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Traumberuf Mediengestalter
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<blockquote data-quote="Gelöschtes Mitglied 127390" data-source="post: 2762745"><p>Hallo Naila,ich kann Dir in vielen Teilen nur zustimmen. Ich bin mittlerweile 55 Jahre alt und habe noch Schriftsetzer (reiner Bleisatz) gelernt. Anfang der Achziger Jahre hatte ich dann beruflich mit den Satzanlagen von ScanGraphic und Linotype zu tun (also heute noch für mich satztechnisch das Beste was je geschaffen wurde). Irgendwie bin ich dann in die Filmmontage, Kamera- und Reproarbeiten weitergerutscht. Der Mac kam und auch dass musste ich mir aneignen. Anfang der 2000er habe ich dann auch einige Jahre als technischer Redakteur gearbeitet und hatte es u.a. mit Framemaker und der Konstruktionssoftware SolidWorks zu tun. Mit 47 habe ich nochmal die Gelegenheit bekommen im Großformatdruck zu arbeiten und stehe auch hier jeden Tag neuen Herausforderungen gegenüber.Das der Beruf des Mediengestalters irgendwann ein Überangebot entwickelt habe ich schon vor Jahren für mich vorhergesagt. Einerseits wurde das Berufsbild an heutige Maßstäbe angepasst, anderseits kam die Jugend von Haus aus ja schon viel eher mit Computer und Internet in Berührung wie vieler meiner Berufsgeneration.Neben dem Überangebot und Preisdruck und den Gebahren vieler Firmen (zB Leute entlassen und als Freelancer wieder reinholen; Stundenlohn weit unter Tarif o.ä.) stelle ich aber auch noch viele andere Negativen fest. Gestaltungstechnisch sehe gute Arbeiten aber die technische Umsetzung bezüglich der Weiterverarbeitung (Daten druckfähig machen) sehe ich als das große Problem; da raufen sich mir manchmal die Haare.Für eine vernünftige Basisausbildung scheint es hier in vielen Unternehmen einfach an Zeit und Kenntnis zu fehlen. Ich bekomme aufgrund verschiedener Kontakte auch immer mit was so in Berufsschulen in dem Berufsbild abgeht. Das kann ich mir nur an den Kopf fassen. Wenn man dann noch mitbekommt was in den Zwischen- und Abschlussprüfungen gefordert wird frage ich mich in was für einer Welt manche Berufsschullehrer und Prüfungsausschussmenschen eigentlich leben.Diese Erfahrung musste ich aber auch schon in meiner Lehrzeit machen. Heute sage ich jedem: 75 % deiner Ausbildung musst Du selbst in die Hand nehmen.Ich will diesen Beruf nicht schlecht machen. Es war und ist mein Traumberuf. Ich muss aber noch heute was dafür tun damit ich dem technischen Lauf der Dinge schritt halten kann und mache es gern weil es mir Spaß macht.Aber heute muss man sich in jedem Beruf weiterbilden und das in den meisten Fällen aus Eigeninitiative. Es ist nicht mehr wie vor 100 Jahren wo man das einmal Erlernte sein ganzes Leben lang nutzen kann. Wir leben in einer sich schnell verändernen Berufswelt. Nach ca. 45 Berufsjahren habe ich aber auch eine andere wichtige Erfahrung gemacht: nicht nur die Kohle muss stimmen. Viel wichtiger finde ich das manch Spaß an der Arbeit hat die man macht und dass man mit Kollegen und Chef auskommt. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern für die Zukunft alles erdenklich Gute. Gebt nicht auf wenn's mal nicht läuft. Lasst euch nicht aus der Ruhe bringen und schaut nach vorn.</p></blockquote><p></p>
[QUOTE="Gelöschtes Mitglied 127390, post: 2762745"] Hallo Naila,ich kann Dir in vielen Teilen nur zustimmen. Ich bin mittlerweile 55 Jahre alt und habe noch Schriftsetzer (reiner Bleisatz) gelernt. Anfang der Achziger Jahre hatte ich dann beruflich mit den Satzanlagen von ScanGraphic und Linotype zu tun (also heute noch für mich satztechnisch das Beste was je geschaffen wurde). Irgendwie bin ich dann in die Filmmontage, Kamera- und Reproarbeiten weitergerutscht. Der Mac kam und auch dass musste ich mir aneignen. Anfang der 2000er habe ich dann auch einige Jahre als technischer Redakteur gearbeitet und hatte es u.a. mit Framemaker und der Konstruktionssoftware SolidWorks zu tun. Mit 47 habe ich nochmal die Gelegenheit bekommen im Großformatdruck zu arbeiten und stehe auch hier jeden Tag neuen Herausforderungen gegenüber.Das der Beruf des Mediengestalters irgendwann ein Überangebot entwickelt habe ich schon vor Jahren für mich vorhergesagt. Einerseits wurde das Berufsbild an heutige Maßstäbe angepasst, anderseits kam die Jugend von Haus aus ja schon viel eher mit Computer und Internet in Berührung wie vieler meiner Berufsgeneration.Neben dem Überangebot und Preisdruck und den Gebahren vieler Firmen (zB Leute entlassen und als Freelancer wieder reinholen; Stundenlohn weit unter Tarif o.ä.) stelle ich aber auch noch viele andere Negativen fest. Gestaltungstechnisch sehe gute Arbeiten aber die technische Umsetzung bezüglich der Weiterverarbeitung (Daten druckfähig machen) sehe ich als das große Problem; da raufen sich mir manchmal die Haare.Für eine vernünftige Basisausbildung scheint es hier in vielen Unternehmen einfach an Zeit und Kenntnis zu fehlen. Ich bekomme aufgrund verschiedener Kontakte auch immer mit was so in Berufsschulen in dem Berufsbild abgeht. Das kann ich mir nur an den Kopf fassen. Wenn man dann noch mitbekommt was in den Zwischen- und Abschlussprüfungen gefordert wird frage ich mich in was für einer Welt manche Berufsschullehrer und Prüfungsausschussmenschen eigentlich leben.Diese Erfahrung musste ich aber auch schon in meiner Lehrzeit machen. Heute sage ich jedem: 75 % deiner Ausbildung musst Du selbst in die Hand nehmen.Ich will diesen Beruf nicht schlecht machen. Es war und ist mein Traumberuf. Ich muss aber noch heute was dafür tun damit ich dem technischen Lauf der Dinge schritt halten kann und mache es gern weil es mir Spaß macht.Aber heute muss man sich in jedem Beruf weiterbilden und das in den meisten Fällen aus Eigeninitiative. Es ist nicht mehr wie vor 100 Jahren wo man das einmal Erlernte sein ganzes Leben lang nutzen kann. Wir leben in einer sich schnell verändernen Berufswelt. Nach ca. 45 Berufsjahren habe ich aber auch eine andere wichtige Erfahrung gemacht: nicht nur die Kohle muss stimmen. Viel wichtiger finde ich das manch Spaß an der Arbeit hat die man macht und dass man mit Kollegen und Chef auskommt. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern für die Zukunft alles erdenklich Gute. Gebt nicht auf wenn's mal nicht läuft. Lasst euch nicht aus der Ruhe bringen und schaut nach vorn. [/QUOTE]
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