Moin zusammen,
Adobe Research hat gerade ein Experiment vorgestellt, das ich euch nicht vorenthalten möchte: den AI Playground in Project Indigo – Adobes eigener Kamera-App fürs iPhone. Die Idee dahinter ist herrlich simpel: Warum erst zu Hause am Rechner rumeditieren, wenn du direkt nach dem Auslösen – das Motiv noch vor der Nase – generativ nachbessern kannst?
Genau da setzt der Playground an. Kein Hin- und Herschieben zwischen Apps, kein „Das fixe ich später in Photoshop“ (und dann nie). Sondern: Foto knipsen, kurz zaubern, teilen.
Der AI Playground läuft direkt in der Kamera-App (hier auf einem iPhone 17 Pro Max). Quelle: Adobe Research.
Was steckt drin?
Adobe teilt den Playground in vier Bereiche auf:
1. Object Editing – Störenfriede raus. Die eine Person, die dir durchs Bild latscht, das parkende Auto, das Verkehrsschild – weg damit. Dazu gibt’s einen Tiefenschärfe-Effekt (Bokeh) auf Knopfdruck.
2. Styles – dein Foto als Tuschezeichnung, als Feder-und-Tinte-Illustration oder im warmen Licht der „Golden Hour“, obwohl du mittags um zwölf geknipst hast.
3. Photo Guidance – hier wird’s charmant frech: Eine KI kritisiert dein Bild, benennt Stärken und Schwächen und schlägt vor, wie du es beim nächsten Mal besser schießt. Der eingebaute Fotolehrer – nur ohne genervtes Augenrollen.
4. Custom Edit – freies Textfeld, alles erlaubt. Die Spielwiese für eigene Experimente.
Die spannendsten Praxisbeispiele
Ein Beispiel, das hängen bleibt: die Golden Gate Bridge, halb im Nebel. Prompt: „Nebel entfernen“ – und plötzlich taucht der komplette Brückenteil auf, der vorher gar nicht zu sehen war. Die KI erfindet das Verdeckte einfach dazu. (Ob das dann noch „dein“ Foto ist? Dazu unten mehr.)
Nebel raus – oben das Original, unten das Ergebnis. Quelle: Adobe Research.
Oder Distractor Removal in der Vollversion: Aus einer Straßenszene fliegen Autos, Kram und Schilder raus – das Hauptmotiv bleibt sauber stehen.
Störer weg – oben vorher, unten nachher. Quelle: Adobe Research.
Und die Style-Umwandlung, hier das „Golden Hour“-Beispiel – aus Tageslicht wird Abendstimmung:
Golden Hour auf Knopfdruck – oben das Original, unten der Style. Quelle: Adobe Research.
Besonders abgefahren: Adobe dreht den Spieß auch um und macht aus Zeichnungen, Gemälden und sogar Skulpturen fotorealistische Bilder. Motto: „Was könnten die Künstler damals eigentlich gesehen haben?“
Technik unter der Haube
Als Motor läuft primär Googles Nano Banana (in der Cloud), für die Störer-Entfernung greift Adobe auf die eigenen Firefly-Modelle zurück. Ein netter Kniff: Nano Banana liefert nur normalen Dynamikumfang (SDR) zurück – Adobe hat dafür ein eigenes ML-Modell gebaut, das den HDR-Look wieder reinrechnet und sich dabei am Originalbild orientiert. Kleiner Wermutstropfen: Die Ergebnisse kommen aktuell mit rund 2K-Auflösung raus – fürs Teilen okay, für den großen Print eher nicht.
Ehrlich bleiben: die Grenzen
Adobe verschweigt die Schwächen nicht, und das rechne ich ihnen hoch an:
Klar, wer Nebel wegzaubert oder Leute aus Bildern löscht, kann auch täuschen. Adobe setzt hier auf Metadaten über die Content Authenticity Initiative und auf unsichtbare Wasserzeichen (die Nano Banana mitbringt). Ihr eigener Satz dazu trifft’s ganz gut: Kein technisches Mittel ersetzt verantwortungsvolles Verhalten.
Verfügbarkeit
Aktuell ist der Playground ein Experiment: kostenlos, ohne Login, nur für einen kleinen Teil der Nutzer und nur für ein paar Wochen. Bearbeiten lassen sich ausschließlich Fotos, die in Indigo selbst aufgenommen wurden.
Mein Fazit
Der Ansatz „Bearbeiten im Moment der Aufnahme“ ist clever, weil er genau die Reibung wegnimmt, an der die meisten guten Vorsätze scheitern. Marc Levoy (ja, der Kamera-Papst hinter Google Pixel, inzwischen bei Adobe) bringt es auf den Punkt: Der Playground mache oft den Unterschied zwischen einem Schnappschuss zum Wegwerfen und einem zum Teilen.
Was meint ihr – nützliches Werkzeug oder noch ein Schritt weiter Richtung „Fotos, die nie so waren“? Ich bin gespannt auf eure Meinung.
Quelle: Adobe Research – „Project Indigo: AI Playground“. Alle Beispielbilder stammen von der Adobe-Research-Seite: https://research.adobe.com/articles/playground/playground.html
Adobe Research hat gerade ein Experiment vorgestellt, das ich euch nicht vorenthalten möchte: den AI Playground in Project Indigo – Adobes eigener Kamera-App fürs iPhone. Die Idee dahinter ist herrlich simpel: Warum erst zu Hause am Rechner rumeditieren, wenn du direkt nach dem Auslösen – das Motiv noch vor der Nase – generativ nachbessern kannst?
Genau da setzt der Playground an. Kein Hin- und Herschieben zwischen Apps, kein „Das fixe ich später in Photoshop“ (und dann nie). Sondern: Foto knipsen, kurz zaubern, teilen.
Der AI Playground läuft direkt in der Kamera-App (hier auf einem iPhone 17 Pro Max). Quelle: Adobe Research.
Was steckt drin?
Adobe teilt den Playground in vier Bereiche auf:
1. Object Editing – Störenfriede raus. Die eine Person, die dir durchs Bild latscht, das parkende Auto, das Verkehrsschild – weg damit. Dazu gibt’s einen Tiefenschärfe-Effekt (Bokeh) auf Knopfdruck.
2. Styles – dein Foto als Tuschezeichnung, als Feder-und-Tinte-Illustration oder im warmen Licht der „Golden Hour“, obwohl du mittags um zwölf geknipst hast.
3. Photo Guidance – hier wird’s charmant frech: Eine KI kritisiert dein Bild, benennt Stärken und Schwächen und schlägt vor, wie du es beim nächsten Mal besser schießt. Der eingebaute Fotolehrer – nur ohne genervtes Augenrollen.
4. Custom Edit – freies Textfeld, alles erlaubt. Die Spielwiese für eigene Experimente.
Die spannendsten Praxisbeispiele
Ein Beispiel, das hängen bleibt: die Golden Gate Bridge, halb im Nebel. Prompt: „Nebel entfernen“ – und plötzlich taucht der komplette Brückenteil auf, der vorher gar nicht zu sehen war. Die KI erfindet das Verdeckte einfach dazu. (Ob das dann noch „dein“ Foto ist? Dazu unten mehr.)
Nebel raus – oben das Original, unten das Ergebnis. Quelle: Adobe Research.
Oder Distractor Removal in der Vollversion: Aus einer Straßenszene fliegen Autos, Kram und Schilder raus – das Hauptmotiv bleibt sauber stehen.
Störer weg – oben vorher, unten nachher. Quelle: Adobe Research.
Und die Style-Umwandlung, hier das „Golden Hour“-Beispiel – aus Tageslicht wird Abendstimmung:
Golden Hour auf Knopfdruck – oben das Original, unten der Style. Quelle: Adobe Research.
Besonders abgefahren: Adobe dreht den Spieß auch um und macht aus Zeichnungen, Gemälden und sogar Skulpturen fotorealistische Bilder. Motto: „Was könnten die Künstler damals eigentlich gesehen haben?“
Technik unter der Haube
Als Motor läuft primär Googles Nano Banana (in der Cloud), für die Störer-Entfernung greift Adobe auf die eigenen Firefly-Modelle zurück. Ein netter Kniff: Nano Banana liefert nur normalen Dynamikumfang (SDR) zurück – Adobe hat dafür ein eigenes ML-Modell gebaut, das den HDR-Look wieder reinrechnet und sich dabei am Originalbild orientiert. Kleiner Wermutstropfen: Die Ergebnisse kommen aktuell mit rund 2K-Auflösung raus – fürs Teilen okay, für den großen Print eher nicht.
Ehrlich bleiben: die Grenzen
Adobe verschweigt die Schwächen nicht, und das rechne ich ihnen hoch an:
- Keine Slider, keine Feinkontrolle – du schraubst am Prompt und probierst neu.
- Gesichter können „kippen“: Mimik und Züge verändern sich schon mal. Abhilfe: Referenzfotos aus der eigenen Kamerarolle.
- Cloud-Zwang: ohne Internet läuft nichts. On-Device-Modelle sind angedacht, aber noch Zukunftsmusik.
Klar, wer Nebel wegzaubert oder Leute aus Bildern löscht, kann auch täuschen. Adobe setzt hier auf Metadaten über die Content Authenticity Initiative und auf unsichtbare Wasserzeichen (die Nano Banana mitbringt). Ihr eigener Satz dazu trifft’s ganz gut: Kein technisches Mittel ersetzt verantwortungsvolles Verhalten.
Verfügbarkeit
Aktuell ist der Playground ein Experiment: kostenlos, ohne Login, nur für einen kleinen Teil der Nutzer und nur für ein paar Wochen. Bearbeiten lassen sich ausschließlich Fotos, die in Indigo selbst aufgenommen wurden.
Mein Fazit
Der Ansatz „Bearbeiten im Moment der Aufnahme“ ist clever, weil er genau die Reibung wegnimmt, an der die meisten guten Vorsätze scheitern. Marc Levoy (ja, der Kamera-Papst hinter Google Pixel, inzwischen bei Adobe) bringt es auf den Punkt: Der Playground mache oft den Unterschied zwischen einem Schnappschuss zum Wegwerfen und einem zum Teilen.
Was meint ihr – nützliches Werkzeug oder noch ein Schritt weiter Richtung „Fotos, die nie so waren“? Ich bin gespannt auf eure Meinung.
Quelle: Adobe Research – „Project Indigo: AI Playground“. Alle Beispielbilder stammen von der Adobe-Research-Seite: https://research.adobe.com/articles/playground/playground.html