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Fotografie und Gestaltung
(Digitale) Fotografie allgemein
Bildkritik: Mitgezogene Kamera
Beitrag
<blockquote data-quote="Tim_Kim" data-source="post: 1076433" data-attributes="member: 269873"><p><strong>AW: Bildkritik: Mitgezogene Kamera</strong></p><p></p><p>Die von Fotomacher beschriebene Technik ist dem Schießsport entlehnt und man steht im Prinzip im 90°-Winkel zum Fotoobjekt, wodurch man etwa einen Bereich von 180° abschwenken kann (der Schuss sollte etwa in der Mitte des Schwenkbereichs liegen).</p><p></p><p>Eine zweite Technik ermöglicht noch einen etwas größeren Bereich abzuschwenken und lässt auch höhere Schwenkgeschwindigkeiten zu, vorallem kann man aber auch nach oben schwenken, was mit der Schießtechnik schwierig ist, da die Arme ja am Körper anliegen - braucht man bei schnellen Autos und nach oben bei schnellen Flugobjekten.</p><p></p><p>Bei der Technik steht man parallel zum Fotoobjekt (Bauch Richtung Objekt), Beine etwas breiter und leicht in die Hocke gehen, der Schwerpunkt ruht überm Becken und wird durch die Oberschenkel gehalten (Spannung im Unterkörper aufbauen für eine sicheren Stand). Rücken gerade, Bauch leicht angespannt, Po auch, dann steht man ganz sicher (Fußspitzen nach vorne). Die Drehbewegung sollte man etwas üben, dass man im Schulterbereich auf einer Höhe bleibt. Dabei hilft es, wenn man vorher schon mal einen Bogen vor dem geistigen Auge visualisiert, einfach eine Linie in Gedanken zeichnen, der man folgt.</p><p></p><p>Vorteil: Man kann sehr schnell schwenken und auch über Kopf arbeiten, also nach oben mit der Kamera fotografieren. Die Drehung kommt wieder aus der Hüfte (Kopf nicht mitdrehen, sondern den ganzen Oberkörper).</p><p></p><p>Ich hoffe, es ausreichend gut beschrieben zu haben. Die Grundhaltung kommt aus dem Kampfsport und hilft die eigene Mitte zu finden, was für Fotos genauso wichtig ist, denn wer in der Mitte ruht ist in der Lage sauber um dieses innere Zentrum zu drehen - der Ausschuss wird sehr gering werden.</p><p></p><p>Allerdings fehlt noch ein Tipp, denn lange Belichtungszeiten sind gar nicht unbedingt zielführend. Das Bild sollte so belichtet sein, wie man es belichten würde, wenn man das Objekt normal aufnehmen würde. Bei der Seilbahn hätte ich versucht 1/60 zu bekommen, also 2 Blenden weniger. Wenn man jetzt denkt, dass dann der Hintergrund aber nicht so schön verschwommen ist, hat das Prinzip noch nicht ganz verstanden.</p><p></p><p>Beim Mitzieher versucht man die Geschwindigkeit des sich vorbeibewegenden Objekts zu erlangen, so dass dieses relativ zur Kamera keine Bewegung mehr hat. Bei schnellen Objekten muss man schneller mitziehen, bei langsamen Objekten entsprechend langsamer. Die Belichtungszeit spielt dann eigentlich gar keine Rolle mehr, außer, dass sie halt Einfluss auf die Blende hat. Es ist in erster Linie die Schwenkgeschwindigkeit, nicht die Belichtungszeit, die wichtig ist - natürlich kann man auch durch die Belichtungszeit und die Schwenkgeschwindigkeit noch weitere Effekte erzeugen, aber die sollte man vorher einfach mal mit einem Stativ üben, damit man sie versteht.</p><p></p><p>Wenn man Schwenken üben will, sind beispielsweise Autos sehr hilfreich. Einfach mal an eine Straße stellen (muss nicht direkt am Straßenrand sein, da die Autofahrer sonst so komische Bremsmanöver vollziehen;-) und die herannahenden und sich wieder entfernenden Autos so lange als möglich im Fokus halten (eventuell sogar mit Nachführ-AF) - je besser das mit dem Mitziehen klappt, desto weniger sollte der AF aus dem Tritt kommen, was man ja am "Pumpen" sofort merkt, wenn er nicht mehr auf dem Objekt liegt, man also "aus dem Schwenk" geraten ist. Wenn man auf Dauerfeuer stellt, sollte es sogar mit ein wenig Übung gelingen mehrere Aufnahmen des gleichen Autos in einem Schwenk zu machen.</p></blockquote><p></p>
[QUOTE="Tim_Kim, post: 1076433, member: 269873"] [b]AW: Bildkritik: Mitgezogene Kamera[/b] Die von Fotomacher beschriebene Technik ist dem Schießsport entlehnt und man steht im Prinzip im 90°-Winkel zum Fotoobjekt, wodurch man etwa einen Bereich von 180° abschwenken kann (der Schuss sollte etwa in der Mitte des Schwenkbereichs liegen). Eine zweite Technik ermöglicht noch einen etwas größeren Bereich abzuschwenken und lässt auch höhere Schwenkgeschwindigkeiten zu, vorallem kann man aber auch nach oben schwenken, was mit der Schießtechnik schwierig ist, da die Arme ja am Körper anliegen - braucht man bei schnellen Autos und nach oben bei schnellen Flugobjekten. Bei der Technik steht man parallel zum Fotoobjekt (Bauch Richtung Objekt), Beine etwas breiter und leicht in die Hocke gehen, der Schwerpunkt ruht überm Becken und wird durch die Oberschenkel gehalten (Spannung im Unterkörper aufbauen für eine sicheren Stand). Rücken gerade, Bauch leicht angespannt, Po auch, dann steht man ganz sicher (Fußspitzen nach vorne). Die Drehbewegung sollte man etwas üben, dass man im Schulterbereich auf einer Höhe bleibt. Dabei hilft es, wenn man vorher schon mal einen Bogen vor dem geistigen Auge visualisiert, einfach eine Linie in Gedanken zeichnen, der man folgt. Vorteil: Man kann sehr schnell schwenken und auch über Kopf arbeiten, also nach oben mit der Kamera fotografieren. Die Drehung kommt wieder aus der Hüfte (Kopf nicht mitdrehen, sondern den ganzen Oberkörper). Ich hoffe, es ausreichend gut beschrieben zu haben. Die Grundhaltung kommt aus dem Kampfsport und hilft die eigene Mitte zu finden, was für Fotos genauso wichtig ist, denn wer in der Mitte ruht ist in der Lage sauber um dieses innere Zentrum zu drehen - der Ausschuss wird sehr gering werden. Allerdings fehlt noch ein Tipp, denn lange Belichtungszeiten sind gar nicht unbedingt zielführend. Das Bild sollte so belichtet sein, wie man es belichten würde, wenn man das Objekt normal aufnehmen würde. Bei der Seilbahn hätte ich versucht 1/60 zu bekommen, also 2 Blenden weniger. Wenn man jetzt denkt, dass dann der Hintergrund aber nicht so schön verschwommen ist, hat das Prinzip noch nicht ganz verstanden. Beim Mitzieher versucht man die Geschwindigkeit des sich vorbeibewegenden Objekts zu erlangen, so dass dieses relativ zur Kamera keine Bewegung mehr hat. Bei schnellen Objekten muss man schneller mitziehen, bei langsamen Objekten entsprechend langsamer. Die Belichtungszeit spielt dann eigentlich gar keine Rolle mehr, außer, dass sie halt Einfluss auf die Blende hat. Es ist in erster Linie die Schwenkgeschwindigkeit, nicht die Belichtungszeit, die wichtig ist - natürlich kann man auch durch die Belichtungszeit und die Schwenkgeschwindigkeit noch weitere Effekte erzeugen, aber die sollte man vorher einfach mal mit einem Stativ üben, damit man sie versteht. Wenn man Schwenken üben will, sind beispielsweise Autos sehr hilfreich. Einfach mal an eine Straße stellen (muss nicht direkt am Straßenrand sein, da die Autofahrer sonst so komische Bremsmanöver vollziehen;-) und die herannahenden und sich wieder entfernenden Autos so lange als möglich im Fokus halten (eventuell sogar mit Nachführ-AF) - je besser das mit dem Mitziehen klappt, desto weniger sollte der AF aus dem Tritt kommen, was man ja am "Pumpen" sofort merkt, wenn er nicht mehr auf dem Objekt liegt, man also "aus dem Schwenk" geraten ist. Wenn man auf Dauerfeuer stellt, sollte es sogar mit ein wenig Übung gelingen mehrere Aufnahmen des gleichen Autos in einem Schwenk zu machen. [/QUOTE]
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