Tutorialbeschreibung

Unterwasserfotografie - Teil 15 - Blitztechnik, Tandemblitzgeräte, Blitzarme ...

Unterwasserfotografie - Teil 15 - Blitztechnik, Tandemblitzgeräte, Blitzarme ...

Ohne Licht keine Unterwasserfotografie. Dies ist ein fundamentaler Grundsatz, der auch für das Ablichten von Gegenständen an Land gilt. Übersetzt bedeutet das Wort „Fotografie“ malen oder schreiben mit Licht. Fotografen sind demzufolge Lichtbildner. Nun kann man unter Wasser durchaus mit Tageslicht fotografieren. Bis in wenige Meter Tiefe ist das in vielen Fällen sogar stimmungsvoller, als wenn Kunstlicht zur Aufhellung eingesetzt wird. Allerdings nur, wenn man Weitwinkelbilder macht. Wer beispielsweise mit dem Makroobjektiv unterwegs ist, sollte sich ohne Kunstlicht von Nah- oder Makroaufnahmen fernhalten. Die Bilder werden zumindest farblich wenig erbaulich sein, weil die Filterwirkung des Wassers ihre dämpfende Wirkung nicht verfehlt. Wenn wir also farbenfrohe Aufnahmen anstreben, dann muss entweder geblitzt oder mit Handstrahlern angeleuchtet werden.


Die zarten Farben dieser Nacktschnecke bedingen eine dezente Blitzbelichtung. Ohne eine leichte Minuskorrektur geht es aber nicht. Das Bild gewinnt durch den Kontrast der gelblichen Fühler. Nacktschnecken gehören zu den Lieblingsmotiven der UW-Fotografen.

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Weichkorallenstock! Er ist glücklicherweise so gewachsen, dass man ihn fotografisch freistellen konnte. Der dunkle Hintergrund erhöht den Kontrast. Das intensive Rot der Polypen lässt allerdings die Textur etwas verschwimmen.

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In der UW-Fotografie ist Blitzlicht immer noch die wichtigste Kunstlichtquelle. Das liegt zum einen daran, dass jede digitale Kompaktkamera über ein eingebautes Blitzgerät verfügt, zum anderen aber an der Lichtquelle selbst. Blitzlicht ist immer stärker als Handlampenlicht. Es kann bei einer vernünftigen Lichtstärke weiter gestreut werden und gestattet kurze Belichtungszeiten. Am Blitzlicht kommt man deshalb in der UW-Fotografie insgesamt gesehen nicht vorbei.

Nur wenige Probleme hinsichtlich der automatischen Blitzbelichtung gibt es, wenn man mit Systemblitzgeräten belichtet, weil die Kommunikation zwischen Blitzgerät und Kamera in der Regel optimal funktioniert. Zumindest, wenn es sich um ein Original-Systemblitzgerät des Kameraherstellers handelt. Auch bei renommierten Zubehörherstellern wie Metz oder Sigma treten Kommunikationsprobleme eher selten bis gar nicht auf. Bei anderen Fremdherstellern schon, wie viele UW-Fotografen leidvoll erfahren mussten.

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Zylinderrosen wachsen in allen Meeren in unterschiedlichen Farben und verschiedenen Größen. Wenn man sie berührt, ziehen sie sich in ihre Schutzhülle zurück. Dann dauert es einige Minuten, bis sie wieder hervor kommen. Mit ihren Tentakeln fangen sie Zooplankton oder auch mal größere Beutetiere.


 

Digital-Adapter

Da die meisten UW-Fotografen mit digitalen Kompaktkameras agieren, treten hier die Blitzbelichtungsprobleme gehäuft auf. Die Blitzproblematik digitaler Kompaktkameras kommt dann zum Tragen, wenn externe Blitzgeräte angeschlossen werden sollen. Erforderlich sind sie immer, wenn mit Weitwinkelkonvertern fotografiert wird.

Denn der integrierte Kamerablitz kann maximal das Kamerazoom ausleuchten. Bei der kürzesten Brennweite vielfach nur mit Ach und Krach, jedenfalls unter Wasser. Aber auch im extremen Nahbereich ist ein externer Blitz nützlich, weil sich der fest eingebaute Kamerablitz nicht nach unten schwenken lässt. Aus der Crux wird ein Drama, wenn die Kamera über keinen Blitzschuh verfügt oder im UW-Gehäuse keine Blitzbuchse eingebaut ist.

Dieser Fall ist gar nicht so selten, denn externe Systemblitzgeräte lassen sich in der Regel nur an High-End-Kompaktkameras adaptieren. Von den Kameraherstellern darf für diesen Fall keine Lösung erwartet werden. Ihrer Meinung nach ist das nicht erforderlich. Wer mit einem externen Systemblitz fotografieren will, soll gefälligst eine dazu passende Kompakte oder gleich eine D-SLR kaufen.

 
Fiberoptische Kabel sind Lichtleitersysteme. Sie leiten das vom Kamerablitz abgestrahlte Licht zur Sklavenblitz-Sensorzelle des amphibischen Blitzgerätes, wodurch dieses ausgelöst wird. Wenn der Lichtleitersensor gut justiert und ideal montiert ist, kann das externe Blitzgerät auch Vorblitze registrieren und weitergeben. Dann ist sogar eine TTL-Blitzmessung ohne Synchronkabel möglich.

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Des Problems der externen Blitzbelichtung mit preiswerten digitalen Kompaktkameras haben sich aber Zubehörhersteller und geniale Bastler aus der Tauchszene angenommen. Und zwar mit äußerst raffinierten Lösungen, aber manchmal auch ziemlich schrägen Resultaten. Eines dieser Zubehörteile nennt man TTL-Adapter.

Er soll laut Hersteller über eine kabellose TTL-Blitzsteuerung (TTL = Through The Lens = Blitzbelichtungsmessung durchs Objektiv) verfügen … was technisch und auch vom Resultat her gesehen bei digitalen Kompaktkameras nicht nur äußerst fragwürdig, sondern auch falsch ist. Denn viele Kompakte verfügen über keine TTL-Blitzmessung. Prinzipiell funktionieren die externen Blitzgeräte an digitalen Kompaktkameras wie Servo- bzw. Sklavenblitzgeräte.

Der integrierte Kamerablitz muss dabei immer gezündet werden. Sein Lichtimpuls wird über ein fiberoptisches Kabel (wirkt wie ein Glasfaserkabel) zum externen Blitzgerät übertragen, wodurch dieses ausgelöst wird. Teilweise werden die Vorblitze berücksichtigt, häufig aber nicht, weil eine direkte Verbindung zur Kamera fehlt. Meistens wird das Licht des Kamerablitzgerätes über eine separate Sensorzelle gesteuert.

 
Blaue Skorpionsfische sind selten. Diesen hat der Autor in Indonesien entdeckt. Er war so zwischen den Korallen getarnt, dass er nahezu unsichtbar war. Seine Beute saugt er mit unvorstellbarer Geschwindigkeit in sein riesiges Maul. Weil sich Skorpionsfische nur selten bewegen, wachsen auf ihnen Algen, Schwämme und Pilze. Farblich passen sie sich ihrer Umgebung an.

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Die Steuerung wird überschlägig so vollzogen, dass der externe Blitz (es ist in diesem Fall immer ein Amphibienblitzgerät!) so lange gezündet wird, wie der Kamerablitz leuchtet. Die Blitzbelichtung wird quasi über die Brenndauer des Kamerablitzgerätes vollzogen. Ein sehr unsicheres Verfahren, das Fehlbelichtungen im Dutzend produziert, wenn man nicht manuell eingreift.

Hierzu kann man am externen Amphibienblitzgerät diverse Leistungseinstellungen vornehmen, mit denen man die Blitzbelichtung in den Griff bekommt … wenn man weiß, wie es geht. UW-Fotografen mit wenig Übung sind bei diesem Prozedere meistens die Gelackmeierten. Aber auch versierte UW-Fotografen langen nicht selten voll daneben. Manchmal spinnt auch der externe Amphibienblitz oder die Kamera macht hin und wieder, was sie will.

Hinzu kommt, dass das externe Amphibienblitzgerät nur auslöst, wenn auch der Kamerablitz zündet. Das ist sozusagen die Voraussetzung. Schwache Batterien, ein alter Akku oder viele Bilder und zeitaufwendiges Live-View-Kino auf dem Monitor bringen die Energiereserven des kameraintegrierten Blitzgerätes allerdings schnell an den Rand der Erschöpfung. Deshalb ist das Fotografieren mit Digital-Adaptern nicht nur belichtungstechnisch unbefriedigend, sondern gilt auch als Energiefresser.

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Ochsenfrösche wurden aus den USA in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts in Europa eingeschleppt. Sie haben sich lokal zu einer ernsthaften Bedrohung der Kleintierwelt entwickelt. Die bis 1,5 kg schweren Räuber vertilgen Ratten, Schlangen, Mäuse, heimische Amphibien und auch Fische, wenn sie sie erwischen. Die hier abgebildete Kaulquappe war fast 10 cm lang. Wenn sie in die Gewässer von Wohngebieten eindringen, werden sie von Bogenschützen gejagt.


 
Trotz aller Unwägbarkeiten und trotz aller meist unbefriedigenden technischen Klimmzüge führt am Digital-Adapter kaum ein Weg vorbei, wenn unter Wasser eine digitale Kompaktkamera ohne Blitzschuh verwendet wird. Insbesondere dann, wenn größere Bildwinkel ausgeleuchtet werden sollen. Denn die Technik des Digital-Blitz-Adapters funktioniert auch mit zwei Blitzgeräten im Parallelbetrieb. Um mit Digital-Adaptern und fiberoptischen Kabeln agieren zu können, müssen UW-Gehäuse und externes Amphibienblitzgerät auf die Belange der Sklavenblitztechnik ausgerichtet sein.

Die von Fremdherstellern angebotenen Gerätekombinationen sind mit den notwendigen Bauelementen (Steckverbindungen für die Anschlüsse der Fiberkabel) versehen. Bei UW-Gehäusen für digitale Kompaktkameras, die nicht über solche Adaptionsmöglichkeiten verfügen, kann man Klettverschlüsse mit den entsprechenden Anschlüssen anbringen.

Nicht ideal, aber durchaus praxisgerecht. Die schwarzen Klettverschlüsse verhindern, dass das Licht des Kamerablitzes nach außen abstrahlt. Eine notwendige Anordnung, denn das frontal nach vorne abgegebene Blitzlicht würde alle Schwebeteilchen in seinem Wirkungsbereich erfassen und reflektieren. Richtig und optimal ist es, wenn beim Auslösen der Kamera das Licht des Kamerablitzes nur den externen Amphibienblitz über das fiberoptische Kabel auslöst.

 
Obwohl Clownfische ortstreu in ihrer Anemone leben, sind gute Bilder immer ein Geduldsspiel. Das Problem ist ihre extreme Mobilität. Manchmal muss man 10 oder 15 Mal auslösen, bis man eine fotogene Position festgehalten hat. Im Hochformat ist es noch schwieriger. Auf dem Monitor einer Digitalkamera kann man das Ergebnis Gott sei Dank kontrollieren und gegebenenfalls wiederholen. Zu analogen Zeiten war man da wesentlich schlechter dran. Für so sein Bild musste man oft einen ganzen Film opfern.

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Seit geraumer Zeit werden auch digitale Spiegelreflexkameras über fiberoptische Kabel ausgelöst. Man benötigt dazu ein UW-Gehäuse mit Lichtleiterkanälen, das zudem so hoch gebaut ist, dass der Kamerablitz ausgefahren werden kann.

Wenn man die entsprechenden Amphibienblitzgeräte (INON, Sea & Sea oder Subtronic) anschließt, werden sowohl die Vorblitze als auch der von der Kamera errechnete Hauptblitz berücksichtigt.

Die Blitzsteuerung läuft allerdings nicht so exakt ab wie mit einem Synchronkabel. Hinzu kommen Unwägbarkeiten mit der Aufheizung des Kamerablitzgerätes im UW-Gehäuse.

Infolge der Wärmeentwicklung kann es zu Kondensatsproblemen und Blitzausfällen kommen. Der Akku wird, weil bei jedem Bild geblitzt wird, stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Lichtleiterkabel ist bei weitem nicht so robust wie angenommen. Dehnen, verdrehen und knicken verringert die Funktionsdauer.

Es kann zudem nicht in beliebiger Länge geordert werden. Ein Manko bei langen Blitzarmen. Außerdem müssen die Kontaktstellen frei von Salz- und Schmutzablagerungen sein, sonst kommt es zu gravierenden Fehlbelichtungen.

Grundvoraussetzung für die nasse oder kontaktlose TTL-Blitzsteuerung ist das Vorhandensein eines integrierten Kamerablitzgerätes. Wer mit einer Profikamera fotografiert, kommt hier nicht immer zum Zug, weil dieses Accessoire in solchen Geräten häufig fehlt.

Zum Glück, könnte man sagen, denn dann ist man gezwungen, die bessere Lösung über das Synchronkabel zu nehmen.

Strömungen sind im Meer nicht selten. Wenn sie zu stark werden, reißen sie einen mit. Festhalten und fotografieren ist dann nicht mehr möglich. Man sollte es auch nicht machen, weil man im Riff zu viel beschädigt.

 
Ein großes Problem ist der Wasserwiderstand einer großen Fotogerätschaft. Man sollte das nicht unterschätzen.

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TTL-Konverter

Wenn die Digitalkamera (Kompakt oder D-SLR) über eine echte TTL-Blitzsteuerung verfügt und am UW-Gehäuse eine entsprechende Blitzbuchse eingebaut ist, kann man auch unter Wasser automatisch blitzen. Voraussetzung ist aber, dass man ein TTL-fähiges Blitzgerät (Systemblitz oder Amphibienblitz) einsetzt.

Sofern man sich für ein Systemblitzgerät entscheidet, ist man zumindest alle Sorgen hinsichtlich der Blitzbelichtung und der funktionellen Kommunikation mit der Kamera los. Kritisch wird es nur, wenn man ein zweites Systemblitzgerät parallel betreiben will. Das geht normalerweise nur, wenn es im manuellen Modus verwendet wird.

Von allen Kameraherstellern offeriert ausschließlich Pentax eine Lösung über spezielle Blitzschuhadapter, mit der zwei Systemblitzgeräte an Synchronkabeln im TTL-Blitzbetrieb arbeiten können.

 
Poolmodel in der untergehenden Sonne. Hier darf man nur schwach aufhellen, denn die menschliche Haut reagiert sehr diffizil auf Blitzlicht. Aber Kunstlicht muss sein, sonst färbt sich die Haut grünlich oder reißt eventuell sogar ins Weißliche auf. Nur professionell arbeitende Models beherrschen solche Posen unter Wasser.

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Hochinteressant und kompliziert wird es, wenn amphibische Blitzgeräte zum Einsatz kommen. Diesen fehlt nämlich von Haus aus die Möglichkeit, mit der Kamera zu kommunizieren. Einzige Ausnahme sind amphibische Blitzgeräte von Olympus. Und die können wiederum nur mit Olympus-Kameras im Automatikbetrieb arbeiten.

Was also tun, wenn man eine Canon, Nikon, Pentax oder Sony unter Wasser mitnehmen will? Die Komplexität liegt darin, dass jede Kamerafirma bei der TTL-Blitzsteuerung ihr eigenes Süppchen kocht und das Rezept dafür so kompliziert wie möglich macht, damit es nicht kopiert werden kann. Um in das Reich der unbeschwerten Blitzbelichtung zu kommen, muss man den Zugang zum Blitzprotokoll besitzen.

Dieses Blitzprotokoll, das im Prinzip die Software zur Blitzbelichtungs-Kommunikation mit der Kamera bzw. umgekehrt ist, wird für jeden Kameratyp so aufwendig und komplex wie möglich entwickelt. Primär aus Gründen der Verhinderung der Nachahmung, was bis heute definitiv funktioniert hat. Denn angeblich soll noch nie einem Fremdhersteller gelungen sein, die Blitzprotokolle vollständig zu entschlüsseln.

 
Deshalb sind wir auf diesem Gebiet bis heute von chinesischen Plagiaten, Raubkopien, Fälschungen und dubiosen Nachahmungen verschont geblieben. In unserem Aktionsbereich ist die Fa. Metz, weltgrößter Fremdhersteller für Systemblitzgeräte, die rühmliche Ausnahme. Aber auch dort müssen die hauseigenen TTL-Adapter bei fast jeder Kameraneuerscheinung ständig auf den neuesten Stand gebracht werden.

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TTL-Konverter an einer Olympus-D-SLR. Eine unscheinbare Elektronik, die aber TTL-Blitzen mit amphibischen Blitzgeräten ermöglicht. Voraussetzung ist, dass die externen Blitzgeräte vorblitzfähig sind und das UW-Gehäuse über eine entsprechende Blitzsteckdose verfügt.


 
In der kleinen und eher unbedeuteten Branche der Amphibienblitzhersteller gibt es vermutlich nur wenige, die auf diesem Gebiet den vollständigen Überblick besitzen. Dazu muss man wissen, dass herkömmliche (analoge) Blitzsteuerungen in früheren Jahren nur wenige Probleme bereiteten.

Die Blitzinnenmessung (TTL) durchs Objektiv funktionierte verglichen mit der heutigen digitalen Technik relativ einfach und verständlich. Das Licht wurde auf der Filmebene reflektiert und mit einer Sensorzelle im Spiegelkasten bzw. im Sucherraum gemessen. Bei korrekter Blitzbelichtung bekam die Kamera vom Blitzgerät den Befehl, das Blitzlicht abzuschalten.

Etwaige Korrekturen während des Auslösevorgangs konnten auf diese Weise mit einer Verlängerung oder Verkürzung der Blitzdauer in Angriff genommen werden. Dies hat auch unter Wasser sehr gut funktioniert, im Nah- und Makrobereich ohne nennenswerte Blitzbelichtungskorrekturen.

Mit Weitwinkel- und Fisheye-Objektiven meistens mit einer Blitzbelichtungskorrektur von minus 1 bis 2 Blenden. Dann kamen die Digicams und nichts war mehr so wie zuvor.

 
Die braune Variante des Teufelsfischs. Auch bei Nahaufnahmen können zwei Kleinblitzgeräte sinnvoll sein. Insbesondere bei hochformatigen Bildern. Man vermeidet dadurch Schlagschatten im Vordergrund. Das Bild wirkt ausgewogener. Teufelsfische leben bis ca. 40 m Tiefe in allen Regionen Südostasiens.

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Nun konnte man das Licht nicht mehr auf der Filmebene messen, denn der Film war jetzt ein Bildsensor. Und auf dem war ein Anti-Aliasing-Filter zur Unterdrückung von Artefakten angebracht. Auf dieser Glasfläche war aber eine definierte Reflexionsmessung nicht mehr möglich.

Also musste man die korrekte Blitzbelichtung zuerst mit einem Vorblitz ermitteln, dessen Reflexion über eine separate Messzelle vom Kameracomputer ausgewertet wurde. Dieser auch als Messblitz apostrophierte Lichtimpuls war außerdem sehr kurz und nahezu unsichtbar. Zudem wusste man nicht, wie viele Messblitze die Digicam zur richtigen Blitzbelichtung abgeben wird, denn kein Mensch aus der Amphibienblitz-Branche konnte die Blitzprotokolle entschlüsseln.

Guter Rat war also nicht nur teuer, sondern auch dringend erforderlich. Eine weitere Schwierigkeit tat sich nämlich auf: Bei einer Digicam mit TTL-Blitzmessung wird nach dem Vorblitz die Stärke bzw. Leuchtdauer des Hauptblitzlichts errechnet. Eine Korrektur während des Auslösevorgangs ist dann nicht mehr möglich. Es stimmt oder stimmt nicht.

Ohne Mikroprozessor ist deshalb eine korrekte Blitzbelichtung nicht möglich. Hinzu kam, dass jede Kamerafirma ihre eigene TTL-Blitztechnik entwickelte und anfangs selbst noch nicht wusste, wo es denn hinlaufen würde. So kann man beispielsweise bei Nikon die Digital-Systemblitzgeräte der ersten Stunde an den heutigen D-SLRs des Kameraherstellers nicht mehr oder nur noch bedingt einsetzen.

Man darf sich nichts vormachen - ein UW-Gehäuse mit zwei montierten Blitzgeräten ist eine unhandliche Sache. Auch, wenn die Blitze klein und leicht sind. Sperrig sind ebenso die Blitzarme. Wichtig ist, dass die Gerätschaft nicht zu viel Abtrieb hat. Sonst artet es in Arbeit aus.

 
Zum Glück für die UW-Fotografie haben sich schlaue Leute dieses Problems angenommen. Einer dieser genialen Tüftler ist der Freiburger Diplom-Mikroelektroniker Matthias Heinrichs (www.heinrichsweikamp.com), der die Blitzprotokolle der Digicams so weit entschlüsselt hat, dass er mit seinen TTL-Konvertern (Elektronik mit Mikroprozessor) die Kommunikation mit den Digicams dahin gehend beeinflussen kann, dass damit automatisches Blitzbelichten möglich ist.

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TTL-Konverter, wahlweise eingebaut im Amphibienblitzgerät oder im Blitzschuh der Digicam, erkennen die Anweisungen der Digicam hinsichtlich Vorblitz und Hauptblitzstärke. Sie informieren den Amphibienblitz, der die Befehle zum Blitzen in Millisekunden umsetzt. Jeder TTL-Konverter kommuniziert immer nur mit einem einzigen TTL-Blitzprotokoll (Canon, Nikon, Olympus etc.). Wer mit mehreren Systemen arbeitet, benötigt deshalb mehrere TTL-Konverter bzw. unterschiedlich arbeitende Amphibienblitzgeräte.


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Die Verbindung von der Kamera zum Blitzgerät wird in den meisten Fällen über wasserdichte Synchronkabel hergestellt. Wegen der geringen Stückzahlen und der aufwendig gefertigten Blitzstecker kosten sie so viel wie eine preiswerte digitale Kompaktkamera.


 
In einer stillen Übereinkunft hat man schon vor über 20 Jahren alle Amphibienblitzgeräte mit einer sog. TTL-Basisblitzsteuerung für Nikon-Kameras ausgestattet. Grund für diese Maßnahme war die damalige Präsenz und Dominanz von Nikon (Nikonos-Sucherkamera und Nikonos RS) unter Wasser.

Nahezu jeder fotografierende Taucher besaß ein solches Gerät, analog arbeitend für Filme, wie zu dieser Zeit üblich. Diese Blitzgeräte sind weltweit immer noch zu Tausenden im Umlauf, können aber nicht immer auf die digitalen Blitzverhältnisse umgebaut werden, weil die Elektronik zu langsam ist. Amphibische Blitzgeräte müssen, damit man sie an Digicams im Automatikbetrieb verwenden kann, vorblitzfähig sein.

Und das ist gar nicht so einfach, denn die Verzögerung zwischen Vorblitz und Hauptblitz dauert bei manchen Kameras weniger als 10 ms. Noch komplizierter wird es, wenn die Digicam mehrere Vorblitze abgibt und nach dem ersten Vorblitz mit einer internen Software entscheidet, ob sie nicht doch noch einen zweiten hinterherschicken soll.

Selbst neuere Amphibienblitzgeräte und moderne TTL-Konverter geraten da hin und wieder an ihre Grenzen. Die Bilder werden dann fehlbelichtet, meistens zu hell. Es gibt aber auch welche, da droht Unterbelichtung. Alle modernen Amphibienblitzgeräte haben aber nach wie vor die alte analoge Nikon-TTL-Blitzsteuerung eingebaut, über die der TTL-Konverter die digital arbeitende Blitzmessung durchs Objektiv für sich nutzen kann.

 
35 m tief im Pazifik! Was aussieht wie eine Lampe ist in Wirklichkeit ein Sklavenblitzgerät, das über den Lichtimpuls der vom Fotografen ausgelösten Blitzgeräte gezündet wurde. Solche Blitztechniken sollte man nur mit versierten Tauchpartnerinnen umsetzen. Es sollte auch ein Gefühl für die Bildgestaltung vorhanden sein.

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Das Tandemproblem

Solange man mit einem einzigen Amphibienblitzgerät arbeitet, funktionieren die TTL-Konverter im Rahmen ihrer Möglichkeiten erstaunlich gut. Die Blitzbelichtung arbeitet dann nicht schlechter als zu analogen Zeiten. Das Dilemma beginnt, wenn man ein zweites amphibisches Blitzgerät anschließt.

Wer das machen will, ist gut beraten, beide Amphibienblitzgeräte vom selben Hersteller zu ordern. Und es ist auch kein Fehler, wenn zweimal derselbe Blitztyp angeschlossen wird. Es gibt nämlich Kombinationen diverser Blitzgerätemodelle vom selben Hersteller, die im TTL-Tandembetrieb nicht störungsfrei oder gar nicht funktionieren.

Solches kennt man sogar von Systemblitzgeräten. Wenn zwei Olympus-Systemblitzgeräte unter Wasser betrieben werden, geht das beispielsweise nur, wenn die Blitzgeräte elektronisch identisch sind. Also entweder 2x FL 20, 2 x FL 36R oder 2 x FL 50R, aber niemals 1 x FL 36R und 1 x FL 50R. Außerdem sind zwei Systemblitzgeräte der vorstehend genannten Kombinationen nur TTL-fähig, wenn ein Strang des Doppelblitzkabels so verändert wird, dass der an diesem Abgang hängende Systemblitz die Kamera nicht ansteuert.

Solche Umbauten macht beispielsweise www.mike-dive.de. Manuell betreiben kann man unterschiedliche Tandemblitzgeräte, sogar in der Kombination 1 x Systemblitzgerät und 1 x Amphibienblitzgerät. Voraussetzung ist aber, dass nur ein Blitzgerät die Digicam ansteuert.

 
Güster in einem Waldweiher! Blitzlichtfotografie in heimischen Gewässern ist eine besonders schwierige Angelegenheit, weil die Sichtweite nicht mit der in tropischen Meeren verglichen werden kann. Außerdem hat man es meistens mit ausgeprägten Hell- und Dunkelfeldern zu tun.

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Weil viele UW-Fotografen ihre Bilder mit zwei Blitzgeräten ausleuchten wollen (auch im Nahbereich), wurden TTL-Konverter entwickelt, die das automatische Blitzbelichten mit zwei amphibischen Blitzgeräten ermöglichen. Wegen der Dominanz von Canon und Nikon in der UW-Fotografie allerdings meistens für deren Kameramodelle.

Der von Sea & Sea vertriebene TTL-Konverter wird außen auf das UW-Gehäuse montiert. Er verfügt sogar über eine eigene Blitzbelichtungskorrektur von +/- 1 Blende sowie eine Schalterstellung fürs manuelle Blitzen. Einen anderen Weg geht der amerikanische Gehäusehersteller Ikelite.

Seine sehr gut mit zwei Amphibienblitzgeräten funktionierenden TTL-Konverter gibt es für Canon, Nikon, Olympus, Pentax und Sony. Nachteil: Man kann sie nicht einzeln kaufen. In den Genuss dieser automatischen Blitzbelichtung kommt man leider nur, wenn man sich ein Ikelite-Gehäuse (TTL-Konverter sind fest eingebaut) zulegt und auch zwei Ikelite-Blitzgeräte verwendet.

Eine Kombination, die total auf den Gehäusehersteller zugeschnitten ist, zumal auch Blitzkabel, Blitzstecker und Blitzbuchsen zu anderen Mitbewerbern nicht kompatibel sind. Sehr praktisch ist, dass man die automatische Blitzbelichtung am UW-Gehäuse über Tasten mit +/- 2 Blenden beeinflussen kann.

 
Peitschenkorallen können mehrere Meter hoch werden. Wenn sich Lücken in der Wachstumsstruktur ergeben, kann man gefällige Taucherbilder gestalten. Wichtig: möglichst nicht in die Kamera schauen, weil hinter der Tauchmaske die Augen manchmal starr aussehen und aufgerissen abgebildet werden.

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Ein gänzlich anderes System verwendet Deutschlands größter Amphibienblitzgerätehersteller Subtronic. Die TTL-Konverter werden in die Blitzgeräte eingebaut. Tandemblitzen ist dann möglich, wenn zwei Blitzgeräte über ein Synchronkabel miteinander verbunden werden, aber nur ein Synchronkabel von einem der Blitzgeräte zur Kamera läuft.

Das bedingt allerdings, dass jedes Blitzgerät über zwei Blitzbuchsen verfügen muss. Es muss also eine genügend große Schalttafel vorhanden sein, um den erforderlichen Platzbedarf zu ermöglichen. Bei den Profigeräten von Subtronic ist das grundsätzlich der Fall. Der Hersteller garantiert zwar die TTL-Blitzsteuerung auch mit unterschiedlichen Blitzgerätmodellen, rät aber aus Vernunftgründen zu zwei identischen Modellen. Man weiß ja nie ...!

Beim österreichischen Amphibienblitzgerätehersteller Seacam ist Tandemblitzen mit Nikon-SLRs und zwei Seaflash-Geräten nur möglich, wenn man ein Seacam-Gehäuse verwendet, weil der TTL-Konverter dort fest eingebaut ist. Wer mit einer Canon D-SLR fotografiert, kann im Tandembetrieb mit zwei Seaflash-Blitzgeräten an beliebigen UW-Gehäusen blitzbelichten. Seaflash-Geräte werden nur auf die Blitzprotokolle von Canon und Nikon ausgelegt.

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Der Nikonos-Blitzstecker ist der berühmteste und am weitesten verbreitet. Entwickelt wurde er von Nikon in den 70er Jahren des letzen Jahrhunderts. Nachteilig ist seine filigrane Struktur, wodurch es immer mal wieder zu Wassereinbruch kommt, wenn die Dichtungen nicht gepflegt werden oder man ihn nicht korrekt in die Blitzsteckdose einführt.


 

Blitzkabel

Das wasserdichte und druckfeste Synchronkabel ist ein eminent wichtiges Bauelement, denn über seine Kabelstränge wird der Blitz gezündet und dessen Lichtabgabe gesteuert. Blitzkabel werden bis auf wenige Ausnahmen generell in Spiralform (lassen sich bei Bedarf dehnen!) ausgeliefert.

Etwas Pflege und sorgsamer Umgang sind erforderlich, denn wenn nur eines der im Inneren verlaufenden Kabel gebrochen ist, kann man nicht mehr TTL-blitzen. Weltweit werden etwa 7 unterschiedliche und nicht kompatible Blitzstecker und Blitzsteckdosen vertrieben. Weit verbreitet ist die Nikonos-Blitzsteckdose mit den entsprechenden Steckern. Die 5-poligen Anschlüsse sind allerdings etwas filigran und deshalb auch anfällig bei ruppiger Behandlung.

Wer die Verbindungen hektisch und linkisch zusammenfügt, kann Pins verbiegen und sogar abbrechen. Nicht gerade erbaulich sind die unterschiedlichen Modifikationen der Hersteller. Aus Kostengründen werden Stecker und Buchsen oft selbst gefertigt. Leider nicht immer mit besonderer Sorgfalt bei den Toleranzen. Außerdem sind Nikonos-Stecker und Nikonos-Buchse bei Wassereinbruch nicht mehr im TTL-Betrieb zu gebrauchen.

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Kaiserschnapper in der Lembeh-Strait! Wenn die Jungfische auf kahlem Lavasand leben, dann suchen sie Schutz in großen Seeigeln. Als adulte Tiere ziehen sie sich in Gruppen in die Tiefen des Freiwasser zurück. Oft leben sie in über 50 m Tiefe. Ihre Schuppenstruktur wandelt sich dann komplett in ein unifarbenes Rot.


 
Um diesem Dilemma zu entgehen, wurde in den 90er Jahren nach einer robusten Alternative gesucht. Das Resultat ist der S6-Stecker, der gemeinsam von Seacam und Subtronic entwickelt wurde.

Er besitzt 6 Pole (notwendig für Canon-TTL) und ist deutlich praxisgerechter in seiner Handhabung als die Nikonos-Verbindung, weil er irrtumsfrei gesteckt werden kann und selbst bei einer Salzwasserleckage nach Ausspülen mit Süßwasser weiter verwendet werden kann. Wer die Wahl hat, sollte ihn im UW-Gehäuse einbauen. Auch die Blitzgeräte von Seacam und Subtronic werden auf Wunsch damit ausgestattet. Allerdings sollte man sich ein Ersatzkabel zulegen, wenn man weite Urlaubsreisen plant. Denn der S6-Stecker ist nur im deutschsprachigen Raum verbreitet.

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Der S6-Stecker wurde entwickelt, um die TTL-Blitzsteuerung von Canon-Kameras auch unter Wasser zu gewährleisten. Weil er robuster und narrensicherer zu montieren ist, hat er im deutschsprachigen Raum dem Nikonos-Stecker bei Profigeräten das Wasser abgegraben.


Eigene Steckverbindungen pflegen Ikelite, Olympus, Sea & Sea und Patima. Sie sind nicht kompatibel mit anderen. Bei Ikelite und Sea & Sea ist das verständlich, weil hier die Blitzkabel auch für die hauseigenen Amphibienblitzgeräte konzipiert sind. Und die haben grundsätzlich andere Buchsen als die Blitzgeräte der in Europa gefertigten Mitbewerber.

Die konstruktiv größte und robusteste Blitzstecker/Buchsenverbindung kommt von Patima (koreanischer Gehäusehersteller). Ein Exote, aber extrem belastbar und praxisgerecht. Denn bei UW-Fotogeräten ist alles heikel und kritisch, was klein, zierlich und empfindlich ist. Wer unter Wasser fotografiert, bewegt sich in einem Lebensraum, der keine Konstruktions- und Fertigungsfehler verzeiht. Aber auch keine selbst verschuldeten.

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Büschelbarsch vor blauem Seestern! Solche Kontrast- und Farbbomben lernt man mit der Zeit zu erkennen, selbst wenn das Umfeld im Blaugrün versinkt. Belichtungstechnisch ist es mit der TTL-Blitzbelichtung etwas schwierig umzusetzen, weil der Fisch helle Schuppenanteile beinhaltet und der Seestern ein dunkles Blau aufweist. Oftmals führt nur die manuelle Blitzbelichtung zum perfekten Bild.


In diesem problematischen Umfeld offeriert auch der Kamerahersteller Olympus eine eigene Blitzsteckerverbindung an seinen UW-Gehäusen. Etwas unverständlich, weil es ja bereits vernünftige Alternativen gibt. Der Olympus-Connector ist von allen der sensibelste, weil er noch kleiner ist als die Nikonos-Buchse.

 
Zu allem Unglück besteht er auch noch aus Kunststoff, der beim hektischen Hantieren oder unglücklichen Montieren des Kabelanschlusses abbrechen kann. Die meisten Käufer von Original-Olympus-Gehäusen lassen deshalb die Buchsen-Steckerverbindung gegen eine Nikonos- oder S6-Buchse bei www.mike-dive.de austauschen, einschließlich der Kabelverbindung.

Generell ist aber zu sagen, dass die Original-Olympus-Synchronkabelverbindung in Kombination mit einem Olympus System- oder Amphibienblitzgerät, wenn an der D-SLR das Unterwasserprogramm vorgewählt wird, zu ganz passablen Blitzbelichtungen fähig ist.

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Nass-Stecker werden nur von Profis geordert. Man kann sie gefahrlos unter Wasser ziehen und wieder stecken, trotzdem zündet das Blitzgerät. Im Prinzip kann man das Blitzgerät unter Wasser von einem UW-Gehäuse an das nächste montieren. Aber das macht heutzutage kaum noch jemand. Eine TTL-Blitzsteuerung ist zudem nicht möglich. Weil sie sehr teuer sind, ist ihre Verbreitung eher bescheiden.


 

Blitzarme

Der Blitzarm ist ein etwas vernachlässigtes Bauteil, das in seiner Wirkungsweise oft unterschätzt wird. Aber ohne Blitzarm kann man das System- oder Amphibienblitzgerät nicht positionieren.

Wenn der Blitzarm keine vernünftige und schnelle Verstellung garantiert, ist man beim Ausrichten auf schwimmende Motive in einer misslichen Lage, denn die Motive warten nicht, bis man sich selbst und die Fotogerätschaft gemächlich und mit viel Gedöns in Position gebracht hat. Blitzarme sollten auch nicht zu massig und zu schwer sein, weil sie sonst den Abtrieb der Gerätschaft negativ beeinflussen.

 
Pilzkoralle mit ausgefahrenen Polypen. Auch, wenn das Hauptaugenmerk vordergründig bei der korrekten Blitzbelichtung liegen soll, darf man die Bildgestaltung nicht vergessen. Diagonale Linien heben die Stimmung. So ausgefahren sieht man die Korallenpolypen nur an dunklen Stellen im Riff oder bei Nacht.

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Bei Blitzarmen haben sich sogenannte Kugelgelenkarme weitgehend durchgesetzt. Die Gelenke werden bei diesem Blitzarmtyp mittels Kugeln (Alu, Stahl oder Kunststoff) bewegt. Als Friktion (Reib- und Pressmaterialien) dienen meistens O-Ringe, die aber den Nachteil besitzen, dass das Material mit der Zeit rissig wird.

Preiswerte Kugelgelenkarme bedienen sich oft einer Kunststoffreibung, mit der aber schwere Amphibienblitzgeräte nicht immer in Position gehalten werden können. Insbesondere nicht an Land. Den besten, stabilsten, aber auch teuersten Blitzarm baut www.seacam.com. Seine Friktion wird durch Bremsscheiben (ähnlich wie beim Auto) gewährleistet. Diese halten jedes Blitzgerät bombenfest in allen Lagen. Durch leichtes Lösen des Pressdrucks an den Gelenken kann man den Blitzarm schnell und zügig verstellen.

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Blitzarme sind ein wichtiges Bindeglied. Sie tragen das Blitzgerät, müssen flexibel sein und sich unkompliziert verstellen lassen. Kugelgelenkarme haben sich in diesem Bereich weitgehend durchgesetzt. Mit den unterschiedlichen Längen der Gelenkarme kann man den Blitzarm seinen Bedürfnissen anpassen. Die maximale Länge sollte aber 0,7 bis 0,8 m nicht überschreiten, weil sonst die Unhandlichkeit der Ausrüstung ein Maß annimmt, das nicht mehr sinnvoll zu bewältigen ist.


 
Der vielleicht interessanteste, aber auch individuellste Blitzarm kommt sicherlich von www.subtronic.de. Ihn gibt es auf Wunsch mit integrierten Akkus, was die hauseigenen Amphibienblitzgeräte beim Positionieren leicht und wendig macht und bei Sicherheits-Checks am Flughafen für Erleichterung sorgt.

Denn Subtronic-Blitzgeräte sind hermetisch verschlossen, lassen sich also nicht öffnen. Und das hat schon für so machen Ärger gesorgt. Ohne eingebaute Akkus sind die Chancen größer, unbehelligt durch die Kontrollen zu kommen. Noch besser sind bei den Flughafenkontrollen allerdings austauschbare Akkus im Blitzgerät.

Mit speziellen Armgelenken kann man die Blitzarm-Akkus von Subtronic hinsichtlich der Kapazität noch ausbauen. So toll diese Idee ist, es bleibt der Nachteil, dass man beim Kauf eines entsprechenden Subtronic-Blitzgerätes auch den Blitzarm mitkaufen muss. Denn dieser lässt sich hinsichtlich der Akkuverwendung nur an Subtronic-Blitzgeräte adaptieren. Blitzarme anderer Hersteller können mit beliebigen Amphibienblitzgeräten und Systemblitzgehäusen beaufschlagt werden.

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Zander unter einem Steg! Ein schwierig zu belichtender Fisch, weil seine Schuppen metallisch schimmern und reflektieren. Die besondere Stimmung dieses Bildes kommt vom Hintergrundlicht und der Eigenfarbe des Wassers. Zander besitzen in den Augen Restlichtverstärker. Damit können sie im Dämmerlicht so gut sehen wie Katzen. Große Exemplare werden 1,3 m lang. Wenn man ihrem Laichplatz zu nahe kommt, greifen sie an. Und das kann für den Taucher blutig enden.


 
Kabelblitzen ist eine Technik, die nur von sehr wenigen UW-Fotografen gepflegt wird. Denn sie ist umständlich, schwierig und auch etwas kompliziert umzusetzen. Außerdem kann man diese Blitztechnik nur mit einer verständnisvollen und perfekt tauchenden Partnerin durchzuführen. Man muss aufpassen, dass das Kabel nicht zu offensichtlich durch das Bild hängt und sich auch nicht an Korallen verfängt. Der Kabelblitz muss auf die richtige Lichtstärke eingestellt sein und die Entfernung muss passen.

Nichts für Einsteiger, aber interessant für experimentierfreudige UW-Fotografen. Das Kabel sollte mindestens 5 bis 7 m lang sein. Dann ist es allerdings so teuer wie eine D-SLR.

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Kommentare
Portrait von Schnappschießerin
  • 10.03.2016 - 20:43

Viel Infos zur Technik an sich. Für mich etwas zu komplex. Aber doch auch hilfreich!

Portrait von photon38
  • 08.02.2013 - 13:14

sehr hilfreich, vielen Dank!

Portrait von weblog
  • 24.08.2010 - 13:51

Schöner Artikel, aber es fehlen die wichtigen Infos, die ich von einem Tutorial erwarte! Das mindeste wäre, bei den Bildern die Daten zu publizieren, also Verschlusszeit, Blende und beim Blitz TTL/Manuel, Leistung.

Portrait von Marroc
  • 14.04.2010 - 03:41

Super Tutorial - sowas habe ich lange gesucht

Portrait von siegfriedmeyer
Portrait von tomcat13
  • 07.08.2009 - 17:33

Trotz Techniklastigkeit verständlich, super!

Portrait von barri
  • 23.06.2009 - 09:51

kann mich meinen vorrednern nur anschließen ;-)

Alternative Portrait

User hat PSD-Tutorials.de verlassen

  • 18.06.2009 - 22:02

Immer wieder schön:-)

Portrait von andreast
  • 18.06.2009 - 07:00

Sehr gut gemacht! Sehr schöne Farben der Bilder!Danke!

Portrait von RalfK123
  • 16.06.2009 - 14:21

Eine ganz eigene Welt wunderschön präsentiert. Danke!

Portrait von w2kecke
  • 16.06.2009 - 13:46

Klasse Tutorial, ich hoffe das ich dies auch irgendwann mal in voller Fülle anwenden kann ;-)

Portrait von welte
  • 16.06.2009 - 13:09

Super. Danke für das fundierte Wissen. Und wunderschöne Farben.

Portrait von Rawija
  • 16.06.2009 - 11:26

einfach super!!!!!!!!

Portrait von gaucho99
  • 14.06.2009 - 17:58

tolle fotos fotografiere selbst UW und weiss wie schwierig solche foto zu machen sind

Portrait von _Ina_
  • 13.06.2009 - 19:57

Super schöne Bilder und sehr informativ!

Portrait von jschweitzer
  • 13.06.2009 - 16:51

auch wenn ich nicht vorhabe unterwasserfotografie in naher zukunft zu machen, das tut ist echt genial gemacht: schöne bilder, gute erklärungen, … / ich weiß jetzt einiges mehr über Unterwasserfotografie / danke für die mühe :) // lg

Portrait von Tom321
  • 13.06.2009 - 12:05

Vielen Dank für die Bemühung

Portrait von Jana_MG
  • 12.06.2009 - 16:09

Wunderschöne Bilder!!

Portrait von roman2
  • 12.06.2009 - 12:57

einfach nur genial !!!!!!!!!!!!!


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