AW: Hi-ISO
Was ich interessanter gefunden hätte, wäre ein Vergleich einer ISO-Reihe desselben Motivs, um das besser beurteilen zu können, ganz besonders in den empfindlichen unteren Tonwertbereichen, da dort nicht nur die Rauschproblematik am ehesten zu beobachten ist, sondern auch der mit steigender ISO-Wertigkeit abnehmende Dynamikumfang an Bedeutung gewinnt.
Solange die Sensorpixel zum Maximum hin ausgereizt werden, gibt es kaum Probleme, die weniger gut belichteten Pixel sind es, die "Probleme" bereiten können.
Richtig interessant wird es doch erst, wenn man unter widrigen Bedingungen auch einen neutralen Weißabgleich fordert, und dadurch die Multiplikatoren der Farbkanäle in die Höhe schnellen, da wird dann u.U. ganz schnell zusätzlich der Faktor 2-3 an ISO erreicht, und dann kann das schon ganz anders aussehen im Ergebnis...
Edit:
Den Text musste ich jetzt 3 mal lesen
Aber Du hast Recht - in dunklen Szenen werden sich deutlich mehr Probleme zeigen!
Well...
Na gut, um das nochmal weiter auseinander zu nehmen: Jedes Bild wird bekanntermaßen aus einem RAW Bild gewonnen, ob nun von der Kamera intern oder von Hand am Computer. Dabei macht man u.a. den Weißabgleich, d.h. man gibt der jeweiligen Farbe bei der RAW-Umwandlung eine bestimmte Wertigkeit, abhängig von der Lichtfarbe. Das sind die Multiplikatoren. Würde man diese auf 1 setzen, also weder eine Abschwächung noch eine Verstärkung einstellen, dann käme da ein stark farbverfälschtes Bild heraus. Es müssen also andere Werte her, z.B. 1,56 für rot, 0,92 für grün und 1,14 für blau. Das bedeutet, dass der jeweilige Farbkanal um diese Multiplikatoren verstärkt werden muß, um z.B. einen neutralen Weißabgleich zu erhalten. Diese Verstärkung addiert sich aber zu der bereits erfolgten Verstärkung in Folge der ISO Erhöhung. Und das kann bei ungünstigen Lichtbedingungen zu recht hohen Werten führen, und damit auch zu einer deutlich gesteigerten Rauschentwicklung. Man kann das sehr schön sehen, wenn man eine Aufnahme macht und dann die Datei einmal mit allen Multiplikatoren auf 1 gesetzt entwickelt und dann dieselbe Datei nochmal mit neutralem Weißabgleich entwickelt und dann beide Bilder miteinander vergleicht. Man sieht deutlich, dass der Weißabgleich seinen Tribut fordert.
Es gibt Spekulationen darüber, ob der an der Kamera eingestellte Weißabgleich rein postproduktiv angewendet wird, oder ob sich dieser bereits auf die analog/digital Signalwandlung auswirkt. Wenn letzteres zutreffen sollte, dann macht es sehr wohl Sinn, egal ob in RAW oder JPG fotografiert wird, den Weißabgleich zuvor sorgfältig zu wählen.
Da die digitalen Daten grundsätzlich linear aufgezeichnet werden (Diskretisierung/Quantisierung), hat man in den Lichtern die meisten, in den Schatten die wenigsten Tonwerte. Da aber gerade bei den schlecht belichteten Pixeln der Signalrauschabstand am geringsten ausfällt und die Tonwerte stark reduziert sind, kann man auch in diesem Bereich die Auswirkungen von HighISO am deutlichsten erkennen...
VG
Frank