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Bildbearbeitung (2D), Vektor- & Layoutbearbeitung
Mediengestaltung, Design & Typografie
Wer macht eine Ausbildung/studiert etwas mit Design?
Beitrag
<blockquote data-quote="virra" data-source="post: 1699471" data-attributes="member: 84253"><p><strong>AW: Wer macht eine Ausbildung/studiert etwas mit Design?</strong></p><p></p><p>Ich habe eine Ausbildung zur Fotografin absolviert. Da haben wir hauptsächlich große Werbeaufnahmen gemacht (das meine ich bezogen auf das Filmformat UND auf die Aufbauten), also Küchen, Wohnzimmer, Tapeten, Bettwäsche, Tischdecken, Fußböden etc.</p><p></p><p>Als ich mich entschlossen habe, Grafik zu studieren, bin ich an eine FH mit ehemaligem Werkschuhl-Hintergrund gekommen (FH Münster). Dort wurde viel Wert auf die handwerklichen Dinge gelegt. So besaßen wir viele Werkstätten, in denen man entweder wichtige Scheine machen konnte, oder auch "nur mal reinschnuppern" konnte. Dazu gehörte: Siebdruck, Lithografie (Reproduktion mit Kamera auf Lith-Film und anschließender Vergrößerung), Bleisatz, Fotolabor, Stahlstich, Holzschnitt, klassische Illustration, Aktzeichnen, aber natürlich auch der ganze theoretische Kram (Designtheorie, Kunstgeschichte, Werbetexten, Typografie etc.). Da dort auch die Produktdesigner ansässig waren und man es nicht so genau genommen hat, konnte man auch Kurse der anderen Fachrichtung belegen. Z.B.: Holzwerkstatt, Metallwerkstatt, Textilwerkstatt, Bildhauerei. Abschlussprüfung bedeutet dort: Alle machen gleichzeitig ihre Diplomarbeit fertig und stellen den Kram am Ende des Semesters in der Schule aus. Da gibt es dann eine Woche Ausstellung und in allen Räumen präsentieren sich die Prüflinge mit ihren Arbeiten. Natürlich wurde das Ganze immer computerlastiger, aber am Anfang waren wir mit Rechnern kollossal unterbesetzt, so dass man viel Eigeninitiative brauchte, sowohl finanziell (eigenen Rechner anschaffen, das war damals ein Kostenpunkt um die 5000 DM), als auch lehrtechnisch, denn wer nicht zu Hause sich selber was beibrachte, musst weitestgehend auf den Rechner verzichten (bei anfangs ca. 14 Rechnern für Programme wie Quark, Freehand und PS sowie Director und Internet-Projekte und ca. 500 Studenten).</p><p></p><p>Naja, ist ja nun auch schon 'ne Weile her.</p><p></p><p>Viele Studenten haben auch Filme gebastelt (damals noch viel im klassischen Zeichentrick-Verfahren Stop Motion und Bild für Bild Verfilmung, später zunehmend als Video oder als Rechneranimation).</p><p></p><p>Etliche Studenten haben anschließend freie Kunst studiert und was man als Diplomarbeit abgeben konnte, war wirklich, wirklich weit gefasst. Das reichte vom handgezeichneten Comic über gerenderte Filme bis zu geschriebenen Schriften. Aber natürlich auch viele Buchprojekte und klassische CI-Arbeiten. Auch Kinderbücher werden an der FH Münster viele illustriert. Eine sehr typische, aber trotzdem auch wieder außergewöhnliche Arbeit ist z.B. diese:</p><p></p><p></p><p>Du siehst, das war also so GANZ anders als Medieninformatik.</p><p></p><p>PS: Achso – reingehauen hat bei uns eigentlich niemand. Wenn man am Fachbereich war, wäre man nie auf die Idee gekommen, dass da 500 Leute eigeschrieben sind. Sowohl Studierende wie Lehrende traf man da eher sporadisch an… (O-Ton meines Tutors im 1. Semester: Was? In 9 Semestern willst du hier fertig sein? Das hat unter 12 hier noch niemand geschafft! Ich habe dann 14 Semester Auszeit vom Berufsleben genommen und diverse Semester auf diverse Werkstattplätze gewartet. (Aber das war vor der Studienreform… <img src="/styles/default/xenforo/smilies/zwinker.gif" class="smilie" loading="lazy" alt=";)" title="Wink ;)" data-shortname=";)" /> )</p></blockquote><p></p>
[QUOTE="virra, post: 1699471, member: 84253"] [b]AW: Wer macht eine Ausbildung/studiert etwas mit Design?[/b] Ich habe eine Ausbildung zur Fotografin absolviert. Da haben wir hauptsächlich große Werbeaufnahmen gemacht (das meine ich bezogen auf das Filmformat UND auf die Aufbauten), also Küchen, Wohnzimmer, Tapeten, Bettwäsche, Tischdecken, Fußböden etc. Als ich mich entschlossen habe, Grafik zu studieren, bin ich an eine FH mit ehemaligem Werkschuhl-Hintergrund gekommen (FH Münster). Dort wurde viel Wert auf die handwerklichen Dinge gelegt. So besaßen wir viele Werkstätten, in denen man entweder wichtige Scheine machen konnte, oder auch "nur mal reinschnuppern" konnte. Dazu gehörte: Siebdruck, Lithografie (Reproduktion mit Kamera auf Lith-Film und anschließender Vergrößerung), Bleisatz, Fotolabor, Stahlstich, Holzschnitt, klassische Illustration, Aktzeichnen, aber natürlich auch der ganze theoretische Kram (Designtheorie, Kunstgeschichte, Werbetexten, Typografie etc.). Da dort auch die Produktdesigner ansässig waren und man es nicht so genau genommen hat, konnte man auch Kurse der anderen Fachrichtung belegen. Z.B.: Holzwerkstatt, Metallwerkstatt, Textilwerkstatt, Bildhauerei. Abschlussprüfung bedeutet dort: Alle machen gleichzeitig ihre Diplomarbeit fertig und stellen den Kram am Ende des Semesters in der Schule aus. Da gibt es dann eine Woche Ausstellung und in allen Räumen präsentieren sich die Prüflinge mit ihren Arbeiten. Natürlich wurde das Ganze immer computerlastiger, aber am Anfang waren wir mit Rechnern kollossal unterbesetzt, so dass man viel Eigeninitiative brauchte, sowohl finanziell (eigenen Rechner anschaffen, das war damals ein Kostenpunkt um die 5000 DM), als auch lehrtechnisch, denn wer nicht zu Hause sich selber was beibrachte, musst weitestgehend auf den Rechner verzichten (bei anfangs ca. 14 Rechnern für Programme wie Quark, Freehand und PS sowie Director und Internet-Projekte und ca. 500 Studenten). Naja, ist ja nun auch schon 'ne Weile her. Viele Studenten haben auch Filme gebastelt (damals noch viel im klassischen Zeichentrick-Verfahren Stop Motion und Bild für Bild Verfilmung, später zunehmend als Video oder als Rechneranimation). Etliche Studenten haben anschließend freie Kunst studiert und was man als Diplomarbeit abgeben konnte, war wirklich, wirklich weit gefasst. Das reichte vom handgezeichneten Comic über gerenderte Filme bis zu geschriebenen Schriften. Aber natürlich auch viele Buchprojekte und klassische CI-Arbeiten. Auch Kinderbücher werden an der FH Münster viele illustriert. Eine sehr typische, aber trotzdem auch wieder außergewöhnliche Arbeit ist z.B. diese: Du siehst, das war also so GANZ anders als Medieninformatik. PS: Achso – reingehauen hat bei uns eigentlich niemand. Wenn man am Fachbereich war, wäre man nie auf die Idee gekommen, dass da 500 Leute eigeschrieben sind. Sowohl Studierende wie Lehrende traf man da eher sporadisch an… (O-Ton meines Tutors im 1. Semester: Was? In 9 Semestern willst du hier fertig sein? Das hat unter 12 hier noch niemand geschafft! Ich habe dann 14 Semester Auszeit vom Berufsleben genommen und diverse Semester auf diverse Werkstattplätze gewartet. (Aber das war vor der Studienreform… ;) ) [/QUOTE]
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