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Fotografie und Gestaltung
Kameras & andere Hardware
DSLR oder Bridge(?) für Produktfoto - Wein
Beitrag
<blockquote data-quote="DoctorG" data-source="post: 1816987" data-attributes="member: 432756"><p><strong>AW: DSLR oder Bridge(?) für Produktfoto - Wein</strong></p><p></p><p>Zum Vorschlag Panasonic GH2 versus Canon 550/600D kann ich vielleicht was beitragen.</p><p>Ich besitze beide (bzw. bei Panasonic das Vorgängermodell GH1) und arbeite mit beiden.</p><p></p><p>Zunächst würde ich die Panasonics nicht zu den Bridge-Cams zählen. Im Gegensatz zu letzteren - nach meinem Verständnis bessere Digicams aber ohne Wechselobjektive - unterscheidet die Panasonics (wie auch die Olympus-, Ricoh- und Samsung-Geräte) von DSLR nur, dass sie keinen Spiegel mehr haben. Daher ist D<em><u>S</u></em>LR tatsächlich falsch. Das ist aber reichlich akademisch. </p><p>Im Zeitalter des Display-Fotografierens ist die Bedeutung des Gucklochs (wohin der Spiegel das Bild überträgt) ohnehin stark zurückgegangen. Nach Marktstudien nutzen es meist ältere Semester, die es aus Analogtagen noch kennen. Bei digitalen Camcordern ist das Guckloch teilweise auch schon ganz verschwunden. Ich sehe heute auch mehrheitlich Leute über das Display gucken und nicht über den Spiegel, auch bei den Geräten mit Spiegel. Darüber hinaus kaufen sich die Leute aus dem Videobereich ohnehin eher 8" bis 10" externe Displays zum Fokussieren. Viele Produktfotografen arbeiten auch direkt via Kabel vom 27"-Monitor aus - also kurzum: der Spiegel ist heute oft irrelevant (wie es bei Dir ist, weiß ich nicht). Ein weitgehend irrelevantes Teil zur Abgrenzung von Geräten finde ich wenig hilfreich. </p><p>In allen anderen Belangen - Objektivwechsel, Zubehörschiene (z.B. Retroadapter, Verlängerungsadapter, Schraubfilter etc.) entsprechen die Panasonics DSLRs. Auch von den Preisen - und da liegen die Panas teilweise sehr oft vor den Canons. Bridges hingegen wollen ja mit Ihrem "All-in-one"-Ansatz eigentlich eher günstigere Alternativen sein.</p><p></p><p>Was bei Panasonics noch gilt - das wurde erwähnt - ist, das der Sensor etwas kleiner ist, als bei vielen DSLRs. Allerdings ist die Sensorgröße nirgends als ein Kriterium definiert, ab wann eine Kamera DSLR ist oder nicht. Wäre das der Fall, dürften hingegen auch viele Einsteiger-DSLRs trotz Spiegel wohl nicht zu den DSLRs gezählt werden. Technisch hat die Verkleinerung Panasonic ermöglicht, die Bauform der Anschlüsse zu verkleinern (Stichwort Auflagemaß). Die Geräte sind tatsächlich etwas kleiner und leichter als die mit Spiegel - gefühlt nicht viel größer als manche Bridge - aber eben mit allen Wechselmöglichkeiten der DSLRs. Damit alles seine Ordnung hat, gibt es für - sagen wir mal "spiegellose DSLRs" - endlich auch einen Term - EVIL-Geräte (<em>electronic viewfinder interchangeable lens</em>), im deutschen Bereich auch "Systemkameras". </p><p></p><p>Wenn ich die Foto-Bildqualität meiner GH1 (die auch erst 16 Monate alt ist) mit der Canon vergleiche, liegen aus meiner Sicht Welten dazwischen. Für Fotos nehme ich die Pana praktisch gar nicht mehr. Der größere Sensor ermöglicht eben doch erheblich mehr Unschärfe. Das ist für mich das Feature. Auch bei Produktfotos. Durchgehend scharfe Bilder bekommt man mit genügend Licht und Belichtungszeit auch mit einer rauscharmen 79 Euro-Kamera hin. Würde aber wohl kein professionell arbeitender Fotograf machen, weil man eben nur eindimensional scharfe Sachen machen kann (von fehlende RAWs etc. mal ganz zu schweigen). Auch der mFT-Sensor von Panasonic und Olympus erlaubt aber bereits Unschärfespiele. Dazu braucht man aber zumeist auch lichtstarke Objektive (hier z.B. das Pankake mit f1.7 oder das Makro mit f2.8 - letzteres für knapp 800 Euro), ist bei Canon natürlich nicht anders - das Entstehen von Tiefen-Unschärfe ist Physik und betrifft zunächst mal alle Hersteller ähnlich. Nur dass es bei Canon z.B. deutlich günstigere und viel mehr Objektive für solche (und alle anderen Zwecke ) gibt. </p><p></p><p>Mit dem Hackpatch von Tester13 kann man die Panasonic im Videobereich gut hinbekommen - dafür nutze ich sie auch heute noch. Die GH2 heimst ihre Lorbeeren insbesondere für ihre überragende Videoqualität ein.</p><p></p><p>Ich rate Dir für Fotos eher von Panasonic ab und zu den Canon-Modellen 550 oder 600. Aus demselben Grund rate ich Dir auch von Sony und anderen Außenseitern ab. Der Grund ist, dass zwar die Geräte durchaus ähnliche Fähigkeiten haben, die non-Canon-Geräte Dich aber zumeist nach kurzer Zeit erheblich teurer kommen, wenn Du wirklich damit arbeitest und mehr Zubehör anschaffst. </p><p></p><p>Ein ähnliches Vollsortiment mit Drittanbietern für Objektive, Batterien etc. - das günstige Preise hervorbringt - wie bei Canon findest Du allenfalls noch bei Nikon (dort traditionell auch etwas teurer, dafür manchmal einen Tick besser - aber das würde ich jetzt jeweils unter Liebhaberei einordnen). Für mich persönlich ist Nikon uninteressant, weil ich viel mit Video arbeite und Nikon hier deutlich zu spät kam - hier sind 2 Jahre eine lange Zeit. Das ganze Zubehör ist hier auf Canon ausgerichtet und Nikon eine Außenseiter-Erscheinung. Da habe ich mit meine Panasonic hinreichend schlecht Erfahrungen gemacht: nie will einer die Aussage treffen, das irgendwas mit einem Außenseiter-Gerät auch geht oder passen wird. Und dieses Zubehör ist regelmäßig teurer als die Kamera selbst. Darum habe ich mir die Canon am Ende auch zugelegt. Wenn Du weißt, dass Video (und professionelles Equipment dazu - das ist der Punkt, nicht ob die Kamera jetzt auch endlich FullHD kann - klar kann sie das jetzt auch) für Dich keine Bedeutung hat, kannst Du genauso gut zu Nikon greifen.</p><p></p><p>Bei Interesse kannst Du das detaillierter auf meinem Blog unter "Being a Panasonic Photo- und Videographer I + II" (trotz des Titels deutsch) nachlesen. Für die beschriebenen Engpässe kannst Du Panasonic aber auch gegen Sony und andere Markennamen austauschen.</p><p></p><p></p><p></p><p></p><p>Dein Beispielbild hat tatsächlich wenig Tiefenschärfe. Da solltest Du schon für einen möglichst großen Sensor sorgen. Geht mit dem APS-C von den Canons schon deutlich einfacher als mit den um etwa ein Viertel kleineren mFTs. </p><p></p><p>Die beiden Dinger habe ich mit der Lumix gemacht - es geht schon:</p><p><a href="http://www.albumo.com/Billiard--One-Move-to-Victory/stock-photo-965362.html" target="_blank">http://www.albumo.com/Billiard--One-Move-to-Victory/stock-photo-965362.html</a></p><p><a href="http://www.albumo.com/Cup-Transparent-Blue/stock-photo-965694.html" target="_blank">http://www.albumo.com/Cup-Transparent-Blue/stock-photo-965694.html</a></p><p></p><p>Aber wie Du ja auch schon schreibst: mit teuren Objektiven und viel mehr Gebastel als bei Canon.</p><p></p><p>Und wenn ich jetzt so Sachen mit viel Detailreichtum haben will wie hier</p><p><a href="http://www.albumo.com/Heap-of-Paperclips/stock-photo-965753.html" target="_blank">http://www.albumo.com/Heap-of-Paperclips/stock-photo-965753.html</a></p><p>... sind das die Fälle, wo die Canon - bei Fotos - meilenweit vorn liegt.</p><p></p><p>Wie gesagt: nicht bei Video - da hat Panasonic mit der GH2 schon eine guten Job gemacht. Allerdings sind die Canons 550D und 600D da auch nicht wirklich schlecht. Da braucht man schon einen Direktvergleich und kann dann sagen, welcher entfernte Grashalm im Hintergrund mehr Charisma hat. Alleine wird man den Szenen nicht ansehen, dass sie toll wären, wenn es denn nur eine Pana gefilmt hätte.</p></blockquote><p></p>
[QUOTE="DoctorG, post: 1816987, member: 432756"] [b]AW: DSLR oder Bridge(?) für Produktfoto - Wein[/b] Zum Vorschlag Panasonic GH2 versus Canon 550/600D kann ich vielleicht was beitragen. Ich besitze beide (bzw. bei Panasonic das Vorgängermodell GH1) und arbeite mit beiden. Zunächst würde ich die Panasonics nicht zu den Bridge-Cams zählen. Im Gegensatz zu letzteren - nach meinem Verständnis bessere Digicams aber ohne Wechselobjektive - unterscheidet die Panasonics (wie auch die Olympus-, Ricoh- und Samsung-Geräte) von DSLR nur, dass sie keinen Spiegel mehr haben. Daher ist D[I][U]S[/U][/I]LR tatsächlich falsch. Das ist aber reichlich akademisch. Im Zeitalter des Display-Fotografierens ist die Bedeutung des Gucklochs (wohin der Spiegel das Bild überträgt) ohnehin stark zurückgegangen. Nach Marktstudien nutzen es meist ältere Semester, die es aus Analogtagen noch kennen. Bei digitalen Camcordern ist das Guckloch teilweise auch schon ganz verschwunden. Ich sehe heute auch mehrheitlich Leute über das Display gucken und nicht über den Spiegel, auch bei den Geräten mit Spiegel. Darüber hinaus kaufen sich die Leute aus dem Videobereich ohnehin eher 8" bis 10" externe Displays zum Fokussieren. Viele Produktfotografen arbeiten auch direkt via Kabel vom 27"-Monitor aus - also kurzum: der Spiegel ist heute oft irrelevant (wie es bei Dir ist, weiß ich nicht). Ein weitgehend irrelevantes Teil zur Abgrenzung von Geräten finde ich wenig hilfreich. In allen anderen Belangen - Objektivwechsel, Zubehörschiene (z.B. Retroadapter, Verlängerungsadapter, Schraubfilter etc.) entsprechen die Panasonics DSLRs. Auch von den Preisen - und da liegen die Panas teilweise sehr oft vor den Canons. Bridges hingegen wollen ja mit Ihrem "All-in-one"-Ansatz eigentlich eher günstigere Alternativen sein. Was bei Panasonics noch gilt - das wurde erwähnt - ist, das der Sensor etwas kleiner ist, als bei vielen DSLRs. Allerdings ist die Sensorgröße nirgends als ein Kriterium definiert, ab wann eine Kamera DSLR ist oder nicht. Wäre das der Fall, dürften hingegen auch viele Einsteiger-DSLRs trotz Spiegel wohl nicht zu den DSLRs gezählt werden. Technisch hat die Verkleinerung Panasonic ermöglicht, die Bauform der Anschlüsse zu verkleinern (Stichwort Auflagemaß). Die Geräte sind tatsächlich etwas kleiner und leichter als die mit Spiegel - gefühlt nicht viel größer als manche Bridge - aber eben mit allen Wechselmöglichkeiten der DSLRs. Damit alles seine Ordnung hat, gibt es für - sagen wir mal "spiegellose DSLRs" - endlich auch einen Term - EVIL-Geräte ([I]electronic viewfinder interchangeable lens[/I]), im deutschen Bereich auch "Systemkameras". Wenn ich die Foto-Bildqualität meiner GH1 (die auch erst 16 Monate alt ist) mit der Canon vergleiche, liegen aus meiner Sicht Welten dazwischen. Für Fotos nehme ich die Pana praktisch gar nicht mehr. Der größere Sensor ermöglicht eben doch erheblich mehr Unschärfe. Das ist für mich das Feature. Auch bei Produktfotos. Durchgehend scharfe Bilder bekommt man mit genügend Licht und Belichtungszeit auch mit einer rauscharmen 79 Euro-Kamera hin. Würde aber wohl kein professionell arbeitender Fotograf machen, weil man eben nur eindimensional scharfe Sachen machen kann (von fehlende RAWs etc. mal ganz zu schweigen). Auch der mFT-Sensor von Panasonic und Olympus erlaubt aber bereits Unschärfespiele. Dazu braucht man aber zumeist auch lichtstarke Objektive (hier z.B. das Pankake mit f1.7 oder das Makro mit f2.8 - letzteres für knapp 800 Euro), ist bei Canon natürlich nicht anders - das Entstehen von Tiefen-Unschärfe ist Physik und betrifft zunächst mal alle Hersteller ähnlich. Nur dass es bei Canon z.B. deutlich günstigere und viel mehr Objektive für solche (und alle anderen Zwecke ) gibt. Mit dem Hackpatch von Tester13 kann man die Panasonic im Videobereich gut hinbekommen - dafür nutze ich sie auch heute noch. Die GH2 heimst ihre Lorbeeren insbesondere für ihre überragende Videoqualität ein. Ich rate Dir für Fotos eher von Panasonic ab und zu den Canon-Modellen 550 oder 600. Aus demselben Grund rate ich Dir auch von Sony und anderen Außenseitern ab. Der Grund ist, dass zwar die Geräte durchaus ähnliche Fähigkeiten haben, die non-Canon-Geräte Dich aber zumeist nach kurzer Zeit erheblich teurer kommen, wenn Du wirklich damit arbeitest und mehr Zubehör anschaffst. Ein ähnliches Vollsortiment mit Drittanbietern für Objektive, Batterien etc. - das günstige Preise hervorbringt - wie bei Canon findest Du allenfalls noch bei Nikon (dort traditionell auch etwas teurer, dafür manchmal einen Tick besser - aber das würde ich jetzt jeweils unter Liebhaberei einordnen). Für mich persönlich ist Nikon uninteressant, weil ich viel mit Video arbeite und Nikon hier deutlich zu spät kam - hier sind 2 Jahre eine lange Zeit. Das ganze Zubehör ist hier auf Canon ausgerichtet und Nikon eine Außenseiter-Erscheinung. Da habe ich mit meine Panasonic hinreichend schlecht Erfahrungen gemacht: nie will einer die Aussage treffen, das irgendwas mit einem Außenseiter-Gerät auch geht oder passen wird. Und dieses Zubehör ist regelmäßig teurer als die Kamera selbst. Darum habe ich mir die Canon am Ende auch zugelegt. Wenn Du weißt, dass Video (und professionelles Equipment dazu - das ist der Punkt, nicht ob die Kamera jetzt auch endlich FullHD kann - klar kann sie das jetzt auch) für Dich keine Bedeutung hat, kannst Du genauso gut zu Nikon greifen. Bei Interesse kannst Du das detaillierter auf meinem Blog unter "Being a Panasonic Photo- und Videographer I + II" (trotz des Titels deutsch) nachlesen. Für die beschriebenen Engpässe kannst Du Panasonic aber auch gegen Sony und andere Markennamen austauschen. Dein Beispielbild hat tatsächlich wenig Tiefenschärfe. Da solltest Du schon für einen möglichst großen Sensor sorgen. Geht mit dem APS-C von den Canons schon deutlich einfacher als mit den um etwa ein Viertel kleineren mFTs. Die beiden Dinger habe ich mit der Lumix gemacht - es geht schon: [URL]http://www.albumo.com/Billiard--One-Move-to-Victory/stock-photo-965362.html[/URL] [URL]http://www.albumo.com/Cup-Transparent-Blue/stock-photo-965694.html[/URL] Aber wie Du ja auch schon schreibst: mit teuren Objektiven und viel mehr Gebastel als bei Canon. Und wenn ich jetzt so Sachen mit viel Detailreichtum haben will wie hier [URL]http://www.albumo.com/Heap-of-Paperclips/stock-photo-965753.html[/URL] ... sind das die Fälle, wo die Canon - bei Fotos - meilenweit vorn liegt. Wie gesagt: nicht bei Video - da hat Panasonic mit der GH2 schon eine guten Job gemacht. Allerdings sind die Canons 550D und 600D da auch nicht wirklich schlecht. Da braucht man schon einen Direktvergleich und kann dann sagen, welcher entfernte Grashalm im Hintergrund mehr Charisma hat. Alleine wird man den Szenen nicht ansehen, dass sie toll wären, wenn es denn nur eine Pana gefilmt hätte. [/QUOTE]
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