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Fotografie und Gestaltung
(Digitale) Fotografie allgemein
schwarzer Streifen bei sehr kleinen Belichtungszeiten mit Blitz
Beitrag
<blockquote data-quote="herbiemaus" data-source="post: 1745187" data-attributes="member: 365707"><p><strong>AW: schwarzer Streifen bei sehr kleinen Belichtungszeiten mit Blitz</strong></p><p></p><p>Wie bereits gesagt, mach Dir über das Abdunkeln mal gar keine Gedanken, mach es hell genug, dass Du alles <strong>bequem</strong> sehen kannst und mit der Testbelichtung ohne Blitz ist das Thema in 10 Sekunden gegessen, Du wirst sehen.</p><p></p><p>Die Frage nach der veränderten Belichtung ist nicht dumm (mal abgesehen davon, dass es keine dummen Fragen gibt, nur dumme Antworten <img src="https://www.psd-tutorials.de/forum/styles/default/xenforo/smilies/icon_nick.gif" alt="" class="fr-fic fr-dii fr-draggable " data-size="" style="" />), sollte hier aber gar nicht so relevant sein, weil Du ja hier ein transparentes Motiv hast, vergleichbar z. B. mit einem Glas, und weil Du deshalb ja nicht das reflektierte und vorher teils absorbierte Licht fotografierst, sondern das nur abgelenkte oder teils ähnlichwie von einem Spiegel reflektierte Licht fast vollständig nutzen kannst. Trotzdem, einige Belichtungsversuche wirst Du machen müssen, Du hast Dir schon eine relativ anspruchsvolle Aufgabe ausgesucht. Aber vielleicht findest Du ja für diese Versuche einen geeigneten Dummy, irgend etwas unregelmässig geformtes transparentes, ein kleines Glastierchen oder einen Glasstopfen eines Flacons oder irgendwas in geeigneter Grösse, das würde die Sache natürlich enorm erleichtern. Die Profis machen es übrigens nicht anders.</p><p></p><p>Der Blitz von leicht hinten würde Dir eine klassische Beleuchtung für Glasgegenstände vor dunklem Hintergrund bringen. Nennt sich "white outline" und ist fast schon ein wenig selbsterklärend. In der klassischen Form stünde das Glas auf einer Glasplatte, dahinter z. B. eine Softbox direkt in die Kamera gerichtet oder ein weisser Karton direkt angestrahlt. Jetzt nur noch hinter dem Motiv einen schwarzen Karton so befestigen, dass Du durch den Sucher Dein Glas gerade nur vor dem schwarzen Karton siehst und nix von den weissen Leuchtflächen rundrum. Ergebnis: Saubere weisse Konturen an allen Rändern, eine perfekte Glasaufnahme. Das Gleiche geht natürlich auch umgekehrt vor weissem Hintergrund, da musst Du schwarz abnegern und das heisst dann natürlich "black outline".</p><p>Ich will es mal dabei belassen, man kann natürlich noch von vorne aufhellen, wenn z. B. was neben dem Glas liegt, was Zeichnung von vorne braucht, man kann mit einer Leuchte hinter einer Diffusionsfolie weiche Outlines erzeugen usw., aber das würde den Rahmen hier sprengen.</p><p></p><p>Praktischer Rat für Dich: Nimm Deinen Glas-Dummy, simuliere Deinen Blitz mit einer popeligen Taschenlampe, nimm ein paar Aufhell-Kartons (mattsilber kommt am besten, muss aber verglichen mit weissen deutlich genauer ausgerichtet werden) und dann sieh Dir die Ergebnisse durch den Sucher an. Mein Tip wäre: Licht von 1-2, Aufheller von 10-11, nochn Aufheller von direkt oberhalb des Objektivs von vorne oder je einen rechts und links direkt neben dem Objektiv. "Jeder Aufheller funktioniert dann wie ein weiterer Blitz ... nur eben mit weicherem und dunkleren Licht". Deine Vermutung stimmt haargenau. Je mehr Du damit spielst umso mehr lernst Du das Prinzip und weisst am Ende sehr viel mehr über das Lichtmachen. Es lohnt sich also und es macht echt Spass!</p><p></p><p>Zum guten Schluss: Licht auf das Objektiv sollte möglicht vermieden oder zumindest weitestmöglich reduziert werden, das stimmt. Auch das ist u. U. nicht ganz unaufwändig, gehört aber zur Kunst der Stillife-Fotografie nunmal dazu und ist gerade bei der Verwendung von Kompaktblitzen ohne Einstell-Licht etwas tückisch.</p><p></p><p>Ich empfehle Dir folgenden Drei-Stufen-Plan: Zuallererstens: Eine für die verwendete Brennweite <strong>gut passende</strong> ( = so eng wie irgend möglich ) Sonnenblende, zweitens: guck durch den Sucher und löse den Blitz dabei aus, Du darfst ihn nicht direkt durch den Sucher sehen und drittens: Schau von vorne auf das Objektiv, löse den Blitz aus, er sollte sich nirgends in der Frontlinse spiegeln, das kann man recht gut erkennen. Falls doch: Abnegern, d. h. einen schwarzen karton so weit vor das Objektiv schieben, dass Du den Blitz nicht mehr in der Frontlinse siehst, Kontrolle durch den Sucher, ob der Karton noch nicht im Bild ist (das erkennst Du aber nur, wenn Du auf die Arbeitsblende abblendest!). Hört sich komplizierter an, als es wirklich ist, geht einem in Fleisch und Blut über.</p><p></p><p>Das ganze ist eine ziemliche Pfriemelei, aber genau so sind die Stillifer. 1000 Hilfsmittelchen: Schwarze, weisse, silberne Kartons, X Sorten Klammern, Knetgummi, Heissklebepistole, Kosmetikspiegelchen, Pinzetten, Nylonschnüre, Pinsel, Blasebalg und noch etliches mehr. Und vor allem: Unerschütterliche Geduld. Wenn man all das nicht so prickelnd findet: Finger weg, das gibt nur Frust!</p><p></p><p>Wenn Du Dich nicht abschrecken lässt: Zeig mal die Ergebnisse, würde mich freuen, wenn was Schönes dabei rum käme...</p><p></p><p></p><p>P.S: Ich sehe gerade, das ist ja schon fast ein Tutorial geworden <img src="data:image/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP///yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7" class="smilie smilie--sprite smilie--sprite1" alt=":)" title="Smile :)" loading="lazy" data-shortname=":)" /></p></blockquote><p></p>
[QUOTE="herbiemaus, post: 1745187, member: 365707"] [b]AW: schwarzer Streifen bei sehr kleinen Belichtungszeiten mit Blitz[/b] Wie bereits gesagt, mach Dir über das Abdunkeln mal gar keine Gedanken, mach es hell genug, dass Du alles [B]bequem[/B] sehen kannst und mit der Testbelichtung ohne Blitz ist das Thema in 10 Sekunden gegessen, Du wirst sehen. Die Frage nach der veränderten Belichtung ist nicht dumm (mal abgesehen davon, dass es keine dummen Fragen gibt, nur dumme Antworten [IMG]https://www.psd-tutorials.de/forum/styles/default/xenforo/smilies/icon_nick.gif[/IMG]), sollte hier aber gar nicht so relevant sein, weil Du ja hier ein transparentes Motiv hast, vergleichbar z. B. mit einem Glas, und weil Du deshalb ja nicht das reflektierte und vorher teils absorbierte Licht fotografierst, sondern das nur abgelenkte oder teils ähnlichwie von einem Spiegel reflektierte Licht fast vollständig nutzen kannst. Trotzdem, einige Belichtungsversuche wirst Du machen müssen, Du hast Dir schon eine relativ anspruchsvolle Aufgabe ausgesucht. Aber vielleicht findest Du ja für diese Versuche einen geeigneten Dummy, irgend etwas unregelmässig geformtes transparentes, ein kleines Glastierchen oder einen Glasstopfen eines Flacons oder irgendwas in geeigneter Grösse, das würde die Sache natürlich enorm erleichtern. Die Profis machen es übrigens nicht anders. Der Blitz von leicht hinten würde Dir eine klassische Beleuchtung für Glasgegenstände vor dunklem Hintergrund bringen. Nennt sich "white outline" und ist fast schon ein wenig selbsterklärend. In der klassischen Form stünde das Glas auf einer Glasplatte, dahinter z. B. eine Softbox direkt in die Kamera gerichtet oder ein weisser Karton direkt angestrahlt. Jetzt nur noch hinter dem Motiv einen schwarzen Karton so befestigen, dass Du durch den Sucher Dein Glas gerade nur vor dem schwarzen Karton siehst und nix von den weissen Leuchtflächen rundrum. Ergebnis: Saubere weisse Konturen an allen Rändern, eine perfekte Glasaufnahme. Das Gleiche geht natürlich auch umgekehrt vor weissem Hintergrund, da musst Du schwarz abnegern und das heisst dann natürlich "black outline". Ich will es mal dabei belassen, man kann natürlich noch von vorne aufhellen, wenn z. B. was neben dem Glas liegt, was Zeichnung von vorne braucht, man kann mit einer Leuchte hinter einer Diffusionsfolie weiche Outlines erzeugen usw., aber das würde den Rahmen hier sprengen. Praktischer Rat für Dich: Nimm Deinen Glas-Dummy, simuliere Deinen Blitz mit einer popeligen Taschenlampe, nimm ein paar Aufhell-Kartons (mattsilber kommt am besten, muss aber verglichen mit weissen deutlich genauer ausgerichtet werden) und dann sieh Dir die Ergebnisse durch den Sucher an. Mein Tip wäre: Licht von 1-2, Aufheller von 10-11, nochn Aufheller von direkt oberhalb des Objektivs von vorne oder je einen rechts und links direkt neben dem Objektiv. "Jeder Aufheller funktioniert dann wie ein weiterer Blitz ... nur eben mit weicherem und dunkleren Licht". Deine Vermutung stimmt haargenau. Je mehr Du damit spielst umso mehr lernst Du das Prinzip und weisst am Ende sehr viel mehr über das Lichtmachen. Es lohnt sich also und es macht echt Spass! Zum guten Schluss: Licht auf das Objektiv sollte möglicht vermieden oder zumindest weitestmöglich reduziert werden, das stimmt. Auch das ist u. U. nicht ganz unaufwändig, gehört aber zur Kunst der Stillife-Fotografie nunmal dazu und ist gerade bei der Verwendung von Kompaktblitzen ohne Einstell-Licht etwas tückisch. Ich empfehle Dir folgenden Drei-Stufen-Plan: Zuallererstens: Eine für die verwendete Brennweite [B]gut passende[/B] ( = so eng wie irgend möglich ) Sonnenblende, zweitens: guck durch den Sucher und löse den Blitz dabei aus, Du darfst ihn nicht direkt durch den Sucher sehen und drittens: Schau von vorne auf das Objektiv, löse den Blitz aus, er sollte sich nirgends in der Frontlinse spiegeln, das kann man recht gut erkennen. Falls doch: Abnegern, d. h. einen schwarzen karton so weit vor das Objektiv schieben, dass Du den Blitz nicht mehr in der Frontlinse siehst, Kontrolle durch den Sucher, ob der Karton noch nicht im Bild ist (das erkennst Du aber nur, wenn Du auf die Arbeitsblende abblendest!). Hört sich komplizierter an, als es wirklich ist, geht einem in Fleisch und Blut über. Das ganze ist eine ziemliche Pfriemelei, aber genau so sind die Stillifer. 1000 Hilfsmittelchen: Schwarze, weisse, silberne Kartons, X Sorten Klammern, Knetgummi, Heissklebepistole, Kosmetikspiegelchen, Pinzetten, Nylonschnüre, Pinsel, Blasebalg und noch etliches mehr. Und vor allem: Unerschütterliche Geduld. Wenn man all das nicht so prickelnd findet: Finger weg, das gibt nur Frust! Wenn Du Dich nicht abschrecken lässt: Zeig mal die Ergebnisse, würde mich freuen, wenn was Schönes dabei rum käme... P.S: Ich sehe gerade, das ist ja schon fast ein Tutorial geworden :) [/QUOTE]
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