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<blockquote data-quote="Leila Stern" data-source="post: 2651106" data-attributes="member: 717392"><p>Noch eine Kurzgeschichte, die ich den mir geneigten Lesern zuliebe schreibe.</p><p></p><p>Nur eine Vorbemerkung sei mir gestattet: Wieder einmal saß ich in der Eisenbahn, um von Zürich nach Locarno zu gelangen.</p><p></p><p>Er zu mir: „Fräulein, darf ich Sie etwas fragen?“</p><p>Ich zu ihm: „Was immer Sie wollen!“</p><p>E: „Sie lesen Forkels ‚Bach-Biographie‘. – Sind Sie eine Musikerin?“</p><p>I: „Nein, bloß eine Musikliebhaberin.“</p><p>E: „Darf ich Sie noch etwas fragen?“</p><p>I: „Gerne!“</p><p>E: „Was halten Sie von der Zwölftonmusik?“</p><p>I: „Nichts.“</p><p>E. Dann sind Sie, mit Verlaub gesagt, mit allen erdenklichen Vorurteilen gesegnet!“</p><p>I. „Dankeschön für dieses Kompliment!“</p><p>E: „ …“</p><p>I: „…“</p><p></p><p>Mein Gesprächspartner war ein Violinist, der in keinem Orchester die erste Geige spielte; aber er war ein Musikliebhaber, der mir anriet, während meiner Lebzeit nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren offen zu halten. – Was mich heute verblüfft, ist dies. Während keiner Eisenbahnfahrt, die mich von Locarno via Bellinzona nach Zürich führte, notierte ich etwas von Belang.</p></blockquote><p></p>
[QUOTE="Leila Stern, post: 2651106, member: 717392"] Noch eine Kurzgeschichte, die ich den mir geneigten Lesern zuliebe schreibe. Nur eine Vorbemerkung sei mir gestattet: Wieder einmal saß ich in der Eisenbahn, um von Zürich nach Locarno zu gelangen. Er zu mir: „Fräulein, darf ich Sie etwas fragen?“ Ich zu ihm: „Was immer Sie wollen!“ E: „Sie lesen Forkels ‚Bach-Biographie‘. – Sind Sie eine Musikerin?“ I: „Nein, bloß eine Musikliebhaberin.“ E: „Darf ich Sie noch etwas fragen?“ I: „Gerne!“ E: „Was halten Sie von der Zwölftonmusik?“ I: „Nichts.“ E. Dann sind Sie, mit Verlaub gesagt, mit allen erdenklichen Vorurteilen gesegnet!“ I. „Dankeschön für dieses Kompliment!“ E: „ …“ I: „…“ Mein Gesprächspartner war ein Violinist, der in keinem Orchester die erste Geige spielte; aber er war ein Musikliebhaber, der mir anriet, während meiner Lebzeit nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren offen zu halten. – Was mich heute verblüfft, ist dies. Während keiner Eisenbahnfahrt, die mich von Locarno via Bellinzona nach Zürich führte, notierte ich etwas von Belang. [/QUOTE]
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