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Tutorialbeschreibung

PHP - Teil 02 - PHP kennenlernen (2)

PHP - Teil 02 - PHP kennenlernen (2)

Prinzipiell gibt es für das Aufsetzen einer Entwicklungsumgebung zwei Herangehensweisen:

  • Die benötigten Komponenten werden manuell installiert.
  • Man greift auf sogenannte All-in-one-Lösungen zurück.
Die zweite Variante ist zweifellos smarter, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Die Sicherheit ist nicht unbedingt gewährleistet. Denn die Pakete sind auf größtmöglichen Komfort ausgelegt. Anwender können die Pakete schnell installieren, ohne sich um deren Konfiguration kümmern zu müssen.

Genau dieser Aspekt ist es aber auch, der die Pakete anfällig macht. Die All-in-One-Pakete werden daher üblicherweise nur auf Test- und Entwicklungsumgebungen eingesetzt. In Produktivumgebungen spielen sie hingegen keine Rolle. Denn dort will und muss man genau wissen, was eigentlich installiert wird. Und das ist bei den Paketen eben nicht gegeben. So installiert das beliebteste Paket XAMPP eben nicht nur Apache und PHP, sondern u.a. auch FreeTDS, OpenLDAP, OpenSSL und eAccelerator.

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Weiterer Vorteil der manuellen Installation: Sollte es im laufenden Betrieb einmal zu Problemen kommen, lassen sich diese aller Erfahrung nach viel schneller beheben, da man sich bereits mit den Konfigurationsdateien von Apache und PHP befasst hat und sich mit ihnen auskennt.

Hier eine Übersicht der wichtigsten Pakete:
  • MAMP (http://www.mamp.info/) – Dieses Paket wurde speziell für Freunde des Mac entwickelt und installiert unter OS X Apache, MySQL und PHP.
  • AppServ (http://www.appservnetwork.com/) – AppServ installiert unter Windows eine WAMP-Umgebung.
  • XAMPP (http://www.apachefriends.org/) – Auf diesem für Windows, Mac und Linux gleicher­maßen einsetzbaren Paket wird der Fokus in diesem Kapitel liegen.

Die Pakete lassen sich denkbar einfach installieren. Durch die Installation führt ein Assistent, der eine Installation der Entwicklungsumgebung ermöglicht, wie man es von ganz normaler Software her gewohnt ist. Daher wird an dieser Stelle auf eine entsprechende Beschreibung verzichtet. Vielmehr geht es jetzt darum, wie Sie den Webserver manuell installieren können.


Apache installieren

Als Webserver wird üblicherweise Apache eingesetzt, so auch in diesem Tutorial. Ebenso können Sie aber auch andere Webserver nutzen. So sind die Microsoft Internet Information Services (vormals Microsoft Internet Information Server) durchaus eine denkbare Alternative. Ausführliche Informationen zu diesem Server finden Sie auf der Seite http://www.iis.net/.

In diesem Tutorial steht die Installation der Entwicklungsumgebung unter Windows im Vordergrund. Bei den meisten Linux-Distributionen sind Apache und PHP nämlich standardmäßig vorhanden.

Die aktuelle Apache-Version können Sie sich von der Seite http://httpd.apache.org/download.cgi herunterladen.

 
Wenn sie mit Windows 9.x oder ME arbeiten, benötigen Sie für die Installation zusätzlich den MSI Installer. Der kann von der Seite http://support.microsoft.com/default.aspx?scid=kb;de;292539 heruntergeladen werden. Aktuellere Windows-Versionen sind davon nicht betroffen. Für die Installation verwenden Sie üblicherweise das Paket Win32 Binary without crypto (no mod_ssl) (MSI Installer).

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Durch die Apache-Installation leitet ein Assistent, der durch Anklicken der heruntergeladenen MSI-Datei gestartet wird. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten bis zu dem Fenster, in dem die Serverdaten abgefragt werden.

Bei Network Domain geben Sie 127.0.0.1 an. Als Server Name können Sie localhost angeben. Die E-Mail-Adresse muss ebenfalls angegeben werden, da sich der Apache ansonsten nicht installieren lässt. Nachdem das Dialogfenster mit Next bestätigt wurde, muss im nächsten Schritt die Installationsart ausgewählt werden.  Am besten stellen Sie dort Typical ein. So wird der Apache mit den Einstellungen installiert, die am gebräuchlichsten sind. (Und auch am wenigsten Probleme bereiten).

Die Installation kann dann abgeschlossen werden.

Wenn Sie unter Windows 9.x oder ME arbeiten, müssen Sie den Server manuell starten. Das geschieht über die Datei Apache.exe, die im Verzeichnis /bin der Apache-Installation liegt.

Unter aktuelleren Windows-Versionen ist das nicht nötig, da sich der Apache dort üblicherweise als Service installiert und somit nach dem Windows-Start direkt genutzt werden kann.


 

Den Server konfigurieren

Damit ist der Server installiert; er muss nun allerdings noch konfiguriert werden. Herzstück für die Apache-Konfiguration ist die Datei http.conf, die standardmäßig im Verzeichnis C:Program FilesApache Software FoundationApache2.2 liegt.

Sollten Sie Apache in ein anderes Verzeichnis installiert haben, suchen Sie dort nach der http.conf. Bei dieser Konfigurationsdatei handelt es sich um eine normale Textdatei, die Sie in jedem beliebigen Texteditor öffnen und bearbeiten können.

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Suchen Sie nach folgender Zeile:

DocumentRoot "C:/Program Files/Apache Software Foundation/Apache2.2/htdocs"

Hier wird der Pfad zum Serververzeichnis-Verzeichnis angegeben.

DocumentRoot "C:/meinserver/htdocs/ "

Weiter geht es mit den Dokumentverzeichnissen.

<Directory "C:/Program Files/Apache Software Foundation/Apache2.2/htdocs">

</Directory>


Ersetzen Sie die erste Zeile durch folgenden Eintrag:

<Directory "C:/meinserver/htdocs/html">

Zusätzlich können Sie dafür sorgen, dass eine Seite auch dann aufgerufen werden kann, wenn dem URI nicht das Suffix angehängt wurde. Beispielsweise geben Sie http://www.psd-tutorials.de/book ein, und es erscheint automatisch die Seite http://www.psd-tutorials.de/book.html. Für dieses Verhalten ist die folgende Zeit in der http.conf verantwortlich:

DirectoryIndex index.html

Durch diesen Standardeintrag wird das beschriebene Verhalten ausschließlich auf index.html-Dateien angewendet. Ebenso können Sie das aber auch für andere Dateitypen (zum Beispiel PHP-Dateien) einstellen. Dazu geben Sie die gewünschten Dateinamen an, wobei die einzelnen Namen durch Leerzeichen voneinander zu trennen sind.

DirectoryIndex index.php index.html index.htm index.html.var

Über den ErrorLog-Eintrag wird die Datei angegeben, in der Apache die Fehler des Servers, von PHP und MySQL protokolliert. Das ist wichtig, schließlich kann man so immer überprüfen, was für Fehler aufgetreten sind und diese (idealerweise) abstellen. Sie können explizit festlegen, wo die Logdatei gespeichert werden soll.

ErrorLog C:/meinserver/htdocs/log/error.log

Gleiches gilt auch für die Zugriffsdateien:

CustomLog logs/access.log common

Und dieser Eintrag wird ebenfalls abgeändert:

CustomLog C:/meinserver/htdocs/log/access.log common

Damit ist die Grundkonfiguration des Servers fürs Erste abgeschlossen. Allerdings hat die http.conf noch zahlreiche andere Konfigurationsoptionen zu bieten. Diese hier alle aufzuführen, würde jedoch den Rahmen dieses Tutorials sprengen. Wenn Sie sich weiter mit dieser Materie beschäftigen wollen, finden Sie auf der Seite http://web.mit.edu/rhel-doc/4/RH-DOCS/rhel-rg-de-4/s1-apache-config.html die verfügbaren Einstellungen für die http.conf. Bevor Sie weiterführende Änderungen an der Konfigurationsdatei vornehmen, sollten Sie aber in jedem Fall eine Sicherungskopie anlegen.

Damit die Änderungen am Server wirksam werden, müssen Sie diesen neu starten. Ausführliche Informationen zu diesem Thema gibt es unter http://www.networds.de/manual/de/stopping.html.

Kommentare
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Portrait von spirit010
Portrait von franzg
  • 14.05.2017 - 01:21

Danke, ausführlich erklärt.

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 07.10.2016 - 13:13

Vielen Dank, tolles Video.

Portrait von dmtw2107
  • 04.11.2013 - 14:16

danke tolles tutorial

Portrait von benchem
  • 19.02.2012 - 00:06

Für die Konfiguration ist das Tut ne schöne Sache, aber für die abgezogenen Punkte hätt ich mehr erwartet

Portrait von Meerane
  • 09.07.2011 - 09:17

Da dieses Tut für Anfänger gedacht ist finde ich es nicht schlecht gemacht.

Portrait von Sasha
  • 28.03.2011 - 11:43

Gut ist zwar, dass ich weiß, was ich jetzt konfigurieren soll, aber, wie auch beim ersten Tut doch etwas kurz. Dieses hier sogar noch kürzer. Da fragt man sich schon, ob man die ersten zwei nicht hätte zusammen fassen sollen - naja, ich les mal weiter.

Portrait von Ballerman23
  • 28.11.2010 - 10:14

interessanter wäre gewesen wie mans richtig macht, unter linux console, wenn ich keine oberfläche hab und dann nicht das xamp für windows, sowas sollte gleich in der beschreibung mit stehen. so werden einem punkte abgezogen ohne dass man was damit anfangen kann, aber für die neulinge ok

Portrait von AmbIT
  • 26.11.2010 - 20:47

Naja, aber immerhin ist das ein Werkzeug mit dem man schon mal an das eigentliche Programmieren kommt. Die Codes sind ja später portierbar. Da der Kurs für Anfänger gedacht ist find ich das für den Anfang gar nicht schlecht. Ich finde nur, das Daniels Workshops (ist nun der Zweite den ich sehe) für relativ große Themen, allgemein etwas dünn und an unpassenden Stellen etwas zu dick gestrickt sind.

Portrait von schluggy
  • 22.11.2010 - 13:02

Hier wird nur gezeigt wie man ein fertiges System benutzt - das hat nichts mit Webserver im eiegntlichen Sinne zu tun.

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