AW: Zoobesuch
Natürlich hat "blackout" mit seinen Kritikpunkten recht. Aber wenn ein "Meister" seinen Lehrling kritisiert hat das seinen Grund. Warum allerdings ein Schüler der ein Hobby hat, für Schwierigkeiten bei den Bildhintergründen - die sich nicht ändern oder beinflussen lassen - so hart kritisiert wird, werde ich nicht verstehen lernen.
Es ist mir in diesem Forum schon des öfteren aufgefallen, dass die Profi's auf einem Level kritisieren der selbst für Gesellenprüfungen zu hoch ist. Wie soll man jemanden motivieren mit Spass weiterzumachen, wenn er gnadenlos niedergemacht wird? Man soll die Tatsachen hervorheben, die geändert und verbessert werden müssen. Aber das geht auch in einem anderen Ton.
Jeder hat mal angefangen und sich über Lob gefreut. Man sollte erstmal das hervorheben, was gut ist und dann auf die Sachen hinweisen, die verbesserungswürdig sind. So bleibt der Spass am Hobby erhalten und vielleicht wird später mal ein wirklich guter Fotograf daraus. Wer weiß?
Moment, "Meister"? Ich hab meine Kamera seit gerade mal knapp über einem Jahr, und ich bin sicher weder ein Meister noch würde ich mich als gut bezeichnen. Es ist vielmehr die Einstellung. Wenn man eine Kamera für 1000 Euro hat, liegt es wohl nahe, sich mal die Anleitung durchzulesen. Die ist über 100 Seiten stark, davon drehen sich vielleicht 5 um die Automatikmodi, das kann's ergo nicht sein. Begeistert von Entdeckungen hab ich stückchenweise hauptsächlich im Internet Dinge nachgelesen (nicht exzessiv, nicht regelmäßig). Angetrieben von neuem Wissen hab ich das versucht anzuwenden, und bin in der Regel kläglich gescheitert. Ich bin sehr selbstkritisch, und es muss schon einiges stimmen, damit ich ein Bild für veröffentlichungswürdig halte, aber schließlich ist es auch ein Aushängeschild für das, was meine Kamera mir ermöglicht. Zu einem "Meister" macht mich das wohl aber kaum.
So, zweiter Streich. Kritik vom Typ "Tolles Bild, gefällt mir" wird hier seitenweise zu jedem Mist gepostet; solche Aussagen sind ebensowenig konstruktiv wie "Bild ist scheiße". Der Hauptunterschied liegt da eigentlich darin, wie der Ersteller damit umgehen kann. Nach 3 Seiten "toll" hält er sich auch für toll, macht weiter wie bisher, und wird nie zu was. Nach 3 Seiten "scheiße" hat er keine Lust mehr, postet nie wieder, und macht ab jetzt nur noch HDR-Selbstportraits im Spiegel von sich selbst und erntet Lorbeeren auf Flickr. Fotographisch ist beides wohl ziemlich identisch: Es kommt überhaupt nichts dabei raus. Dann gibt's noch die dritte Möglichkeit, jemand hockt sich für 10 Minuten hin und geht die Bilder durch, schreibt sachlich (Das
war sachlich. Soll ich mal trollen?) auf was nicht stimmt, irgendwann fühlt sich einer von den Tollpostern auf den Schlips getreten. Die Quintessenz: Nächstes mal "Alle scheiße" posten. Gleiche Aussage, spart Zeit, Reaktionen absehbar.