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Tutorialbeschreibung

Javascript und Ajax - Webbrowser

Javascript und Ajax - Webbrowser

In diesem Kapitel werden dir die verschiedensten Browser vorgestellt. Dir werden die Vor-, aber auch die Nachteile beigebracht und wie du damit umgehen kannst. Am Ende des Kapitels werden dir die Marktanteile der Browser veranschaulicht und prozentual dargestellt.


Das nun folgende Tutorial ist ein Auszug aus der 7. Auflage des Buches: JavaScript und Ajax von Christian Wenz.
Die Veröffentlichung des Kapitels erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Galileo Press.

Kapitel 2 Webbrowser

JavaScript ist eine so genannte clientseitige Programmiersprache. Das heißt, JavaScript-Programme werden im Webbrowser ausgeführt. Dies wird dadurch möglich, dass JavaScript in HTML eingebettet wird. HTML-Dateien können also JavaScript-Code enthalten. Wenn Sie im World Wide Web unterwegs sind, ist auf der Mehrheit der Seiten, die Sie aufsuchen, JavaScript enthalten.

Nicht jeder Browser unterstützt JavaScript, aber die meisten gebräuchlichen Browser tun es. Zunächst ist es interessant zu wissen, welche Webbrowser überhaupt zurzeit gebräuchlich sind.

2.1 Netscape Navigator (und Konsorten)

Der wohl erste weithin bekannte Webbrowser ist der Netscape Navigator, der seit Mitte der 90er Jahre für verschiedenste Plattformen verfügbar ist. Als Nachfolger des Mosaic, des Urvaters aller grafischen Webbrowser, war er der erste Webbrowser mit JavaScript-Unterstützung, denn Netscape selbst hat JavaScript erfunden und geschaffen, um die (beschränkten) Möglichkeiten von HTML zu erweitern. Anfangs hieß die Programmiersprache noch LiveScript, was aber die Marketingabteilung von Netscape nicht sonderlich schick fand. Die »Rettung« kam in Form der Firma Sun, die mit ihrer als plattformunabhängig konzipierten Programmiersprache Java Furore machte. Der clevere Schachzug von Net-scape bestand darin, den Namen »Java« zu lizenzieren, und schon hieß die Programmiersprache JavaScript. Zugegeben, die Sprachsyntax (Vorschriften, wie ein Programm auszusehen hat, Namen von Kommandos etc.) ist ähnlich, aber ansonsten haben die Sprachen Java und JavaScript nichts, aber auch gar nichts miteinander gemeinsam. Das ist leider auch heute, fast zehn Jahre später, noch nicht überall bekannt, und »Fachleute« reden von Java, meinen aber JavaScript. Die Namensgleichheit ist also eine Marketingmaßnahme und hat keinen technischen Grund.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, Java und JavaScript zusammenarbeiten zu lassen. In Kapitel 24 wird verraten, wie.

Aber zurück zur Historie des Netscape-Browsers: Version 2 führte JavaScript ein, Version 3 erweiterte die Möglichkeiten. Beispielsweise wurden Rollover-Effekte (auch Mouseover-Effekte genannt) möglich (siehe Kapitel 11). Version 3 gab es zudem als »Gold«-Version, in der auch ein Mailprogramm enthalten war. Netscape hatte damals erkannt, dass eine Kundenbindung an den Browser auch dadurch erzielt werden kann, dass Browser und Mailsoftware untrennbar miteinander verbunden sind. So öffnen sich Links in Mails direkt im zugehörigen Browser.

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Abbildung 2.1     Lang’ ist’s her: Netscape 0.9 beta (nicht JavaScript-fähig)

Version 4 führte zunächst eine Namensänderung ein: Der Browser als Standalone-Produkt hieß weiterhin »Netscape Navigator«; das gesamte Paket inklusive Mailprogramm, Adressbuch und (eine Zeit lang) Terminverwaltung wurde »Netscape Communicator« getauft. Die Entwicklung des Navigator-Produkts, also ohne kundenbindende Zusatzkomponenten, wurde allerdings bald eingestellt; Version 4.08 war die letzte ihrer Art. Das Communicator-Paket dagegen erfuhr auch im Jahre 2003 noch ein Update, wenngleich auch vermutlich das allerletzte: Mit Version 4.8 dürfte die Entwicklung ihr Ende gefunden haben, auch wenn einige Bugs seit Jahren bekannt und unbehoben sind.

Für den JavaScript-Programmierer ist der Netscape 4 insbesondere in Hinblick auf die JavaScript-Unterstützung häufig ärgerlich. Netscape hat in dieser Version einige neue, proprietäre (eigene) Erweiterungen eingeführt. Diese fanden teilweise so wenig Zustimmung, dass sie in keinem anderen Browser und auch in keiner neuen Netscape-Version weitergeführt wurden. Häufig bedurfte es einiger Kraftakte, JavaScript-Programme auch auf dem Netscape 4 zum Laufen zu bringen. Anfangs war das noch kein Problem – Netscape 4 war der Marktführer. Das sollte sich jedoch bald ändern, und ab diesem Zeitpunkt wurde es ein Problem.


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Abbildung 2.2     Ursache vielen (JavaScript-)Übels: Netscape 4

In der Folgezeit ist einiges passiert. Die Firma Netscape wurde von AOL gekauft, und die Entwicklung des Netscape-Browsers wurde zunächst eingestellt. Allerdings wurde ein neuer, zu dieser Zeit noch als revolutionär zu bezeichnender Ansatz gewählt: Das Open-Source-Projekt Mozilla (http://www.mozilla.org/) wurde aus dem Boden gestampft. Sein Ziel sollte es sein, einen neuen Netscape-Browser zu entwickeln. Das Wörtchen »Netscape« taucht auf den Mozilla-Seiten selten auf, allerdings sind es größtenteils Netscape- bzw. AOL-Mitarbeiter, die sich an der Entwicklung beteiligen. Als schließlich die ersten Mozilla-Versionen erschienen, war der Marktanteil des Netscape bereits im einstelligen Bereich, denn zu lange hatte sich bei diesem Browser nichts getan. In ihrer Verzweiflung veröffentlichten die AOL-Verantwortlichen eine »Netscape«-Version des Mozilla. Um mit der damals aktuellen Version des Internet Explorer gleichzuziehen, erhielt dieser Netscape die Versionsnummer 6. In Hinblick auf die Produktqualität war diese Version leider ein totaler Reinfall: Die JavaScript-Unterstützung wies zahlreiche Fehler auf, und der Browser war langsam, schwerfällig und stürzte zudem häufig ab. Der Image-Verlust war enorm, und auch Netscape-Enthusiasten geben heute unverwunden zu, dass Version 6 wirklich schlecht war (was sie nicht daran gehindert hatte, Jahre zuvor jede und jeden zu verteufeln, sollte ein böses Wort gegen den Netscape 6 gesagt werden). Version 7, die einige Zeit später erschien, war deutlich besser, und die nächste Version 7.1 war wirklich gut. Eine wenig veränderte Version 7.2 folge kurze Zeit später. Doch sie kam vermutlich zu spät. Der Marktanteil ist weiter stetig gesunken, und AOL hat sich außerdem von einer Reihe von Netscape-Mitarbeitern getrennt. Der vorerst letzte Akt in diesem Trauerspiel: Es wurde eine »Mozilla Foundation« gegründet, die sich um die weitere Entwicklung des Open-Source-Projekts kümmern soll. Für den Netscape jedoch hat wohl die letzte Stunde geschlagen: Zwar erschien noch eine Version 8 (mit kontrovers farbigem Layout), doch das ist aller Voraussicht nach die letzte des einstigen Klassenprimus (und sie besitzt einige empfindliche Sicherheitslücken). Schade, denn die neuen Versionen sind in Hinblick auf die JavaScript-Unterstützung vorbildlich, und der Browser ist auch nicht mehr so langsam wie früher. Allmählich werden auch die Horden von Bugs unter Kontrolle gebracht. Die Zukunft wird zeigen, ob und wie die Weiterentwicklung ohne größere AOL-Unterstützung laufen wird.

Still und heimlich hat sich jedoch eine wahre Nummer 2 auf dem Browsermarkt etabliert. Nachdem die Kritik über das große und unübersichtliche Mozilla-Projekt lauter wurde, hat ein separates Projekt einen eigenen Webbrowser erstellt, ebenfalls unter dem Dach von Mozilla. Seine Basis ist die Gecko-Engine, also das Herz von Mozilla, das für das Rendern von HTML (und auch für das Ausführen von JavaScript-Code) zuständig ist. Die Oberfläche allerdings ist eine eigene. Der Browser ist dadurch (relativ) schlank und erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit. Die Aktion »Spread Firefox« hatte so viele Spenden gesammelt, dass ganzseitige Anzeigen für den Browser in der New York Times und in der Frankfurter Allgemeinen geschaltet werden konnten. Mittlerweile ist der Firefox von allen Mozilla-basierten Browsern der erfolgreichste und jagt dem Marktführer Marktanteile ab. Bis zur Weltherrschaft ist es freilich noch ein langer Weg, denn einige der Schwächen von Mozilla, etwa dass einige Bugs schon seit Jahren auf Behebung warten, hat der Firefox-Browser auch geerbt.

Mozilla und Firefox gibt es für die wichtigsten Betriebssysteme. Für den Mac gibt es jedoch ein eigenes Mozilla-Subprojekt, das speziell auf diese Plattform optimiert ist: Camino, erhältlich unter http://www. mozilla.org/products/camino/. Wer auf Linux setzt und dabei Gnome als Fenster-Manager einsetzt, wird möglicherweise mit Galeon (http://galeon.sf.net/) glücklich, einer auf dieses System optimierten Mozilla-Variante. Egal, welche dieser Varianten Sie einsetzen: Wenn in diesem Buch von »Mozilla« die Rede ist, ist in der Regel ein beliebiger Mozilla-Browser gemeint. Gleiches gilt für Ihr Testsystem: Ein halbwegs aktuelles Mozilla-Derivat genügt.

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Abbildung 2.3     Die möglicherweise letzte Version: Netscape 8

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Abbildung 2.4     Mozilla speziell für Gnome: Der Galeon-Browser

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2.2 Microsoft Internet Explorer 

Der Microsoft Internet Explorer ist seit einiger Zeit unangefochtener Spitzenreiter im Browsermarkt. Zunächst hatte Microsoft bekanntermaßen das Internet »verschlafen«; die ersten Internet Explorer-Versionen 1.x und 2.x waren kaum zu gebrauchen. Mit dem Internet Explorer 3 änderte sich dies radikal. Der Browser wurde langsam, aber sicher konkurrenzfähig. Viele Eigenschaften des damals technologisch und auch in Sachen Verbreitung haushoch überlegenen (und in einer Beta-Version vorliegenden) Netscape Navigator 3 wurden integriert. Die Version 3 ist auch die erste Version des »IE«, die JavaScript unterstützt. Die Nachfolgeversion 4 schließlich schloss die technologische Lücke zum Netscape (die Versionsnummern waren lange Zeit gleich, Netscape 4 erschien annähernd zeitgleich zum IE 4). Aufgrund einiger Netscape-Macken (siehe den vorangegangenen Abschnitt) begann der IE mit dieser Version langsam, aber stetig an Marktanteilen zu gewinnen. Zusätzlich zu den technologischen Vorteilen (die mit den Nachfolgeversionen 5.0, 5.5 und 6.0 den Vorsprung noch vergrößern sollten) nutzte Microsoft auch geschickt, aber bedenklich, die Marktmacht auf dem Desktop: Der Internet Explorer ist bei Windows automatisch dabei, er kann nicht oder kaum entfernt werden, und mit etwas »Glück« verlangt eine neue Version von Microsoft Office oder einer anderen Anwendung eine neuere Browserversion.


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Abbildung 2.6     Der Marktführer: Microsoft Internet Explorer

Mittlerweile kann sich Microsoft über eine eindeutige Marktführerschaft freuen. Allerdings scheint sich auch hier die Browserentwicklung einem Stillstand zu nähern. Microsoft hat Mitte 2003 bekannt gegeben, dass Version 6.0 die wohl letzte sein wird. Diese Meinung wurde ein wenig revidiert. Die nächste Windows-Version, Windows Vista, enthält einen »IE7«, doch dieser wird wohl auch für Windows XP zur Verfügung stehen. Unter http://www.microsoft.com/windows/ie/downloads/ gab es zum Zeitpunkt der Drucklegung den ersten Release Candidate; eine finale Version wird gegen Ende 2006 oder Anfang 2007 erwartet. In Windows Vista wird der Internet Explorer 7 standardmäßig dabei sein.

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Abbildung 2.7     Internet Explorer 7 (als Beta-Version)

Der IE ist häufig im Zentrum der Kritik, weil er (auch aufgrund seiner großen Verbreitung im Markt) oft zum Ziel von Virenautoren wird. Wenn Sie Windows frisch installieren, ist der Internet Explorer anfällig! Abhilfe schafft ein regelmäßiger Besuch bei Windows Update oder Microsoft Update (http://update.microsoft.com/), um aktuelle Sicherheitspatches zu installieren.

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Abbildung 2.8     Microsoft Update ist fündig geworden.

Den Internet Explorer gibt es natürlich hauptsächlich für Windows, aber auch Mac-Versionen stehen zur Verfügung (http://www.microsoft.com/mac), allerdings alle mit der Versionsnummer 5. Auch hier ist die Entwicklung wohl an einem Endpunkt angekommen. Immerhin, die OS-X-Version ist neuer als die für OS 9 – aber was heißt das schon? Die Macintosh-Versionen hinken schon immer den Windows-IEs hinterher, und insbesondere die JavaScript-Unterstützung hat Lücken. Einen Internet Explorer 6 oder gar 7 wird es nach Microsoft-Aussagen nicht für den Mac geben (zu den Gründen siehe Abschnitt 2.5!).

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2.3 Opera

Nummer 3 im großen Browser-Reigen ist der kleine Opera-Webbrowser aus Norwegen. »Klein« deshalb, weil er in seinen früheren Versionen marketingtechnisch geschickt auf eine 1,44-MByte-Diskette kopiert werden konnte, so klein (und auch schnell) war er. Mittlerweile ist der Browser schon größer geworden, aber er ist immer noch äußerst schlank. Die JavaScript-Unterstützung ist spätestens seit Version 7 auch wirklich gut; Version 6 bot häufiger Anlass zum Ärgern aufgrund zahlreicher Fehler. Bei einem maximal einstelligen Marktanteil lohnt es sich hier nicht, alte, fehlerbehaftete Versionen weiterhin zu unterstützen, deswegen wird auch in diesem Buch der Fokus auf Version 9 gelegt (die sich beispielsweise einige XML-Funktionalitäten beim Mozilla-Browser abgeguckt hat).

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Abbildung 2.10     Der Opera-Browser

Opera war lange Zeit ein Browser mit eingeblendetem Pflicht-Werbebanner – wer das nicht wollte, musste 39 $ berappen. Mittlerweile ist Opera aber komplett werbefrei und kostenlos.

 

2.4 Konqueror

Das freie Betriebssystem Linux gewinnt immer mehr an Fahrt. Zwar ist es manchen Beschwörungen zum Trotz noch davon entfernt, Microsoft Windows auf dem Desktop abzulösen, aber trotzdem ist Linux »in«, und auf Servern hat es Microsoft längst abgehängt.

Für die grafische Darstellung der Desktop-Oberfläche ist der so genannte Fenstermanager zuständig. Zwar gibt es immer wieder Kleinkriege innerhalb der Linux-Gemeinde, welches System denn nun das beste sei, aber auch hier gibt es einen Marktführer: KDE (http://www.kde.org/). Ein Teil des Systems ist ein eigener Webbrowser, der Konqueror. Positiv für JavaScript-Entwickler ist, dass die Skriptsprache von Konqueror überaus gut unterstützt wird. Aufgrund des in Zukunft wohl noch weiter steigenden Marktanteils dieses Browsers ist also ein Linux-System für Sie als JavaScript-Entwickler Pflicht. Für ganz Faule gibt es sogar Linux-Distributionen, die von CD laufen und keine Installation benötigen. Bekanntestes Beispiel hierfür ist Knoppix (http://www.knoppix.de/). Für ernst zu nehmende Tests ist freilich eine »stationäre« Linux-Installation Pflicht. Unter http://www.linuxiso.org/ finden Sie CD-Images einiger Linux-Distributionen, oder Sie kaufen gleich eine Distribution inklusive Handbuch und Installationssupport.

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Abbildung 2.11     Der Linux-Browser Konqueror, Teil des KDE

 

2.5 Safari 

Die Beziehung zwischen Microsoft und Apple ist äußerst undurchsichtig. Apple-Chef Steve Jobs präsentierte vor ein paar Jahren Bill Gates als Retter seines Unternehmens (Microsoft erstand damals Apple-Anteile und spülte so Geld in Jobs’ damals arg leere Kassen), allerdings ist Microsoft einer der ärgsten Hauptkonkurrenten auf dem Markt. So passt es auch, dass der Internet Explorer bei Mac OS sowie OS X automatisch mit dabei ist, Apple aber seit 2003 ebenfalls einen eigenen Webbrowser anbietet. Sein Name ist Safari, und er steht nur für OS X zur Verfügung. Der Grund: OS X basiert auf UNIX, die Nähe zu Linux ist insofern offensichtlich. Apple hat nun keinen neuen Browser von Grund auf programmiert – dies wäre in Anbetracht des technologischen Vorsprungs der Konkurrenz auch ein unkalkulierbares Risiko –, sondern hat einfach den Konqueror auf OS X portiert! So profitieren gleich zwei Gruppen von dieser Entwicklung: Das Konqueror-Projekt (bzw. die KDE-Entwickler) profitiert von Fixes und unter Umständen auch von veröffentlichten Erweiterungen der Apple-Techniker am Konqueror; und Apple selbst freut sich natürlich über einen verfügbaren, frei einzusetzenden Webbrowser sowie über eine große Anzahl von Programmierern, die den Konqueror gratis weiterentwickeln. Die Macintosh-Plattform ist, allen Unkenrufen zum Trotz, nicht totzukriegen und insbesondere in Werbeagenturen sehr weit verbreitet. Der Safari ist also ein Webbrowser, den es – wie den Konqueror auch – zu beobachten gilt. Microsoft selbst begründet seinen Rückzug der Mac-Version des Internet Explorers mit der Verfügbarkeit von Safari.

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Abbildung 2.12     Apples eigener Browser: Safari (auf Konqueror-Basis)

Von diesen fünf Browsern einmal abgesehen, gibt es nur noch wenige Browser mit einer nennenswerten JavaScript-Unterstützung. Sun hat den HotJava-Browser im Angebot, einen komplett Java-basierten Webbrowser, der allerdings überhaupt keine nennenswerte Verbreitung (und auch keine besonders nennenswerte JavaScript-Unterstützung) aufweist. Fazit: Die zuvor genannten Webbrowser werden für ein professionelles Testsystem benötigt, weitere noch nicht, zumindest zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

 

2.6 Marktanteile 

»Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast« – dieser Spruch wurde lange Zeit irrtümlich Winston Churchill zugeschrieben. Trotzdem ist an dieser Aussage etwas dran, denn je nach ideologischer Ausrichtung einer Website und deren Zielgruppe sind die Marktanteile von Browsern andere. Abhilfe schaffen hier unabhängige Instanzen, die global über das Internet untersuchen, welcher Webbrowser welche Verbreitung hat.

In Deutschland ist hier insbesondere die Unternehmensberatung Fittkau & Maaß zu nennen, die regelmäßig die W3B-Umfrage (http://www.w3b.de/) durchführt und dabei auch die Browserverteilung untersucht. Ende 2004 ergab diese Untersuchung die folgenden Marktanteile:

 

Tabelle 2.1     Browsermarktanteile gemäß W3B

Browser Marktanteil
Internet Explorer 92,2  %
Netscape/Mozilla  5,4  %
Andere  2,4  %

 

Interessant sind hier zusätzliche Details: Immerhin 0,6  % aller Internetnutzer verwenden die »uralte« Version 4 von Netscape, die neueren Versionen sorgen für weitere 4,8  % Marktanteil (2,6  % für Version 6, 2,2  % für Version 7). Der alte Netscape wird also immer noch von über 10  % aller Netscape/Mozilla-Nutzer eingesetzt, und das ist noch gar nicht so lange her! Opera ist mit 1,5  % Marktanteil zwar die Nummer drei, aber deutlich abgeschlagen.

Während W3B sich auf deutsche Websurfer beschränkt, führt OneStat.com (http://www.onestat.com/) weltweite Untersuchungen durch. Hier gibt es auch aktuellere Erhebungen. Im Juli 2006 veröffentlichte OneStat.com folgende Zahlen:

 

Tabelle 2.2     Browsermarktanteile gemäß OneStat.com

Browser Marktanteil
Internet Explorer 83,05  %
Firefox 12,93  %
Mozilla/Netscape  0,16  %
Opera  1,00  %
Safari  1,84  %

 

Die Browserverteilung ist allerdings regional unterschiedlich. In Deutschland beispielsweise hat der Internet Explorer »nur« knapp 56  % Marktanteil, Firefox kommt auf über 39  %.

OnStat.com und W3B versuchen jeweils, einen repräsentativen Querschnitt zu ermitteln. Bei Special-Interest-Seiten sehen die Marktanteile natürlich anders aus. Wenn Sie beispielsweise ein Info-Portal für Linux-Nutzer betrachten, wird dort der Konqueror-Anteil höher und der Anteil des Internet Explorer niedriger sein; auf der Microsoft-Homepage sieht das sicher ganz anders aus. Die Zahlen von OneStat.com und W3B dagegen entsprechen wohl dem tatsächlichen Querschnitt.

Einen Makel haben diese Erhebungen trotzdem. Viele (schlechte) JavaScript-Programmierer setzen für ihre Websites den Internet Explorer voraus und ignorieren »kleinere« Browser. Aus diesem Grund bieten beispielsweise Konqueror und Opera an, dass der Browser der Website gegenüber als Internet Explorer ausgegeben wird. Teilweise ist es sogar möglich, die Browser-Identifikation (also wie der Browser heißt und welche Versionsnummer er hat) selbst, d. h. als Benutzer, anzugeben. Wenn dies nicht erkannt und abgefangen wird, verfälscht eine solche Angabe natürlich die Statistik zugunsten des Internet Explorers. An der Führungsposition des Microsoft-Browsers besteht natürlich trotzdem kein Zweifel. Andererseits gibt es auch Websites, die Nutzer des Internet Explorers einfach ausschließen, Marke »wer einen schlechten Browser verwendet, darf die Seite nicht betreten«. Das ist natürlich eine Unverschämtheit, vor allem für Nutzer in Firmen, bei denen kein anderer Browser installiert werden kann.

 

2.7 Testsystem

Um es noch einmal zu betonen: Je mehr Browser unterstützt werden, desto weniger Nutzer suchen enttäuscht oder verärgert das Weite. Im Verlauf dieses Buchs werden Sie sehen, dass es gar nicht so schwer ist, eine solche Unterstützung umzusetzen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie Zugriff auf entsprechende Testsysteme haben.

Windows ist natürlich Pflicht. Dort können zumindest die Netscape- und Mozilla-Versionen parallel installiert werden. Die Netscape-Versionen 1 bis 3 sind ebenfalls noch erhältlich (z. B. im Browser-Archiv von evolt.org unter http://browsers.evolt.org/?navigator/), allerdings ist ihr Marktanteil so stark gesunken, dass es mittlerweile nicht mehr notwendig ist, sie zu unterstützen. Netscape 4 ist ebenfalls nicht mehr relevant.

Der Internet Explorer ermöglicht keine parallele Installation diverser Versionen. Außerdem werden beispielsweise für den Internet Explorer 5.x und früher keine Updates mehr angeboten.

Internet Explorer 6 und 7 sind allerdings bis auf Weiteres Pflicht. Mit etwas Aufwand können Sie beide Versionen parallel nutzen (siehe http://weblogs.asp.net/jgalloway/archive/2005/12/28/434132.aspx), aber einfacher ist es natürlich, Sie verwenden Virtual PC oder VMware und installieren einfach ein zweites Windows-System.

Auf einem Macintosh-System ist noch eine Zeit lang der IE Pflicht, ebenfalls die Mac-Versionen von einem aktuellen Mozilla-Browser und neuerdings auch der Safari. Zusätzlich ist noch ein Linux-System empfehlenswert, auf dem neben den Netscape-Derivaten vor allem der Konqueror Beachtung verdient. Sie benötigen hierzu aber unbedingt KDE als Fenstermanager.

Sie sehen also: Es ist eine Menge Aufwand erforderlich, aber es lohnt sich, um einen möglichst großen Besucherstamm bedienen zu können. Auch bei der Erstellung dieses Buches wurde auf ein umfangreiches Testsystem zurückgegriffen. Sie erhalten also eine Reihe von Tipps, wie Sie Kompatibilitätsprobleme umschiffen können.

Das Tutorial ist ein Auszug aus der 7. Auflage des Buches von Christian Wenz:

JavaScript und Ajax - Das umfassende Handbuch
Galileo Computing, 853 Seiten, 8. aktualisierte Auflage

Die Veröffentlichung des Kapitels erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Galileo Press.

Mehr Informationen zum aktualisierten Fachbuch für Webentwickler gibt es hier: JavaScript und Ajax
 
Alle Kapitel des Buches:
1 Grundlagen
2 JavaScript-Praxis
3 Professionelles JavaScript
4 Web 2.0 und Ajax
5 Kommunikation
6 Serverseitige Programmierung
7 Sicherheit
8 Praxis
9 Anhang
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Kommentare
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Portrait von Sedad
  • 10.01.2018 - 19:13

Vielen Dank !

Portrait von MaoMao
  • 09.01.2013 - 17:02

Gute Tutorial leicht erklärt.

Portrait von master_roman
  • 05.09.2012 - 10:13

Guter Einblick in die Geschichte und Entwicklung der Browser

Portrait von donluigi
  • 28.03.2008 - 11:32

Ja, sehr nützliches Tutorials!

Portrait von garugc
  • 28.03.2008 - 09:44

Find das schön überschaubar und für die Einsteiger gut gemacht. Ich frag mich nur, wie OneStat.com und W3B-Umfrage auf solche Marktanteile kommen, wenn in meinem Forum bisher 48,29% der User den Firefox und nur 34,91% den IE verwendet haben (Statistik läuft seit Mai 07)!?

Portrait von skyflight1981
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