belichtungszeit wählen. Wir haben dann einen unerwünschten Effekt, unser Motiv wird grau dargestellt. Wir wählen also eine kürzere Belichtungszeit, das Bild wird dunkler, z. B. -1 oder -2.

Fotografieren Sie z. B. einen weißen Hund in einer schneebedeckten Landschaft, errechnet die Kamera eine dunklere Belichtung, als wir es uns wünschen würden. Das Bild würde grau dargestellt. Wir sollten hier also eine längere Belichtung wählen, als die Kamera dies vorschlägt, z. B. + 1 oder + 2.

In den Monaten April bis September fotografiere ich, falls möglich, zu den Uhrzeiten bis 11:00 Uhr oder erst wieder ab 15:00 Uhr. Das sind die besten Uhrzeiten. In den Monaten Mai bis Mitte August sind die Abendstunden natürlich wunderbar zum Fotografieren geeignet. Das verleiht dem Foto ein gewisses Flair. Wunderschön ... Im Winter ist das etwas anders; je nachdem, wie die Sonne scheint, können Sie auch ganztägig Glück mit Ihren Fotos haben. Sie sind zeitlich ja auch wesentlich eingeschränkter, da es so früh dunkel wird. Bei bewölktem Himmel wirken die Fotos natürlich nicht so schön wie von der Sonne geküsst. Sie wirken meist wie von einem Glauschleier überzogen, farblos, matt ... langweilig. Aber ab und an lässt sich hier mit einem Farbeffekt (z. B. Schwarz-Weiß) etwas aus der Aufnahme herauskitzeln, vielleicht noch ein schwarzer Rahmen herum. Fertig. Eine trübe Herbststimmung kann dem Foto auch eine herrliche Stimmung verleihen. Vor allem, wenn Sie etwas die Farbsättigung verringern. Muster hierzu entnehmen Sie bitte dem Tutorial Bildbearbeitung.
 
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Dieses Bild von Dancer wurde am Vormittag aufgenommen. Es war sehr bewölkt und diesig (links = unbearbeitet; rechts = Kontrast und Helligkeit verändert via Photoshop).

 
 
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Dieses Bild von Dancer wurde am späten Abend im herrlichen Sonnenschein aufgenommen.

 
 
Die Sonne im Rücken
Sie sollten die Sonne IMMER im Rücken haben. Zwar gibt es natürlich auch schöne Effekte und vor allem eine Pferdesilhouette in der untergehenden Sonne, aber wenn die nicht gewünscht sind, werden Sie sich als Fotograf immer auf der sicheren Seite befinden, wenn die Sonne Ihnen genau auf Ihre Rückseite scheint. Ich arbeite immer mit der Sonnenblende, das sollten Sie auch tun, dennoch verhindert sie keinen negativen Effekt, wenn die Sonne das Motiv nicht ideal trifft. Hier sehen Sie ein Beispiel:

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Die hübsche Stute Shatou hat bei unserem Shooting Vollgas gegeben. Sie sehen oben eine Aufnahme, bei der die Sonne rechts von uns beiden stand.
Bei der zweiten Aufnahme war sie schon ein Stück weiter und ich hatte die Sonne im Rücken. Perfektes Licht für die Aufnahme. Leider war sie zu nah und ein Stück vom Schweif ist abgeschnitten ... Sie sehen ganz deutlich, was das Licht mit dem Motiv anstellt.

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Der rechte Hengst hat die Sonne im Rücken, daher ist die Aufnahme dunkel und schattig. Der linke Hengst, Alex, hat eine wunderschöne Fellfarbe, die nicht rüberkommen mag. Fotografieren Sie bei einem Sonnenuntergang ins Gegenlicht, sollten Sie eine Belichtungskorrektur von ca. +2 vornehmen, sonst wird das Motiv zu dunkel dargestellt.


Schwarze/weiße Motive
Schwarze Tiere zu fotografieren ist immer sehr schwer! Entweder Sie haben – egal ob im Freien oder im Studio – einen schwarzen Punkt, weil sie zu wenig Licht ans Bild gelassen haben, oder Sie haben einen grauen Hund, der an allen Ecken und Kanten das Licht reflektiert. Beides sehr unschön, beides nicht gewünscht. Oft müssen Sie mit Ihren Belichtungen spielen und sie immer wieder neu anpassen an die jeweilige Situation. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Schwarze Tiere zu fotografieren ist immer eine kniffelige Angelegenheit!

Bei weißen Tieren ist es ebenfalls nicht ganz einfach. Fotografieren Sie z. B. einen hellen Hund im grünen Gras, dann wird die Kamera den Hund vielleicht überbelichten, der Rest ist dagegen wunderbar dargestellt. Im Studio müssen Sie hier auch sehr aufpassen und das Bild mit Ihren Einstellungen dunkler stellen. Wählen Sie hier immer eine kürzere Belichtungszeit und kontrollieren Sie die Bilder immer im Menü Ihrer Kamera, ob Sie auch richtig belichtet sind. Wieder sei gesagt: Lieber zu dunkel als zu hell!

 
 

4. Ein Zoobesuch

Gerade mit einem neuen Objektiv oder einfach nur zu Übungszwecken treibe ich mich sehr gern bei schönem Wetter in zoologischen Gärten herum. Während ich ausschließlich mit einer Kamera vor dem Kopf umherrenne und vor mich hin erzähle, was jetzt am Licht nicht stimmt und warum Herr Löwe sich nicht mal in meine Richtung bewegt, bleibt meiner Begleitung meist nichts als Langeweile. Ich gebe zu, wahrscheinlich hält er mich auch schon für völlig übergeschnappt. Fremdschämen kommt spätestens dann auf seiner Seite hinzu, wenn ich anfange, mich auf den Boden zu legen, über Absperrungen zu lehnen oder durch Zäune quetsche. „Aber dann isser doch näher dran“, gebe ich jedes Mal beleidigt zurück, doch bringen tut das auch nichts mehr. Er schüttelt den Kopf und geht schon mal zum nächsten Gehege.

Da mein Freund genauso tierbesessen und -begeistert ist wie ich, war ein Zoobesuch immer etwas Spektakuläres. Dafür fahren wir auch ab und an sehr weite Strecken. Seitdem ich aber über die entsprechende Ausrüstung verfüge, hat dies zwar meine Freude an Zoobesuchen noch gesteigert, seine hingegen weniger. „Guck mal hier, Schatz.“ – „Ich kann grad nicht!“ flüstere ich zurück und warte auf den richtigen Augenblick, den Seehund mit dem Kopf aus dem Wasser zu erwischen. „Komm doch mal.“ – „Moment noch!“  Der Seehund bleibt auf Tauchstation, dann zeigt er mir lediglich seine Rückenflosse, winkt damit, als wolle er mich verspotten. „Tja, jetzt hast du es verpasst, da war gerade ein Seehundbaby, das seiner Mama ein Küsschen gegeben hat!“ – Ich höre das Lächeln in der Stimme meiner Begleitung. Argh! Während ich mit der Kamera in seine Richtung hetze, sehe ich das kleine tapsige Seehundbaby gerade noch ins Wasser springen. Na toll!

So geht es natürlich nicht immer zu und wir haben beide nach wie vor sehr viel Spaß an Zoobesuchen! Für den Tierfotografen ist das natürlich ein echtes Paradies. Aber hier brauchen Sie mehr als bei anderen Gelegenheiten eine ganze Menge Geduld! „Sie möchten einen Tiger fotografieren? Prima! Hier ist einer. Irgendwo in diesem riesigen, urwaldartig bewachsenen Gehege von ca. 10.000 qm. Vielleicht taucht er ja irgendwann vor dieser kleinen, fünf Meter großen Scheibe auf und sie erwischen ihn an einer Stelle, die nicht total zerkratzt und dreckig ist. Ach, falls ich es noch nicht erwähnt habe, unser Zoo besitzt nur 1 dieser äußerst seltenen Exemplare ...“ Hmpf. Dann warten wir mal ab. Ich gebe also zu, neben Geduld brauchen Sie oftmals auch ein Quäntchen Glück oder mehr.

Dank der heutigen – gut gefüllten – zoologischen Gärten haben Sie als Besucher mit Ihrer Kamera die Qual der Wahl. Ich fotografiere meist alle Tiere, die sich als dankbare Modelle erweisen. Egal, ob sie gestreift sind, gefährlich, klein oder groß. Auch ich warte immer auf einen sagenhaften Moment, den ich im Bild festhalten kann, und zwar ohne nachher festzustellen, dass es unscharf ist oder falsch belichtet. Genauso spannend ist also auch immer, die Schätze auf dem PC zu sichten und die Ausbeute zu zählen.

Ich möchte Ihnen den zoologischen Garten einfach als ein Ausflugsziel zum Üben und Genießen empfehlen. Hier können Sie nach Herzenslust ausprobieren. Zwar ist es schwierig, die Modelle zu bestimmten Aktionen zu animieren, aber ich denke, Sie werden in jedem Fall mit ganz tollen Aufnahmen zurückkehren und sowohl Tiere in Bewegung als auch in ruhigeren Posen fotografieren können. Sie werden Lichtverhältnisse, Blenden, Belichtung und Fokus ausprobieren können und Ihre Bilder falls gewünscht sogar nachher im Internet ansehen und vor allem positiv wie negativ bewerten lassen. Hier erhalten Sie wiederum vielleicht den ein oder anderen Tipp, wo Sie sich noch verbessern können.

Übung macht den Meister! Neben Hund, Katze, Maus und Pferd sollten wir aber auch unsere Wildlife-Vertreter nicht vergessen und uns einfach mal auf Foto-Safari begeben!

WICHTIG! Beachten Sie bei der Veröffentlichung der Bilder bitte, dass Sie die Genehmigung des Zoos einholen sollten. Sie dürfen die Fotos meist für private Zwecke unter Angabe des Zoos, in dem diese aufgenommen wurden, im Internet veröffentlichen, allerdings nicht zu kommerziellen Zwecken. Was verständlich ist. Ich habe mir für von mir veröffentlichte Fotos die Genehmigung der zoologischen Gärten eingeholt. Meist wird sehr schnell sowie äußerst freundlich und positiv auf E-Mail-Anfragen reagiert. Planen Sie den Verkauf einiger Bilder, müssen Sie den Zoo um Erlaubnis fragen. Hier wird in vielen Fällen eine vertraglich geregelte Einmalpauschale fällig, die Sie an den Zoo bezahlen. Diese hält sich – wie mir bekannt ist – in einem sehr fairen Rahmen. Genauso fair finde ich es, die zoologischen Gärten auf diesem Wege zu unterstützen und auch vor privater Veröffentlichung der Bilder um Erlaubnis zu fragen. Bieten Sie uns als Fotografen doch auch eine so tolle Vielfalt an einzigartigen Aufnahmen. Immer wieder lese ich in Foren, dass Bilder aus zoologischen Gärten bearbeitet werden, sodass der Zoo seine Tiere nicht „erkennt“. Die Fotos werden dann gewinnbringend verkauft, ohne den Zoo zu beteiligen. Warum wird das gemacht? Ich verstehe es nicht. Ein zoologischer Garten hat allen Menschen so viel zu bieten, wir sollten das fördern und nicht versuchen, eigennützig und alleine Profit daraus zu schlagen. Im Prinzip hintergehen wir damit nur einen, nämlich die Tiere. Das ist mein Statement in eigener Sache. Zu Ihrer Sicherheit und auch Information, da viele darum nicht wissen, möchte ich Ihnen das mit auf den Weg geben und Ihnen viel Spaß bei Ihrem nächsten Zoobesuch wünschen.

 
 
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5. Spektakuläre Tiermotive finden

Sie haben keine eigenen Vierbeiner und möchten spannende Tiermotive finden? Kein Problem! Wenn Ihnen zoologische Gärten nicht liegen oder Sie schon mehr als genug dort mit Ihrer Kamera experimentiert haben, empfehle ich Ihnen einige andere Sachen, wo Sie Ihre Fähigkeiten ein wenig verbessern können. Und selbst, wenn das nicht mehr vonnöten ist, können Sie immerhin wundervolle Tieraufnahmen machen. Natürlich stellt sich mir die Frage, welche Tiere Sie gern fotografieren möchten oder welche Art der Fotografie Ihnen vorschwebt. Daher gebe ich einfach mal ein paar Anregungen für jeden Geschmack:


Hunde
Hundeschulen & Hundeplätze

Hier genügt eine kurze Kontaktaufnahme. Meist sind Sie als Fotograf ein gern gesehener Gast, vor allem, wenn Sie ein paar Bilder kostenlos zur Verfügung stellen. Um geeignete Hundeschulen oder Hundeplätze zu finden, sprechen Sie einfach ein paar Freude an, die einen Hund haben oder suchen Sie ein bisschen im Internet. Es gibt bei diesen Gelegenheiten unheimlich viel zu fotografieren. Vom Agility-Training über niedliche Welpen bei der Welpenschule bis hin zum professionellen Wachhundtraining. Hier ein paar nützliche Links, die Ihnen bei der Suche helfen können: 
http://www.hundeschule.net
http://www.snautz.de
http://www.hundund.de

Hundeveranstaltungen
Für den besten Freund des Menschen gibt es jeden Monat so viele Veranstaltungen, dass Sie wahrscheinlich kaum wissen, wo Sie zuerst hinfahren sollen. Versuchen Sie es doch mal mit einer tollen Hunde-Veranstaltung. Oft gibt es größere Events wie z. B. den Dog Day (siehe Linkliste unten) oder
http://www.dog-day.de
http://www.dhd24.com/archiv/2009/15/5320/1/Tiermarkt/4160/Hunde-Termine--Ausstellungen.html

Hundetreffen
Hier eignen sich am besten Hundeforen. Knüpfen Sie hierüber Kontakte, fragen Sie doch einfach mal, ob Interesse an einem Hundetreffen in Ihrer Nähe besteht, bei dem Sie ein paar Fotos machen können oder ob ohnehin ein Spaziergang oder Hundeschwimmen geplant ist, zu dem Sie kommen dürfen. Sie sollten dies jedoch ausdrücklich als kostenlos und nicht gewerblich deklarieren. In den meisten Foren ist das nämlich nicht erlaubt und vor allem bei Neulingen nicht gern gesehen.
http://www.dogforum.de
http://www.dogginator.de/forum
http://www.hundeforum.net
http://www.polar-chat.de

 
 
Hundesport
Natürlich gibt es auch Hundesport im großen Rahmen. Egal, ob es aufwendig zu bewältigende Parcours sind, Sport mit der Frisbee oder sogar Hunderennen. Natürlich sind auch solche Veranstaltungen immer ein Riesenspaß für Fotografen.


Pferde

Pferdeausstellungen
Im ganzen Jahr finden sog. Pferdeausstellungen statt. Egal, ob eine bestimmte Pferderasse präsentiert wird (z. B. Shire Horse Show o. Ä.) oder eine Hengstprämierung erfolgt. Natürlich gibt es auch Pferdeauktionen oder Verkaufspräsentationen mit Fohlen, die vorgestellt werden.

Pferdeturniere
Hier ist die Auswahl riesengroß. Egal, ob Voltigieren, Westernreiten, Dressur oder Springen. Sie haben als Fotograf fast überall etwas zu sehen. Ganz ausgefallen sind natürlich auch mal Veranstaltungen wie ein Rodeo oder ein Kuhtreiben.

Pferderennen
Auch diese Veranstaltungen eignen sich mit Sicherheit wunderbar zum Fotografieren. Bisher habe ich noch kein Rennen im Bild festgehalten.


Katzen

Katzenausstellungen
Auf Katzenausstellungen können Sie wunderschöne Rassekatzen fotografieren. Leider befinden sie sich meist im Käfig oder auf dem Arm eines Besitzers oder Richters. Dennoch ein tolles Erlebnis, das Sie einmal gesehen haben sollten.

Katzenzüchter
Da es ansonsten schwierig ist, Katzen zu fotografieren und sie freilaufend meist scheu sind oder schwer zu fotografieren, fragen Sie doch einfach mal einen Züchter in Ihrer Umgebung, ob Sie dort ein wenig fotografieren dürfen.

 
 

6. Nature’s Best – der richtige Hintergrund

Da die Wahl des Hintergrundes bei der Fotografie von Tieren immer eine sehr wesentliche Rolle spielt, sollten Sie sich auf diesem Gebiet lieber früh als spät ein wenig üben. Es passiert oft, dass sich ganz unerwartet ein Modell findet oder Sie vielleicht sogar ein Shooting planen und der Tierbesitzer sagt: „Sie wissen doch besser als ich, wo wir fotografieren können.“ Dann müssen Sie auf jeden Fall eine Antwort parat haben, nämlich einige Vorschläge! Ich selbst weiß, wie schwer das ist, vor allem, wenn man sich in dem Gebiet nicht auskennt und überhaupt keine Ahnung hat, wo vielleicht ein geeignetes Feld oder ein geeigneter Platz ist. Zumal der Tierbesitzer vielleicht nicht weiß, ob ein Ort, der als Hintergrund in Frage käme, überhaupt vom Licht her für Sie als Fotografen akzeptabel ist. Ein Beispiel: Ich war bei einem Shooting und machte wie gewohnt einige Vorschläge, es war im Sommer: Ein schönes Feld, eine offene Wiese mit Wald im Hintergrund, eine schöne Waldlichtung, vielleicht mit einem Bach oder ein paar großen Steinen, Baumstämmen etc. – Da der Hund (Samy wurde bereits vorgestellt) eine echte Wasserratte ist, wollten wir zusätzlich später einen richtigen Teich o. Ä. aufsuchen, wo er schwimmen konnte. Wir fuhren also verschiedene Stellen an, im Wald war es zu dunkel. Auf die Wiese durften wir nicht wegen dem Heu, das dort abgemäht lag, und am Kanal stimmte das Licht nicht. Wer nicht regelmäßig fotografiert, weiß das einfach nicht. Daher versuchen Sie selbst, so gut wie möglich aufgrund Ihrer Beschreibung dem Ortskundigen zu erklären, welche Orte sich eignen und was für Ihre Arbeit wichtig ist.  Nicht zuletzt, weil das Shooting sonst aus Fahren und Laufen besteht und sowohl Tier als auch Zweibeiner nur noch gestresst sind. Ihre Speicherkarte hingegen wird noch sehr leer sein! Das ist Frust, der unnötig ist.

Achten Sie also auch bei einem Spaziergang ohne Kamera immer mal darauf, was sich als Motiv wirklich anbietet und für welche Farbe der Tiere. Sehen Sie Ihre Umwelt mehr und mehr durch die Augen eines Fotografen, der mit einem Tier auf Streife ist auf der Suche nach einem passenden Hintergrund. Das klingt witzig? Genauso stehe ich jedes Mal bei idealen Lichtverhältnissen vor einem Feld oder einem Wald und ärgere mich maßlos, dass mir sowohl Kamera als auch das passende Motiv fehlt. Wenn Sie viel fotografieren, werden Sie ohnehin bald diesen Blick entwickeln. Ob Sie wollen oder nicht. Ist das nicht auch das Schöne an diesem Hobby?

Aber ich schweife wieder vom Thema ab! Halten wir also fest, es kommt nicht nur auf einen tollen Hintergrund an, sondern auch auf die richtigen Lichtverhältnisse. Wählen Sie also eine tolle Kulisse, müssen Sie auch schauen, dass Sie die Sonne falls möglich im Rücken haben und Ihr Motiv schön hell beleuchtet wird. Fotografieren Sie z. B. einen Reiter auf einem Feld oder eine Wiese, müssen Sie ihm erklären, wie er sich samt Pferd am besten bewegen soll. Sie stehen dabei mit dem Rücken zur Sonne und lassen ihn je nach Geschmack auf sich zureiten oder auch mal von rechts nach links in gewünschtem Abstand an ihnen vorbeireiten. Wichtig ist, dass Sie ihn über die beste Entfernung zu Ihnen informieren. Vermutlich fehlt dem Reiter der Blick dafür, sicherlich ist er sogar grad mit ganz anderen Dingen beschäftigt (Pferd antreiben oder bremsen, gut sitzen und ganz wichtig (!!!!) das Lächeln nicht vergessen). Schauen Sie nach jeder „Fotostrecke“ auf Ihrem Menü nach, ob die Fotos nach Ihrem Geschmack sind. Ist das Motiv zu nah, dann schneiden Sie vermutlich zu oft etwas ab (Schweif, Ohren, etc.). Ist es trotz hoher Brennweite noch zu weit entfernt, sieht der Bildausschnitt nicht so schön aus. Sie müssen also versuchen, das Pferd in einer Entfernung laufen zu lassen, die komplett durch Ihre Brennweite abgedeckt ist. Haben Sie also ein 70-200 mm Objektiv, nehmen Sie eben in höherer Entfernung eine hohe Brennweite und lassen diese dann „mitlaufen“, wenn das Motiv näher ist.

Natürlich gibt es auch Dinge, die überhaupt nie ins Bild gehören und die Sie tunlichst vermeiden sollten. Vermeiden Sie Autos, hässliche Bauten oder Personen im Hintergrund. Achten Sie darauf, dass keine Strommasten, Verkehrsschilder oder gar Abfalltonnen oder dergleichen mit im Bild sind. Oftmals ist der Fotograf so auf das Motiv konzentriert, dass er den Blick für den Hintergrund verliert. Es wäre schade, wenn Sie sich nachher darüber ärgern müssten.

Wenn Sie helle Tiere vor blauem Himmel fotografieren, dann kann es sein, dass es später wirkt, als ginge es nahtlos ineinander über. Das ist – wie ich finde – etwas unschön:

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Abgesehen davon, dass dieses Bild aus mehreren Gründen ein schlechtes Beispiel ist, nehmen wir einfach mal eins davon als mahnendes Beispiel: Blesse und Hintergrund verschwimmen fast nahtlos. Aber wie gesagt, nur eine Sache von vielen, die bei dieser Aufnahme nicht optimal ist. Sie fungiert als Wie-man-es-nicht-macht-Aufnahme perfekt zum oben beschriebenen Problem.

 
 
Ich persönlich fotografiere am liebsten mein Motiv vor einem Waldstück. Der Wald verschwimmt zu einem Grün-Schwarz, das als herrlicher Hintergrund fungiert. Vor allem bei hellen Tieren. Hier habe ich einen schwarzen Hund vor dunklem Hintergrund auf einer Straße fotografiert. Das Bild ist nicht wirklich ein Hingucker, da nützen auch Rahmen und Schrift nichts mehr:

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Wie bereits im Tutorial mit Bello zur Hundefotografie möchte ich Ihnen anhand von Fotos noch ein paar schöne Beispiele zeigen, welche Hintergründe sich u. U. anbieten. Ansonsten ist das Internet voller Ideen und auch Sie werden neue Motive für sich entdecken.

 
 
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Für dieses Bild mit der Stute Edita bin ich ins Kornfeld gestiefelt und habe das Pferd über den Stängeln geknippst. Besitzerin und Strick wurden später via Photoshop-Stempel retuschiert (hierzu siehe Tutorial Bildbearbeitung).

 
 
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Diego in der Blumenwiese – leicht von oben fotografiert, da der Hintergrund nicht sehr schön war.

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Hier war ich von meinen beiden sehr charmanten Modellen so abgelenkt, dass ich gar nicht auf den Hintergrund geachtet habe. Richtig, es ist ein Misthaufen. Über Geschmack lässt sich bekannterweise streiten. Mir gefällt's! 

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Für das Foto mit Wallach Fruchtzwerg haben wir einen Reitplatz genutzt. Weiche Farben und ein Hintergrund, vor dem sich das sehr schwer zu fotografierende schwarze Pferd gut abheben kann. Mit Schwarz kann ich mich nie so wirklich anfreunden. Doch auch das zählt zu den Herausforderungen an den Fotografen, denen es sich zu stellen gilt.

 
 
Ich hoffe, Sie konnten sich in diesem Tutorial ein paar Anregungen holen. Weitere Informationen zur Ausrüstung, Bildbearbeitung und Kamereinstellungen folgen mit den noch fehlenden Tutorials. Gern dürfen Sie sich natürlich mit weiteren Fragen und auch Anregungen an mich wenden.

Bis zum nächsten Tutorial!


Nicole Schick

www.tierfotografie-mit-herz.de

Kommentare
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Portrait von photoAM
  • 05.01.2018 - 09:57

Vielen Dank! Schönes Tutorial!

Portrait von chris843
  • 08.08.2014 - 17:10

Für mich als Naturliebhaber einfach toll. Wirklich hilfreich und gut geschrieben. Besten Dank

Portrait von Yammy
  • 09.01.2014 - 12:42

vielen Dank für deine Arbeit

Portrait von Raeuberface
  • 23.08.2013 - 19:45

Sehr tolle aufnahmen und eine echt gute beschreibung....

Portrait von Raeuberface
  • 20.08.2013 - 18:55

Vielen Dank, es ist sehr gut ....Toll....

Portrait von Senta2006
  • 20.08.2013 - 11:29

Klasse Tutorial! Gut nachvollziehbar :)

Portrait von Brook_Falls
  • 14.07.2013 - 16:43

Vielen Dank, für dieses gelungene Tutorial. Für Anfänger sicher eine tolle Hilfe.

Portrait von CVPhotoart
  • 29.06.2013 - 10:04

Vielen Dank und jetzt heißt es üben, üben und nochmals üben

Portrait von EstherKa
  • 14.05.2013 - 08:51

danke auch für dieses Tutorial.
Hilfreich fände ich, wenn wie im Hunde-Tutorial, die Exif Daten angegeben wären.
Also Detailangaben zu ISO, Blende und Verschlusszeit.

Portrait von Gladiole
  • 09.05.2013 - 14:41

Abschnitt "Die Sonne im Rücken"

versteh ich nicht.

Oberes Bild: Das Pferd ist doch besser belichtet als im Bild darunter, sieht eher aus wie die Sonne im Rücken.

Unteres Bild: Das Pferd, besonders der Kopf, ist fast schwarz und wenig zu erkennen. Hatten Sie hier die Sonne im Rücken ? Irgendwie versteh ich hier was nicht.

Portrait von Schaafi
  • 02.05.2013 - 16:50

Echt tolles Tutorial und super Anfängerfreundlich. Danke!

Portrait von Niciperle
  • 29.01.2013 - 15:05

Du machst wirklich gute Tutorials

Portrait von Niklas_Weber
  • 10.01.2013 - 17:03

Danke für das Tutorial. Ich habe eine Menge dazugelernt.

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 28.08.2012 - 16:27

Danke für das gut gemachte tut. Werde es gleich mal ausprobieren.

Portrait von kimchen
  • 31.07.2012 - 09:22

Vielen für das Tutorial und die Beispielbilder . Hat mir sehr geholfen

Portrait von GeGe
  • 22.07.2012 - 00:26

Vielen Dank!
Sehr schön gemacht!

Portrait von siglavy
  • 13.06.2012 - 11:53

Vielen Dank, hat uns sehr geholfen

Portrait von Gismo77
  • 12.06.2012 - 00:18

Super Tutorial, gerne noch mehr

Portrait von Gismo77
  • 12.06.2012 - 00:10

Vielen Dank, hat mir sehr geholfen

Portrait von muellimaus
  • 03.02.2012 - 14:25

Vielen Dank, es ist sehr gut und verständlich erklärt

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