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Tutorialbeschreibung

Grafikbearbeitungs-Workshop Teil 3 - Drucken und Druckformate mit Bildformatübersicht

Grafikbearbeitungs-Workshop Teil 3 - Drucken und Druckformate mit Bildformatübersicht

1. Auflösung und Bilder für den Ausdruck

Bei Bildern, die für den Ausdruck gescannt werden sollen, ist die Ermittlung der richtigen Auflösung etwas schwieriger. Generell kann gesagt werden: Die einzig richtige Auflösung gibt es nicht. Trotzdem ist es wichtig, sich an bestimmte Richtwerte zu halten, weil sonst ein gutes Ergebnis dem Zufall überlassen bleibt.

Bei Farb- und Halbtonvorlagen, die ihre Originalgrösse beibehalten sollen, ist es sinnvoll eine Auflösung von 254 dpi zu wählen.
Im Strichvorlagenmodus muss hingegen eine weitaus höhere Auflösung gewählt werden, weil sonst Treppeneffekte entstehen. Hier ist eine Auflösung von 800 dpi ein guter Richtwert.

1.1 Auflösung und Bilder für den Monitor

Sollen Vorlagen gescannt werden, die für den Monitor bestimmt sind, ist es sinnvoll eine Auflösung von 150 bis 300 dpi zu wählen
Für die Darstellung am Monitor bedeutet das, dass der Scan mit 300 dpi entsprechend grösser dargestellt wird als es in Original ist. Soll das Bild letztendlich wieder in Originalgrösse auf dem Monitor ausgegeben werden, wird es nach dem Bearbeiten auf 72 bzw. 96 dpi runtergerechnet
Für die Darstellung am Monitor zählt allein die Anzahl der Pixel.

1. 2. Auflösung und Bilder für den Druck

Soll eine Bilddatei in der Druckerei gedruckt werden, muss der lpi-Wert berücksichtigt werden. Lpi (lines per inch) ist die Masseinheit für das Druckraster. Diese lpi-Werte sollten immer vorher mit der Druckerei abgesprochen werden.

Die Tabelle gibt eine Übersicht über die gängigen Werte.

Übliche Rasterweite

53 lpi (21l/cm)

75-85 lpi (29-33 l/cm)

100 lpi (39 l/cm)

150-200 lpi (59-79 l/cm)

Übliche Geräteauflösung der Ausgabegeräte für diese Rasterweite

300 dpi Laserdrucker

635 dpi Belichter

600 dpi Laserdrucker

1270 dpi (500 l/cm) Belichter

2540 dpi (1000 l/cm) Belichter

Das mögliche Druckverfahren

Laser/ Offsetdruck

Laser/ Offsetdruck

Offsetdruck

Offsetdruck

Papier

Jedes

Jedes

Jedes

Gestrichenes

Anwendung

Kleindrucksachen Ohne Fotos

Graustufenbilder max. für Tageszeitungen, gute Schriftqualität,

Graustufenbilder in mittlerer Qualität, hohe Schriftqualität

Hochwertige Drucksachen



Dies ist eine einfache Formel zur Ermittlung der Bildauflösung in dpi:

Rasterweite (lpi) x 2 = optimaler dpi-Wert

Rasterweite (lpi) x 1,5 = ausreichender dpi-Wert


1.3 Verschiedene Arten zum Scannen

Abgesehen von der physikalischen Beschaffenheit der Vorlage, gibt es noch andere Vorlagetypen. Sie beziehen sich auf die Farbigkeit des jeweiligen Bildes. Handelt es sich beispielsweise um eine Farb- oder Schwarzweissfotografie oder auch eine Zeichnung. Bei diesen sogenannten Scanmodi wird zwischen Strichzeichnung, Halbtonvorlage (Schwarzweiss Bilder) und Farbvorlage unterschieden. In der Regel sind diese drei Modi als Einstellung in der Scansoftware vorhanden. Es ist jedoch meistens nicht allein mit der richtigen Einstellung, getan, die anderen Einstellungen müssen ebenfalls der Vorlage angepasst werden. Ausserdem ist es manchmal sogar sinnvoll einen anderen Modus, der nicht der Vorlage entspricht, einzustellen.

1. 4 Modus Strichvorlage

Alle Vorlagen, die nur aus den Farben Schwarz und Weiss bestehen, also keine abgestuften Tonwerte enthalten, werden als Strichvorlagen bezeichnet. Beim scannen im Modus Strichvorlage werden, je nach Helligkeit, alle Bildteile entweder in schwarzen oder weissen Bildpunkten angelegt. Hierbei soll unbedingt beachtet werden, dass das Bild wirklich keine Graustufen oder Farben enthält, ähnlich wie bei Fotokopien führt auch farbiges Papier zu schlechten Ergebnissen.

Ausserdem ist es wichtig eine ausreichend hohe Auflösung zu wählen, weil sonst an den Übergängen Treppeneffekte entstehen. Zu empfehlen ist eine Auflösung von 800 dpi. Zusätzlich beeinflusst der Schwellwert das Scanergebnis. Dieser Wert legt fest , wie dunkel die Farbe auf dem Bild sein muss, damit der Scanner sie als schwarzen Bildpunkt definiert.
Eine Bilddatei, die nur aus schwarzen und weissen Pixeln besteht wird als Bitmap bezeichnet.

1.5 Graustufenmodus

Bilder, die nur aus einer Farbe und deren Helligkeitsabstufungen bestehen werden als Halbtonbilder bezeichnet. Dies sind Schwarzweissfotos, Schwarzweissnegative oder auch einfarbig farbige Bilder. Beim Scannen im Graustufenmodus legt der Scanner die Helligkeitsabstufungen des Bildes in Grauwerten an. Die entstandene Bilddatei liegt im Graustufenmodus vor, das heisst sie hat nur einen Farbkanal.

Bei einfacheren Scannern kann es sinnvoll sein, auch Strichzeichnungen im Graustufenmodus zu scannen. Es muss nicht eine so hohe Auflösung eingestellt werden, weil durch die Grauwerte die Treppeneffekte ausgeglichen werden. Im Bild-bearbeitungsprogramm kann die Bilddatei mit Tontrennung in ein Bitmap umgewandelt werden.

2. Farbmodus

Sollen von farbigen Bildern farbige Scans erzeugt werden, wird im Farbmodus gescannt. Das Ergebnis sind RGB-Bilder, die die drei Farbkanäle Rot, Grün und Blau enthalten. Die RGB-Farben sind Lichtfarben. Es ist die Farbsprache von Computern, Scannern und Fernsehbildschirmen sowie von anderen elektronischen Geräten, die Farben darstellen indem sie selbst leuchten.

 Einige Scanner enthalten auch auch den CMYK-Modus, das heisst das gescannte Bild wird unmittelbar nach dem Scanvorgang in die druckbaren Farben Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarz) umgewandelt. Diese Einstellung ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, weil bei einer Umwandlung von RGB nach CMYK - auch Farbseparation genannt - Farbinformationen verloren gehen. Es ist immer sinnvoller ein Bild im RGB-Modus zu scannen und auch zu bearbeiten und erst als letzten Arbeitsschritt in CMYK umzuwandeln.

2.1 Spezialformate für den Druck - TIF und ESP

In der Bildbearbeitung ist eines der wichtigsten Spezialformate für den Druck das TIF (Tag Image File Format). Das TIF ist das am weitesten verbreitete Format für Bilder, die gedruckt werden sollen. Es wurde entwickelt, um den Plattformaustausch zwischen Mac- und PC-Benutzern zu ermöglichen.

Ein TIF wird erstellt über den Menüpunkt Datei / Speichern unter... . Im unteren Popup-Menü wird TIF angewählt. Es öffnet sich ein Fenster, in dem die Plattform ausgewählt wird - IBM-PC oder Macintosh. Dieses Fenster bietet auch die Möglichkeit das TIF-Format mit der verlustfreien LZW-Methode zu komprimieren und somit den Speicherbedarf zu verkleinern.



Ein weiteres wichtiges Format für den Druck von Bilddatein ist das Photoshop EPS. Ursprünglich wurde es für Vektorgrafiken entwickelt und dann für Pixelbilder erweitert. Wie das TIF ermöglicht es einen plattformübergreifenden Austausch. Darüber hinaus kann es wichtige druckspezifische Informationen enthalten, über die das TIF nicht verfügt.

Die wichtigsten Dateiformate

TIF (Tagged Image File)-Format

Vorteile:

quasi plattformübergreifendes Standarddateiformat für "digitale Master"

unterstützt viele Farbräume u.a. RGB und LAB

kann ICC-Profile einbetten

kann Datei-Informationen im Header enthalten

eine verlustfreie Komprimierung ist möglich mit LZW (Lempel-Ziv-Welch)-Algorithmus

verlustfreie Komprimierung für 1 Bit Bilder im TIFF-G4-Format

Nachteile:

nicht geeignet für die Einbindung in Präsentationen mit Internet-Technologie (kann von den aktuellen Web-Browsern nicht dargestellt/verarbeitet werden)

Komprimierungsrate ist zu gering für Online-Präsentationen

JPEG (Joint Photographic Experts Group)-Format

Vorteile:

quasi Standardformat für „digitale Nutzungsformen" im Internet

gute Komprimierung (Kompressionsrate zwischen 10:1 und 100:1)

Interlace-Effekt, 3-5 Durchgänge nach Wahl

mögliche Farbtiefe bis 24 Bit

kann ICC-Profile einbetten

Nachteile:

verlustbehaftete Kompression

Komprimierung führt zu Bildartefakten wie verschwommenen Kanten, Moiré-Mustern, blockartigen Störartefakten und falscher Farbdarstellung

zeichnet weich, somit für Schriften, Strichgrafiken und scharfe Konturen eher ungeeignet (das Weichzeichnen eines Bilder ergibt einen besseren Komprimierungsfaktor; je größer der Kontrast im Bild ist desto schlechter der Komprimierungsfaktor)

Bei jedem Abspeichern einer Datei verschlechtert sich die Qualität, weil die Kompressionsfilter von neuem angewendet werden

verwendet die Farbtiefe des Monitors, daher entsprechende Dateigröße bei der Darstellung im Browser (bei leistungsschwächeren Computern: lange Verarbeitungszeit, Speicherprobleme)

unterstützt keinen LAB-Farbraum

GIF (Graphics Interchange Format)-Format

Vorteile:

hardwareübergreifendes Format

gute Abbildungsqualität für Texte und Konturen (Bildschärfe)

Nachteile:

lizenzpflichtiger LZW-Komrimierungsalgorithmus

nur für bis zu 8 Bit-Farbtiefe geeignet, daher nur für bitonale und Halbtonvorlagen sinnvoll

PNG (Portable Network Graphics)-Format

Vorteile:

plattformübergreifendes Dateiformat

enthält einen verlustfreien LZ77-Komprimierungsalgorithmus (verwandt mit ZIP-Packer-Format), der im Gegensatz zu demjenigen des GIF-Dateiformats nicht lizenzpflichtig ist und mit verschiedenartigen Filtern arbeitet

eignet sich sowohl für digitale Master als auch digitale Nutzungsformen

unterstützt hohe Farbtiefen (16 Bit für Graustufenbilder und bis zu 48 Bit für Farbbilder, wird aber bisher von Adobe Photoshop 5.0 noch nicht unterstützt; im Vergleich: GIF ist auf 8 Bit begrenzt!)

unterstützt indizierte Farben, d.h. Farbpaletten (z.B. 256 Farben/Graustufen)

kann Datei-Informationen mit abspeichern

unterstützt einen linearen und schrittweisen Bildaufbau (bereits bei 20-30% der übertragenen Bilddaten ist der Bildinhalt erkennbar, bei GIF sind 50% notwendig)

Angaben zum Gamma-Faktor (Abweichung bezüglich des Helligkeitswertes) und zur Farbtemperatur (d.h. des Verhältnisses von Blau zu Rot) können mit abgespeichert werden (Empfänger kann sein Display entsprechend kalibrieren, so daß das Bild mit identischem Kontrast-/Helligkeitswert und Farbverlauf erscheint)

Nachteile:

ältere Webbrowser unterstützen noch kein PNG-Format

keine so hohe Komprimierung wie bei JPEG oder Wavelet-Dateiformaten

bisher keine Unterstützung des geräteunabhängigen LAB-Farbraums

bisher können keine ICC-Profile eingebettet werden

im Gegensatz zu GIF nicht animierbar

Somit wären die Workshops abgeschlossen. Ich hoffe ihr habt einiges Grundlegendes über Grafiken gelernt. Natürlich hätte ich noch 100 andere Themen anschneiden können, dann wäre das ganze aber keine einführung mer gewesen! Hir drin steht wirklich nur das Grundlegende, das man im Umgang mit Bildern & Grafik kennen sollte.

Greez


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Kommentare
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Portrait von Mareia
  • 25.10.2011 - 15:43

Danke für die klare und leicht verständliche Darstellung!

Portrait von alexooo90
  • 23.03.2011 - 10:45

sehr schön, gut zusammengefasst

Portrait von johanna52
  • 25.02.2011 - 10:12

danke für dieses übersichtliche Tut

Portrait von PasstScho83
  • 20.11.2010 - 23:33

vielen danke sehr hilfreich

Portrait von PasstScho83
  • 20.11.2010 - 23:27

vielen danke sehr hilfreich

Portrait von steffi007
  • 30.09.2010 - 13:41

super hilfe, dankeschön.

Portrait von Damaris89
  • 30.06.2010 - 11:08

Vielen Dank! War eine tolle Hilfe!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 02.12.2009 - 15:05

super, sehr hilfreich, dankeschön :)

Portrait von lichtwerker
  • 18.11.2009 - 14:22

soweit ein tolles Tutorial. Hat mir weiter helfen können

Portrait von xXChrissyXx
  • 17.09.2009 - 14:03

Vielen Dank für den Beitrag ^^
sehr nützlich

Portrait von heipam64
  • 22.01.2009 - 15:01

Toller Tut! Ich bin noch absoluter Anfänger und beiße mich gerade so durch, weil ich die Einladungen für meinen Sohn zur Konfirmation selber machen möchte. Da kommt mir so eine Übersicher gerade recht.

Portrait von winkler
  • 04.08.2008 - 23:57

Nützlich für Einsteiger.

Portrait von SpFotos
  • 23.02.2008 - 22:00

super tut echt nützlich

Portrait von Boosterservice
Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 18.09.2007 - 10:01

Sehr interessant Tut. Konnte noch einiges an Wissen mitnehmen.

Portrait von Bimpf
  • 21.11.2006 - 08:34

Danke für die Mühe, wirklich hilfreich!

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 11.09.2006 - 12:54

Nette Übersicht, sehr nützlich.

Freundliche Grüße

Portrait von Sabu
  • 09.06.2006 - 10:18

Sehr interessant!
Obwohl ich als bei Zeichnungen auch schon mit einer Auflösung von 300 dpi bei Strichzeichnungen schöne Ergebnisse erzielt habe und nicht auf eine Auflösung von 800 dpi angewiesen war. Aber hier trennen sich wohl die Wege zwischen Hobby und Profi.

Portrait von Axl79
  • 26.04.2006 - 03:34

Klasse Workshop, sehr nützlich

Alternative Portrait

-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)

  • 07.01.2006 - 16:31

Ziemlich trockener Stoff, ziemlich aufklärend, danke für die Mühe.

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