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Tutorialbeschreibung

Analoges Zeichnen: das Auge

Analoges Zeichnen: das Auge

In diesem Tutorial erkläre ich, wie sich ein Auge mit Bleistift, Radiergummi und all dem, was das analoge Zeichnen hergibt, realisieren lässt. Dabei wird auf die Vorbereitung - wie die Anatomie des Auges und dessen Eigenschaften -, die verschiedenen Zeichenwerkzeuge usw. eingegangen. Danach folgt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.


Schritt 1: Das Motiv

Die Suche nach einem Motiv gestaltet sich immer kompliziert und ist ein Schritt, der sehr sorgfältig durchgeführt werden muss.

Oft wirkt ein Foto sehr eindrucksvoll, ist aber in einer Schwarz-Weiß-Zeichnung schnell langweilig und vermittelt nicht den Eindruck, den das Foto entstehen lässt. Dies kann jedoch auch umgekehrt der Fall sein; so wird ein langweiliges Augenbild - gezeichnet - zu einem echten „Hingucker“.

Für Anfänger empfehle ich, folgende Kriterien für die Suche nach einem geeigneten Motiv zu wählen:

Schattenwurf/Kontrast: Besitzt das Bild ein gutes Verhältnis von Schatten und Licht und ist dadurch ein großer Kontrast gegeben?

Tiefenunschärfe: Fast nichts ist für Anfänger so schwer zu zeichnen wie Tiefenunschärfe. Da diese meist mit einem gleichmäßigen Verlauf vom Scharfen ins Unscharfe (bzw. umgekehrt) zusammenhängt, erschwert sie erheblich den Schwierigkeitsgrad der Zeichnung und sorgt für Frustmomente – gerade in der Anfangszeit.

Farbe: Da es sich bei Bleistiftzeichnung um Schwarz-Weiß-Zeichnungen handelt, darf die Farbe kein ausschlaggebendes Argument für die Wahl des Motivs sein. So wirken z. B. Sonnenuntergänge, beeindruckende Himmel, Wasser, usw. als Hauptmotiv oft langweilig. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.

 
In diesem Tutorial werde ich auf ein Auge als Motiv eingehen, welches netterweise von meinem Bruder zur Verfügung gestellt wurde. Es besitzt keine bzw. zu vernachlässigende Tiefenunschärfe, bietet einen guten Schattenverlauf, welcher das räumliche Zeichnen relativ einfach ermöglicht, und die Farbe ist hier nebensächlich.

Tipp: Lasst euch nicht von der Komplexität eines Bildes abschrecken. Ich habe nach sehr kurzer Zeit angefangen, Augen zu zeichnen, und Übung macht den Meister!

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Schritt 2: Die Bildanalyse

Bevor es ans Zeichnen geht, analysiert man zunächst das Bild. Was sehe ich dort, wie ist es aufgebaut, welche Besonderheiten birgt es, wie kommt es zur Schattenbildung, wo treten Reflexionen auf usw.

Wie ist das Auge aufgebaut?

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Versuche, die Nummern zu den Teilen des Auges und ihren Eigenschaften zuzuordnen, um so bei späteren Bildern ebenso vorzugehen. Dies ist ein wichtiger Schritt, da man so Fehler vermeiden kann. Auch wird vor dem eigentlichen Zeichenvorgang bewusst, was beim Zeichnen an den jeweiligen Stellen zu beachten ist. So wird z. B schnell vergessen, dass der Augapfel eine starke Reflexion besitzt, welche die Form betont und ohne diese er sehr zweidimensional aussieht.

Fertig mit Zuordnen? Hier meine Einteilung:
Pupille – durch sie dringt das Licht ins Innere des Auges und wird von der Netzhaut aufgenommen. Um ein optimales Bild zu erhalten, wird hier soviel Licht wie möglich aufgenommen. Daher ist die Pupille immer schwarz, nur Reflexionen der Hornhaut können dies ändern.

Iris – sie wird auch Regenbogenhaut genannt und macht neben der Augenform die Charakteristik eines jeden Auges aus. Daher ist es wichtig, diese sehr genau, detailliert und sorgfältig zu behandeln. Tut man dies nicht, wird das Bild leicht langweilig.

Hornhaut mit darunterliegender Lederhaut – sie schützt das Auge und reflektiert, um die Hornhaut zu schützen, sehr viel Licht, als weiße Farbe erkennbar. Des Weiteren sind hier Adern sichtbar, von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Netzhaut ist mit einem dünnen Film von Tränenflüssigkeit umgeben und ist dadurch der Hauptgrund, warum das Auge reflektiert.

Tränenkanal – das ist ein Kanal, der die Tränenflüssigkeit zur Nase weiterleitet. Durch die vertiefte Lage ist dieser sehr dunkel und wirft durch die Tränenflüssigkeit einige harte Reflexionen.

Wimpern – sind leicht gebogene Härchen am Ober- und Unterlid und dienen als Schutz vor Staub, Schweiß usw. Oben sind diese deutlich länger und in größerer Zahl vorhanden. Zu beachten ist, dass diese mit zunehmender Länge dünner werden. Außerdem treten diese unten in oft in Klumpen, sowie ca. 1/2 – 1/3 weniger als oben auf.

Oberlid – das Auge sitzt in einer Augenhöhle und das Oberlid umschließt den oberen Teil des (runden) Augapfels. Oft entstehen hier Schatten durch von oben kommendes Licht, z. B bei Außenaufnahmen

Unterlid – es bedeckt den unteren Teil des nicht sichtbaren Augapfels und formt durch dessen Kugelform diese weiterhin nach. Auch hier entstehen oft Schatten.


1+2+3 sind der sichtbare Teil des Augapfels, welcher rund – und somit auch nach vorne gewölbt ist. Dies muss beim Zeichnen der Reflexionen und Schatten beachtet werden.

6+7 umschließen den Augapfel und besitzen deshalb ebenso eine runde, dem Augapfel angepasste Form.


 

Schritt 3: Die Zeichenwerkzeuge

Ein kleiner Exkurs in die Zeichenwerkzeuge, welche ich benutze. Sie sind nicht alle vonnöten, erleichtern aber durch ihre speziellen Eigenschaften das Zeichnen.

Meine Empfehlung für den Einstieg sind:

• H2-Bleistift zum Skizzieren
• HB-B3 zum Schattieren
• 5-mm-Minenstift mit 2B-Mine für Detailschattierung
• Radiergummi (nicht farbig!!)
• Anspitzer mit langer Klinge – ermöglicht spitze Bleistifte

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Bleistifte

Bleistifte besitzen verschiedene Härten, welche von 9H (sehr hart – dünnes, helles Zeichnen) über das klassische HB bis 9B (sehr weiches, dickes, fast schwarzes Zeichnen) gehen. Je nach Zweck benutzt man die verschiedenen Härten. Ich benutze:

• H2 - Vorskizzieren
• H - Skizzieren sowie leichte Details beim Schattieren
• HB – 2B Schattieren
• 7B – sehr dunkle, kontrastreiche Stellen
• 2B, 5-mm-Fallminenstift – Schattieren, kleine Details

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Radierer

Radierer benutzt man standardmäßig zum Entfernen von Fehlern. Jedoch werden sie auch zum Aufhellen benutzt, um so z. B. Reflexionen von Licht zu erhalten.

• Radierstift mit einem dicken sowie einem dünnen Ende – durchs Anspitzen kann sehr fein radiert werden
• Radierschablone – Schablone für harte Radierkanten, um gezielter vorgehen zu können
• Standardradiergummi – Radiergummi mit dicken sowie dünnen Stellen
• Knetradiergummi – für schwaches Radieren, gut zum Skizzen radieren

Tipp: Falls du keinen Radierstift besitzt, schneide dir dein Radiergummi einfach an einigen Stellen spitz, um fein zu radieren.

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Fallminen- & Grafitstift

Fallminenstifte eignen sich, um etwas größere Flächen zu schattieren und eine gleichmäßige Schattenbildung zu erhalten.

• 5 mm – geeignet für große, sehr dunkle Schatten, gut zum Verwischen
• 2 mm – geeignet für feinere, dunkle Schatten, ebenso verwischbar (Ergänzung zum 5mm)
• 3b-Grafitstift – sehr große Abriebfläche, somit ist ein feiner bis sehr breiter Strich möglich (Ergänzung zum 2b-Bleistift)

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Wischwerkzeuge

• Estompen – Papierwischer, bestehen aus zusammengerollter Pappe und dienen zum Verwischen der Bleistifte und ermöglichen so weiche Schattenübergänge; gibt es in verschiedenen Dicken und Härtegraden
• Wischtuch aus Leder – funktioniert wie Estompen, besitzt eine größere Auflagefläche und es wird „direkt“ mit dem Finger gewischt.

Tipp: Wer keine Estompen besitzt, kann sich diese schnell zusammenbasteln. Es lassen sich im Internet Anleitungen zu deren Nachbau finden. Ich empfehle jedoch, sich welche zuzulegen, da sie nicht mehr als 1 Euro kosten und sehr schöne Ergebnisse ermöglichen!

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Schritt 4.1: Die Skizze

Jetzt geht es los ... doch stopp! Es müssen noch ein paar Dinge beachtet werden, bevor man einfach loskritzelt.

Wo fange ich an?
Bedenke bitte, wo das Motiv auf dem Bild Platz finden soll. Mittig, im goldenen Schnitt, ganz am Rand?

Bei diesem Tutorial platzieren wir es am besten in der Mitte.

Womit beginnt ich?
Suche dir eine Linie, welche weder zu groß noch zu klein ist, sodass man an ihr die restlichen Proportionen abwägen kann. Außerdem sollte es einigermaßen mittig vom Motiv liegen, sonst entsteht die Gefahr, schnell vom Papier herunterzeichnen zu wollen.

In diesem Fall ist das Ober- bzw. Unterlid ein guter Anfang, da sich um dieses herum das Auge aufbaut und die Größenverhältnisse so gut abschätzbar sind.

Wie zeichne ich?
Da es sich hier um die Skizze handelt, drücke nicht zu hart auf, da es nur als Anhaltspunkt für die eigentliche Zeichnung dient. Setze lieber mehrmals für eine Linie an, statt sie mit einem „Wisch“ durchzuführen. So verringert sich die Gefahr, zu fest aufzudrücken, und die Form kann besser nachgezogen werden.

Was zeichne ich oder: Wie sehe ich richtig?
Eine große Schwierigkeit für Anfänger ist das „Sehen“. Beim Zeichnen geht es darum, die Konturen, Formen, Schatten, Reflexionen zu sehen, während der Inhalt vernachlässigt wird. Versuche nicht, ein Auge zu sehen, sondern eine Ansammlung von Formen. So werden die Pupille + Iris zum Kreis, das Ober- und Unterlid nur zwei geschwungene Linien und Wimpern zu kleinen, nach oben bzw. unten gebogenen Strichen.

Wenn man dies beherrscht, ist es schon die halbe Miete!

So besteht das Auge nun für uns aus folgenden Strichen (in der Reihenfolge, in der ich sie zeichne, geordnet):
• die den Augapfel einrahmenden Linien
• der Kreis der Iris
• der Kreis der Pupille
• Linie der Dicke des Unter- und Oberlids
• Tränenkanallinien
• kleine Wimpernstriche
• Unter- und Oberlidfalten

Tipp: Dreh das Bild verkehrt herum - so wird der Wille, ein Auge zeichnen zu wollen, unterdrückt und es werden nur dessen Linien nachgezeichnet.

JETZT geht es los!
Als Erstes geht es zur Linie, welche das Oberlid vom Augapfel trennt. Sie ist leicht geschwungen und endet (links) fast mit einer senkrechten Linie.

Damit wir beim Schattieren, dem Einhauchen vom Leben in die Zeichnung, ein realistisches Ergebnis erhalten, bedarf es einer Skizze, welche vorgibt, wo welche Dinge zu finden sind und welche Form sie besitzen. Da die Skizze am Ende nicht mehr sichtbar sein soll, bedarf es sehr kleiner dünner und heller Linien, welche nur durch einen harten Stift und leichten Aufdruck gelingen.

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Tipp: Um die richtigen Proportionen zu erhalten, setze dir kleine Hilfslinien und Punkte. Der rechte Startpunkt liegt tiefer als der linke Endpunkt. Und die höchste Stelle der Kurve liegt bei ca. ¾ (blaue Farbe).

Durch diese Einteilung gelingt es relativ leicht, die Maße des Bildes zu erhalten (nicht vergessen, die Hilfsmarkierungen zu entfernen).

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Hier empfiehlt sich der H2/H-Bleistift. Mithilfe der gesetzten Markierungen zeichnen wir nun die erste Linie. Zeichne diese in mehreren Durchgängen, sodass die Form wirklich getroffen wird.

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Schritt 4.2: Augapfel formen

Geh beim unteren Strich, dem des Unterlids, welches den Augapfel einrahmt, genauso vor. Denke bzw. zeichne dir kleine Markierungen und erstelle dadurch den nächsten Strich.

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Hier ist gut zu sehen, wie ich durch mehrere Ansätze den Strich geformt habe.

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Schritt 4.3: Iris, Pupille und Tränenkanal

Die Iris und die Pupille ist, wie wir aus unserem Studium am Auge wissen, rund (es kann bei einer anderen Perspektive zu einer Ellipse kommen). Daher zeichne einen ganzen (!) Kreis mit dem Durchmesser der Iris um die Stelle, wo die Pupille sich später befinden soll. Danach radiere die von dem Unter- und Oberlid verdeckten Stellen wieder weg.

Zeichne die Pupille auf die gleiche Weise. Achte hierbei darauf, diese an der richtigen Stelle sowie mit der richtigen Größe zu platzieren, da es im Nachhinein bei kleinen Abweichungen schnell komisch aussieht.

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Führe außerdem die am Anfang erstellten Striche weiter und zeichne so den Tränenkanal.

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Hier macht sich schon ein Fehler von mir bemerkbar: Ich habe die Öffnung des Auges überschätzt. Lasst euch daher viel Zeit beim Skizzieren!

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Schritt 4.4: Augenlid und der Rest

Weiter geht es mit der Dicke der Augenlider. Diese wird oft vergessen und es kommt dazu, dass der räumliche Eindruck sehr verringert wird. Nicht vergessen!!

Zeichne hierfür leicht versetzt zur untersten Linie eine zweite, welche in der Mitte etwas dicker wird (kommt durch die Perspektive). Dasselbe mit der oberen. Dazu wird noch die Linie über dem Oberlid gesetzt, welche später dunkle Schatten bildet.

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Tipp: Versuche, die Linien zu sehen und nicht das Auge. So fällt das Zeichnen leichter!

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Schritt 5.1: Das Schattieren – es lebt

Ein kleiner Einschub zu der Frage: "Wie zeichne ich" aus Schritt 4, zum Thema Schattieren:

Achte auf die Strichführung. Sie ist sehr wichtig, damit die Form zum Ausdruck kommt. So wird eine Kugel nicht mit geraden, sondern mit geschwungenen Strichen schattiert.

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Benutze für normale Schattierung B/2B, für feinere Details 0,5mm B/2B. Und falls vorhanden, für etwas größere Flächen einen Fallminenstift 5mm oder einen Grafitstift 2B/3B.

Tipp: Keine harten Kanten! Ansonsten entsteht ein Comic-Look. Es gibt keine Konturen in der Realität, nur harte Schatten, übereinanderliegende Objekte o.Ä., die die Ursache von so etwas sein können.

Tipp 2: Lege Blätter unter deine Hände. So umgehst du die Gefahr, die Linien zu verwischen.

Als Erstes zeichnen wir ganz dünn die Reflexionen ein (Iris, Hornhaut – Mitte, unten). Sehr dünn, mit H2, dass es mit dem Auge kaum erkennbar ist. Auf diesen Reflexionen sollte nicht gezeichnet werden, weil schnell der Eindruck von reflektierendem Licht durch kleine graue Flecken zerstört werden kann.

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Fahre fort mit der Pupille. Nimm einen 2b, 3b oder ähnlichen Bleistift und male diese voll aus. Sie ist einer der dunkelsten Punkte auf dem Bild und wie wir wissen absorbiert diese fast das gesamte Licht.

Weiter mit der Iris. Zeichne ganz leicht von außen nach innen und beachte, dass diese in der Nähe der Pupille und am Rand dunkler wird. Lass dir dabei viel Zeit und pass auf, nicht zu dunkel anzufangen. Es ist schwer, dieses wieder rückgängig zu machen.

Besser: Schritt für Schritt dunkler werden und heranarbeiten.

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Des Weiteren ist der Übergang der Iris zur Lederhaut nicht hart, also heller am äußersten Rand der Iris werden.

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Schritt 5.2: Iris vollenden

Fahre fort mit der Schattierung und pass auf, dass die angezeichneten Reflexionsstellen nicht angemalt werden. Falls dies doch passiert, radiere dies mit dem Radiergummi weg und lege etwas als Radierkante auf das Bild, sodass ein scharfer Rand entsteht.

Wische, wenn du das Auge genug schattiert hast, mit einem Taschentuch (falls du keine Estompen besitzt) über die Iris. So verschwinden die weißen Stellen und es können weitere Details durch Radieren bzw. Verfeinern mit dem 0.5-mm-Minenstift hinzugefügt werden.

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Tipp: Das Auge ist rund, daher verschwinden bestimmte Strukturen unter den Lidern, gehen dort aber weiter. Also nicht einfach aufhören lassen.

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Mach nur weiter, wenn du mit deiner Iris zufrieden bist. Sie ist maßgeblich verantwortlich für die Charakteristik des Auges.


 

Schritt 5.3: Augapfel

So, und nun weiter mit dem Augapfel und kleinen Details in der Reflexion.

Nimm einen dünnen 2B-Bleistift - am besten 5mm - und füge kleine geschwungene Linien in die Reflexion der Iris. Diese stellen die Wimpern dar und verschaffen den Eindruck, dass diese reflektiert wurden.

Hiernach nimm einen unangespitzten B/2B-Bleistift, besser einen Grafitstift oder eine Fallminenstift 5mm und schattiere den Augapfel leicht.

Fang beim Rand an, da durch die runde Form dort am meisten Schatten entsteht (oben am Augapfel ist durch den Lichteinfall & Wimpern der stärkste Schatten).

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Achtung: Vergiss nicht, dass auch hier einige Reflexionen vorhanden sind.

Verwische danach mit dem Taschentuch/Estompen den Schatten, damit er weicher wird.

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Schritt 5.4: Vollendung des Augapfels

Weiter mit der Schattierung. Gehe so vor wie im Schritt davor und arbeite dich langsam voran, dass der gesamte Augapfel nicht mehr gänzlich weiß ist – Reflexionsstellen ausgelassen.

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Es lässt sich feststellen, dass durch den dunkleren Rand langsam ein räumlicher Eindruck entsteht.

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Schritt 5.5: Tränenkanal und Adern

Wir wissen, dass der Tränenkanal die Tränenflüssigkeit zur Nase leitet und dadurch sehr feucht ist. Es kommt zur starken Reflexion. Außerdem ist dieser etwas vertieft und besteht aus vielen kleinen Teilen.

Schaue dir daher diese Stelle gut an und probiere, diese nachzuzeichnen. Es ist nicht wichtig, diese perfekt zu treffen, da sie einen unbedeutenderen Teil darstellt. Verwischen und ein wenig Reflexionen radieren sollte hier genügen.

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Die Adern, welche auf der Lederhaut liegen, sind leicht zu zeichnen. Nimm einen dünnen, scharfen Bleistift (HB/B) und male diese sehr dünn. Durch die Perspektive und die Biegung des Auges sind diese auf der linken Seite dichter als auf der rechten. Falls dir die Adern zu scharf sind, verwische diese einfach ein wenig. Radiere danach die Lichtreflexe wieder heraus.

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Schritt 5.6: Das Ober- sowie Unterlid

Zeichne die Dicke des Unterlides nach und beachte dabei, dass hier die Mitte etwas heller ist als der Rand; beim Oberlid genau anders herum. Auch ist die Oberlidwand dunkler, da durch dessen nach unten gebogene Lage weniger Licht drauf trifft. Auch geht es links zur Haut über – mit einem Taschentuch/Estompen leicht verwischen.

Aufgrund der etwas tiefer liegenden Lage des Auges und des Lichteinfalles von oben bildet sich eine härtere Schattenkante. Zeichne hierfür eine dickere Linie und blende diese durch immer schwächeres Aufdrücken und Verwischen aus. Wichtig ist auch hier, KEINE harten Kanten entstehen zu lassen, um den Realismus nicht zu zerstören.

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Schritt 5.7: Das Augenumfeld

Das Auge an sich ist geschafft, es geht zur Haut und restlichen Schattenverteilung.

Drücke auf den 2B-Bleistift - besser die 5-mm-Fallmine oder die Grafitmine - nur sehr leicht auf und male eine graue Fläche um das Auge. Diese verwischen wir wieder und arbeiten langsam die Details heraus.

Gehe hier wieder schrittweise vor und verdunkle bzw. erhelle nach und nach. Auch kleine Falten können durch dünne und geschickt gesetzte Linien ergänzt werden.

Außerdem mag ich es, kleine Hautunregelmäßigkeiten durch Schraffur hinzuzufügen.

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Schritt 5.8: Die Wimpern

Die Wimpern werden spät hinzugefügt, da es sehr anstrengend ist, um diese herum zu zeichnen. Zeichne diese mit einem dünnen H-Bleistift, leicht aufgedrückt, vor und vergiss nicht die geschwungene Form.

Die oberen Wimpern:
Diese sind fast doppelt so lang und deutlich dicker. Lass manche übers Auge hängen, so wirken sie dreidimensionaler. Beachte die Länge, oft wird diese unterschätzt.

Wenn du zufrieden bist, zeichne diese mit einem sehr gut (!) angespitzten 2B-Bleistift nach oder verwende noch besser einen 2B-5-mm-Minenstift. Fang von innen an und drücke immer weniger auf, um am Ende dünner zu werden.

Tipp: Versuch es aus dem Handgelenk. So wirkt es lebhafter und der Schwung gelingt besser.

Die unteren Wimpern:
Sie besitzen ca. die Hälfte der Länge der oberen Wimpern und sind nur ungefähr 1/3 so viele. Besonders bei diesen ist, dass sie weniger Biegung besitzen und öfter „verklumpt“ auftreten. Zeichne hier wieder vor und geh erneut wie im oberen Schritt vor.

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Schritt 5.9: Vollendung

Es geht zum Endspurt hin. Zeichne noch einige Falten auf das untere Augenlid, welche gebogen sind, durch die Form des Augapfels. Verwische diese, schattiere, verwische und so weiter, bis du mit dem Ergebnis zufrieden bist.

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Schau dir das Bild aus einiger Entfernung an und suche nach Stellen, welche Verbesserung benötigen. Dort lässt sich oft feststellen, dass einige Stellen noch nicht dunkel genug sind. Verbessere diese und gehe so lange auf dein Bild ein, bis du zufrieden bist.

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Herzlichen Glückwunsch! Du hast ein Auge gezeichnet. Zeichne so oft wie möglich und du wirst feststellen, dass man sehr schnell zu Fortschritten kommt.

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Kommentare
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Portrait von Karu24
  • 20.02.2016 - 11:09

So gut erklärt habe ich es selten irgendwo gesehen. Vielen Dank.

Portrait von zenib
  • 19.09.2014 - 15:43

Richtig gutes Tutorial. Vielen Dank dafür :)
Muss mir nach dem Tut erstmal gescheite Bleistifte zulegen :D

Portrait von lisaxvx
  • 23.05.2013 - 15:51

Sehr schön erklärt :) habe ich gleich beim ersten Versuch umsetzen können. Vielen Dank!

Portrait von Alaylith
  • 09.05.2013 - 08:26

Super Tut; sehr genial erklärt und vor allem die Überlagerungen von Zeichnung und Original sind sehr anschaulich.

Hätte Interesse an mehr solcher Tuts! :)

Portrait von nsearch
  • 06.05.2013 - 08:47

Wow! Vielen Dank für das schöne Tutorial!

Portrait von Ceicodad
  • 05.05.2013 - 00:59

Vielen Dank für das Tutorial! Sehr gut und ausführlich erklärt!

Portrait von tschuk73
  • 20.02.2013 - 15:28

Sehr gut erklärt !
Schön mal was neues zu lernen :D

Portrait von diman321
  • 27.01.2013 - 00:11

Gut erklärt :D. Die Werkzeuge die ich nicht gekannt habe hab ich mir nun besorg :D

Portrait von Smoke
  • 25.01.2013 - 16:28

Vielen Dank! Echt Klasse!

Portrait von nachteule
  • 17.01.2013 - 00:09

wow wunderbares tutorial! danke für die detalierte beschreibung!
solche analoge tutorials sind wirklich etwas ganz feines! merci ;)

Portrait von rekam
  • 16.01.2013 - 07:34

Wow, ganz großes Kompliment für dieses sehr ausführliche Tutorial.
Sobald ich ein wenig Zeit dazu habe, werde ich mich mit dem analogen Zeichnen wieder ein wenig beschäftigen.

Portrait von kitt_al3x
  • 14.01.2013 - 14:46

das is mal ein richtig richtig gutes tutorial davon wünsch ich mir definitiv mehr !

Portrait von wespe2008
  • 14.01.2013 - 13:01

Große Klasse! ++ Das gefällt mir gut, und davon darf es mehr geben.
Bei meinen letzten Versuchen ein Portrait analog zu zeichnen bin ich an Augen, Nase und Lippen gescheitert.
Vielen Dank!

Alternative Portrait
-versteckt-(Autor hat Seite verlassen)
  • 13.01.2013 - 09:37

Super gut das Tutorial. Vielen Dank!

Portrait von Trabilady
  • 11.01.2013 - 07:59

Drei Buchstaben: WOW! (und Danke ;))

Portrait von McWhite
  • 10.01.2013 - 11:28

Super Tutorial. Schön ausführlich. Danke vielmal.

Portrait von MaoMao
  • 14.12.2012 - 21:08

Danke für das super Tutorial!

Portrait von Freaxx612
  • 19.11.2012 - 20:18

hammer ! echt gutes tut

Portrait von effa
  • 31.08.2012 - 18:34

Super gut erklärt! Jetzt weiß ich endlich was ich bei Augen immer falsch gemacht habe ;)

Portrait von Bolzer86
  • 24.08.2012 - 14:19

Sehr hilfreiches Tutorial!! Super gezeichnet !! Vielen Dank !!

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