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Schonmal Kritik erhalten? - Beispiele aus dem Leben gesucht!
Beitrag
<blockquote data-quote="Picturehunter" data-source="post: 2090635" data-attributes="member: 142024"><p><strong>AW: Schonmal Kritik erhalten? - Beispiele aus dem Leben gesucht!</strong></p><p></p><p>Dreh- und Angelpunkt einer Kritik ist für mich persönlich immer der Standpunkt, von dem etwas betrachtet wird, und der Maßstab, der zur Beurteilung angelegt wird. Zudem kommt es für mich eigentlich weniger darauf an, wer etwas sagt, sondern was gesagt wird. Standpunkt und Maßstab sind Dinge, die jeder anders definiert und bewertet, auch das Niveau, auf dem man sich bewegt, hängt von Anspruch und Können ab. So kann z.B. ein unbedarfter (noch nicht) Kunstkenner problemlos durch eine Ausstellung hoch dotierter Bilder eines anerkannten Künstlers gehen und trotzdem nichts Besonderes daran finden oder sogar "Kritikpunkte" finden, die andere vielleicht für absurd halten würden. Es fängt doch alles schon damit an, daß Bilder mit völlig verschiedenen Zielsetzungen entstehen, so daß eine Kritik, die das, aus welchen Gründen auch immer, nicht berücksichtigen kann, eigentlich zwangsläufig das Potential bekommt, "unpassend" zu sein. Dann die Frage der Zielsetzung der Kritik selbst, worum geht es dem Kritiker bei seiner Beurteilung eigentlich? Und der Kritisierte? Wie ist sein Werk denn überhaupt zu betrachten, damit eine Kritik "sinnvoll" ausfallen kann? </p><p>Man kennt das auch aus dem Bereich der Logik: Die Erfassung eines Zustands und eine daraus entstehende Forderung bedingt immer zunächst eine Bewertung des Zustands, damit die Forderung formuliert werden kann.</p><p></p><p>Einige Ersteller zeigen ihre Werke ganz bewußt unter Pseudonym und ohne jede Betitelung oder Beschreibung, andere dagegen setzen darauf, daß ihr anerkannter Status als Künstler sowie eine erklärende Beschreibung es dem Betrachter verständlich machen, was er da sieht. </p><p></p><p>Ich habe schon viele Bilder gezeigt und festgestellt, daß die meisten User sie danach beurteilen, was sie aus eigener Erfahrung erkennen können. Soweit nichts Neues, aber da steckt mehr dahinter. Günter (ggvideo) hatte mal ein Zitat in seiner Signatur, daß sehr treffend beschreibt, worum es eigentlich geht: <em>"Man sieht nur, was man weiß" (Goethe)</em>. Und so ist es oftmals auch. Alleine dieser Umstand entscheidet schon sehr schnell über die Grundhaltung, die ein Kritiker einem Werk gegenüber einnimmt. Spricht ihn z.B. das, was den Künstler dazu bewegt hat, z.B. den Auslöser zu drücken, nicht an, dann kann man mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß die Kritik ins Leere läuft. Man denkt dann oft: warum so eine Beurteilung, wenn derjenige doch davon gar nichts versteht? Und schon wird es wieder wichtig zu wissen, wer beurteilt wird und wer urteilt. </p><p></p><p>Auch die Frage, ob man jetzt nur die rein technische Ausführung einer Sache bewertet, ist gar nicht so leicht. Jeder kennt die ewig wiedergekäuten Sprüche a la Feininger <em>"The fact that a (in the traditional sense) technically deficient photograph can have greater emotional impact than an technically flawless picture probably comes as a shock to those who are naive enough to believe that technical excellence alone is a measure of a value of a photograph."</em> (Und ja, ich weiß, dieser Satz ist zudem aus dem Zusammenhang gerissen, was es eigentlich noch schlimmer macht). Und was sagt uns das? Darf man technische "Unzulänglichkeiten" in der Ausführung dann nicht mehr kritisieren, nur weil so viele andere sich vor emotionaler Begeisterung nicht mehr einkriegen können? Man kann das leider häufig in Foren beobachten, wehe man wagt es ein Bild in seiner technischen Ausführung (konstruktiv) zu kritisieren, wenn dieses bereits hochgelobt wurde, oh oh.</p><p></p><p>Ein sehr interessantes Thema, das in seiner Vielfalt wohl nie eine allgemein funktionierende Lösung bezüglich "Kritik" zulassen wird. Kritik scheint mir manchmal ebenso Geschmackssache zu sein, wie die zu beurteilenden Werke selbst.</p><p></p><p></p><p>Gruß</p><p>Frank</p></blockquote><p></p>
[QUOTE="Picturehunter, post: 2090635, member: 142024"] [b]AW: Schonmal Kritik erhalten? - Beispiele aus dem Leben gesucht![/b] Dreh- und Angelpunkt einer Kritik ist für mich persönlich immer der Standpunkt, von dem etwas betrachtet wird, und der Maßstab, der zur Beurteilung angelegt wird. Zudem kommt es für mich eigentlich weniger darauf an, wer etwas sagt, sondern was gesagt wird. Standpunkt und Maßstab sind Dinge, die jeder anders definiert und bewertet, auch das Niveau, auf dem man sich bewegt, hängt von Anspruch und Können ab. So kann z.B. ein unbedarfter (noch nicht) Kunstkenner problemlos durch eine Ausstellung hoch dotierter Bilder eines anerkannten Künstlers gehen und trotzdem nichts Besonderes daran finden oder sogar "Kritikpunkte" finden, die andere vielleicht für absurd halten würden. Es fängt doch alles schon damit an, daß Bilder mit völlig verschiedenen Zielsetzungen entstehen, so daß eine Kritik, die das, aus welchen Gründen auch immer, nicht berücksichtigen kann, eigentlich zwangsläufig das Potential bekommt, "unpassend" zu sein. Dann die Frage der Zielsetzung der Kritik selbst, worum geht es dem Kritiker bei seiner Beurteilung eigentlich? Und der Kritisierte? Wie ist sein Werk denn überhaupt zu betrachten, damit eine Kritik "sinnvoll" ausfallen kann? Man kennt das auch aus dem Bereich der Logik: Die Erfassung eines Zustands und eine daraus entstehende Forderung bedingt immer zunächst eine Bewertung des Zustands, damit die Forderung formuliert werden kann. Einige Ersteller zeigen ihre Werke ganz bewußt unter Pseudonym und ohne jede Betitelung oder Beschreibung, andere dagegen setzen darauf, daß ihr anerkannter Status als Künstler sowie eine erklärende Beschreibung es dem Betrachter verständlich machen, was er da sieht. Ich habe schon viele Bilder gezeigt und festgestellt, daß die meisten User sie danach beurteilen, was sie aus eigener Erfahrung erkennen können. Soweit nichts Neues, aber da steckt mehr dahinter. Günter (ggvideo) hatte mal ein Zitat in seiner Signatur, daß sehr treffend beschreibt, worum es eigentlich geht: [I]"Man sieht nur, was man weiß" (Goethe)[/I]. Und so ist es oftmals auch. Alleine dieser Umstand entscheidet schon sehr schnell über die Grundhaltung, die ein Kritiker einem Werk gegenüber einnimmt. Spricht ihn z.B. das, was den Künstler dazu bewegt hat, z.B. den Auslöser zu drücken, nicht an, dann kann man mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß die Kritik ins Leere läuft. Man denkt dann oft: warum so eine Beurteilung, wenn derjenige doch davon gar nichts versteht? Und schon wird es wieder wichtig zu wissen, wer beurteilt wird und wer urteilt. Auch die Frage, ob man jetzt nur die rein technische Ausführung einer Sache bewertet, ist gar nicht so leicht. Jeder kennt die ewig wiedergekäuten Sprüche a la Feininger [I]"The fact that a (in the traditional sense) technically deficient photograph can have greater emotional impact than an technically flawless picture probably comes as a shock to those who are naive enough to believe that technical excellence alone is a measure of a value of a photograph."[/I] (Und ja, ich weiß, dieser Satz ist zudem aus dem Zusammenhang gerissen, was es eigentlich noch schlimmer macht). Und was sagt uns das? Darf man technische "Unzulänglichkeiten" in der Ausführung dann nicht mehr kritisieren, nur weil so viele andere sich vor emotionaler Begeisterung nicht mehr einkriegen können? Man kann das leider häufig in Foren beobachten, wehe man wagt es ein Bild in seiner technischen Ausführung (konstruktiv) zu kritisieren, wenn dieses bereits hochgelobt wurde, oh oh. Ein sehr interessantes Thema, das in seiner Vielfalt wohl nie eine allgemein funktionierende Lösung bezüglich "Kritik" zulassen wird. Kritik scheint mir manchmal ebenso Geschmackssache zu sein, wie die zu beurteilenden Werke selbst. Gruß Frank [/QUOTE]
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