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Korrekter Weg für PDF-Import

Phage

Noch nicht viel geschrieben

Guten Morgen,

ich habe in Affinity drei Möglichkeiten gefunden, um PDF-Dateien zu öffnen bzw. zu importieren:

1. Datei —> Öffnen
2. Datei —> Platzieren
3. Dokument —> Seiten —> Aus Datei hinzufügen

Alle Methoden führen zum Ziel, verhalten sich aber anders, was die angezeigte Datei betrifft bzw. die Dialoge beim Import sind unterschiedlich.
Methode 1 und 3 öffnen die Datei bearbeitbar, Methode 2 platziert die PDF skaliebar und in Darstellungsauflösung; wenn ich dann doppelt draufklicke, wird sie bearbeitbar, aber die Schrift wird zerschossen.

Welche Methode ist die der Wahl, wenn ich was erreichen will?


(Affinity 3.2)
 
Hi,

Der „korrekte“ Weg hängt bei PDFs in Affinity tatsächlich davon ab, was du mit der Datei vorhast. Datei öffnen ist der Weg, wenn du die PDF als eigenes Dokument bearbeiten willst. Dann wird Affinity versuchen, die PDF-Seiten möglichst als editierbare Inhalte zu übernehmen. Datei platzieren ist dagegen eher dafür gedacht, die PDF als eingebettetes Element in ein bestehendes Dokument zu setzen, also ähnlich wie ein Bild oder ein grafisches Objekt. Dokumentseiten aus Datei hinzufügen ist sinnvoll, wenn du eine PDF seitenweise in ein mehrseitiges Affinity-Dokument übernehmen willst, zum Beispiel für Layoutarbeiten.

Wenn du eine PDF wirklich inhaltlich bearbeiten möchtest, ist Öffnen meist die beste Wahl. Wenn es dir nur um die unveränderte Übernahme geht, zum Beispiel für ein Layout oder als Vorlage, dann eher Platzieren. Dass die Schrift beim späteren „Bearbeiten“ zerschossen wird, ist leider typisch, wenn eine PDF nicht sauber in editierbare Textobjekte zurückkonvertiert werden kann. PDFs sind nicht dafür gemacht, verlustfrei in ein anderes Bearbeitungsformat zurückübersetzt zu werden, vor allem nicht bei eingebetteten Schriften, Sonderfonts oder komplexem Layout.

Wenn du magst, kann ich dir auch noch sagen, welche der drei Varianten sich für Photo, Designer und Publisher jeweils am besten eignet, denn je nach Affinity-Programm ist der sinnvollste Workflow etwas unterschiedlich.

Gruß Stefan
 
Hallo Stefan,

vielen Dank für deine Ausführungen! Das ist soweit einleuchtend und je nach Anwendungsfall werde ich alle Methoden mal verwenden.

Das Wesen von PDF-Dateien ist mir soweit auch gut bekannt, ich kenne auch den Umgang damit innerhalb InDesign und den anderen Adobe-Programmen gut, aber Affinity ist hier nochmal deutlich anders, gerade was dieses nachträgliche Ändern betrifft. Selbst InDesign kann ja PDFs erst seit relativ kurzer Zeit nativ bearbeiten.

Zu deiner letzten Frage: Ich benutze das aktuelle Affinity, nicht die früheren getrennten Programme. Da sollte es doch keine Unterschiede geben, oder?
 
Hallo Phage,

deine Beobachtung stimmt – und dein Einwand ist berechtigt. Seit Affinity als eine vereinheitlichte Anwendung ausgeliefert wird (statt der drei getrennten Programme Photo, Designer und Publisher), gibt es nicht mehr drei separate Installationen, sondern eine App mit umschaltbaren Arbeitsbereichen bzw. „Personas" (Foto-, Vektor- und Layout-/Publisher-Bereich). Trotzdem verschwinden die konzeptionellen Unterschiede beim PDF-Umgang nicht ganz, denn sie hängen weniger vom „Programm" ab als vielmehr davon, in welchem Modus und mit welcher Absicht du die Datei hereinholst.

Die drei Wege, die du gefunden hast, tun grundsätzlich Verschiedenes – unabhängig davon, ob du die getrennten Programme oder das neue vereinheitlichte Affinity nutzt:

Beim Öffnen (Datei → Öffnen) wird die PDF als eigenständiges, editierbares Dokument interpretiert. Affinity versucht dabei, Text, Vektoren und Bilder in bearbeitbare Objekte zurückzuwandeln. Das ist die richtige Wahl, wenn die PDF selbst dein Arbeitsdokument werden soll.

Beim Platzieren (Datei → Platzieren) wird die PDF als eingebettetes/verknüpftes Objekt behandelt – vergleichbar mit einem Bild. Sie bleibt in ihrer Darstellungsauflösung skalierbar und unangetastet. Das ist der saubere Weg, wenn du die PDF als Vorlage oder unverändertes Element in ein bestehendes Layout setzen willst. Dass beim Doppelklick zum Bearbeiten die Schrift „zerschossen" wird, ist genau das erwartbare Verhalten: Erst in diesem Moment versucht Affinity die Rückkonvertierung, und die klappt bei eingebetteten oder Sonderschriften eben oft nicht verlustfrei.

Das Hinzufügen von Seiten aus einer Datei (Dokument → Seiten) ist für den mehrseitigen, layoutorientierten Import gedacht – also das, was früher klar die Domäne von Publisher war.

Der eigentliche Punkt ist: Der sinnvollste Weg richtet sich nicht mehr nach dem installierten Programm, sondern nach dem Arbeitsbereich/Persona, in dem du dich befindest, und nach deinem Ziel. Der Layout-Bereich (früher Publisher) ist nach wie vor derjenige, der mehrseitige PDFs, Musterseiten und den seitenweisen Import am besten beherrscht – dort ist „Seiten aus Datei hinzufügen" am stärksten. Der Vektor-Bereich (früher Designer) ist ideal, wenn du einzelne PDF-Seiten mit Vektorinhalten wirklich editieren willst. Der Foto-Bereich (früher Photo) betrachtet eine PDF eher pixelorientiert.

Kurz gesagt: Funktional sind die Import-Optionen im vereinheitlichten Affinity dieselben wie zuvor, aber weil jetzt alle Personas in einem Programm stecken, hast du sie alle gleichzeitig zur Verfügung und musst bewusst entscheiden, in welchem Bereich du arbeitest. Das „welches Programm nehme ich" wird also zum „welchen Arbeitsbereich und welche Import-Methode wähle ich".

Wenn du eine PDF inhaltlich weiterbearbeiten willst, öffne sie im Layout- bzw. Vektor-Bereich über Datei → Öffnen. Willst du sie nur als unveränderte Vorlage einbinden, nimm Platzieren und lasse sie eingebettet. Und für mehrseitige Dokumente ist der seitenweise Import im Layout-Bereich der beste Weg. Das „Zerschießen" der Schrift lässt sich prinzipbedingt nicht ganz vermeiden – wenn Textbearbeitung essenziell ist, hilft nur, die Originalschriften installiert zu haben oder die Datei gleich aus der Quellanwendung neu zu erzeugen.


Viele Grüße

Stefan
 
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